Adrian Greiter

Trailguide Varazze: GPX-Tracks, Tipps und Infocenter

Traumhaft Biken unweit von Finale Ligure Trailguide: Varazze/Ligurien

Wer an Biken in Ligurien denkt, denkt an Finale. Dabei lockt mit dem Ort Varazze unweit ein weiteres Paradies: mit genauso genialen Trails, aber mit weniger Trubel.

Alle Touren zum Trailguide Varazze

New Generation

Länge 17,29 km
Dauer 1:43 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 510 Meter
Höhenmeter absteigend 510 Meter
Tiefster Punkt 13 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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Hard Rock XXL

Länge 39,43 km
Dauer 4:04 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 1436 Meter
Höhenmeter absteigend 1448 Meter
Tiefster Punkt 25 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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Passo della Gava

Länge 22,51 km
Dauer 2:42 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 1006 Meter
Höhenmeter absteigend 1006 Meter
Tiefster Punkt 2 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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GenuaXtended

Länge 42,97 km
Dauer 4:11 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 1444 Meter
Höhenmeter absteigend 1442 Meter
Tiefster Punkt 121 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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Infocenter

Lage&Charakter: Varazze liegt in der Mitteder Ligurischen Küste zwischen Genua und Finale Ligure. Trotz der Nähe zur Industriestadt Genua erhält Varazze 2007 die"Blaue Flagge", mit der Badeorte mit hoher Wasser- und Strandqualität ausgezeichnet werden. Auch der Giro d’Italia ist regelmäßigzu Gast. Wie an der gesamten Ligurische nKüste schwingt sich vom Meer weg das Küstengebirge auf und erreicht rasch Höhen vonüber 1200 Metern, wobei die Berge von einer Vielzahl an Wegen durchzogen sind.

Anreise: Die Anreise mit dem Pkw von Norden erfolgt über die Brennerautobahn oder den Gotthard und Mailand. Weiter über A7und die Küstenautobahn A10. Auch eine Anreise mit dem Zug ist möglich! Der nächstgelegene internationale Flughafen ist in Genua.

Beste Reisezeit: Ideal für Aktivurlaub inLigurien sind Frühling und Frühsommer.Im Hochsommer wird es sehr warm! Ab September sind die Temperaturen viel angenehmer, dafür steigt das Niederschlagsrisiko

Übernachtung: In der Bucht von Varazzegibt es zig Hotels aller Preis- und Qualitätsstufen. Speziell auf die Bedürfnisse von Bikern eingestellt ist das Hotel Cristallo. Dortwarten Radkeller, Werkstatt sowieWaschstation. cristallohotel.it Am Ortsrand liegt ein kleiner, aber netter und sauberer Campingplatz, der über einen Pool verfügt. campingsole.eu

Guiding & Shuttle: Wer einen Guide für Varazze und Umgebung sucht, wendetsich am besten an Sergio Bolla vomBAM-cicli-Team. Er kennt die Gegendwie seine Trikottasche und weiß auch fürdie Nachbarregionen immer einen kompetenten Guide. bamcicli.itShuttles bietet BIT. Für Gruppen ab fünfPersonen gibt es attraktive Pakete, aberauch Angebote für kleinere Gruppen.Zudem veranstaltet BIT im Sommer einmal pro Woche einen Sunset Ride, beidem man sich unbedingt anschließensollte, um mit den Locals fahren zu gehen.beiguainsanetribu.it

Abseits der Trails

Die Ligurer lieben gutes Essen! Es gibt in und um Varazze unzählige Lokale, in denen man hervorragend speisen kann! Einer, der die Kunst des Kochens in besonderer Weise zelebriert, ist Lele Cola. In einer der vielen Strandbars in Cogoleto serviert er regionale Küche auf allerhöchstem Niveau! Zur Entspannung kann man sich nach dem Essen an den wunderschönen, restauranteigenen Sandstrand legen. Wermutstropfen: Das Central Bagni ist nur im Sommer geöffnet. Wer sich mal einen Tag Auszeit vom Biken gönnen, aber nicht nur am Strand liegen möchte, sollte der Laghetti di Allpicella einen Besuch abstatten. Nur eine viertel Autostunde vom Meer entfernt hat der Torrente Teiro, an dessen Mündung Varazze liegt, sich seinen Weg durch kompakten Fels gebahnt und dabei zahlreiche Gumpen und natürliche Wasserrutschen geformt. Ein Riesenspaß vor allem für Kinder!

Reisereportage: Trailguide Ligurien

Voll mit Adrenalin und völlig ausgelaugt liegen wir am Strand und schauen hinaus aufs Meer! Hinter uns liegt ein Trailritt vom weit entfernten Hinterland bis hinunter zur Küste. Nach Minuten des Schweigens schreien wir unser Glück hinaus. "Was ein geiles Teil!", prescht es aus Kathi hervor. "Ich kann dir gar nicht sagen, ob ich so was in der Art schon jemals gefahren bin." Los ging es am Morgen im Shuttle mit Ricky und Mario von Beigua Insane Tribu (BIT). Die beiden Locals pflegen die Trails der Gegend mit viel Herzblut. Zunächst cruisten wir im lockeren Auf und Ab über einen flowigen Singletrail durch dichten Wald, bevor wir in den offenen Teil des Weges mit genialer Fernsicht gelangen. Anschließend war höchste Konzentration gefordert: Über offenes Wiesengelände ging es steil und anspruchsvoll nach unten. Dann hielt ein gebauter, dennoch naturbelassener Trail steile Felspassagen, gerölligen Untergrund und andere Schwierigkeiten für uns parat. Und als wir dachten, wir hätten das Biest bezwungen, kam der Nachschlag in Form einer Waldabfahrt mit viel Flow, aber auch hohen Absätzen und fordernden Passagen. Ja, was ein geiles Teil!

Es muss nicht FInale sein

Wir sind in Varazze. Weniger bekannt als das benachbarte Finale Ligure, liegt der Ort an der Riviera di Ponente, etwa 15 Kilometer von Genua entfernt. Die dazugehörige Bucht wird von Mola und Aspera begrenzt, und die Gemeinde ist Teil des Naturparks Beigua. Seinen Namen hat dieser vom höchsten Berg der Region, dem 1287 Meer hohen Monte Beigua.

Adrian Greiter
Uralte Maultierpfade findet man rund um Varazze sehr häufig – und die „Schuldigen“ gleich mit!

Am nächsten Tag wollen wir die küstennahen Trails erkunden, die man vom Ort mit dem Bike erreicht. Patrizia vom Bikeshop Bam Cicli hat uns einen Guide vermittelt: Sergio steht bereits lässig mit seinem Bike parat, als wir angefahren kommen. Zunächst wollen wir aber einen Blick in den Shop werfen, denn hier entstehen ganz besondere Bikes. Eines hängt auf dem Montageständer, und Patrizia erklärt, dass der Rahmen komplett aus Bambus gefertigt ist und genauso stabil sei wie Alu und Co. Die Herstellung ähnelt der eines Carbon-Rahmens. Die mindestens 18 Monate gereiften Bambusrohre werden selektiert sowie zugeschnitten und anschließend zum fertigen Rahmen laminiert. Während der Auffahrt zum Hausberg von Varazze, dem Bric Arenon, erklärt uns Sergio, dass es eine Vielzahl angelegter Trails in direkter Umgebung gibt, diese aber alle fortgeschrittene Radbeherrschung erfordern. Schon biegen wir von der Straße in einen schmalen Weg. Dieser führt kupiert am Hang entlang, führt uns dann in freies Gelände und nach kurzem Bergauf zu einer kleinen, am Hang thronenden Kapelle. Der Panoramablick auf Varazze und das davor liegende Meer ist gigantisch. So wie der folgende Downhill namens "Hard Rock". Der Name ist Programm. Jede Menge Felsen und Steine erwarten uns im steilen Gelände! Und immer wieder Kurven, Absätze, rutschiges Geläuf: höchst fordernd, und das alles unweit von Strand und Meer. Wir surfen noch einige dieser Endurotrails wie "New Generation", "Grifone" oder "Mortal Kombat" an der Küstenlinie ab und sind geflashed von deren Vielfältigkeit. Als wahre Perle erweist sich der "F 5Trail". Zu Beginn geht es wie in der Achterbahn abwechselnd sehr steil nach unten und wieder nach oben. Ich werde förmlich in den Trail gepresst, der Schwung reicht immer genau für den nächsten Hügel. Dann schlängeln wir uns durch enge Kehren, bevor es kurz flach, dann wieder felsig wird, mit vielen langgezogenen Turns.

Adrian Greiter
Immer wieder öffnet sich der knorrige Wald und gibt extrem spaßige Trailabschnitte frei.

Andere Biker treffen wir nur eine Handvoll, und auch die nur bei den Auffahrten. "Keine 15 Kilometer weiter drängen sich Hunderte, und wir haben hier alle Trails für uns alleine, sensationell", staunt Kathi beim Gedanken an den berühmt-berüchtigten MTB-Trubel rund um Finale Ligure. Tatsächlich ist Varazze quasi die stille, die (fast) unberührte Schwester. Unsere Guides und Shuttlefahrer erklären, dass Trailbau und -pflege harte Handarbeit ist und sie viel Zeit und Mühe kostet. "Wir mögen es deshalb nicht, dass kommerzielle Shuttle-Dienste, die sich an den Baumaßnahmen nicht beteiligt haben, Biker zu unseren Trails shutteln. Außerdem können wir so den Nutzerdruck auf die Wege besser steuern". Varazzes MTB-Szene will keinen Massenbiketourismus, sondern eine ausgewogene Nutzung der sensiblen Infrastruktur. Dazu passt, dass es im 13 000-Einwohner-Ort ebenfalls entspannter zugeht als in den prominenten Nachbarstädten. Sogar das Meer ist hier irgendwie blauer: 2007 wurde Varazze mit der "Blauen Flagge" ausgezeichnet – für besonders hohe Wasser- und Strandqualität.

Am nächsten Tag fahren wir in den kleinen Nachbarort Cogoleto und beginnen direkt am Meer unsere Tour. Die Auffahrt auf einer Forststraße gestaltet sich angenehm, trotzdem sind wir froh, als wir oben am Passo della Gava ankommen. Ich inhaliere die Aussicht auf die umliegenden Berge. Von den benachbarten Gipfeln kann man im Frühjahr und Herbst bei guter Sicht aufs Meer die Silhouetten vorbeiziehender Wale beobachten: "Ein spektakuläres Erlebnis", schildert uns unser Guide.

Der historische Singletrail, der uns nun begrüßt, wurde einst als Verbindung von der Küste zu den Bergdörfern genutzt und so angelegt, dass ihn auch schwer bepackte Maultiere bewältigen konnten. Unserer Flow-Sucht kommt das entgegen, der Weg windet sich nur leicht abfallend am Hang entlang. Aufpassen müssen wir trotzdem, da neben dem schmalen Weg eine steile Abbruchkante lauert. Egal, wir steigern uns in einen wahren Abfahrtsrausch! Nach nochmaliger Auffahrt rumpeln wir über einen anspruchsvollen Waldtrail, bevor wir direkt an der Küste landen. Ein paar Kilometer müssen wir zurück nach Varazze treten, die sich als neuerlicher Genuss entpuppen: Der Radweg führt auf einer ehemaligen Eisenbahntrasse an der Küste entlang, geprägt von Buchten und Sandstränden. So kommen wir nicht umhin, noch schnell ins gar nicht so kühle Nass zu springen.

Mit Elvis durchs Hinterland

Am letzten Tag geht es nach Mele, einem kleinen Vorort von Genua. Unser heutiger Guide heißt Pippo und entpuppt sich als wahrhaft bunter Hund. Gekleidet mit einer nicht ganz zeitgemäßen Elvis-Presley-Gedächtnis-Brille und genauso schriller Bike-Klamotte, führt er uns am Fort Geremia in den ersten Trail. Im wilden Zickzack, ohne große fahrtechnische Herausforderungen, wedeln wir durch das hügelige, von zahllosen Wegen durchzogene Hinterland Genuas. Erst im dichten Wald wird der Weg anspruchsvoller, bleibt dennoch flüssig zu fahren. Zur Mittagspause laben wir uns in einem Bergdorf an einer ostligurischen Spezialität: Focaccia di Recco. Was wie eine überdimensionale Pizza Bianca aussieht, ist ein ganz eigenes, extrem leckeres Gericht. Zum Glück müssen wir nur noch bergab – und rollen kugelrund nach Mele. Zurück in Varazze sind wir uns alle einig: Was für Trails! Was für eine Landschaft! Und was für ein Glück, dass wir Finale Ligure diesmal buchstäblich links liegen lassen haben.

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