Mountainbiketouren in Briancon, Frankreich eignerframes
Mountainbiketouren in Briancon, Frankreich
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Mountainbiketouren in Briancon, Frankreich 12 Bilder

4 Mountainbiketouren in Briançon, Frankreich

Vier Mountainbiketouren in Frankreich Die schönsten Biketouren rund um Briançon

Rund um Briançon kommt viel zusammen. Die Durance und die Guisane. Der Col du Galibier und der Col du Lautaret. Wildwassersportler und Kletterer. Aber auch hochalpine Trails, genüssliche Pfade und harte Bikepark-Strecken.

Kurze Übersicht

Infocenter

In Briançon treffen Mittelalter-Flair und famose Natur aufeinander.

Lage&Charakter: Briançon liegt in der Region Hautes-Alpes, am Rand des Nationalparks Écrins, und ist umgeben von den höchsten Bergen Frankreichs. Die Stadt selbst ist mit 1326 m Höhe die höchstgelegene Frankreichs und die zweithöchste Europas. Prägend sind die Militärbauten aus dem 18. Jahrhundert, die zum UNESCOWeltkulturerbe gehören. Dank der enormen Vielfalt der Natur kommen zahlreiche Outdoor-Liebhaber nach Briançon und finden mannigfache Möglichkeiten, ihren Sportarten zu frönen. Für Mountainbiker gibt es einen Downhill-lastigen Bikepark, einen Enduro-Park, eine BMX-Bahn – und vor allem ein schier endloses Trail-Netzwerk.

Anreise: Die Anfahrt erfolgt über Grenoble und den Lautaret-Pass oder über Turin, Italien, aus dem Susa-Tal über den Montgenèvre-Pass. Nach Süden hin öffnet sich die Alpenstadt durch das Durance-Tal und lässt Besucher ohne Passüberquerung anreisen. Auch per Zug ist eine Anreise möglich.

Klima & beste Reisezeit: Briançon liegt in der subtropischen Klimazone, durch die Höhenlage bleiben die Temperaturen aber selbst im Hochsommer gemäßigt. Im Winter herrscht oft Dauerfrost, die Berge verhüllen sich in Weiß. Die MTB-Zeit reicht vom späten Frühling bis in den frühen Herbst.

Allgemeine Reiseinfos: serre-chevalier.com

Übernachtung: Neben vielen, meist einfachen Hotels sind einige Campingplätze vorhanden sowie eine Jugendherberge zu Füßen des Bikeparks. Typisch ist auch die Unterbringung in Gîtes oder das Mieten eines der zahlreichen Châlets mit Selbstversorgung.

Bikeparks und Lifte: Die beiden Bikeparks lassen sich kombinieren, ebenso können die Lifte für Touren genutzt werden: bikepark-serrechevalier.com Direkt von Briançon aus kann man die Prorel-Gondel nutzen.

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Flanieren auf gut Französisch: Weite Teile der malerischen Altstadt von Briançon gehören inzwischen zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Abseits des Bikes

  • Mahlzeit!Das Le Quinze Neuf ("15.9") ist ein einzigartiges und stylisches Restaurant. Es wird auf dem offenen Feuer gegrillt, und jeden Sonntag gibt es einen üppigen Brunch. lequinzeneuf.fr
  • Der Wochenmarkt von Briançon findet Mittwoch- und Sonntagvormittag in der Unterstadt statt und versprüht enorm viel französischen Charme.
  • Médiévale Briançon: Die Festungen rund um Briançon geben das beste Ambiente her, das man sich für ein Mittelalterfestival wünschen kann. Es findet Anfang Juli statt. medievale-briancon.fr
  • Lust auf was Heißes? Die Thermalbäder von Monêtier werden aus 44° Celsius warmen, natürlichen Quellen gespeist. Das Wasser soll heilende Eigenschaften aufweisen. lesgrandsbainsdumonetier.fr

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Mountainbiketouren

Col du Granon

Länge 38,28 km
Dauer 4:34 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 1405 Meter
Höhenmeter absteigend 1409 Meter
Tiefster Punkt 1275 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

Diese Tour findest du auch bei unserem Partner

La Cucumelle

Länge 26,78 km
Dauer 2:49 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 1765 Meter
Höhenmeter absteigend 1766 Meter
Tiefster Punkt 1387 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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Col du Galibier

Länge 47,96 km
Dauer 6:21 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 1691 Meter
Höhenmeter absteigend 1691 Meter
Tiefster Punkt 1472 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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Mélézin par Fort et Lac

Länge 33,59 km
Dauer 4:30 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 1511 Meter
Höhenmeter absteigend 1489 Meter
Tiefster Punkt 1246 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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Die Reisereportage:Dem Himmel so nah

Warum sagt man das eigentlich? Dieses "... wie Gott in Frankreich"? Weil es hier so schön ist? Vermutlich. Vielleicht aber auch einfach nur, weil man nirgends in Europa dem Himmel so nahe ist. So wie rund um Briançon.

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Alpine Trails sind quasi das Markenzeichen von Briançon. Vielfach ist eine versierte Bike-Beherrschung nötig, um auf den oft sehr schroffen, hochgelegenen Pfaden nicht in Verlegenheit zu geraten. Wer sich an das Geschehen rantasten will, sollte zu Beginn den Serre Chevalier Bikepark besuchen, wo es auch leichtere Trails und Übungssprünge gibt.

Briançon ist eine gar nicht mal so kleine Alpengemeinde im Departement Hautes-Alpes, das wiederum in der Provence-Alpes-Côte d’Azur liegt. Umgeben ist die 11000-Einwohner-Stadt von fast unzähligen 3000ern, die zumeist eher im oberen Bereich liegen und an der 4000er-Marke kratzen. Oder diese gar überragen, wie der Barre des Écrins mit seinen imposanten 4102 Metern. Briançon selbst liegt in 1300 Meter Höhe und ist damit die höchstgelegene Stadt Frankreichs. Himmlisch eben. Und göttliches Vergnügen versprachen uns im Vorfeld der Reise auch die VTT-Tracks, wie die MTB-Strecken hier heißen. Bestens ausgeschilderte Pfade, die sich weit über den Rand von Briançon hinaus spinnen. Und natürlich freuten wir uns auf eine gehörige Portion französischen Flairs, die wir in einer ersten Schnupperdosis gleich beim Einchecken in unser (italienisch) geführtes Hotel empfangen. Ordnung und Reinlichkeit? Werden hier halt etwas freier interpretiert. Vive la France! Es geht um Inhalte, nicht um Verpackungen.

Auf ein Neues – und noch eins

Um all das herauszufinden, bedurfte es für mich einiger mehr oder weniger umständlicher Reisen. Angefangen hatte es vor einigen Jahren mit einem Presse-Event des Komponenten- und Bike-Herstellers Hope in der Heimatstadt und Wirkungsstätte von Chefingenieur Guillaume Leon: in Briançon, das ich damit zum ersten Mal kennen- und gleich lieben lernte. Aber eben nur für ein paar Tage, vollgepackt mit Terminen. Daher war klar: Rückkehr unvermeidbar. Noch im selben Jahr wurde Briançon ein (wieder kurzes) Etappenziel meines Europa-Roadtrips, und gut zwei Jahre später stand ich erneut mit Bus und Familie vor den Festungen des UNESCO-Weltkulturerbes.

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„Grandiose Natur, endlose und einsame Pfade aber auch Lifte und Bikeparkstrecken. Genial."

Und nun bin ich erneut hier. Nach einem spärlichen Frühstück mit allerdings göttlichen Croissants stehen wir inmitten dieser magischen Stadt. "Wir", das sind: Stefan Eigner, leidenschaftlicher Biker und Berufsfotograf, Sam Benner, Liteville-Racer und Nachwuchsförderer aus meiner Bike-Heimat Betzdorf, und ich als Briançon-Wiederholungstäter, der nun endlich genug Zeit im Rucksack hat, um diese Gegend seriös zu erkunden.

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Fraglos, die Region trägt den Namen zu Recht. Hier tummeln sich viele der höchsten Berge der Alpen, sogar der südlichste Viertausender. Aufgrund eben dieser südlichen Lage gibt es kaum Vergletscherungen, die kristallinen und kalkhaltigen Gesteine sowie die enormen Höhenunterschiede sorgen für Artenreichtum und famose Ansichten.

Nach kurzem Stopp im Supermarché, um Baguette, Camembert, Dijonsenf und ein paar kleine Grünflaschenbiere für das obligatorische französische Picknick zu besorgen, müssen wir nur noch unseren vorab gebuchten Guide einsammeln – und dann kann das Trail-Geballer mit Vollgas-Männergemeinschaft beginnen. Doch dieser bissel machohafte Plan wird schnell durcheinandergebracht, als Guide Laura prächtig gelaunt ins Auto hüpft und gleich munter drauflos redet. Wir verstehen nicht viel, aber Sprachbarrieren gehören halt für viele zu Frankreich wie Rotwein und Käse: Mit Händen und Füßen "sprechend" schmieden wir einen üppigen Tagesplan. Zuerst jedoch kutschiert uns ein Freund von Laura mal eben auf den Col du Galibier – einer der ganz großen Tour-de-France-Klassiker. Und zugleich einer der fünf höchsten asphaltierten Alpenpässe inklusive Europas höchstgelegener Ampel. Anders als die TdF-Stars sparen wir uns dank Shuttle den legendären, aber auch langen, anstrengenden und zeitraubenden Asphalt-Uphill. Oben angekommen, wissen wir dank unseres Fahrers zudem einiges mehr über Briançon. Vor allem was die lokalen Biere angeht.

Hinab vom Col du Galibier

Jetzt aber auf den Trail. Das Einrollen den Galibier hinab ist fahrtechnisch nicht fordernd, aber gut zum Einbremsen der Bremsbeläge, um sich ans Rad zu gewöhnen oder einfach den Blick schweifen zu lassen. Wer auf reinsten Trailspaß steht, lässt den Col übrigens einfach aus und steigt von der Passstraße direkt in den Chemin du Roy ein, auf den wir nun nach den ersten Teermetern treffen. Der Trail startet mit einem anspruchsvollen Uphill, auf den eine traumhafte Hangtraverse mit fahrtechnischen Überraschungen und grandioser Kulisse folgt. Was dem Roadie der Aufstieg zum Galibier, ist uns Enduristen dieser Trail – ein Fest.

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Nach der Tour ist vor der Tour! Noch schnell eine kleine Nachmittagsrunde, bevor der Durst kommt?!

"Bonjour!" "Salut!" "Ca va." Immer wieder treffen wir auf den örtlichen Bike-Nachwuchs, der Laura und uns herzlich begrüßt. Und das in einem doch ziemlich hochalpinen Gelände. Kein Wunder, dass die Französinnen und Franzosen gerade fast alle MTB-Disziplinen von Cross Country über Enduro bis Downhill beherrschen – hier werden eben Weltmeister gemacht.

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Zwillingskuppelturm und Sonnenuhr – geschützt zwischen den Stadtmauern.

Lauras Fahrkünste können wir hingegen nur erahnen, denn ihr Sprungtalent und Downhillskills muss sie auf den heute noch recht flowigen, mit lockeren Gegenanstiegen gespickten Naturtrails kaum bemühen. Was wir nämlich anfänglich nicht wussten: Laura gehört zu den "Serre Che roc’in Girls", einer hart bikenden Mädels-Truppe rund um Enduro-World-Series-Königin Isabeau Courdurier.

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Baguette, Jeanette, Claudette, so nett – abgedroschene Karnevalslieder als Ohrwurm. Bon Appétit!

Einige spannende und spaßige Abfahrtsminuten später nehmen wir einen schnellen Café und ein Pain au Chocolat zu uns, um noch nachmittags den "Enduro-Bikepark" zu erkunden. Der Begriff hat uns erst mal stutzig gemacht, aber nach ein paar Abfahrten ist uns klar, ein fettes Downhill-Bike wäre bei den vielen Spitzkehren und den engen Wuselwegen hier fehl am Platz. Enduro ohne Uphill – auch mal schön. Kurz nach Liftschluss machen wir uns über unser Picknick her, unterwegs war halt mal wieder keine Zeit für kulinarische Genüsse. Zurück an unserem Bus entdecken wir eine Magnum-Flasche des leckeren lokalen AlphandBiers – ein Hoch auf die Gastfreundschaft und unseren Shuttle-Fahrer!

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Mit Händen und Füßen: Völkerverständigung kann so einfach und so lebensbejahend sein.

Tag zwei startet wieder mit göttlichen Croissants. Wenig später entdecken wir unser Talent zum Lustwandeln und schlurfen entspannt durch die malerische Altstadt von Briançon. Durch enge Gassen, über schmale Treppen, vorbei am lokalen Wochenmarkt und an fabulösen Boulangerien. Das Die Abfahrt vom Col du Grand Pré ist ein wahrer Naturgenuss. Aber Obacht, der Trail verlangt vollen Fokus! Reise alles umrahmt von Festungen und Mauern mit viel Geschichte: Im Jahr 1692 zerstörte ein Großbrand die heutige Oberstadt. Diese wurde danach im Auftrag vom französischen Festungsbaumeister Sébastien Le Prestre de Vauban neu aufgebaut und in ein massives Festungssystem integriert. Dieses System widerstand 1815 einem Angriff der Österreicher und 1940 den Italienern. Mittlerweile zählen die Stadtmauer, vier der Forts, der Signalturm und die Pont d’Asfeld zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Im Theater der Sinne

Aber auch von weit oben – vom Croix de Toulouse, wo wir nun stehen – ist der Blick auf die Stadt ein Hochgenuss. Und unser Trail zurück nach Briançon, der schon weit hinten im Tal startete und traversierend auf die Stadt zuführt, ist ebenso ein Schmaus für unsere Stollen, belohnt uns nach einem kurzen Uphill mit eben dieser spektakulären Aussicht und finalem Flow.

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Ruheoase nach fordernder Abfahrt. Auch in Frankreich gehören kleine Kirchlein zur Alpenromantik.

Klar, das zauberhafte Städtchen Briançon ist hier das buchstäbliche Zentrum, aber eigentlich ist es die überwältigende Naturkulisse rundherum, die wirklich im Mittelpunkt steht. Und die Trails inmitten dieser alpinen Urgewalten schmiegen sich wie von Gottes Hand gezeichnet an die Hänge, sie sind zahlreich, exzellent ausgeschildert und alle lohnend. Dennoch wollen wir es uns – auch auf Anraten von Laura – am Nachmittag noch einmal "anders geben". Wir machen uns auf den Weg zu den Liften des Bikeparks Serre Chevalier Vallée, der seriöses Downhill-Geballer, aber auch leichtere Lines bietet. Ein paar wilde Abfahrten später geht es dann vorbei an unzähligen Sportmöglichkeiten wie BMX, Paintball, Bouldern, Klettersteig, Hochseilpark, Rafting oder Minigolf zurück zum Hotel.

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Zahlreiche, meist traumhafte Boulangerien laden in der Altstadt zum Baguette-Kauf ein.

Der dritte Tag steht im Zeichen eines Projektes. La Cucumelle – ein unwirklicher Gipfel, der über dem Bikepark thront und dessen Höhenmeter wir uns trotz umliegender Lifte hart erarbeiten müssen. Wir wagen unser Abenteuer ohne Laura, die dankend und kopfschüttelnd am Abend vorher ablehnte. Kopfschütteln gibt es unterwegs auch auf unserer Seite. Ob sich die Anstrengung lohnt, sei es in Sachen Fotografie oder Trail-Spaß? Unsere Zweifel verfliegen auf dem Gipfel. Zwar befinden wir uns "nur" auf rund 2700 Meter Höhe, der Rundblick ist dennoch genial – ebenso wie unsere technisch herausfordernde, alpine Abfahrt, die dann später im Enduro-Bikepark mündet. Wir shuttlen noch mal schnell auf die gegenüberliegende Hangseite und erfreuen uns an den letzten BikeMetern, bevor wir Briançon verlassen müssen. Viel zu schnell gingen die paar Tage vorüber. Schon wieder. Was dann auch bedeutet: Ich muss wohl noch mal wiederkommen, um dem Himmel erneut so nahe zu sein. Vive Briançon!

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Let’s surf! La Cucumelle ist der Name eines surreal anmutenden Gipfels in Form einer gigantischen Schotter-Düne.

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