MB 11/2021: Trailguide Allgäu Adrian Greiter
MB 11/2021: Trailguide Allgäu
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MB 11/2021: Trailguide Allgäu 14 Bilder

Trailguide Allgäu: Die besten Trails + GPX-Daten

Allgäu: Die besten Trails + GPX-Daten MTB-Trailguide Allgäu

Sanfte Pfade, schöne Trails und liebliche Landschaft: Wer ursprüngliche Kultur und genüssliches Biken erleben will, ist im Allgäuer Herbst goldrichtig.

Touren im Allgäu

1. Bildstöckle

Mehr zum Thema:
Länge 30,10 km
Dauer 2:54 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 917 Meter
Höhenmeter absteigend 917 Meter
Tiefster Punkt 740 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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2. Altstädter Hof

Mehr zum Thema:
Länge 21,46 km
Dauer 2:20 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 612 Meter
Höhenmeter absteigend 612 Meter
Tiefster Punkt 740 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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3. Große Alpseerunde

Mehr zum Thema:
Länge 65,90 km
Dauer 5:37 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 1489 Meter
Höhenmeter absteigend 1489 Meter
Tiefster Punkt 740 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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4. Über den Rottachberg

Mehr zum Thema:
Länge 44,19 km
Dauer 3:14 Std
Schwierigkeitsgrad Mittelschwer
Höhenunterschied 631 Meter
Höhenmeter absteigend 633 Meter
Tiefster Punkt 742 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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Infocenter

Lage & Charakter: Die Region zwischen Alpsee und Grünten liegt buchstäblich im Herzen des Allgäus. Sonthofen liegt eingebettet zwischen Allgäuer Hochalpen, Grünten und Nagelfluhkette und eignet sich hervorragend als Basislager für Biketouren in die vielen Seitentäler des Oberallgäus. Auf insgesamt drei Höhenlagen warten sanfte Steigungen ebenso wie knackige Anstiege sowie Abfahrten in allen Schwierigkeitsleveln.

Anreise: Sonthofen ist die südlichste Stadt Deutschlands und wird über die A 7 bis zum Autobahndreieck Allgäu, weiter über die A 980 bis Abfahrt Waltenhofen und von dort über die B 19 erreicht. Alternativ und umweltfreundlich bietet sich die Anreise mit der Bahn zum Bahnhof Sonthofen an. Übernachtungsgäste erhalten sogar freies Busfahren auf allen Linien in der Urlaubsregion.

Beste Reisezeit: Vom Frühlingsanfang im März/April bis zum ersten Schneefall im November können Sie sich im Allgäu aufs Bike schwingen. Besonders der Frühsommer zwischen Mitte Mai und Mitte Juli ist zu empfehlen, da sich in dieser Zeit weniger Wanderer auf den Wegen aufhalten als im Hochsommer oder im Herbst.

Übernachtung: Als Radstadt ist Sonthofen bestens auf Biker eingestellt. Vom Campingplatz bis zum Luxusdomizil finden Gäste ein breites und bezahlbares Angebot. Zertifizierte, radfreundliche Unterkünfte wie der Berggasthof Sonne oder das hippe Arena Hostel Allgäu empfangen Bikerinnen und Biker aus der ganzen Welt.

Abseits der Trails: Wie wär es mit "Schluchteln"? Canyoning, also das Begehen von Schluchten, ist ein unvergessliches Erlebnis. Mit der Starzlachklamm bietet Sonthofen Bergsportlern den Canyoning- Hotspot im Allgäu schlechthin. Für Entspannung sorgt das Familienfreizeitbad Wonnemar mit großzügiger Saunalandschaft und Blick auf die Allgäuer Hochalpen. wonnemar.de/sonthofen/erlebnisbad

Allgemeine Infos: alpsee-gruenten.de

Trailguide: Allgäu – Von Wasser und Wiesen

Bergige Landschaft mit viel Wasser und Wiesen ist einer These nach die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Allgäu. Und diese Postkartenidylle mit Allgäuer Braunvieh auf saftig grünen Bergwiesen ist es, die ich beim Gedanken an die Region vor Augen habe. Zusammen mit goldgelbem Bergkäse steht sie sinnbildlich fürs Allgäu. Was die Region für Mountainbiker sonst noch zu bieten hat, das wollen Felix und ich gemeinsam erkunden.

Im Frühtau zu Berge

Der Schein unserer Stirnlampe durchschneidet mühsam den dichten Nebel, der uns wie Watte einhüllt. Kalte, feuchte Luft füllt unsere Lungen, während wir langsam in die Pedale treten und versuchen, unseren Rhythmus zu finden. Kaum haben wir die Nebelgrenze erreicht, kündigt der Himmel mit einer mannigfaltigen Farbpalette von zarten blauen und rosafarbenen Tönen den Morgen an. Auch die Vögel sind erwacht, und ihr fröhliches Gezwitscher begleitet uns. Unser Timing ist perfekt, noch vor Sonnenaufgang erreichen wir das Gipfelkreuz der Salmaser Höhe auf 1254 Metern. Ich lasse den Blick schweifen, bin überwältigt von dem grandiosen Naturschauspiel. Unter uns wabert vom Alpsee her ein leuchtendes Nebelband durch das Tal, und ganz im Osten blitzen die ersten Sonnenstrahlen hinter den Bergen der Hochgratkette hervor. Tautropfen auf der Wiese funkeln wie tausend Diamanten.Was ein exklusives Schauspiel des jungen Morgens.

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Neben vielen einfachen Wegen locken auch zünftige Trails, wie hier auf dem Salmaser Höhenweg, ins Allgäu.

Als an eben diesem Morgen der Wecker klingelt, quäle ich mich nur mühsam aus dem Bett. Wir starten in Immenstadt, radeln entlang des Steigbaches durch den noch nächtlichen Steigbachtobel. Der Name ist Programm, und so kurbeln wir steil bergauf, von einem kurzen Flachstück unterbrochen, zur Mittelberg-Alpe – mit 1385 Metern der höchste Punkt der Tour. "Um diese Uhrzeit Sport zu treiben geht irgendwie gegen meinen inneren Rhythmus", bringe ich keuchend hervor. Felix nickt nur, die Anstrengung scheint ihm nichts auszumachen. Mehr um mich abzulenken, zeigt er auf die sich als dunkle Kontur gegen den nächtlichen Himmel abzeichnende Bergkette: "Weißt du, was Herrgottsbeton ist?" Ich schaue ihn fragend an. "So wird im Allgäuer Volksmund das Nagelfluhgestein genannt." Tatsächlich erinnert es an Waschbeton, eine verbackene Masse, in der abgerundete Gesteinsbrocken eingeschlossen sind, die im Verwitterungsprozess langsam an die Oberfläche gelangen und abbröckeln. Der altbekannte Trick funktioniert, fast ohne es zu merken, überwinde ich die Steigung. Oben angekommen, bin ich dennoch froh über eine kleine Frühstückspause in Form von Riegeln und etwas Obst – und ich glaube, Felix ebenso.

Sanftes Auf und Ab

Die nächsten Kilometer bis kurz nach der Hochgratbahn verlaufen mit leichtem Gefälle. Fröstelnd bin ich fast wieder froh über den nächsten kleinen Anstieg nach Steibis, im Winter ein kleiner, beliebter Familienskiort. Bis nach Weißach geht es bergab, dann folgt der letzte größere Anstieg der Tour zum besagten Gipfel der Salmaser Höhe. Rund 1200 Höhenmeter haben wir schon in den Beinen, und es ist gerade mal hell geworden. Nun kommt der aussichtsreichste, der genüssliche Teil der Runde. Wir haben den Höhenweg-Trail für uns und berauschen uns an der flüssigen Fahrt über sanft kupiertes Gelände. Wir haben alle Zeit der Welt und nehmen sie uns auch. Immer wieder lohnt ein kleiner Stopp, um die Aussicht über den Alpsee oder die grünen Hügel des Allgäuer Hinterlandes zu genießen.

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Adrian Greiter
Immer wieder lockt der Alpsee.

Der Große Alpsee ist mit 250 Hektar der größte Natursee des Allgäus. Hauptzu- und -abfluss ist die Konstanzer Ach, die kurz nach ihm auch noch den Kleinen Alpsee durchfließt. Durch die Ost-West-Ausrichtung sowie die Tallage herrschen am Großen Alpsee spezielle Windverhältnisse, die ihn bei Seglern, Surfern und Kitern extrem beliebt machen – aber natürlich lädt der See auch zum Baden ein. Eine Weile beobachten wir das bunte Treiben aus der Ferne, dann lassen wir uns wieder den Fahrtwind um die Ohren wehen. Mal geht es über wurzelige Abschnitte, dann über freie Wiesenwege.

Die kleine Pfarr-Alpe, etwas abseits vom Weg, kommt wie gerufen, denn unsere Mägen melden sich schon seit einer Weile. Wir werden freundlich begrüßt und lassen uns an einem Holztisch an der geschindelten Hauswand nieder. Der Hof ist umringt von alten Bäumen, die bereits ihr buntes Herbstkleid tragen und die ersten Blätter abwerfen. Die junge Wirtin fegt gedankenverloren das Laub zusammen, während ihre Mutter sich um die Gäste kümmert. Und während Haushahn Hubert und Huhn Rosie unter dem Tisch scharren, lassen wir uns die deftige Brotzeitplatte schmecken. Natürlich darf der hausgemachte Allgäuer Bergkäse da nicht fehlen. So kitschig es klingt, hier oben scheint die Welt noch in Ordnung. Das Leben auf der Alpe ist ursprünglich, naturverbunden und kommt ohne viel Schnickschnack aus. Die Tradition der alpinen Alpwirtschaft im Allgäu steht sogar auf der Liste des bayerischen immateriellen Kulturerbes. Generell ist die Milch- und Käsewirtschaft neben dem Tourismus die Haupteinnahmequelle in der Region. Das war nicht immer so, wie uns die Mutter der Wirtin erzählt. Bevor Mitte des 18. Jahrhunderts der Emmentaler nach Deutschland kam und mit ihm auch das Schweizer Wissen um die Käsekultur, waren Flachs und die daraus gewebten Stoffe das wichtigste Exportmittel – weswegen die Region auch als "blaues Allgäu" bezeichnet wurde. Erst als sich die Alpwirtschaft etabliert hatte, wurde aus dem blauen das grüne Allgäu.

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Adrian Greiter
Immenstadt immer vor Augen, cruisen wir hinunter zum Alpsee. Der famose Abschluss der großen Alpseerunde.

Wir schwingen uns frisch gestärkt in den Sattel. Der weitere Weg ist nicht zu verfehlen und verläuft immer entlang des Bergrückens, ein Garant für herrliches Panorama. Am späten Vormittag begegnen wir nun zahlreichen Wanderern, die vom nahen Parkplatz aus eine (kurze) Ausflugstour starten. Je näher wir dem Alpsee kommen, umso mehr Menschen treffen wir. Kein Wunder, es ist Samstag und wohl einer der letzten schönen Herbsttage mit toller Fernsicht. Das Miteinander mit den Wanderern ist freundlich, dennoch sind wir froh, als wir den Hauptweg verlassen und auf die letzte Abfahrt Richtung Alpsee abbiegen.

Am See angekommen, rollen wir entspannt auf der Uferstraße zurück in Richtung Immenstadt. Und unsere Panoramatour endet, wie es sich für so einen Traumtag gehört: mit einem Eis am Ufer.

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