MB 0118 Stoneman Dolomiti TEASER Björn Hänssler

Der Stoneman Dolomiti - Alle Infos zur MTB-Tour

MTB-Tour Stoneman Dolomiti

Nicht lustig: Don Svezia von der Stuttgarter Komikertruppe „Eure Mütter“ war einst etwas rundlich. Dann befel ihn der Bikevirus. Letzten Herbst stellte er sich der ultimativen Herausforderung: dem „Stoneman“. From Zero to Hero ...

Hundert ist schon eine sehr runde Sache. Sei es in puncto Lebensalter, Fruchtsaft-Prozente im O-Saft oder Zielentfernung beim Olympia-Sprint. Hundert ist gut. Und macht happy! Nicht ganz so happy war mein Kumpel Don, als er kurz vor seinem 40. Ehrentag feststellen musste, dass auch eine Personenwaage drei Ziffern vor dem Komma anzeigen kann. Hundert kann auch sehr böse sein!

Don. Der heißt eigentlich Donato Svezia und ist Comedian. Mit zwei Mitstreitern bildet er „Eure Mütter“. Merkwürdiger Name für eine Komikertruppe? „Stimmt! Aber es wirkt sehr beruhigend auf die Zuschauer, wenn wir auf die Bühne kommen und den Leuten versichern: ‚Wir sind Eure Mütter!‘“ Als Jugendlicher noch ein guter Sportler, hatte das unstete Tourleben als Berufsspaßmacher und manch Fressattacke deutliche Spuren auf den Hüfen hinterlassen. Also weg mit dem Speck! Vor zwei Jahren verriet mir Don seinen kühnen Plan, ab sofort „ein richtiger Biker“ sein zu wollen. Aber ich habe schon zu viele Leute kennengelernt, deren grandiose Sportlerkarriere nach dem Kauf sündhaf teurer Gerätschaften bald zum Erliegen kam. Umso mehr wunderte ich mich, als sich Don eines schönen Tages tatsächlich für eine gemeinsame Ausfahrt bei mir meldete.

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Björn Hänssler
Entlang der Rotwandwiesen kurbelt Don zur allerletzten Stempelstelle der Stoneman-Runde.

Anfangs konnte ich auf unseren Trainingstouren alle fünf Kilometer meine wichtigsten Telefonate erledigen,
bis der Mann schwer schnaufend um die Ecke kam und meiner vorsichtigen Frage nach einer Pause ein kämpferisches „Lieber verrecken als schieben!“ entgegnete. Auf den Trails lieferte Don sich dann Kopf-an-Kopf-Duelle. Mit Wanderern. Aber damals konnte ich schon erkennen, dass er zwar noch nicht den Körper eines Vollblut-Bikers hatte, wohl aber den unbedingten Willen.

In Sachen Bike-Vokabular musste er aber dringend aufgeklärt werden. Erstens: Gabelservice hat nichts mit einem Restaurantbesuch zu tun. Zweitens: Es gibt einen Unterschied zwischen Night-Ride (Trailsurfen mit Helmlampe) und Nicht-Ride (Couchsurfen mit Käsenachos). Und drittens: Was da gerade im Wald gegen seinen Helm geknallt ist, war kein Hungerast.

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Voll im Eimer, aber stolz wie Harry: Don Svezia und MOUNTAINBIKE-Fotograf Björn Hänssler.

Langsam wurden aus unseren zähen Spazierfahrten seriöse Sportveranstaltungen. Nach einigen Monaten klebte Don immer öfters an meinem Hinterrad. Die Touren wurden dank stark vermindertem Systemgewicht länger und höhenmeterreicher. Nach einem halben Jahr unternahmen wir die erste 100-km Tour auf der Schwäbischen Alb. Hundert war schmerzhaf, aber gut.

Nicht einmal ein Horror-Crash nach einer gemeinsamen Ausfahrt – ein Auto nahm ihn auf die Hörner und ließ ihn durch die Windschutzscheibe segeln – konnte meinen Kumpel Don stoppen. Als ich ihn nach seinem Krankenhausaufenthalt daheim besuchte, um ihn kleinlaut zu weiteren Ausfahrten zu überreden, zeigte er mir sein nagelneues Fully, das er gerade in seinem Garten fahrbereit machte. „Jetzt erst recht!“

Sein Fuhrpark wuchs mit der Zeit, die Kilometer purzelten nur so – und damit auch die Kilos. Um weiterhin auf die Hundert zu kommen, musste Don schon seine zwei Mountainbikes mit auf die Waage nehmen ...

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Stempeln gehen: Wer die handgemachte Trophäe will, muss knipsen.

Spätsommer 2016: Wir entscheiden spontan, dass die Zeit für einen echten Härtetest nun reif sei: den 110 Kilometer langen „Stonemantrail“ in den Dolomiten mit mehr als 4000 Höhenmetern. Verteilt auf zwei Etappen. Auf der ersten Etappe wollen stramme 3000 Vertikalmeter hochgekeult werden. Als wir abends mit einem bombastischen Alpenglühen drüben in den Sextner Dolomiten auf der Sillianerhütte empfangen werden, höre ich die Steine förmlich, die Don vom Herzen fallen.

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Am nächsten Morgen werden wir mit einem surrealen Ride über die Demutpassage belohnt, was Don zu einem euphorischen „Björn, den letzten Anstieg zur Rotwand reite ich dir auf einer Arschbacke hoch!“ verleitet. Doch diese Träume platzen auf dem losen, tief zerfurchten, groben Schotterweg, der die letzten 800 Höhenmeter zum ultimativen Belastungstest macht. Seine Überlebensstrategie: „Solange ich schnell genug fahre, dass ich nicht die einzelnen Stollen meines Vorderrads zählen kann, ist alles gut.“

Und auch wenn Don Flüche von sich gibt, die auch nach 22 Uhr nicht im öffentlichrechtlichen Fernsehen ausgestrahlt werden dürfen, kann er am Ende stolz die silberne Trophäe mit nach Hause nehmen. Und jede Menge Motivation. Übrigens: Zum Jahreswechsel vermeldet sein Tacho 9805 Kilometer für 2016. Don ist in unserem Sport angekommen. Zu 100 Prozent!

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