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Inselcross am Mittelmeer - In sechs Tagen quer durch Zypern

Kurz und kompakt: Alle Infos zum Zyperncross

Abwechslung pur bei warmem Klima erwartet Biker auf Zypern: Reichlich Pisten durch einsame Natur und manche Singletrail-Perle.

Inselcross im Mittelmeer - In sechs Tagen quer durch Zypern:

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Lage: Zypern ist nach Sizilien und Sardinien die drittgrößte Insel im Mittelmeer (West-Ost-Ausdehnung ca. 230 km, Nord-Süd ca. 95 km). Entfernung zur Türkei ca. 68 km, zum griechischen Festland sind es etwa 830 km.

Charakter: Zwei Gebirgszüge durchziehen die Insel, die Kette des Pentadaktylos im Nordosten und das vulkanische, waldreiche Troodos-Gebirge im Landesinneren mit dem Olympos (1952 m) als höchstem Berg Zyperns. Dazwischen erstreckt sich die fruchtbare Ebene Mesaoria mit dem Zentrum Nikosia. Die Küsten bieten ausgedehnte Sand- und Kiesstrände sowie Felsküsten mit kleinen Buchten.

Beste Reisezeit: November bis März. Mildes Mittelmeerklima mit für Biker zu heißen, trockenen Sommern (Mitte Mai bis Mitte September) sowie in der Regel milden Wintern von November bis Mitte März – dann herrscht meist ­stabiles Wetter.

Anreise: Flüge von allen großen Flughäfen nonstop nach Larnaka.

Unterkünfte: über den Veranstalter Zypernbike, z. B. Club Aldiana, www.aldiana.de

Zypern-Cross-Guiding: Zypernbike. e-Mail: info@zypernbike.de, www.zypernbike.de

Reiseführer: Baedeker „Zypern“, Baedeker Verlag, ISBN 978-3829711210, 19,90 Euro.

Allgemeine Infos: Fremdenverkehrszentrale Zypern, Tel. 030/23457590, www.visitcyprus.com

GPS-Daten: Der Tour-Veranstalter Zypernbike übernimmt keinerlei Haftung für die Daten aus diesem Artikel, Nachfahren auf eigenes Risiko.

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Zyperncross in sechs Tagen: die einzelnen Etappen (Bild anklicken für Großansicht).

Touren

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Zyperncross-Reportage: Wild & weit

Inselcross am Mittelmeer - In sechs Tagen quer durch Zypern

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Inselcross im Mittelmeer - In sechs Tagen quer durch Zypern:

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Am Pier des malerischen Fischerhafens Agios Georgios am Kap Drepano schaue ich auf mein staubiges Bike und kann es kaum glauben: gut 370 km und 6400 Hm, sechs Tage im Sattel, liegen hinter mir. Die erste ­Zypern-Ost-West-Durchquerung mit dem ­Bike ist geschafft. Krass!

Mit mir freut sich die bunt zusammengewürfelte Gruppe der Teilnehmer, zwölf an der Zahl.Vom Marathon-Spezialisten über Rennrad-Kilometer-Fresser, Tourenfahrer, Hobby-Freeriderin, Landschaftsgenießer und Singletrail-Fan waren bei der ersten Trans-Zypern fast alle Radlertypen vertreten. Auch beim Teilnehmeralter gab es Unterschiede, zwischen 30 und 60 Jahren lag es – und alle hatten Riesenspaß.

Die Freude teilte auch Alfred Baum und sein Zypern-Bike-Team mit den Guides Andreas und Gerry und den Fahrern der Begleitfahrzeuge, Philipp und Brett. Keine Verletzungen, keine größeren Pannen, im Gegenteil – die aufwendige, mehr als einjährige Vorbereitung des Teams und der Route hat sich durch reibungslose Organisation vor Ort ausgezahlt.

Hinter uns liegt eine Mittelmeerinsel-Tour, die Langstrecken-Spezialisten und Landschaftsgourmets gleichermaßen begeistert. Wenn auch die Länge und die Höhenmeter im Vergleich zu den beliebten Alpencross-Routen bescheiden erscheinen mögen: Beides täuscht über die Anforderungen hinweg, die ein Zyperncross Mountainbikern abverlangt.

Sieben bis acht Stunden haben wir jeden Tag im Sattel gesessen, uns zunächst über scharfe Küstenpisten vom karg-felsigen Cap Greco an der Ostküste der Insel gen Westen vorangearbeitet. Was stellenweise ein ziem­lich dorniges Vergnügen war!

Im Laufe von Tag zwei heißt es dann Abschied nehmen vom Meer. Langsam schrauben wir uns empor, verlassen Ebene und sanfte Hügellandschaft. Johannisbrot-, Nuss- und Olivenbäume wechseln sich ab mit Lorbeer, Eukalypten, Myrten und Palmen: Die Vielfalt beeindruckt, der Duft betört. Auf abenteuerlichen „Fire-Roads“ und rumpeligen Karrenwegen dringen wir immer weiter in das wildromantische, bis fast 2000 Meter hohe Troodos-Gebirge im Herzen der Insel vor.

Wild ist diese Berglandschaft, wild und einsam. Trotz ihrer beträchtlichen Höhe erinnern die gerundeten, bewaldeten Troodos-Kuppen eher an ein europäisches Mittelgebirge als an alpine Gipfel – aber die Höhenmeter und vielen Gegenanstiege sprechen eine eindeutige Sprache.

Waldwege führen durch kühle Auen, Panoramasteige an trockenen Bergflanken entlang. Und wie schon in tieferen Lagen findet man wieder wunderbare Abwechslung der Vegetation: Kiefern-, Eichen- und Zedernwälder, Aleppo-Pinien, Steinpinien und Platanen säumen den Weg. Das Parfüm des Bergwalds ist noch intensiver, würziger als der Duft der Ebene, und manchmal möchte man einfach nur stehen bleiben, innehalten. Tief atmen. Und diese einzigartige Natur bewundern.

Diese Pausen gönnen einem die Bike-Führer zum Glück sehr gerne. Auch wer hier seinen Alltag lebt, weiß um die Schönheit der Insel – das gilt nicht nur für Guides, sondern auch für die Bewohner der kleinen Bergdörfer und für Mönche, wie wir feststellen. Aus stillen Tälern klettert man hinauf zu einsam gelegenen byzantinischen Klöstern und Dörfchen, in denen die Zeit stillzustehen scheint. Und immer wieder überrascht die Freude, mit der die Menschen im Gebirge uns seltsam gekleidete Radfahrer empfangen.

Kaum sitzt man dann wieder auf dem ­Bike, zieht die Vulkan-Basaltlandschaft am Lenker vorbei, wechselt sich ab mit saftigen Viehweiden und Feldern: Die „Kornkammer“ Zyperns in den Vorgebirgen ist erreicht. Die eigenen Speicher dagegen füllen wir in urigen Tavernen auf, abends auch gerne mit etwas zypriotischem Wein.

Und auch wenn sich einzelne Tage verdammt lang anfühlen können: Die sechs Tage vergehen wie im Traum, plötzlich rollen wir im Sinkflug zur Akamas-Halbinsel. Dort wartet an der Westküste, bei Agios Georgios, beinahe afrikanisch anmutendes Steppen-Flair. Rüttelige Sandpisten, am Horizont funkelt azurblau das Mittelmeer, die letzten Kilometer schmelzen wie im Zeitraffer dahin. Schade – denn in so einem magischen Moment möchten wir alle ewig weiter durch diese Landschaft gleiten. Vielleicht liegt es ja an der schaumgeborenen Liebesgöttin Aphrodite, die der Sage nach dem zypriotischen Meer entstieg.

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Zyperncross in sechs Tagen: die einzelnen Etappen (Bild anklicken für Großansicht).
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