MTB-Touren in Brenta Andreas Kern
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MTB-Touren in Brenta 8 Bilder

Norditalien: Rund um die Brenta-Gruppe

MTB-Touren in der Dolomitenregion Brenta

Im Bärenland: Langlauf-Bundestrainer Peter Schlickenrieder und seine Frau Andrea sind von der schnellen Sorte – sie umrunden die Brenta in nur zwei Tagen. Wer sich vier Tage Zeit lässt, macht die Tour zum alpinen Vergnügen.

Die Touren in der Übersicht:

Tour 1: Zum Rifugio Peller

Mehr zum Thema:
Länge 20,09 km
Dauer 2:55 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 1303 Meter
Höhenmeter absteigend 28 Meter
Tiefster Punkt 678 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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Tour 2: Zum Rifugio Graffer

Mehr zum Thema:
Länge 39,33 km
Dauer 5:09 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 1681 Meter
Höhenmeter absteigend 1390 Meter
Tiefster Punkt 1968 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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Tour 3: Zum Rifugio Ghedina

Mehr zum Thema:
Länge 40,00 km
Dauer 3:50 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 892 Meter
Höhenmeter absteigend 2020 Meter
Tiefster Punkt 2258 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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Tour 4: Molveno und Andalo

Mehr zum Thema:
Länge 68,02 km
Dauer 6:13 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 1812 Meter
Höhenmeter absteigend 2260 Meter
Tiefster Punkt 1126 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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Die Reisereportage in voller Länge:

Sohn vor Bären verteidigt. 59-Jähriger stürzt sich aufs Tier." Diese Meldung geisterte Ende Juni 2020 durch alle Gazetten. Der Mann war mit seinem 28 Jahre alten Sohn in den Corona-leeren Bergen des Trentino unterwegs. Als die beiden Wandersleute von einem Bären überrascht wurden, fiel der jüngere vor Schreck hin. Aber kaum beugte sich Meister Petz über ihn, stürzte sich der Vater kurzerhand auf den Schuft. Ziemlich verdutzt lief der weg. Schwer traumatisiert. Tatort dieses kleinen Alpenkrimis: der Monte Peller in der Brenta.

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Hohes Ziel: Das Rifugio Graffer ist der Endpunkt des zweiten Tourentags. Oder des ersten der Schlickenrieders.

Was Bären können, können Mountainbiker schon lange: nicht etwa Wanderer erschrecken, sondern sich ungestört in der Brenta rumtreiben. Schließlich bietet der 60 mal 30 Kilometer kompakte Dolomitklotz alles, was Spaß macht: spektakuläre Landschaft, Trentiner Dolce Vita und im wahrsten Sinne "bärige" Trails. Der Unterschied: Streifen die bepelzten Gesellen am liebsten weglos zwischen den senkrechten Zinnen von Cima Tosa (3134 m), Cima Brenta (3152 m) und der haarnadelspitzen Guglia di Brenta (2883 m) umher, haben es die Mountainbiker – naturalmente ein Stockwerk unter den charakteristischen Felsbändern – da schon viel komfortabler. Denn sie können ganz einfach einer Rundtour namens Dolomiti Brenta Bike folgen. Die führt auf 177 Kilometer Länge einmal im Gegenuhrzeigersinn um das kompakte Gebirge westlich der Etsch herum.

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Die Schlickenrieders machen aus vier Etappen kurzerhand zwei. Ihr Morgenwerk an Etappe zwei: der Monte Spinale hoch über Madonna (rechts).

Dass die Brenta geologisch zu den Dolomiten zählt, sieht sofort, wer die Autostrada del Brennero in Mezzocorona verlässt. Zinnen, Zacken und Zitadellen, wohin das Auge blickt. Und wenn die Dolomiten laut Stararchitekt Le Corbusier (1887 bis 1965) "die schönste Architektur der Welt" darstellen, dann ist die Brenta deren besonders aussichtsreiche, westliche Dependance. Das wissen auch Peter und Andrea Schlickenrieder, beide bekennende Trentino- und Brenta-Fans. Der Olympia-Silbermedaillengewinner im Langlauf-Sprint von 2002 und seine megafitte Frau wollten schon lange das Mini-Gebirge umrunden. Im Vor-Corona-Herbst 2019 war es dann so weit. Aber nicht etwa in vier, sondern in nur zwei Tagen. Sind ja auch nur schlappe 7700 Höhenmeter … Erste Challenge: der Mega-Uphill von Tuenno zum Rifugio Peller unterhalb des gleichnamigen Gipfels.

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„Madonna ist im Winter die große Nummer – und im Sommer das Herz der Brenta-Runde.", sagt Peter Schlickenrieder, Langlauf-Bundestrainer.

Monte Peller. Hier hatte der Mensch einst den Bären wortwörtlich in die Flucht geschlagen. Dieser rotbraune Brocken markiert den äußersten Norden der Brenta. Mountainbiker auf ihrem langen Weg rund um die Brenta müssen am Anfang gleich mal hier hoch. Freilich nicht ganz bis zum 2320 Meter hohen Gipfel, wohl aber bis zum gleichnamigen Schutzhaus, das in 2022 Meter Höhe in schwindeliger Toplage über dem apfelgrünen Val di Non thront. Nach der 1400-Vertikalmeter-Auffahrt auf besten Fahrwegen kommen brave Tourenbiker, die sich vier Tage Zeit gönnen, idealerweise am späten Nachmittag im natürlichen Amphitheater des Monte Peller an. Vorteil der Spätnachmittags-Tour: Die unzähligen italienischen Tagestouris sind schon längst wieder unten im Tal beim Apérol Spritz.

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Rubinstein: Im letzten Abendlicht schimmern die Felsburgen der Brenta in mystischem Rot. Blick von der Terrasse des Rifugio Graffer (2261 m).

Die Brenta ohne Bären wäre wie Albert Einstein ohne Oberstübchen: undenkbar. 1996 startete der Naturpark Adamello-Brenta das EU-Projekt "Life Ursus" zum Schutz des Braunbären in der Brenta. Von 1999 bis 2002 wurden zehn slowenische Bären hier angesiedelt. Seither fühlt sich Meister Petz in den Felsenlabyrinthen dermaßen wohl, dass sich mittlerweile mehr als fünfzig hier tummeln. Der berühmteste aller Trentiner Bären: JJ1 alias Jay-JayOne alias Bruno. Dieser reiselustige Braunbär erlangte 2006 traurige Berühmtheit, als er nach wochenlangen Streifzügen und etlichen Tötungsversuchen – ein Team finnischer "Auftragsmörder" versagte dabei ziemlich kläglich – schließlich von einem Jäger aus Bayrischzell erschossen wurde. Immer diese Bayern! Und die Trentiner? Die haben ihrem Bruno sogar eine Berghütte gewidmet: das Rifugio Orso Bruno. Wer sich am zweiten Tourentag die lange Auffahrt vom Val di Sole ins Herz der Brenta schenken will, der nimmt kurzerhand in Daolasa den Lift, trinkt im Rifugio Orso Bruno (2179 m) ein Stamperl zu Ehren des berühmtesten Bären nach Petzi und freut sich auf das 750-Seelen-Dörflein Madonna di Campiglio. Vor 150 Jahren verbrachten die Reichen und Schönen – allen voran die Habsburger Hautevolee – hier ihre Sommerfrische. "Piazza Sissi" und "Stube di Franz Joseph" zeugen noch heute von der Habsburgverehrung der Madonnianer. Für so viel Nostalgie haben die Schlickenrieders freilich keine Zeit.

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Herbstzeitlos: Der Brenta-Loop führt von den Obstgärten des Val di Non in die versteinerte Skyline der Dolomiten.

Tourenbiker, die sich vier Tage Zeit geben, kurbeln vor der Madonna-Verehrung erst mal noch gemütlich über den unscheinbaren Passo Carlo Magno. Wer zumindest das Kleine Latinum hat, kann sich unschwer zusammenreimen, dass der Übergang was mit Karl dem Großen zu tun hat. Stimmt! Über den gerade mal 1662 Meter hohen Übergang soll der Legende zufolge Karl mit seinen Kriegerkumpels anno 787 gekommen sein – um den Langobarden die Ohren lang zu ziehen. Apropos lang: Nach ihrem ersten Tourentag beschließen Peter und Andrea, nicht nach Madonna abzufahren, sondern noch schnell hinauf zum Grostepass und zum Rifugio Graffer zu kurbeln. Sind ja nur 800 Höhenmeter ... Der Lohn der Mühe: eine fast menschenleere Hütte, eine Landschaft, gegen die Mordor eine Gänseblümchenwiese ist, Weitsicht bis hinüber in die Dolomiten – und das rot glühende "Enrosadira" kurz vor Sonnenuntergang.

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Tischlein deck dich: Beim verdienten Futtern im Rifugio Peller sieht man die Brenta-Runde stets vor sich.

Spuren von Bären finden die Schlickenrieders trotz durchaus aufmerksamen Blicken übrigens keine. Es scheint sich unter den vier Dutzend Bären wohl rumgesprochen zu haben, dass es in der Brenta auch "Problemmenschen" gibt, die erst schlagen, dann fragen. Andrea und Peter sehen, hören und riechen keinen einzigen Zottelbären. Nicht mal seine übel riechenden Hinterlassenschaften. Letzte und beste Chance auf ein Meetand-Greet mit Meister Petz: der Passo Bregn de L’Ors – der Bärenpass. Der hat alles, was Bären und Biker lieben, nämlich Einsamkeit und beste Aussichten. Wer vom Lago di Val d’Agola diesen 1836 Meter hohen, eigentlich ausgesprochen unspektakulären Pass erklimmen will, braucht in erster Linie eines: starke Beine. Denn ab dem Südende des kleinen Bergsees warten 250 ultrasteile Höhenmeter. Da fährt auch ein Langlauf-Bundestrainer nicht alles hoch. Aber anderntals jeden Meter bergab. Zur Belohnung gibt’s unten im Rifugio Ghedina (dem bevorzugten dritten Übernachtungsziel von Normalos) ein feines Pilzrisotto. Als kleiner Snack, bevor es weitergeht. Der Tag ist noch lang für die zwei Schlickenriders.

Wo wird die Runde zum Genuss

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Zackhaft: Während der Auffahrt zum Bärenpass zeigt sich die Brenta am Lago di Val d’Agola von ihrer malerischen Seite.

Touren-Tipps von den Schlickenrieders

  1. Zeit verlieren, nicht gewinnen! Die Brenta ist eigentlich viel zu schön für Vollgas. Nehmen Sie sich drei, noch besser vier Tage Zeit. Aber reservieren Sie im Sommer unbedingt vor.
  2. Gut geplant ist halb gewonnen: Auf der Homepage von Dolomiti Brenta Bike (dolomitibrentabike.it) können Mountainbiker bewährte Rundum-sorglos-Pakete mit Hotel- oder Hüttenübernachtung, Roadbook und Gepäckservice buchen.
  3. Wer weniger keulen und mehr genießen will, der weicht von der Originalrunde ab und nimmt immer mal wieder den Lift zu Hilfe. Beispielsweise vom Val di Sole hoch zum Rifugio Solander oder vom Passo Carlo Magno zum Grostepass und Rifugio Graffer.
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