Test: Reifen für Enduro-Bikes Benjamin Zöller
MTB Enduro-Reifen
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MTB Enduro-Reifen 9 Bilder

Test: MTB-Enduro-Reifen für 29-Zoll-Bikes

Die besten Reifen für Enduro-MTBs Test: Reifen für Enduro-Bikes

Für Enduristen zählt in Sachen MTB Reifen Grip mehr als gute Rolleigenschaften. Auch ein hoher Pannenschutz darf nicht fehlen. Im Test findest du Modelle für lässige 160- bis 180-mm-Fullys.

Diese Reifen haben wir getestet:

Gewinner auf einen Blick

Bei Enduro-Reifen kommt es mehr auf Durchschlagschutz, Traktion und Grip an als auf gute Rolleigenschaften. Dennoch wollten wir das Testfeld nicht mitden massivsten Reifen der Hersteller besetzen, sondern entschieden uns für „tourentaugliche“ Enduro-Reifen. Für die meisten Enduro-Fans, die auchvor längeren Uphills nicht zurückschrecken, bieten diese Modelle den besten Kompromiss aus gutem Rollverhalten bei immer noch tollem Grip.Wer bei Enduro-Rennen an den Start geht, mitdem Enduro viel Zeit im Bikepark oder mit Shuttle-Runs verbringt, sollte eventuell „eine Karkassedicker“ wählen. Auch gibt es schwere und/oder aggressiv fahrende Enduristinnen und Enduristen, welche den Reifen schneller zum Walken bringen – hier empfiehlt sich ebenfalls ein Karkassen-Upgrade. Um eine Aussage überdie Stabilität treffen zu können, brachten auch wirdie Testreifen natürlich ans Limit und kritisierendies entsprechend im Test.

Sehr gut
Kenda Hellkat Pro ATC 29 x 2,4“
MTB Enduro-Reifen
Benjamin Zöller
Fazit: Kendas für einen Enduro-Reifen richtig leichter Hellkat zeigt sehr gute Laborwerte und begeistert mit tollem Grip in allen Lagen. Der Seitenhalt der leichten Karkasse ist nicht perfekt, aber gut genug.
  • Vorderreifen
  • Preis: 60 Euro
  • Breite/Gewicht: 58 mm/905 g

Zusatzinfos: 2-fach-Gummimischung. 120-TPI-Karkasse. Auch als 26"- und 27,5"-Reifen erhältlich.

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Sehr gut
Kenda Pinner Pro ATC 29 x 2,4“
MTB Enduro-Reifen
Benjamin Zöller
Fazit: Auch der Hinterreifen Pinner besitzt die fein gewebte ATC-Karkasse. Die geringere Stabilität in Kurven ist spürbar, aber unkritisch. Grip und Traktion sind auf top Niveau. Rollverhalten und Pannenschutz? Prima!
  • Hinterreifen
  • Preis: 58 Euro
  • Breite/Gewicht: 2-fach-Gummimischung. 120-TPI-Karkasse. Auch als 26"- und 27,5"-Reifen erhältlich

Zusatzinfos: 2-fach-Gummimischung. 120-TPI-Karkasse. Auch als 26"- und 27,5"-Reifen erhältlich.

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Sehr gut
Schwalbe Magic Mary TLE Super Trail Addix Ultra Soft 29 x 2,4"
MTB Enduro-Reifen
Benjamin Zöller
Fazit: Der Magic Mary sorgt am Vorderrad mit dem Ultra- Soft-Gummi für super Grip und Bremstraktion. Der schwere Reifen rollt eher träge, Pannenschutz und Seitenhalt sind dafür absolut herausragend.
  • Vorderreifen
  • Preis: 63 Euro
  • Breite/Gewicht: 57,7 mm/1142 g

Zusatzinfos: 3-fach-Gummimischung. 67-TPI-Karkasse. Auch als 20"-, 24"-, 26"- und 27,5"-Reifen erhältlich.

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Sehr gut
Schwalbe Big Betty TLE Super Trail Addix Soft 29 x 2,4"
MTB Enduro-Reifen
Benjamin Zöller
Fazit: Der Big Betty steht stabil und bietet tolle Seitenstabilität. Schwalbe empfiehlt ihn fürs Hinterrad, wo er trotz des hohen Gewichts auch sehr gut rollt. Der Pannenschutz ist top, der Grip immerhin sehr gut.
  • Hinterrad
  • Preis: 63 Euro
  • Breite/Gewicht: 59,8 mm/1140 g

Zusatzinfos: 3-fach-Gummimischung. 67-TPI-Karkasse. Auch als 26"- und 27,5"-Reifen erhältlich.

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Sehr gut
Maxxis Assegai 3C Maxx Grip Exo+ TR 29 x 2,5" WT
MTB Enduro-Reifen
Benjamin Zöller
Fazit: Der sehr schwere Assegai besitzt superklebriges Gummi, fährt sich megasicher. Dafür rollt er träge. Die neue Exo+-Karkasse ist stabil, wenn auch nicht ganz so steif wie bei Schwalbe. Dennoch: toller Vorderreifen!
  • Vorderreifen
  • Preis: 80 Euro
  • Breite/Gewicht: 60,4 mm/1206 g

Zusatzinfos: 3-fach-Gummimischung. 60-TPI-Karkasse. Auch als 27,5"-Reifen erhältlich.

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Sehr gut
Maxxis Minion DHR 2 3C Maxx Terra Exo+ TR 29 x 2,4" WT
MTB Enduro-Reifen
Benjamin Zöller
Fazit: Der DHR 2 ist eigens fürs Hinterrad entworfen. Er fällt leichter aus als der Assegai und rollt mit härterem Gummi spürbar besser. Wird auch gerne als Vorderreifen genutzt, weil der Grip klasse ist.
  • Hinterreifen
  • Preis: 80 Euro
  • Breite/Gewicht: 58,8 mm/1075 g

Zusatzinfos: 3-fach-Gummimischung. 60-TPI-Karkasse. Auch als 20"-, 24"-, 26"- und 27,5"-Reifen erhältlich.

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Sehr gut
Specialized Butcher Grid Gripton-T9-Compound 2 Bliss 29 x 2,3"
MTB Enduro-Reifen
Benjamin Zöller
Fazit: Der recht leichte Butcher bietet zwar viel Traktion und sehr guten Pannenschutz, Enduristen sollten dennoch besser die stabilere Grid-Trail-Karkasse wählen. Das Rollverhalten ist nur befriedigend.
  • Vorderreifen
  • Preis: 60 Euro
  • Breite/Gewicht: 57,7 mm/988 g

Zusatzinfos: Gripton-Compound-Gummimischung. 60-TPI-Karkasse. Auch als 27,5"-Reifen erhältlich.

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Sehr gut
Specialized Eliminator Grid Trail Gripton-T9-Compound 2 Bliss 29 x 2,3"
MTB Enduro-Reifen
Benjamin Zöller
Fazit: Trotz Grid-Trail-Karkasse fällt der Eliminator leicht aus. In der Praxis ist das durch geringe Seitenstabilität spürbar. Traktion, Pannenschutz, Rollverhalten (trotz weichem T9-Gummi) sind bar jeder Kritik.
  • Hinterreifen
  • Preis: 60 Euro
  • Breite/Gewicht: 58,3 mm/945 g

Zusatzinfos: Gripton-Compound-Gummimischung. 60-TPI-Karkasse. Auch als 27,5"-Reifen erhältlich.

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Sehr gut
WTB Vigilante Light High Grip SG2 TCS 29 x 2,5
MTB Enduro-Reifen
Benjamin Zöller
Fazit: WTB schickt den Vigilante für vorne und hinten in der High-Grip-Version. Speziell auf hartem Untergrund generiert er hohen Grip. Er rollt jedoch träge und ist vergleichsweise schwer. Top: der Pannenschutz.
  • Vorder- und Hinterreifen
  • Preis: 68 Euro
  • Breite(Gewicht: 54,9 mm/1152 g

Zusatzinfos: 3-fach-Compound-Gummimischung. 60-TPI-Karkasse. Auch als 27,5"-Reifen erhältlich.

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Die Reifen können über Fluch und Segen auf der Ausfahrt entscheiden. Kein Bauteil am Rad beeinflusst die Fahreigenschaften so sehr wie das "Schwarze Gold". Man sollte seine Pneus also klug wählen. Nicht umsonst haben Downhill-Teams ganze Reifenlager für alle Bedingungen im Servicetruck parat. Als Hobbyist kann man sich das kaum leisten, und auch ambitionierten Bikerinnen und Bikern fällt es schwer, überhaupt den Überblick bei der Vielfalt an Reifenmodellen, Karkassen und Gummimischungen zu behalten. Deswegen testen wir regelmäßig Reifen aufwendig in der Praxis sowie im Labor. Hier kommt es vornehmlich auf sehr viel Grip, hohe Antriebs- und Bremstraktion, idealen Pannenschutz sowie ein stabiles Kurvenverhalten an. Widerstandsfähigkeiten gegen Durchschläge und -stiche sowie Seitenstabilität erreichen die Hersteller durch dicke Karkassen mit mehrlagigem Gewebe und Aramid-Einlagen. Das erhöht jedoch die Gewichte der Reifen enorm. Grip generieren Maxxis, Schwalbe und Co. über weiche, "klebrige" Gummimischungen, die wiederum den Vortrieb hemmen. Gewicht und Rolleigenschaften dürfen aber nicht komplett vernachlässigt werden. Denn auch Enduro-Reifen sollten zumindest manierlich rollen, um die Anfahrt zum Trail nicht vollends zur Qual werden zu lassen und auch, um auf dem Trail eine gewisse Leichtfüßigkeit zu garantieren.

Vorne griffig, hinten schnell

Ein seit Jahren angewandter Lösungsansatz an Performance-orientierten Mountainbikes ist, eine Kombination aus speziellen Vorder- und Hinterreifen zu fahren. Vorne braucht man im Prinzip so viel Grip, so viel Bremstraktion und so viel Seitenhalt wie möglich – denn rutscht das Vorderrad weg liegst du wortwörtlich im Dreck. Hinten sind dagegen niedriger Rollwiderstand bei guter Antriebstraktion sowie ein hoher Durchschlagschutz wichtiger. In der Regel bietet der Vorderreifen daher eine weichere Gummimischung, und die Stollen sind so angeordnet, dass mehr Seitenhalt entsteht und dass Bremskräfte von den Mittelstollen ideal übertragen werden. Am Hinterreifen setzen viele Hersteller hingegen auf eine stabilere Karkasse sowie ein rollfreudigeres Profil mit härterem Gummi: Bergab darf es am Heck ruhig mal leicht rutschen, im Uphill spart ein leicht rollender Hinterreifen richtig Körner.

Bei Enduro sind es Kenda, Maxxis, Schwalbe, Specialized und WTB. Generell gilt: Die jeweilige Kombi ist eine Empfehlung von uns und/oder seitens der Hersteller. Nur wenige Modelle sind dezidiert nur als Vorder- oder Hinterreifen vorgesehen. Wer zum Beispiel mehr auf Rollfreude sowie Pannenschutz und weniger auf maximalen Grip setzt, kann viele der getesteten Hinterreifen auch prima am Vorderrad fahren. Umgekehrt generieren die eigentlichen Vorderreifen auch am Hinterrad noch einmal einen Schuss mehr Grip – falls genau das gewünscht ist. Und wer diesen Extragrip dann noch mit maximalem Pannenschutz kombinieren will, greift zu einer dickeren Karkasse.

Die Ergebnisse zeigen: Unsere Auswahl war ein Volltreffer. Nahezu alle Reifen konnten sowohl für sich genommen als auch in Kombination überzeugen Bei unserem MOUNTAINBIKE-Test für Enduro-Reifen gewinnt der beste Kompromiss: die leichte und preiswerte Kombi von Außenseiter Kenda

Labor und Praxistest: So testet MOUNTAINBIKE

Redaktion

Reifen umbauen, mit dem richtigen Druck versehen und fahren. Wieder und wieder. Ein Reifentest ist in der Praxis einer der aufwendigsten MOUNTAINBIKE-Tests. Hierbei gilt es, Traktion, Kurvenhalt und Rollverhalten genauestens im Blick zu halten. Für jede Wertung gibt es eine definierte Sektion. Wichtig dabei ist zudem, das ganze Prozedere auf unterschiedlichen Untergründen durchzuführen. Vier Tester waren für den Test in drei Kategorien unterwegs, notierten ihre Eindrücke und gaben Noten für neun(!) unterschiedliche Fahrsituationen ab.

Reifentest 2021
Stefan Eigner


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