Test: All-Mountain-Reifen Benjamin Zöller
MTB All-Mountain-Reifen
MTB All-Mountain-Reifen
MTB Enduro-Reifen
MTB All-Mountain-Reifen 9 Bilder

Mountainbike-Reifen im Test Tour- und All-Mountain-Reifen

Mountainbike-Reifen im Test (Modelljahr 2022) Test: All-Mountain-Reifen

Allround-Reifen sind immer ein Kompromiss. Doch welcher MTB-Reifen beherrscht ihn am besten?

Gewinner auf einen Blick

All-Mountains gelten als die Alleskönner schlechthin. Durch die Reifenwahl können diese Allrounder-Eigenschaften aber erheblich beeinflusst werden. Setzt man beispielsweise auf einen gripstarken Reifen mit mehr Pannenschutz in Form einer dickeren Karkasse, wird aus einem All-Mountain schnell ein „Quasi-Enduro“. Hier findest du jedoch eher leichte und recht gut rollende Reifen-Paare, um auch auf langen Touren Spaß zu haben. Vorne wählten wir, wenn möglich, eine etwas weichere Gummimischung, um mehr Grip für die Front zu generieren. Fürs Heck schickten die Hersteller dann teilweise dickere Karkassen, da Durchschläge hier häufiger vorkommen. Die Reifenauswahl passierte in enger Absprache mit den Reifenherstellern oder deren Distributeuren. Bei der Auswahl handelt es sich nicht immer explizit um einen Vorder- oder Hinterreifen, sondern um Empfehlungen. Viele Reifen können sowohl vorne als auch hinten gefahren werden.

Schwalbe Nobby Nic TLE Super Ground Addix Soft 29 x 2,4"

Überragend/Testsieger
MTB All-Mountain-Reifen
Benjamin Zöller
Fazit Die Neuauflage des Nobby Nics ist ein voller Erfolg. Auch mit dünnerer Karkasse bietet er prima Pannenschutz und rollt sehr flott – perfekt für Tourenfahrer. Der Grip der Addix-Soft-Variante ist ebenfalls richtig klasse.
  • Vorderreifen
  • Preis: 63 Euro
  • Breite/Gewicht: 58,3 mm/852 g

Zusatzinfos: 3-fach-Gummimischung. 67-TPI-Karkasse. Auch als 26"- und 27,5"-Reifen erhältlich.

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Schwalbe Nobby Nic TLE Super Trail Addix Speedgrip 29 x 2,4"

Sehr gut/Testsieger
MTB All-Mountain-Reifen
Benjamin Zöller
Fazit Die Trail-Karkasse bietet mehr Schutz, ist dennoch nicht zu schwer. Die Speedgrip-Mischung ist spürbar gripschwächer. Tourer, für die Pannenschutz und Rollverhalten zählt, fahren diesen Nobby vorne und hinten
  • Hinterreifen
  • Preis: 63 Euro
  • Breite1/Gewicht: 57,3 mm/974 g

Zusatzinfos: Die Trail-Karkasse bietet mehr Schutz, ist dennoch nicht zu schwer. Die Speedgrip-Mischung ist spürbar gripschwächer. Tourer, für die Pannenschutz und Rollverhalten zählt, fahren diesen Nobby vorne und hinten.

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Maxxis Minion DHF 3C Maxx Grip Exo TR 29 x 2,5" WT

Sehr gut
MTB All-Mountain-Reifen
Benjamin Zöller
Fazit Der beliebte Vorderreifen Minion DHF (F = Front) ist ein Grip-Monster in jeder Trail-Lage, durch das klebrige Maxx-Grip-Gummi rollt er jedoch träge. Der Pannenschutz des schweren Reifens ist sehr gut.
  • Vorderreifen
  • Preis: 75 Euro
  • Breite/Gewicht: 63,6 mm/1067 g

Zusatzinfos: 3-fach-Gummimischung. 60-TPI-Karkasse. Auch als 20"-, 24"-, 26"- und 27,5"-Reifen erhältlich.

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Maxxis Dissector 3C Maxx Terra Exo TR 29 x 2,4" WT

Sehr gut
MTB All-Mountain-Reifen
Benjamin Zöller
Fazit Der Dissector gibt mit dem Minion DHF eine starke Kombi ab. Er rollt als Maxx-Terra-Version mit flachen Mittelstollen sehr gut, der Pannenschutz ist hoch. Toller Allrounder, auch als Vorderreifen gut nutzbar.
  • Hinterreifen
  • Preis: 75 Euro
  • Breite/Gewicht: 59,1 mm/946 g

Zusatzinfos: 3-fach-Gummimischung. 60-TPI-Karkasse. Auch als 27,5"-Reifen erhältlich.

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Michelin Wild AM² Competition Line TS TLR 29 x 2,4

Sehr gut
MTB All-Mountain-Reifen
Benjamin Zöller
Fazit Michelins neue AM²-Serie schneidet sehr gut ab. Der Wild AM² bietet mehr (Brems-)Traktion und eignet sich ideal für vorne. Hinten ist er auf losem Untergrund dem Force AM² aber auch überlegen. Eher schwer.
  • Vorderreifen
  • Preis: 67 Euro
  • Breite/Gewicht: 59,5 mm/1028 g

Zusatzinfos: Gum-X-Gummimischung. 60-TPI-Karkasse. Auch als 27,5"-Reifen erhältlich.

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Michelin Force AM² Competition Line TS TLR 29 x 2,4"

Sehr gut
MTB All-Mountain-Reifen
Benjamin Zöller
Fazit Der Force AM² rollt lediglich gefühlt etwas besser, auf dem Prüfstand sind beide Michelins gleichauf. Er ist noch mehr als der Wild AM² auf harte Böden ausgelegt. Eignet sich dort dann auch als Vorderreifen.
  • Hinterreifen
  • Preis: 61 Euro
  • Breite/Gewicht: 60 mm/1014 g

Zusatzinfos: Gum-X-Gummimischung. 60-TPI-Karkasse. Auch als 27,5"-Reifen erhältlich.

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Specialized Butcher Grid Gripton-T9-Compound 2 Bliss 29 x 2,3"

Sehr gut
MTB Enduro-Reifen
Benjamin Zöller
Fazit Der Butcher tritt als Vorderreifen bei AM und Enduro an. Er fühlt sich trotz hohem Pannenschutz im AM-Terrain wohler. Das Rollverhalten ist träge, Traktion und Grip des weichen T9-Gummis sind top.
  • Vorderreifen
  • Preis: 60 Euro
  • Breite/Gewicht: 58,6 mm/988 g

Zusatzinfos: Gripton-T9-Gummimischung. 60-TPI-Karkasse. Auch als 27,5"-Reifen erhältlich.

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Specialized Purgatory Grid Gripton-T7- Compound 2 Bliss 29 x 2,3"

Gut
MTB All-Mountain-Reifen
Benjamin Zöller
Fazit Der Purgatory ist ein eher flotter AM-Reifen, leicht und schnell präsentiert er sich mit härterem T7-Gummi. Trotz hohem Pannenschutz war uns die Seitenstabilität bei harter Gangart zu gering. Top für Tourer.
  • Hinterreifen
  • Preis: 50 Euro
  • Breite/Gewicht: 58,6 mm/901 g

Zusatzinfos: Gripton-T7-Gummimischung. 60-TPI-Karkasse. Auch als 27,5"-Reifen erhältlich.

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WTB Trail Boss Light Fast Rolling TCS SG2 29 x 2,5"

Sehr gut
MTB All-Mountain-Reifen
Benjamin Zöller
Fazit WTB setzt hinten und vorne auf den Trail Boss, der mit ausreichend stabiler Karkasse und flottem Gummi überzeugt. Er bietet sicheren Kurvenhalt. Vorne vermissten wir etwas die Bremstraktion.
  • Vorder- und Hinterreifen
  • Preis: 68 Euro
  • Breite/Gewicht: 58 mm/965 g

Zusatzinfos: 3-fach-Gummimischung. 60-TPI-Karkasse. Auch als 27,5"-Reifen erhältlich.

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Nobby Nic, Mountain King und Co. – wem sind diese Reifen kein Begriff? Ob Hobby-Biker oder ambitioniert, fast jeder ist einen Reifen der Allround-Kategorie schon einmal gefahren. Allrounder, was bedeutet das genau für einen Mountainbike-Reifen? Ganz einfach, er muss alles können, buchstäblich eine "runde Sache" sein. Matsch, Fels und Wurzeln, staubtrocken, pitschnass: Er muss stets Grip bieten. Dazu kommen Bremskräfte und Traktion bergauf, und – viel schwieriger – der Reifen sollte verdammt gut rollen. Ach ja: Langlebigkeit und hohen Pannenschutz bitte nicht vergessen.

Die Ansprüche an Touren- und All-Mountain- Reifen sind hoch. Klar dürfte sein, dass bei all den Eigenschaften nur Kompromisse möglich sind. Das wissen auch die Reifenhersteller. Sie wissen aber auch, dass diese Kategorie sehr beliebt ist, gerne und oft gekauft wird. Vielleicht ist das auch der Grund, warum Firmen wie Conti, Maxxis, Michelin, Schwalbe und Specialized in diesem Bereich in diesem Jahr komplette Neuentwicklungen an den Markt gebracht haben.

Ein Blick in die Reifenentwicklung

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Benjamin Hahn Fotografie
Kurve um Kurve – Allrounder müssen nicht nur gut rollen, sondern auch bei widrigen Bedingungen die Spur halten. Vorne im Bild: der Onza Ibex mit Skinwall-Karkasse.

Unsere Auswahl war ein Volltreffer. Nahezu alle Reifen konnten sowohl für sich genommen als auch in Kombination überzeugen. Nur der Specialized Purgatory (Hinterreifen All-Mountain) bekam keine Topnote – er wäre im Tourensegment aber auch ein herausragender Reifen! Am meisten überzeugte uns in der All-Mountain-Kategorie die rundum starke NobbyNic-Kombi von Schwalbe.

So testen wir Reifen

Redaktion

Um den besten Allround-Reifen zu finden, bedarf es aufwendiger Tests im Labor sowie in der Praxis. Hier zeigen wir, wie wir getestet haben.

Praxistest: Dasselbe Bike, dieselben Felgen, identischer Reifenluftdruck und vergleichbare Bedingungen – die Reifen wurden im tiefen Matsch, auf nassen Wurzeln, in steilen Auffahrten und auf abschüssigen Trails gefahren. Auch auf trockenem Untergrund mussten sie ihr Können unter Beweis stellen. Immer wieder fuhren wir die gleiche Fahrsituation und notierten sowie diskutierten anschließend unsere Eindrücke. Erst wenn ein klares Ergebnis des Reifens vorlag, kam das nächste Paar an die Reihe.

Labortest: Vor dem Praxistest haben wir alle Reifen in die Labore von Continental und Schwalbe (Bild unten) geschickt. Dort wurde zunächst der Rollwiderstand bzw. die Verlustleistung in Watt auf einer elektrisch angetriebenen Walze gemessen. Danach wurde der Pannenschutz mit einer Nadel an der Lauffläche und einem Stößel an der Seitenwand (Continental) geprüft. Der resultierende "Pannenwert" ist als Kraft in Newton (N) angegeben. Je höher die Kraft, desto besser ist der Durchstichschutz. Zur Ermittlung des Durchschlagschutzes rauschte ein Fallbeil auf einen mit herkömmlichem Schlauch montierten Reifen. Die Fallhöhe in Millimeter zeigt, wie durchschlagsicher der Reifen ist. Je höher, desto besser.

Bewertung: Die Wertung besteht aus fünf Kriterien, von denen die Hälfte unter den Punkten Grip nass und Grip trocken aus der Praxis stammt. Der Pannenschutz ergibt sich aus den Durchstich- und Durchschlagtests. Rollwiderstand ist ebenfalls ein Laborwert. Alle Werte aus beiden Laboren flossen gleichberechtigt ins Ergebnis ein. Das fünfte Kriterium ist das Reifengewicht.

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