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MB 0613 Bontrager Lithos
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16 MTB-Helme im Test bei MountainBIKE

Test: 16 Mountainbike-Helme

Erinnern Sie sich? Früher waren MTB-Helme reinste Schwitzkästen. Heute sorgen clevere Belüftungssysteme für top Komfort – dieser Test beweist es!

„Oben ohne“ ist unter Mountainbikern verpönt! Denn mittlerweile dient die Schale nicht nur zum Schutz, sondern ist auch dank stylischer Optik ein Erkennungszeichen „wahrer“ Geländeritter.

Wer ohne Helm durch den Wald düst, muss mit schrägen Blicken und ermahnenden Sprüchen rechnen. Zu Recht, schließlich schützen die Plastikschalen bei einem Crash vor schlimmen Kopfverletzungen.

Das Gegenargument der Helmverweigerer? Die „Eierschalen“ würden bei Anstrengung für einen hochroten Kopf und Schweiß im Dauerfluss sorgen. Bei Helmen frühzeitlicher Herkunft stimmte dies tatsächlich, fehlende Luftschlitze führten schnell zum Hitzekollaps „unter der Haube“. Inzwischen hat die Industrie längst rea­giert, moderne Helme kühlen den Kopf ausgezeichnet. Aber gilt dies auch für eher preisgünstige Modelle? Und welcher sorgt für die beste Frischluftzufuhr?

Um diese und weitere Fragen zu beantworten, lud MountainBIKE 13 Helme der Kaufklasse von 80 bis 120 Euro sowie drei Modelle ab 150 Euro zum großen Komforttest. Apropos: Obwohl der Sicherheitsaspekt beim Helmkauf an erster Stelle stehen sollte, verzichtet MountainBIKE auf einen Crashtest. Denn jeder in Europa erhältliche Helm muss die Sicherheitsprüfung nach der Norm EN 1078 bestehen.

Dass dies tatsächlich so ist, bewies der MountainBIKE-Vorjahrestest in Kooperation mit dem TÜV Süd: Alle 18 Test-Helme aus drei verschiedenen Preisklassen absolvierten die Norm-Stichprobe ohne Beanstandung.

Eine gute Belüftung des MTB-Helms steigert die Leistung!

Wie wichtig ein effektives Belüftungssystem ist, zeigt ein Mini-Exkurs in die Biologie: Um Energie für (sportliche) Betätigung freizusetzen, verstoffwechselt unser Körper vor allem eingelagerte Kohlenhydrate und Fette. Ein energetisch eher ungünstiger Prozess, bei dem enorm viel Wärme als „Abfallprodukt“ anfällt. Die Folge: Der Körper heizt auf und muss mittels Schweißverdunstung auf der Haut gekühlt werden – anderenfalls würde buchstäblich der Hitzetod drohen! Führt der Mountainbike-Helm dem Kopf möglichst viel Fahrtwind zu, entlastet dies den Organismus: Leistungsfähigkeit und Konzen­tration steigen.

Um das Belüftungssystem objektiv zu testen, hat MountainBIKE ein Prüfverfahren entwickelt. Im Labor wird eine Auffahrt simuliert, bei der mittels Ventilatoren der Wind kons­tant auf einen „behelmten“ Glaskopf trifft. ­Anschließend lichtet eine Wärmebildkamera den Testkopf ohne Helm ab. Die blauen und grünen ­Bereiche (zu sehen in den Grafiken in der Fotostrecke) zeigen, wo der Helm gut belüftet ist, die roten und gelben Bereiche entlarven zu warme ­Zonen.

Speziell die teuren Helme von Giro und Specialized ragen bei der Labormessung (35 Prozent der Endnote) hervor. In der Kaufklasse sorgen die Helme von Lazer, Limar und Met für eine ähnlich gute Kühlung. Vorsicht: Bei vielen Herstellern wird der Luftstrom nicht über den gesamten Kopf verteilt, was vor allem am Hinterkopf für eine Überhitzung sorgt. Dennoch zeigen alle Helme gute bis sehr gute Ergebnisse und kühlen den Kopf mit über 20 Luftschlitzen zuverlässig.

Der Volksmund weiß: Auf jeden Topf passt ein Deckel. Entsprechend gibt es für jeden Kopf den einen Helm – eine höchst individuelle Partnerwahl. Um den Tragekomfort (25 Prozent) dennoch möglichst umfassend zu bewerten, ließ MountainBIKE die 16 Helme von neun Probanden mit unterschiedlichen Kopfumfängen und -formen Probe tragen. Die Tester prüften, ob der sogenannte Headring (Kopfring) gleichmäßig den Kopf umschlingt oder Druckstellen den Tragekomfort mindern. Aufgrund der verschiedenen Kopfformen fallen die Ergebnisse teils sehr unterschiedlich aus.

So passte etwa der Specialized S3 MT dem Gros der Tester perfekt, führte aber bei zwei Probanden zu Druckstellen. Die größte Übereinstimmung erzielte der Scott Lin, der den Kopf sehr gleichmäßig umschließt. Zusätzlich vermaß MountainBIKE die Innenschale in vergleichbarer Größe (rot markiert) – die Grafiken in den Testbriefen geben einen groben Anhaltspunkt, ob sich der Helm eher an runde oder längliche Köpfe schmiegt.

MB 0613 Helmtest - Detail 8
Sonstiges

Nur ein passender MTB-Helm kann auch schützen

Die beste Belüftung, die komfortabelste Polsterung und die höchste Schlagdämpfung nützen nichts, wenn der Helm nicht optimal an den Kopf anpassbar (25 Prozent) ist. Setzten in der Vergangenheit noch viele Hersteller auf Schiebeverschlüsse am Headring, lassen sich alle Helme in diesem Test über ein auch einhändig bedienbares Drehrad am Hinterkopf regulieren.

Die Unterschiede sind dennoch deutlich: Teure Helme wie der Giro Pneumo oder der Specialized S3 lassen sich dank feiner Rasterung präzise justieren. Hochwertig ist auch das Drehrad am Lazer Rox, das optisch schick im Helm integriert ist. Leider wirken manche der Verstellmechanismen billig verarbeitet. So war das Verstellrad am Limar 885 nach einigen Betätigungen defekt, was zur Abwertung führte.

Am Kinnverschluss wird der Riemen so eingestellt, dass bei verschlossenem Gurt genau ein Finger zwischen Riemen und Kinn Platz hat (siehe „Helmanpassung“). Uvex, Cratoni und Alpina bieten dafür einen Ratschenverschluss, der durch seine Rasterung schnell angepasst werden kann. Das ist praktisch, wenn Sie im Winter oder Herbst einen Buff oder eine Mütze unter dem Helm tragen möchten. Bei nahezu allen Helmen wird das Riemensystem zudem über das Gurtdreieck an die Position der Ohren angepasst. Einzige Ausnahme: Der Specialized kommt mit fixem Gurtdreieck, was jedoch bei keinem Tester für Probleme sorgte.

Neben Belüftung und Passform sorgt auch ein geringes Gewicht (15 Prozent) für ein angenehmes Tragegefühl. Besonders „luftig“ wirken die teuren Helme von Specialized und Alpina. Doch auch der günstige Uvex Ultrasonic ist mit 267 Gramm so leicht, dass man ihn kaum spürt. Merklich schwerer: Mavic Syncro und Giro Phase.

Der Praxistest zeigt vor allem eines: Eine Anprobe vor dem Kauf ist Pflicht! Gehen Sie zum Händler Ihres Vertrauens und kaufen Sie nicht flüchtig im Internet. Ein Mountainbiker, dessen Kopfumfang zwischen zwei Größen liegt, sollte beide Größen probieren und sich im Zweifel für eine andere Marke entscheiden. Optimalerweise liegt Ihr Kopfumfang genau im Mittelfeld der vom Hersteller angegebenen Größe.

Wenn Ihnen Passform und Anpassung zusagen und das Belüftungsschaubild nicht auf einen Hitzkopf hinweist, fragen Sie, ob der Hersteller ein Crash-Replacement anbietet. Das Prinzip ist einfach: Nach einem Sturz nimmt der Händler den beschädigten Helm entgegen und Sie bekommen beim Neukauf bis zu 50 Prozent Rabatt.

Bester Helm der Oberklasse ist der superleichte und perfekt belüftete Specialized S3 MT. Der Testsieg in der Kaufklasse geht an den neuen Scott Lin dank top Tragekomfort, den MountainBIKE-Kauftipp ­erhält der sehr gut belüftete Met Veleno.

Kurz und Knapp - die Testergebnisse im Überblick

Ein guter Helm muss perfekt sitzen und in Sachen Belüftung optimal funktionieren, zudem höchste Sicherheitskriterien erfüllen. Der einzigartige MountainBIKE-Labor- und Praxistest zeigt: Aktuelle Mountainbike-Helme (auch preiswerte!) sind sehr gut belüftet, prima anpassbar und obendrein sicher. Also: Nie mehr „oben ohne“!

MB 0613 MTB-Helme anpassen Teaser
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Diese Produkte haben wir getestet:

MTB-Helme: So testet MountainBIKE

16 MTB-Helme im Labor- und Praxis-Test

MB 0613 Bell Sequence
Benjamin Hahn 1/32 MTB-Helme im Test: Bell Sequence Hersteller: Bell +++ Modell: Sequence +++ Preis: 119,95 Euro +++ Gewicht: 305 g (55–59 cm) +++ Größen: 52–56/55–59/59–62 cm +++ Verstellsystem: Drehrad, Steckverschluss am Kinn +++ Fazit: Für 120 Euro bekommt der Mountainbiker mit dem Bell Sequence einen sauber verarbeiteten, gut belüfteten Helm. Der Tragekomfort liegt ebenfalls auf hohem Niveau. +++ Testergebnis: Sehr gut
MB 0613 Bell Sequence MB 0613 Bell Sequence - Grafik MB 0613 Bontrager Lithos MB 0613 Bontrager Lithos - Grafik MB 0613 Carrera Blitz MB 0613 Carrera Blitz - Grafik MB 0613 Casco Daimor Mountain MB 0613 Casco Daimor Mountain - Grafik MB 0613 Catlike Leaf MB 0613 Catlike Leaf - Grafik MB 0613 Cratoni C-Flash MB 0613 Cratoni C-Flash - Grafik MB 0613 Giro Phase MB 0613 Giro Phase - Grafik MB 0613 Lazer Rox MB 0613 Lazer Rox - Grafik MB 0613 Limar 885 MB 0613 Limar 885 - Grafik MB 0613 Mavic Syncro MB 0613 Mavic Syncro - Grafik MB 0613 Met Veleno MB 0613 Met Veleno - Grafik MB 0613 Scott Lin MB 0613 Scott Lin - Grafik MB 0613 Uvex Ultrasonic MB 0613 Uvex Ultrasonic - Grafik MB 0613 Alpina Pheox LE MB 0613 Alpina Pheox LE - Grafik MB 0613 Giro Pneumo MB 0613 Giro Pneumo - Grafik MB 0613 Specialized S3 MT MB 0613 Specialized S3 MT

Labormessung

MB 0613 Helmtest - So testet MB
Bernhard Bossert
Links: Der Luftstrom trifft den Testkopf mit Helm. Rechts: Der Thermoscan ohne Helm zeigt, wo die Luft den Kopf "kühlt".

Um den kühlenden Effekt des Fahrtwinds für jeden der getesteten Helme darzustellen, setzte MountainBIKE auf die Technik der Thermografie. Jeder Helm wurde einem Glaskopf mit spezieller Beschichtung korrekt angepasst. Anschließend wurde der Testdummy mit einem warmen Luftstrom mit stets gleicher Temperatur und Dauer aufgeheizt.

Den Neigungswinkel des Oberkörpers passten die Tester an den eines Tourenfahrers an (ca. 45–50°). Nach Abschluss der Erwärmungsphase erfolgte die Thermografieaufnahme des erhitzten Kopfes ohne Helm (siehe unteres Bild). Zum besseren Verständnis des Belüftungsprofils eines Helms wurden die warmen Farbwerte des Thermoscans anschließend in kalte Farbwerte umgerechnet (invertiert).

Rote Flächen stehen somit für warme Partien – von gelben über grüne bis zu blauen Feldern zeichnen sich die verschieden starken Kühlungsstufen der Thermografieaufnahme anschaulich ab. Auf einen Crashtest verzichtete MountainBIKE diesmal, da der Test im Vorjahr in Zusammenarbeit mit dem TÜV Süd zeigte, dass alle Helme die harten Anforderungen der EN-1078-Norm mit zwei Schlagtests und einem Abstreiftest problemlos bestehen.

Praxistest

Tragekomfort, Passform und die Handhabung der Helme standen im Fokus des Praxistests, den MountainBIKE mit neun Probanden der Testcrew durchführte. Diese deckte Druckstellen, fummelige Verstellsysteme und Schwächen in der Anpassung auf.

Bewertungsschema

Vier Kriterien aus Labor und Praxis führten am Ende zum Testergebnis. Die Belüftung trug zu 35 Prozent, die Anpassung mit 25 Prozent, der Tragekomfort mit 25 Prozent und das Gewicht mit 15 Prozent zur Endnote bei.

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