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Mountainbiken auf Madeira – Infos, Tourentipps, GPS-Daten

Alle Infos zum MTB-Spot Madeira

Zusammen mit den Kanaren, den Kapverden und den Azoren gehört Madeira zu den „glückseligen Inseln“. MountainBIKE hat alle Infos zum MTB-Spot im Atlantik - plus vier Tourentipps inklusive GPS-Daten.

Lage: Madeira liegt etwa 1000 Kilometer südlich von Lissabon und 700 Kilometer vor der afrikanischen Küste im Atlantik. Die portugiesische Insel ist 54 Kilometer lang und 22 Kilometer breit.

Beste Reisezeit: Das Klima auf Madeira ist mit dem auf den Kanarischen Inseln zu vergleichen – die Winter sind mild, die Sommer nicht zu heiß. Wer Wärme und Sonne sucht, ist vor allem im Winter an der Südküste besser aufgehoben.

Anreise: Madeira wird von fast allen deutschen Flughäfen angeflogen. Die einheimische Fluggesellschaft TAP bietet Winterflüge nach Madeira oft preiswerter als auf die Kanaren an – allerdings oft mit Zwischenlandung in Lissabon. Die Bike-Mitnahme kostet etwa 35 Euro pro Strecke.

Bike-Stationen/Touren/Shuttleservice: „Bergziegen Madeira“ im Four Views Oásis Hotel, Caniço de Baixo, Tel. 00351/917/244446, madeirabike@yahoo.de, www.madeira-bergziegen.de. „Madeira Freeride“, Tel. 00351/925/977046, www.freeridemadeira.com

Bikeshops: „Moto Stand“ in der Avenida Zarco Nr. 18 in Funchal, Tel. 00351/291/223665. „Mz Bike“ in der Rua de D. João Nr. 6 in Funchal Tel. 00351/291/751721, www.mzbike.com

Hotels: Villa Ventura ist ein kleines, deutschsprachig geführtes Hotel in Caniço de Baixo, www.villa-ventura.com. Die „Galo Resort Hotels“ liegen in traumhafter Lage an der Steilküste von Caniço de Baixo, www.galoresort.com

Karten: Kompass-Wanderkarte 1:50000, 8,95 Euro. Besser, aber nicht immer verfügbar: Madeira Tour and Trail super-durable Map, 7,99 Euro.

Web-Tipps: Portugiesisches Touristik- und Handelsbüro in Frankfurt, www.visitportugal.com

Touren

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MTB-Reisereportage Madeira

Wer zuckt, fliegt. Sekunden werden zu Minuten. Adrenalin strömt durch den Körper. Die Pumpe pocht im 180er-Takt durch die Halsschlagader. Ich höre mich schnappatmen. Warum musste ich bloß nach unten schauen? Nach unten in das Bachbett, das sich 150 steile, sehr steile Meter unter mir durch einen Geröllhang schlängelt.

Kaum sehe ich in den Abgrund, geht mein Körper auch schon in den Notfallmodus über. Will sagen: Schockstarre. Gefühlte Minuten stehe ich da auf diesem DIN-A4-Blatt-breiten Weglein, direkt neben der „Levada“, diesem typischen Bewässerungskanal, der sich eben noch so wildromantisch durch die grüne Bergwelt Madeiras schlängelte.

Was also tun? Erst einmal tot stellen ... Ein anderer körpereigener Modus, der „Schlechtwetter- Fluchtreflex“, hat mich in diesen Balanceakt gebracht. Ein Reflex, der mich jeden Winter dazu bringt, mit dem Finger über Europas Landkarte zu gleiten und Orte zu suchen, an denen man auch zu Weihnachten noch in kurzen Hosen biken kann.

Nachdem ich nun fast alle gängigen Ziele auf den Kanaren, Balearen, auf Zypern und so weiter bereist hatte, blieb der Finger auf Madeira hängen. Die Wetterprognosen klangen verlockend, der Flug war preiswerter als nach Teneriffa, dazu hohe Berge mit grünen Tälern – der Schlechtwetter-Fluchtmodus war im Nu aktiviert.

Allerdings hatten mir die Aussagen einiger Bike-Kollegen Magengrummeln bereitet. Madeira? Horrorziel für Masos! Steigungen nur über 20 Grad! Unfahrbar! Trails mit Absturzgefahr! Für Selbstmörder prima! Na prima.

Himmel oder Hölle? Was also ist diese portugiesische Blumeninsel im Atlantik denn nun? Um es vorwegzunehmen: Auf Madeira kann man ganz wunderbar biken! Das Zauberwort heißt „Levada“. Mehrere tausend Kilometer dieser Wasserwege durchziehen wie ein Spinnennetz die gesamte Insel. Die ersten Levadas wurden vor Jahrhunderten von Sklaven für die ehemaligen Zuckerrohrplantagen der Insel gebaut.

Sie bestehen immer aus einem handtuchbreiten Wasserkanal und einem ebenso schmalen Wirtschaftsweg parallel dazu. Selbst an den unzugänglichsten Stellen mussten die Sklaven die Wasserrinnen errichten, mit kleinen Tunneln, schmalen Brücken, an steilen Felswänden entlang, durch grüne Täler, einsame Dörfer und weite Felder.

Immer nur mit ein paar Grad Gefälle, gerade so viel, dass das Wasser stetig fließen kann. Später wurden die Wege von landwirtschaftlichen Lebensadern zu gefragten Wanderwegen, die aus Madeira eine der interessantesten Wanderinseln der Welt machten. Und wo man wandern kann, lässt sich in der Regel auch gut biken. Vorausgesetzt man weiß, welche Levadas auch gut befahrbar sind. Der bauliche Zustand der Wasserwege ist nämlich oft sehr unterschiedlich.

Seit den katastrophalen Regenfällen und Erdrutschen des Jahres 2010 befinden sich viele Levadas und Wege auf Madeira in einem abenteuerlichen Zustand, da große Teile einfach weggebrochen sind. Oder sie waren und sind schon von jeher schlichtweg unfahrbar, da zu eng, zu gefährlich, zu steinig, zu moosig.

GPS-Daten sind also mit Vorsicht zu genießen. Am besten vertraut man sich einem einheimischen Guide an. Oder fragt ein paar Madeiraner nach dem Zustand der Levada. Und deren Besonderheiten. Sonst droht Schockstarre.

Uns hat Rainer von „Bergziegen Madeira“, einer Bike-Station im Urlaubsörtchen Caniço de Baixo, ein paar Tipps für die Tour gegeben. Und so rollen wir gemächlich an unserer heutigen Levada entlang, die uns quasi durch die Obst- und Gemüseabteilung eines Supermarkts führt.

Entlang des Weges gibt es fast nichts, was hier nicht wächst: Zitronen, Mandarinen, Maracujas, wilde Erdbeeren, Passionsfrüchte, Kastanien – da hätte ich mir heute Morgen gar kein Sandwich schmieren müssen. Wasserplätschern ist unser ständiger akustischer Begleiter. Bike-technisch ist die Strecke easy, da der Weg neben unserer Levada gut ausgebaut ist.

Wir fahren durch kleine Siedlungen, in denen Großmütterchen vor der Tür mit großen Reisigbesen den Staub zusammenfegen. Sonnengegerbte Männer sitzen vor den Kneipen und spielen Backgammon. Ein paar Hunde dösen. Inselalltag eben. Aber mit jedem Kilometer ändern Landschaft, Levada und damit auch Wege ihren Charakter.

Wo wir eben noch an fruchtbaren Feldern auf breiten Wegen entlangrollten, verschwindet die Levada plötzlich in einem dichten Lorbeerwald, in dem auch monströse Pappeln und fünf Meter hohe Farne emporwachsen. Dichte Nebelschwaden erschweren die Sicht. „Wie in Jurassic Park“, murmelt Markus ehrfurchtsvoll. Wir starren auf den immer schmaler werdenden Weg.

Weggucken ist nicht, denn Kanaldeckel ohne Deckel und weggebrochene Wegstücke, fies unter langen Graswedeln getarnt, machen den Levadaweg nun zu einem Katz-und-Maus-Spiel, das volle Konzentration erfordert. Wenn wir halten müssen, um das Bike ein Stück zu schieben, überlegen wir uns genau, wie und wo wir ausklicken wollen und den freien Fuß abstellen können.

Doch Madeira kann auch ohne Levadas. Am nächsten Tag lassen wir uns in die Berge shuttlen. Auf der kargen Hochebene von Paul da Serra pfeift ein scharfer Wind. Im Winter fällt hier auch schon mal Schnee. Doch heute ist es sonnig, und nur ein paar Wolken zeigen sich am Himmel.

Tief unten kann man durch Gucklöcher in den Wolkenbergen den tiefblauen Atlantik flimmern sehen. Unsere Bikes rollen über kleine Trails zwischen hüfthohem Buschwerk. So muss Urlaub! Spätabends sitzen wir wie die verschwitzten Glückskekse noch in Bike-Klamotten zusammen in einer kleinen Bar und lassen den Tag Revue passieren.

Wir nippen an unseren „Ponchas“, einem inseltypischen Zuckerrohrschnaps mit Zitronensaft und Honig. Das Zeug schmeckt so süffig wie ein kleiner Caipirinha, haut aber doppelt so stark rein. Dazu fahren wir in Gedanken noch mal die Trails der letzten Tage ab.

Das Fazit lautet wie gesagt: Auf Madeira kann man ganz wunderbar biken! Schwindelfreiheit für die schmalen Levada-Passagen kann aber helfen. Damit die Reflexe auch in Zukunft noch funktionieren.

Mountainbiken auf Madeira – die schönsten MTB-Bilder

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