Cannondale Scalpe-Si Bjoern Haenssler

Test: neue Mountainbikes für 2020 – Cannondale Scalpel-Si

Cannondale Scalpel-Si (Modelljahr 2020) im Test

Geboren als reinrassiges Racefully, zeigt sich das aktuelle Scalpel breitbandiger denn je, verbindet Rennsportlichkeit mit Fahrspaß. Und eines ist es wie seit eh und je: auffällig , dass die Schwarte kracht!

Testurteil: Sehr gut (217 Punkte)

Kompletten Artikel kaufen
Vier Fullys – Gestern und Heute Vier Fullys im Test 2019
Sie erhalten den kompletten Artikel (inkl. PDF, 12 Seiten)
2,99 €
Jetzt kaufen

Was uns gefällt:

 Spritziger Antritt

 Agiles Handling

 Top gemachter Rahmen

Was uns nicht gefällt:

 Relativ schwer

Wer sein Bike Scalpel nennt, der darf (und will) sich nicht wundern, wenn dieses stets für sein „messerscharfes Handling“ gelobt wird oder für andere schnittige Vergleiche herhalten muss. Tatsächlich passt dies einfach zum Scalpel, seit es US-Race-Legende Tinker Juarez erstmals 2001 in einem Rennen einsetzte. Im Cannondale- Katalog debütierte es ein Jahr später. Denn vor allem die ersten Scalpel-Modelle waren berühmt und berüchtigt für ihre hochsportliche, lang gestreckte Geometrie, ihren knappen und straff ausgelegten Federweg und ihre ultrasteife Front. Bikes für Könner, die sich am – ha! – messerscharfen Handling nicht buchstäblich wehtaten.

Umfrage

Welches Racefully ist Ihr Favorit?
152 Mal abgestimmt
BMC Fourstroke
Cannondale Scalpel
Canyon Lux
Canyon Lux
Scott Spark
Specialized Epic
Mondraker F-Podium
Orbea Oiz
Trek Supercaliber
Trek Supercaliber
Giant Anthem

Die jüngste Ausgabe des legendären US-Fullys, das wir in der Modellvariante Scalpel-Si Carbon 3 in den Test bestellten, gibt sich da zum Glück handzahmer, steht auch Racern ohne Profilizenz offen und macht – so viel vorweg – für ein CC-/Marathonfully sogar richtig Spaß.

Cannondale Scalpe-Si
Bjoern Haenssler
Cannondale spart sich im Heck das vierte Gelenk, stattdessen flexen die filigranen Sitzstreben.

Das beginnt bei der sportlichen, aber kommoden Sitzposition. Die fällt durch das lange Steuerrohr aufrecht aus, der lange Vorbau wiederum sorgt für angenehmen Druck auf der Front. Mit dem ersten Antritt brennt auch gleich der Berg, das steife Voll-Carboni tritt feurig an, beschleunigt dank leichter Laufräder spritzig – auch wenn das Gewicht von 11,7 Kilo für ein Racebike dieser Preisklasse doch etwas zu „speckig“ daherkommt (solide, aber teils schwere Parts tragen Schuld) und der 100-mm-Hinterbau spürbar wippt. Aber: Ein Klick am Lenker-Remote, und es herrscht Ruhe am Heck, auch die Gabel lässt sich parallel straffen.

Cannondale Scalpe-Si
Bjoern Haenssler
Auffälliger geht es nicht. Die neueste Lefty-Gabel ist der Hingucker schlechthin.

Im Sinkflug vermittelt speziell das breite Cockpit viel Vertrauen, die unauffällig gute Lefty-Gabel weiß bei der Führungsarbeit ebenfalls zu überzeugen. Dazu gefällt das wundervoll agile, direkt spielerische Handling. Im schnellen, harten Downhill merkt man dem Scalpel aber an, dass der letzte Modellwechsel über drei Jahre her ist: Neuere CC-Flundern liegen dank flacherem Lenkwinkel und längerem Reach satter und sicherer.

Cannondale Scalpel-Si (Modelljahr 2020) im Test

Preis/Vertriebsweg 5499 Euro/Fachhandel
Komplettgewicht 11,7 kg
Größe/Material S, M, L, XL/Carbon
Oberrohr/Kettenstrebe 598 mm/436 mm
Reach/Stack 421 mm/602 mm
Lenk-/Sitzwinkel 69,0°/73,5°
Schaltung 1 x 12 Gänge, 34 : 10–50 Zähne, Sram-GX-Eagle-Gruppe mit Truvativ-Stylo-Kurbel
Bremsanlage Scheibenbremse Sram Level TL, 180/160 mm
Federung vorne Lefty Ocho Remote, 100 mm
Federung hinten Fox Float DPS Perf. Remote, 100 mm
Laufräder Cannondale HollowGram 23
Reifen Schwalbe Racing Ray/Racing Ralph TLE 29 x 2,25"
Sonstige Ausstattung

Charakter: sehr/eher wendig

Zur Startseite
MTB Fully-Tests Radon Slide Trail 10.0 Preisgünstiges All-Mountain im Test Radon Slide Trail 10.0 (Modelljahr 2020)

Versender Radon hat mit dem Slide Trail ein äußerst preisattraktives...