MB Rucksack-Test Aufmacher Daniel Geiger
MB  Deuter Trans Alpine 26 SL
MB Deuter Trans Alpine 30
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Zehn Tourenrucksäcke im Test

Volumenmodelle

Mit Sack und Pack: MB hat zehn Tourenrucksäcke mit Alpencrosscharakter auf Komfort und Praxistauglichkeit getestet.

Es muss ja nicht gleich ein Alpencross sein, wenn Sie mit Ihrem Bike in diesem Sommer eine Mehrtagestour unter die Stollen nehmen. Doch ganz gleich, ob es Ihnen die Eifel, der Pfälzerwald oder der MB-Reisetipp „Schwarzwald-Cross“ angetan hat: Kleidung, Verpflegung, Kartenmaterial und Werkzeug für Ihren Ritt wollen sicher und komfortabel verpackt sowie transportiert werden.

Spätestens seit Bike-Legende Andi Heckmair 1991 zum allerersten Mal die Traum-Tour von Oberstdorf an den Gardasee bezwang, sind sich Biker allerorten über die Bedeutung eines funktionellen und komfortablen Rucksack bewusst.

Fünf bis sechs Tage mit dem Mountainbike auf Tour – das ist nicht nur ein Vorhaben voller erlebnisreicher Momente, sondern auch eine logistische Meisterleistung. Wetterwechsel, unvorhersehbare Routenänderungen, platt gefahrene Schläuche: Für alle Eventualitäten muss der Tourer gerüstet sein, um jederzeit schnell und angemessen reagieren zu können. Und wenn Sie sozusagen puristisch unterwegs sein wollen, gehört mindestens noch ein Hüttenschlafsack zu den Dingen, die auf Ihrem Rücken Platz finden müssen.

Biker, die so auf etwa acht bis neun Kilo Gepäck kommen, brauchen deshalb einen Rucksack aus der Jumboklasse, sozusagen den A 380 der Lastenträger.
MB hat zehn aktuelle Tourenrucksäcke mit bis zu 35 Litern Volumen auf Komfort und Praxistauglichkeit getestet. Neben Stammgästen wie Deuters Klassiker Trans Alpine 30 oder dem Air 30+5 von Vaude finden sich neuartige Konzepte wie Ergons Komfort versprechender BC3.

Auch Spezia­listen sind dabei: Ortlieb, bekannt für seine wasserdichten Lösungen, präsentiert mit dem Flight 27 eine regensichere Variante für Biker. Zwei der insgesamt zehn getesteten Bike-Rucksäcke sind Damenmodelle, die Deuter-Lösung fühlt sich jedoch ebenso an kürzeren Herrenrücken wohl.

Insgesamt reicht die Preisspanne von einsteigerfreundlichen 80 bis zu satten 200 Euro. Die gute Nachricht gleich zu Beginn: Der mit 80 Euro günstigste Rucksack im Test war der heimliche Liebling der MB-Tester: Der sehr leichte, aber nur 23 Liter fassende Enduro 25 von Salewa ist aber nur bedingt alpencrosstauglich, weil 23 gemessene Liter Volumen recht knapp ist.

Namen wie Enduro 25, Flight 27 oder Hangover 28 weisen den potenziellen Käufer unmissverständlich auf das jeweilige Volumen des bevorzugten Modells hin. Oder etwa nicht? MB hat alle zehn Kandidaten genau ausgemessen und Erstaunliches festgestellt: Beim so genannten „Auslitern“ mit speziellen 10-, 5-, 2- und 1-Liter-Beuteln förderte die Testcrew eklatante Unterschiede zwischen Produktversprechen und echter Kapazität zutage.

Während sich Vaude bei seinem Lady-Modell Roomy 23+3 sogar um zwei Liter kleiner macht, scheint der Produktmanager von Scott beim Benennen des Hangover 28 sprichwörtlich einen Kater gehabt zu haben: Nur 19 Liter lassen sich in den deshalb nur begrenzt tourentauglichen Vertreter einfüllen. Dazwischen tummeln sich Prüflinge, die es bis auf bis zu fünf Liter nicht so genau nehmen. Ruhmvolle Ausnahme: der Vaude Air 30+5, dessen Angabe exakt mit dem gemessenen Wert übereinstimmt. In den Testbriefkästen finden Sie also die tatsächlich im Labor gemessenen Werte und nicht die im Alltag vielleicht irreführende Herstellerangabe.

Noch mehr Equipment im Test

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Die getesteten Rucksäcke

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Das Test-Prozedere und die Ergebnisse

Zehn Bikerucksäcke im Test

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Sechs Tage, acht Kilo: Zwei Angaben, die für Biker etwas zwischen fantastischem Erlebnis oder schmerzhaftem Nur-noch-Durchhalten bedeuten können. MB wollte deshalb genau wissen, welcher Rucksack auf Tour nicht zum Folterinstrument mutiert. Für die Alltagstauglichkeit bedeutet dies: Lässt er sich leicht beladen, sind Karte und Tool schnell griffbereit, sitzt das Gewicht auch nach Stunden im Sattel noch bequem? Um Antworten zu erhalten, packten die Tester jeweils eine komplette Alpencross-Ausrüstung in jeden Rucksack und kämpften sich über steile Rampen und knackige Trails in der Fränkischen Schweiz. Schnell stellte sich heraus, dass sich Modelle unter 25 Liter Stauraum für einen Alpencross nicht eignen: Wechselkleidung und andere Kleinigkeiten mussten zurückbleiben. Sehr unangenehm, zumal MB häufig im Dauerregen unterwegs war. Und nach schweißtreibenden Stunden war auch die Frage nach dem passenden Tragesystem für Tourenbiker eindeutig beantwortet: Zwar bieten Netzrücken eine durchweg gute Belüftung, allerdings liegt der Lastenschwerpunkt derart weit hinter dem Biker, dass steile Anstiege und vor allem enge Kurven knifflig geraten können.

Die Mehrzahl der Hersteller setzt bei der Wahl ihres Tragesystems deshalb auf den Einsatz so genannter Strukturpolster. Perfekt anpassbar, vermitteln diese Rückensysteme einen sehr guten Sitz und drücken an keiner Stelle. Nur Ortlieb verpasst seinem Flight 27 einen Netzrücken, Vaude bietet dies als Option beim 30+5 an. Der neue BC3 von Ergon gehört zwar ebenfalls zu den vom Körper entfernt getragenen Rucksäcken, stellt mit seinem Flink-System jedoch eine Ausnahme dar. Richtig ist der Ansatz der Ergonomie-Spezialisten, dass dank Entkopplung von Stauraum und Tragesystem über ein bewegliches Gelenk maximale Bewegungsfreiheit erreicht wird: Der BC3 trägt sich tatsächlich extrem unauffällig. Wie es Netzrücken-Systemen aber nun mal eigen ist, neigt auch der Ergon auf technischen Trails zum seitlichen Pendeln.

Größtenteils einig sind sich die Hersteller bei der Aufteilung ihrer Fächer. Auf ein unterteilbares Hauptfach, besser noch ein separates Nasswäschefach, verzichten nur Ergon und Ortlieb. Da beide Anbieter ihre Modelle jedoch als völlig wasserdicht konzipiert haben, ist dieser spartanische Ansatz nachvollziehbar. Allerdings hat Ergon vergessen, auch die Anstoßpunkte seiner Reißverschlüsse wasserdicht zu bauen – in der zweiten Serie soll dieser Mangel umgehend nachgebessert werden. Auf langer Tour sind es neben diesen unverzichtbaren Eigenschaften vor allem die kleinen Details, die viel über die Erfahrung der Konstrukteure verraten: Lezyne beispielsweise weist eine Vielzahl kleinerer Fächer auf, die die entsprechenden Tools des Herstellers perfekt organisieren. Ebenfalls clever ausgestattet ist der BC3: Minipumpe, Werkzeug und Wertsachen sind getrennt aufbewahrt und können bei Bedarf einfach herausgenommen werden. Toll: SOS-Labels mit Notrufnummern und bei der Luftrettung wichtiger Signalen arbeitet neben Deuter auch Salewa ein – langjähriger Bergsporterfahrung sei Dank.

Fazit: Der Anspruch einer Mehrtagestour ist so individuell wie die Lösungen der Hersteller. Ergon bedient insbesondere Komforttourer, Ortlieb die Regenfraktion. Spezielle Lady-Rucksäcke mit kürzerem Rückenteil bieten Deuter und Vaude. Salewa sichert sich mit seinem leichten, etwas klein geratenen Enduro 25 einen Kauftipp, genauso wie der riesige Vaude Air 30+5. Der Testsieg geht an Deuter: Der Trans Alpine ist und bleibt erste Wahl.

Noch mehr Equipment im Test

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Tourenrucksäcke - Darauf kommt's an

MB 0608 Rucksack-Test - darauf kommts an
Benjamin Hahn

Orga-Fächer

Multitool, Handy, Riegel, Kamera: Jeglicher Kleinkram, der unterwegs schnell und sicher erreicht werden muss, sollte in separaten, möglichst gepolsterten Fächern Platz finden.

Kompressionsriemen

Die Verzurrgurte eines Rucksacks verhindern ein ungewolltes Hin- und Herrutschen der Ladung besonders auf kurvigen Trails.

Hauptfach

Das Hauptfach sollte sich vor allem an den Seiten weit genug öffnen lassen, um unkompliziert befüllt werden zu können. Zusätzliche Innenfächer erleichtern die ­Organisation unterwegs.

Schultergurte

Die Gurte müssen sich perfekt auf die Anatomie ihres Trägers einstellen lassen und dürfen nicht zu warm sein. Scharfe Kanten sowie unsaubere Nähte sind absolut fehl am Platz!

Zehn Bikerucksäcke im Test

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Verschiedene Tragesysteme im Vergleich

Strukturpolster

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Benjamin Hahn

Rucksäcke mit Strukturpolstersystemen liegen nah am Körper an und sind in der Regel leichter als solche mit Netzsystem. Die Nähe zum Rücken gewährt einen straffen Sitz und verhindert ein Verrutschen, besonders in technischen Passagen.

Problem: Verformt sich der Rucksack unter starker Last, drückt es auch die Polster zusammen und der gewünschte Kamineffekt zur Kühlung verliert seine Wirkung. Eingearbeitete Kunststoffplatten sollen dem entgegenwirken. Sie übernehmen gleichzeitig die Rolle eines „Protektors“ und halten zumindest spitze Gegenstände einigermaßen vom Rücken fern.

Netzrücken

MB 0608 Rucksack-Test - Netzrücken
Benjamin Hahn

Optimale Kühlung bei zumeist höherem Eigengewicht zeichnet Rucksäcke mit einem so genannten Netzrückensystem aus. Bei diesen Modellen wird der eigentliche Stauraum vom Tragesystem entkoppelt, was einen ungehinderten Zufluss kühler Luft und einen entsprechenden Abtransport der warmen Luft zwischen Rücken und Rucksack zur Folge hat.

Hauptproblem: Das mit einem Netz stark vorgespannte Tragesystem verlegt den Schwerpunkt des Rucksacks recht weit vom Körper weg, so dass dieser in Bergauf-Passagen nach hinten ziehen und vor allem in kurvigen, technischen Abschnitten leicht zu „tanzen“ beginnen kann. Zudem bergen die metallischen Elemente eines solchen Tragesystems ein nicht unerhebliches Verletzungsrisiko im Falle eines Sturzes auf den Rücken.

Zehn Bikerucksäcke im Test

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