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MB Bell Variant
MB Bell Sweep
MB Catlike Kompact ‘0
MB Catlike Whisper Plus MTB
MB Giro Hex 18 Bilder

18 MTB-Helme im Labor- und Praxis-Test

Test: 18 Mountainbike-Helme

Ein Helm schützt im Ernstfall vor schwerwiegenden Verletzungen. Wie effektiv, das hat MB zusammen mit dem TÜV Süd in einem aufwendigen Labortest herausgefunden.

Leicht, gut belüftet und komfortabel zu tragen: Moderne Bike-Helme sind ausgereift wie nie zuvor. Kein Wunder, dass heute kaum ein Biker auf den Kopfschutz verzichtet, ist er doch „Hauptsicherung“ und Bekenntnis zu einem sportlichen Lebensstil zugleich.

Fokussiert auf geringes Gewicht und optimale Belüftung, liefern sich die Helm-Hersteller eine wahre Tuning-Schlacht – doch sind die teils superleichten, teuren Lochkonstrukte noch sicher? Oder bieten schwere, günstige Helme sogar besseren Schutz im Falle eines Unfalls?

Damit Sie immer sicher unterwegs sind, lud MB neun Hersteller mit je einem Modell der Kaufklasse zwischen 80 und 120 Euro sowie je einem zumeist sehr leichten Helm zwischen 140 und 190 Euro zum aufwendigen Labor- und Praxistest – TÜV-Prüfung inklusive.

Im Unfallszenario nach DIN EN 1078 stürzt ein Biker aus dem Stand mit seinem Kopf aus einer Fallhöhe von ca. 1,5 Metern auf einen flachen Untergrund. Trägt der Biker keinen Helm, wären schwere oder sogar tödliche Kopfverletzungen die Folge – mit Helm kommt er meist ohne bleibende Schäden davon.

Die Beschleunigung beim Sturz, die auf den Kopf des Bikers wirkt, darf zum Erfüllen der Norm einen Wert von 250 g (1 g = normale Erdbeschleunigung) nicht überschreiten, was je nach Sturzverlauf im schlimmsten Fall eine leichte Gehirnerschütterung bewirkt.

Bike-Sturz nach „Europanorm“

Doch entspricht dieses Szenario der Realität auf dem Trail? Schließlich warten Biker nicht darauf, im Stehen zu stürzen. „Die Prüfnorm verwendet eine realistische Fallhöhe bei einem Sturz mit dem Bike. Die hierbei auftretenden Kräfte werden von der Fahrgeschwindigkeit jedoch kaum beeinflusst“, erklärt Experte Frank Wittmann vom TÜV Süd. Das gilt aber nur, wenn der Kopf nicht auf ein stehendes Hindernis wie einen Baum trifft.

Um die Dämpfungseigenschaften zu ermitteln, beauftragte MB die TÜV-Experten mit einer Prüfung nach Norm (EN 1078). Das Resultat: Alle Helme erfüllen die Anforderungen der Norm hinsichtlich Stoßdämpfung ohne Probleme und unterbieten diese deutlich! Dennoch: Nicht nur in puncto Tragekomfort und Gewicht sind Unterschiede erkennbar, auch die Dämpfungsleistungen der Helme variieren.

„Ein Helm mit einer sehr guten Dämpfung bietet bei einem schweren Sturz mehr Reserven als ein Helm mit geringerer Dämpfung“, erklärt Wittmann. Zum Vergleich der Helme untereinander ermittelte MB die Durchschnittswerte dreier Messungen. Die besten Dämpfungseigenschaften besitzt der Specialized S3 MT – also ein Helm der Leichtbauklasse. Eine Belastung von durchschnittlich 129 g ergab die TÜV-Messung am Prüfkopf.

Alle MTB-Helme bestehen die TÜV-Norm

Die geringste Dämpfung besitzt der Giro Hex. Zwar sind die gemessenen 178 g ein guter Wert, die Sicherheitsreserve fällt im Vergleich zur Konkurrenz jedoch geringer aus. Prima: Selbst extrem leichte Helme wie der Scott Vanish erzielen top Dämpfungswerte. Auch der günstige Specialized Vice spielt bei der Dämpfung vorne mit, ist jedoch der schwerste Testkandidat.

Zudem überprüfte MB zusammen mit dem TÜV Süd die Stabilität der Helmschale beim Sturz auf ein kantiges Hindernis, etwa einen Bordstein. Auch dabei erreichten alle Modelle gute Werte und erfüllten die Anforderungen der Norm.

Doch nicht nur Schlagprüfungen, auch die normrelevanten Tests der verbauten Tragesysteme ließ MB durchführen. Der so genannte Roll-Off-Test überprüft das Abstreifverhalten der Helme im Fall eines Sturzes.

Auch die Stabilität der Trageeinrichtung ermittelte MB im Testprozedere des Kinnriementests. Die hieraus gewonnenen Messergebnisse flossen nicht in die Bewertung der Helme ein, da diese von der individuellen Kopfform des Trägers stark beeinflusst werden. Aber: Traten im Test Defekte oder Mängel auf, die im Ernstfall die Sicherheit beeinträchtigen können, gab es einen deutlichen Punktabzug in der Sicherheitswertung.

Nur guter Sitz bringt guten Schutz

Nehmen Sie sich die nötige Zeit im Shop Ihres Vertrauens, und stellen Sie den Helm auf Ihren Kopf ein. Die getesteten Helme besitzen unterschiedliche Verstellsysteme: Viele Hersteller setzen auf Drehmechanismen zur Weitenregulierung. Diese sorgen für eine gleichmäßige Fixierung des kopfumschließenden, sogenannten „Headrings“ ohne Druckstellen.

Auch verstellbare Gurtverteiler unter dem Ohr sowie handliche Steckschließen zur Fixierung des Helms am Kinn sind ein gut funktionierender Standard und erlauben die flexible Anpassung an alle erdenklichen Kopfformen.

Der Headring des Catlike Whisper und die Kinnverschlüsse der Uvex-Helme werden per Schiebe- oder Ratschensystem reguliert. Specialized setzt beim S3 MT auf ein fixes Gurtdreieck unter dem Ohr. Wenn die so vorgegebene Position zur Kopfform des Trägers passt, stellt dies kein Manko dar.

Im Roll-Off-Test schnitt der Specialized S3 MT jedoch von allen Modellen am schlechtesten ab und rutschte beinahe vom Prüfkopf. Kritik erntete das Trägersystem des Scott Vanish: Durch fest vernähte Gurtdreiecke und das Fehlen einer Höhenverstellung für den Headring entwickelte sich die Anpassung zur Geduldsprobe. Zudem verweigerten drei von vier getesteten Drehverschlüssen bei der Anpassung den Dienst. Laut Scott soll bald eine 15 Gramm „schwerere“ Version des Leichtbauhelms mit verstellbarem Gurtverteiler verfügbar sein.

Bei den Helmen des Herstellers MET passen die Gurte nicht zum verbauten Gurtverteiler: Unter Zug können die Gurte verrutschen. Die Gurtverteiler am Rudy Project Windmax sind nicht arretierbar.

18 MTB-Helme im MountainBIKE-Test

MB Bell Variant
Benjamin Hahn 1/18 MTB-Helme im Test: Bell Variant Preis: 99,95 Euro +++ Gewicht: 275 g (Größe 55–59) +++ Verstellsystem: Drehrad, Steckverschluss +++ erhältliche Größen: 51–55/55–59/59–63 +++ Schutzwirkung: Gute Dämpfung, guter Sitz im Roll-Off-Test, Visier ungefährlich +++ Anpassung: Griffiges und gut erreichbares Drehrad, Gurtverteiler sicher arretierbar +++ Fazit: Perfekt anpassbarer Helm mit hohem Tragekomfort. Ausgereiftes Tragesystem und gute Schutzwirkung +++ Testnote: sehr gut
MB Bell Variant MB Bell Sweep MB Catlike Kompact ‘0 MB Catlike Whisper Plus MTB MB Giro Hex MB Giro Athlon MB Mavic Syncro MB Mavic Plasma MB Met Veleno MB Met Kaos Ultimalite MB Rudy Project Zuma MB Rudy Project Windmax MB Scott Wit MB Scott Vanish MB Specialized Vice MB Specialized S3 MT MB Uvex Boss Race MB Uvex FP 1 CC

Anpasssysteme im Sicherheits-Check

Auch der Tragekomfort darf nicht zu kurz kommen, denn nur ein angenehm sitzender Helm wird auch getragen. Erfreulich: Alle getesteten Helme liegen auf einem hohen Niveau. Doch auch hier gilt: Probieren geht über Studieren!

Von einer Messung der Belüftungseigenschaften sah MB für diesen Test ab. Der Grund: In Ausgabe 04/11 präsentierte sich das Testfeld auf einem insgesamt hohen Niveau und ließ erkennen: Die Zeiten der „Hitzköpfe“ sind endgültig vorbei!

In der Kaufklasse erhält der Specialized Vice den Kauftipp für top Schutzwirkung und flexible Anpassung. In der gehobenen Preisklasse vereint der Catlike Whisper perfekten Schutz mit geringem Gewicht und sehr guter Anpassung. Er ist zudem in vielen Größen verfügbar. Top Tragekomfort bei geringem Gewicht bietet zudem der Uvex fp 1 cc.

So testet MountainBIKE die Helme

Labormessung
Seit 1997 müssen alle in der EU angebotenen Fahrradhelme den Sicherheitsstandard der EN 1078 erfüllen. Die Zulassung erfolgt durch zertifizierte Prüfinstitute wie den TÜV SÜD, den MountainBIKE mit der Durchführung der Sicherheitsprüfung nach EN-Standard beauftragte. Zur Ermittlung der Dämpfungsleistung eines Helms fällt ein Prüfkopf aus einer Höhe von ca. 1,50 Metern samt Helm auf einen flachen Sockel.

Zwei Prüfmuster des Helms müssen je drei Falltests an definierten Auftreffpunkten überstehen. Mittels Sensoren werden die Beschleunigungswerte im Prüfkopf in g=9,81 m/s2 gemessen (1 g entspricht der normalen Erdbeschleunigung). Der gemessene Wert muss kleiner als 250 g sein, damit ein angemessener Verletzungsschutz in der Praxis gegeben ist und der Helm die EU-Zulassung erhalten kann. Zum Vergleich: Wirken fünf bis sechs g für einige Minuten auf den menschlichen Körper, kann dies zu Bewusstlosigkeit führen.

Tritt die Kraft aber als kurzer Impuls auf, verträgt der menschliche Körper (hier der Kopf) eine höhere Beschleunigung. Werte um 250 g können als kurzer Impuls etwa „nur“ eine Gehirnerschütterung hervorrufen. Im Test unterschritten die durchschnittlichen Messwerte aller Helme die Höchstmarke von 250 g.

Zudem ließ MB die Helmschalen nach EN 1078 auf ihre Stabilität überprüfen: Hierzu fällt der Helm aus 1,13 Metern auf einen Kerb-Sockel, der eine Bordsteinkante simuliert. Als Auftreffpunkt wählten die Experten des TÜV Süd eine vermeintliche Schwachstelle des Helms aus, etwa eine Belüftungsöffnung. Auch bei diesem Test durfte keiner der Helme die Grenze von 250 g überschreiten.

Wichtig: Die Helmschale kann nur schützen, wenn sie sicher sitzt. Ein fest arretierbares und stabiles Tragesystem verhindert im Fall eines Sturzes das Abrutschen des Helms. Zur Überprüfung der Tragevorrichtung wird im Roll-Off-Test ein Seilsystem am hinteren Ende des Helms befestigt. Mittels eines Fallgewichts wird geprüft, ob die Beriemung diesem Fangstoß standhält. Zur Erfüllung der Norm darf der Helm nicht vom Prüfkopf abrutschen.

Zudem führten die TÜV-Experten einen Stabilitätstest an den Riemen der Helme durch. Hierbei wird der Kinnriemen um ein künstliches Kinn gelegt und per Fallgewicht belastet. Die Dehnung der Riemen liefert Anhaltspunkte zur Beurteilung der Festigkeit des Tragesystems.

18 MTB-Helme im MountainBIKE-Test

MB Bell Variant
Benjamin Hahn 1/18 MTB-Helme im Test: Bell Variant Preis: 99,95 Euro +++ Gewicht: 275 g (Größe 55–59) +++ Verstellsystem: Drehrad, Steckverschluss +++ erhältliche Größen: 51–55/55–59/59–63 +++ Schutzwirkung: Gute Dämpfung, guter Sitz im Roll-Off-Test, Visier ungefährlich +++ Anpassung: Griffiges und gut erreichbares Drehrad, Gurtverteiler sicher arretierbar +++ Fazit: Perfekt anpassbarer Helm mit hohem Tragekomfort. Ausgereiftes Tragesystem und gute Schutzwirkung +++ Testnote: sehr gut
MB Bell Variant MB Bell Sweep MB Catlike Kompact ‘0 MB Catlike Whisper Plus MTB MB Giro Hex MB Giro Athlon MB Mavic Syncro MB Mavic Plasma MB Met Veleno MB Met Kaos Ultimalite MB Rudy Project Zuma MB Rudy Project Windmax MB Scott Wit MB Scott Vanish MB Specialized Vice MB Specialized S3 MT MB Uvex Boss Race MB Uvex FP 1 CC

Praxistest

Tragekomfort, Passform und die Handhabung der Helme standen im Fokus des Praxistests, den MountainBIKE mit acht Probanden der Testcrew durchführte. Diese deckte Druckstellen, fummelige Verstellsysteme und Schwächen in der Anpassung schnell auf.

Bewertungsschema

Die Schutzwirkung floss mit 40 Prozent in die Endnote ein. Da alle getesteten Helme die Anforderungen der Norm deutlich unterschreiten, erhielten alle Helme eine Mindestwertung von drei Punkten. Die Messergebnisse zum Roll-Off-Test und der Riemenprüfung sind stark von der Kopfform des Trägers abhängig, weshalb diese nicht in die Benotung einflossen.

Traten jedoch Defekte oder Mängel auf, die im Ernstfall die Sicherheit beeinträchtigen können, gab es Punktabzug bei der Sicherheitswertung. Anpassung, Tragekomfort und Gewicht des Helms gingen mit je 20 Prozent in die Endnote ein.

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