MB Helmtest Teaser-Bild Holde Schneider
MB Alpina D-Alto
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MB Catlike Diablo 20 Bilder

20 Helme von 50 bis 180 Euro im Test

Hauptsicherung

Schützen teure Helme besser als günstige? MountainBIKE hat je zwei Helme von zehn Herstellern von 50 bis 180 Euro verglichen – mit überraschendem Ergebnis.

UPDATE 2012 : Hier gelangen Sie zum MountainBIKE Helmtest 2012.

Mountainbiken ist ein faszinierender Sport: Wo sonst kann man sich so austoben wie etwa bei einer ausgedehnten Runde durch heimische Wälder? Wann sonst wünscht man sich, dass das Vergnügen nie enden möge wie etwa auf einem Singletrail mit maximalem Flow?

Aber: Keine Medaille ohne Kehrseite – Biken birgt auch Risiken. Wer die Tatsache, dass ein Sturz unter Umständen schwere Verletzungen beispielsweise am Kopf zur Folge haben kann, einfach abtut, macht einen ernsthaften Fehler. Deshalb gehört für jeden Mountainbiker mindestens ein geeigneter Helm zur absolut minimalen Schutzausrüstung. Nicht umsonst testet MountainBIKE seit vielen Jahren immer wieder bewährte sowie brandneue Modelle, Ziel dabei: herauszufinden, mit welcher Kopfbedeckung sich Biker sicher fühlen können, ohne dass der Fahrspaß leidet.

Prüfkompetenz: Der TÜV

Auch 2008 hat MB wieder eine ganze Transporterladung Bike-Helme zum TÜV Rheinland geschickt, um auf dem bewährten Kölner Prüfstand dieses Mal eine Antwort auf folgende Frage zu finden: Schützen günstige Helme genau so effektiv wie ihre deutlich teureren Kollegen der oberen Preisliga?

Zehn Hersteller lud MB mit jeweils zwei Modellen aus verschiedenen Preisklassen zum ultimativen Vergleichstest. Neben den ganz Großen wie Cratoni, Giro, Lazer oder Specialized ebenfalls dabei: Neuling Catlike, dessen Vermarktung in Deutschland gerade anläuft. Ebenfalls auf dem Prüfstand: Der „Made in Germany“-Anbieter Ked, dessen Marktrelevanz in den letzten beiden Jahren stark gestiegen ist. Das Einsatzgebiet der getesteten Modelle reicht vom klassischen Allrounder bis zum ultraleichten Cross-Country-Helm. Die Preisspanne der zwei mal zehn Helme fiel mit 50 bis 180 Euro bewusst sehr breit aus.

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Die getesteten Helme

MB Alpina Firebird
Helme
MB Alpina D-Alto
Helme
MB Bell Slant
Helme
MB Bell Variant
Helme
MB Catlike Diablo
Helme
MB Catlike Whisper Plus
Helme
MB Cratoni Zethos
Helme
MB Cratoni Titan Pro
Helme
MB Giro Rift
Helme
MB Giro E2
Helme
MB Ked Spiri
Helme
MB Ked Neo Visor
Helme
MB Lazer 2X3M
Helme
MB Lazer Genesis XC
Helme
MB MET Dedalo
Helme
MB MET Kaos
Helme
MB Specialized Air-8
Helme
MB Specialized S-Works 2D
Helme
MB Uvex Superhelix
Helme
MB Uvex Supersonic
Helme

Der Schutz entscheidet

Von 50 bis 180 Euro: 20 Helme im Test

MB Alpina Firebird
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Die Zeiten, in denen unansehnliche und zweifelhaft konzipierte Calimero-Schalen die Denkzentrale schützen sollten, sind glücklicherweise vorbei. Auch ist die Ventilation kein gravierendes Thema mehr: Verschiedene Tests der letzten Jahre konnten immer wieder zeigen, dass moderne Bike-Helme gut bis sehr gut belüftet sind. Grund genug für MountainBIKE, sich um den wirklich wichtigen Aspekt eines Helmes zu kümmern: seine Schutzwirkung.

Da kein Fahrradhelm in Deutschland verkauft werden darf, ohne der europaweit verbindlichen Norm EN 1078 zu entsprechen , war die grundsätzliche Eignung der 20 Prüflinge bereits im Vorfeld geklärt.

Aber: MB wollte herausfinden, ob sich qualitative Unterschiede feststellen lassen. Antwort: ja – und zwar gewaltige! Das Schlusslicht im Labor, der mit 179 Euro nicht gerade günstige Lazer Genesis, reizte den zulässigen Grenzwert bis 80 Prozent aus, nur 50 Prozent verzeichnete dagegen der Laborsieger: Der S-Works 2D von Specialized (ebenfalls 180 Euro) bereitet sprichwörtlich weniger Kopfschmerzen. Dazwischen: eine bunte Mischung, die zeigt, dass teuer nicht zwingend top bedeuten muss und günstig ebenso gut abschneiden kann. Selbstverständlich schützt auch der beste Helm nur dann optimal, wenn er ebenso perfekt passt.

Neben der Schutzwirkung wurde vom MB-Testteam deshalb die Praxistauglichkeit getestet. Anpassung sowie Tragekomfort ergaben die weiteren 50 Prozent der Gesamtnote, die erste Hälfte fällt der Laborwertung zu. Entgegen kam den Testern bei den schweißtreibenden Fahrten vor allem das stabile Hoch Anfang Mai: So ließen sich auch ohne aufwendige Apparaturen gut belüftete Helme von sehr guten Modellen unterscheiden.

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Auf die Passform achten

Von 50 bis 180 Euro: 20 Helme im Test

MB Alpina Firebird
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Biker mit runder Kopfform, die zudem eher am oberen Ende der als passend angegebenen Größe liegen, können Glück haben, da sie den umlaufenden Ring zur Größenanpassung nicht sehr weit schließen müssen. Solche Modelle finden sich aber glücklicherweise nur zwischen 60 und 75 Euro. Der Großteil der Prüflinge kommt in zwei Größen in den Handel: Elf Mal haben Biker die Wahl, ein passendes Modell zwischen 50 cm Kopfumfang (Catlike, Lazer) und 63 cm (Uvex) zu finden. In sogar drei Größen gibt es die Modelle Catlike Whisper Plus, Giro E2, Ked Neo Visor sowie die beiden Specialized Air-8 und S-Works 2D. Das Ked-Modell ist mit Größe 64+ dabei der insgesamt weiteste Helm im Test.

Übrigens: Ein Helm passt perfekt, wenn Ihr gemessener Kopfumfang (mit einem Zentimetermaß, direkt über den Ohren) am oberen Ende der als passend genannten Größe liegt. Bei einem gemessenen Wert von 58 cm passt 54–59 also besser als 58–62 (Beispiel: Cratoni Zethos).
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Kleine Details beachten

Es sind oft Kleinigkeiten, die aus einem guten Helm den perfekt geeigneten machen. Stichwort Gewicht: Zwischen dem ultraleichten Specialized S-Works 2D und dem Giro E2 liegen ganze 118 Gramm. Was auf den ersten Blick wenig erscheint, kann für die Nackenmuskulatur auf ruppigen Trails einen deutlichen Unterschied machen. Prüfen Sie vor dem Kauf also unbedingt das vorrangige Einsatzgebiet Ihrer neuen Kopfbedeckung! Ebenso individuell gestaltet sich die Wahl des Verschlusssystems: Wer seinen Helm bergauf gern etwas lockerer trägt, benötigt eine Ein-Hand-Lösung – und greift zu einem Drehrad. Ganz besonders gut gefiel den Testern diesbezüglich der Lazer Genesis: Sein Rändelrad auf dem Helm schließt feinstufig und ist auch mit dicken Handschuhen top zu bedienen. Für den Dedalo und Kaos von Met gilt das Gegenteil: Die Ratschenverschlüsse am Hinterkopf sind schon mit nackten Händen schwer zu erreichen.

Nicht nur ein Komfort-, sondern ebenso ein Sicherheitsaspekt ist die Aufhängung der hinteren Kinnriemen. Während zum Beispiel Specialized bei seinem Air-8 das Band sogar durch die Schale führt und dadurch ein Verrutschen verhindert, hängen bei einigen Modellen die Bänder lose aus der Schale – Beispiel: Cratoni Zethos, Giro E2, Lazer 2X3M und Met Dedalo.

Fazit: Ein guter Helm muss nicht teuer sein. Umgekehrt muss ein teurer Helm nicht unbedingt der beste sein. Im Prüflabor des TÜV Rheinland belegen beispielsweise die beiden 180-Euro-Modelle Specialized S-Works 2D und Lazer Genesis XC den ersten und den letzten Platz. Gleich dahinter, auf den Rängen zwei und drei, folgen die beiden deutlich günstigeren Ked-Modelle. Sehr gut: Trotz messbarer qualitativer Unterschiede erfüllen alle Helme die Norm. Testsieger wird der Specialized S-Works 2D, weil er auch beim Praxistest voll überzeugen konnte. Im Labor ebenfalls top, auf dem Trail nur minimal schlechter: der Kauftipp Ked Spiri.

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So testet MountainBIKE Bike-Helme

Experten: Wie schon beim Protektorentest (MB 10/2007) hat sich MountainBIKE bei der Beurteilung der Sicherheit eines Bike-Helms auf die Kompetenz des Technischen Überwachungsvereins (TÜV) verlassen. Am Standort Köln war Christiane Reckter, Sachverständige für persönliche Schutzausrüstungen beim TÜV Rheinland, mit der Prüfung beauftragt.

Norm: Will ein Hersteller einen Helm in Deutschland auf den Markt bringen, muss er zunächst so genannte Baumuster zur Prüfung bereitstellen. Auf Basis der europaweit einheitlichen Norm EN 1078 werden diese Helme mehrfach getestet: bei Kälte (–20 °C), Hitze (+50 °C) und fünf Stunden Dauerregen. Nur wenn bei keinem der Baumuster beim folgenden Schlagtest eine negative Beschleunigung des 250fachen der Erdanziehung (g=9,81 m/s2) gemessen wird sowie ein Abstreiftest und die Prüfung des Kinnriemens bestanden wird, ist der Helm verkehrsfähig. In Absprache mit dem TÜV hat MB sich entschieden, den Test auf Basis der härtesten der drei Konditionierungen durchzuführen: der Kälte bei minus 20 Grad.

Prüfung: Jeder Helm wird auf einen Prüfkopf gespannt, in dessen Innerem sich eine Messvorrichtung befindet. Dabei liegt die gesamte Messapparatur auf einem Ring, der den Prüfkopf beim ersten Schlag auf einen flachen Amboss („Flat Top“) auf die Höhe von 164 cm zieht. Mit 5,4 m/s rauscht der Helm auf den Amboss, die Messdose registriert den g-Wert. Anschließend wird derselbe Helm schräg auf den Ring gelegt (Foto) und der Amboss gegen einen bordsteinähnlichen getauscht („Kerbstone“). Bleibt der Helm an einem Stück und ist kein Wert höher als 250 g, gilt der Test als bestanden.

MB 0708 Helm-Test - Prüfkopf
Thorsten Lewandowski

Von 50 bis 180 Euro: 20 Helme im Test

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Darauf sollten Sie beim Helmkauf achten

1. Abnehmbares Visier
Macht aus einem MTB-Helm eine rennradtaugliche Lösung und spart Multi-Bikern das Geld für einen zweiten Helm.

2. Riemen
Müssen verdrehfrei eingehängt sein und sollten sich simpel zu einem Dreieck direkt um die Ohren verstellen lassen.

3. Kinnschließe
Gibt es als Steck- und Ratschenlösung, Letztere lässt sich bergauf prima lockern.

4. Größenanpassung
Ratschen zum Verschieben oder Drehrad? Beides schließt gleich gut, Drehlösungen lassen sich einhändig bedienen und bergan simpel lockern.

5. Helmschale
Heutzutage beinahe ausschließlich nach dem Inmold-Verfahren hergestellt, bei dem die dämpfende Schale mit dem Dekor zusammengebacken wird. Auf ausreichende Belüftungskanäle achten: je tiefer diese liegen, desto besser.

MB Helm 5 Tipps für Helmkauf

Von 50 bis 180 Euro: 20 Helme im Test

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MB-Experte: "Die Norm für Bike-Helme muss überarbeitet werden!“

MB: Wie erklären Sie die sehr unterschiedlichen Ergebnisse des MB-Helmtests?

F. Schueler: Um einen Fahrradhelm tragbar, effizient und mit höchstem Verletzungsschutz zu fertigen, ist umfängliches und fundiertes Fachwissen nötig.

MB: Bei der Prüfung dürfen maximal 250 g gemessen werden. Was bedeutet das konkret?

F. Schueler: Dieser Spitzenwert ist eine Mindestanforderung zur Unterscheidung von vertretbarer und höherwertiger Qualität. Die etablierte Wertegrenze des Verletzungsschutzes liegt deutlich tiefer! Eine formale Abschätzung mit dem Wert von 250 g würde einer Belastung von mehr als einer Tonne entsprechen; die Einwirkdauer ist dabei entscheidend!

MB: Ist eine solche Belastung für Biker nicht viel zu hoch?

F. Schueler: Aus der Sicht der Traumatomechanik wären bei Unfällen mit derartiger Einwirkschwere schwerste, wenn nicht tödliche Kopfverletzungen zu erwarten.

MB: Heißt das, dass die getesteten Helme nicht sicher sind?

F. Schueler: Ein erkennbar nach der EN 1078 geprüfter Helm erfüllt alle derzeitigen Mindestanforderungen dieser EG-Regelung und ist somit einem ungeprüften Helm vorzuziehen!

MB: Prüft die Norm also nicht die Realität?

F. Schueler: Helmkauf ist Vertrauenssache – gerade deshalb ist es sehr hilfreich, dass es die EN 1078 gibt. Erkenntnisse der Unfallforschung und der traumatomechanischen Forschung sowie der erreichte technologische Entwicklungsstand lassen eine Überarbeitung jedoch dringend erforderlich erscheinen.

MB Helme Interview mit Florian Schueler
Borchard, Heidelberg

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Zubehör Helme mb-0418-helmtest-specialized-ambush-comp (jpg) Helme Testbericht: Specialized Ambush Comp

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