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MTB-Beleuchtung: Acht Bike-Lampen zwischen 180 und 300 Euro im Test

Acht Lampen für Mountainbiker im Test

Nightrides sind Abenteuer pur! Vorausgesetzt, eine potente Lampe bringt Licht ins Dunkel. Doch wie viel Licht brauchen Biker, und wie teuer kommt der Spaß? MountainBIKE hat acht Leuchten für die Helm­montage getestet – zu Preisen von 180 bis 300 Euro.

Lichtanlagen, die sich zum Mountainbiken eignen, sind nicht eben billig. Im Gegenteil! Knapp 200 Euro müssen Sie mindestens investieren, damit die Lichtleistung auch für schnelle Abfahrten und unübersichtliche MTB-Pfade ausreicht.

Die teuerste ­Lampe in diesem Test ist mit 300 Euro die Piko 4 von Lupine. Wem das zu viel ist, dem offeriert Lupine die ­Piko für 269 Euro ohne Akkuanzeige. Oder Sie werfen einen Blick auf die günstigeren Lampen im Test: Hope bietet die R4 für 255 Euro, das Gros der Kandidaten liegt um 200 Euro.

Vorsicht vor den Herstellerangaben!

Leidige Werbepraxis der Hersteller ist es, mit Lichtpower zu protzen. Scheinbar wahllos mal in Lumen, mal in Candela, mal in Lux. Beispiel Lumen, die Maßeinheit für die Lichtmenge: Entweder rechnet der Hersteller diesen Wert aus der theoretisch möglichen Leistung jeder einzelnen LED (meist vom Hersteller Cree) plump hoch oder er misst den Lichtstrahl mit der sogenannten Ulbrichtkugel.

Bei dieser Messung wird der gesamte Lichtstrahl in einer Kugel gesammelt und dort gemessen. Dadurch wird aber auch Licht eingefangen, das nach oben, zur Seite oder nach hinten abstrahlt – der Wert ist für die Bike-Praxis nur bedingt aussagekräftig. Um realitätsnahe Ergebnisse zu erhalten, ließ MountainBIKE die Leistung und die Lichtverteilung an der Uni Heilbronn messen.

Prof. Dr. Ott hat dort einen Prüfstand entwickelt, der die Werte auf einem von der Lampe angestrahltem Messfeld ermittelt – und zwar die Lichtstärke in Candela sowie die Lichtmenge in Lumen. Der Candela-Wert sagt aus, wie stark die Helligkeit am hellsten Punkt des Lichtkegels ist. Hier schneiden Inton und Magicshine stark ab. Doch ist dies für Biker relevant? Antwort: jein!

Hoher Candela-Wert kann sich negativ auswirken

Denken Sie an einen Laserpointer. Dieser besitzt eine immens hohe Lichtstärke (Candela), aber eine geringe Lichtmenge (Lumen). Für die Wahrnehmung ist das eher ungünstig: Ist die Lichtstärke sehr hoch, stellt sich die Pupille darauf ein, Kontraste rings um den hellen Fleck werden nur noch schwer erkannt. Tatsächlich: Auch auf dem Trail "zerfressen" die Fluter von Magishine und Inton den mittigen Bereich des Sichtfelds (siehe Ausleuchtungs-Schaubilder in der Mediashow) – ein hoher Candela-Wert kann also in der Praxis sogar negativ sein.

Positiv wichtig ist hingegen die Lichtmenge. Noch wichtiger ist aber die Verteilung, also ein breiter Abstrahlwinkel auf dem Messfeld – denn nur eine flächige Ausleuchtung des Geländes mit gleichmäßigem Licht erzeugt buchstäblich gute Sicht. Und? Trotz "nur" guter Lichtmenge werfen Hope und Lupine den breitesten, gleichmäßigsten Lichteinfall auf das Messfeld. Im Klartext: Nicht die pure Leistung der verbauten LEDs "flutet" den Trail, sondern die geschickte Anordnung von LEDs und Reflektoren.

Um die Laborergebnisse in der Praxis zu überprüfen, fuhren die MountainBIKE-Tester mit jeder Lampe eine definierte Vergleichsstrecke. Die beste "Erhellung" bescherte den Testern – nach der Lichtverteilungsmessung im Labor nicht unerwartet – die ­Hope R4 mit gleichmäßiger Ausleuchtung. Aber auch die Lupine zaubert einen großzügig breiten Lichtkegel auf den Trail. Ebenfalls gute Ausleuchtung zeigen AIM und Naturalshine. Lampen mit hoher Helligkeit im mittleren Bereich lassen die Kontraste von Hindernissen schlechter erkennen.

Bike-Lampen: Montagetipps für Lampe und Akku

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Akkumontage an Helm oder Rucksack

Die beste Lampe nützt wenig, wenn sie nicht sicher auf dem Helm sitzt. Denn: Beim Biken entscheidet die Blickrichtung auch über die Fahrtrichtung. Für Fahrten auf Trails ist es daher ratsam, die Lampe auf dem Kopf zu tragen. Viele Hersteller bieten durchdachte Halterungen an. Die Klettbänder an der Naturalshine sind hingegen zu lang, die Befestigung am Helm ist fummelig. Klasse, wenn sich neben der Lampe auch gleich noch der Akku am Helm montieren lässt – wie bei den leichten Gesamtsystemen von Gemini, Hope und Lupine.

Bei den anderen Lampen packt man den Akku in den Rucksack. Hierbei kann jedoch das Kabel beim Auf- und Abziehen des Helms oder des Rucksacks nerven. In Sachen Tragekomfort spielt das Gewicht eine große Rolle. Gemini, Hope, Lupine und Magic­shine sind mit Lampenköpfen um 100 Gramm angenehm leicht. Je leichter, umso besser! Doppelt so schwer sind die Leuchten von Inton und Naturalshine mit rund 200 Gramm.

Laufleistung unter Berücksichtigung von Temperaturschwankungen

Die Laufleistung der Akkus überprüfte MountainBIKE anhand von drei Entladezyklen. Zwei wurden bei Raumtemperaturen von 21° C vorgenommen, eine bei 0° C – eine Temperatur, die bei Nightrides nicht selten herrscht.

Gut: Obwohl die Akkuleistung laut der Hersteller bei Minusgraden nachlassen kann, zeigten die Akkupacks keine großen Unterschiede bei der Kälte-Tortur. Die längste Laufzeit insgesamt bietet die Lupine mit über fünf Stunden. Sie schaltet aber bei 2:30 Stunden runter und leuchtet dann nur noch gedimmt weiter.

Lobenswert: Die Lampen von Gemini, Hope und Lupine signalisieren durch Flackern, dass der Akku bald leer ist. Eine Warnanzeige in Form von blinkenden Bedienknöpfen bieten AIM, Gemini, Inton, Lupine sowie Magicshine. Doch wenn die Lampe auf dem Kopf sitzt, bringt diese Funktion wenig.

Insgesamt liegen alle Lampen auf einem guten Niveau, bieten viel Licht fürs Geld. Der Testsieg holt sich die top verarbeitete Lupine, die neben langer Laufzeit eine prima Ausleuchtung bietet. Der Kauftipp geht an die Hope R4, die ein gleichmäßig starkes, sehr angenehmes Licht erzeugt.

Die StVZO-Vorschriften

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Benjamin Hahn
Die Lampe Sigma Speedster ist nach StVZO zugelassen.

Mit keiner der acht getesteten Lampen dürfen Sie am Straßenverkehr teilnehmen! Damit eine Frontlampe für den Straßenverkehr eine Freigabe nach StVZO (Straßenverkehrs-Zulassung-Ordnung) erhält, muss der Lichtkegel nach oben hin abgeschnitten sein, so dass andere Verkehrsteilnehmer nicht geblendet werden. Bis vor Kurzem galt zudem die Dynamopflicht – für Mountainbikes eh indiskutabel. Seit 2013 sind auch Lampen mit Akku zugelassen, die über eine Akkuzustandsanzeige verfügen. Die abgebildete Sigma Speedster erfüllt die Richtlinien und kostet 90 Euro.

Diese Produkte haben wir getestet:

So testete MountainBIKE die Bike-Lampen

Um präzise Messwerte und praxisrelevante Aussagen über die Leistung der Lampen treffen zu können, unterzog MountainBIKE sämtliche Testkandidaten dem bewähr­ten Mix aus Labor- und ­Praxistest. Unterstützung erhielt die MountainBIKE-Testcrew vom Heilbronner Institut für Mechatronik.

Im Labor für Technische Optik wurden die Lampen in eine spe­zielle, vollautomatische Prüfvorrichtung gespannt und die optischen Eigenschaften der Prüflinge ermittelt. Ein Motor bewegt für diesen Test die Lampen über ein definiertes Raster von 74 Zeilen und 74 Spalten. Mit dem in fünf Metern Entfernung angebrachten Luxmeter werden die Daten der insgesamt 5.476 Messpunkte aufgezeichnet.

Die Ausdehnung des Messbereichs ergibt sich von der Lampenmitte ausgehend durch eine Auslenkung von +/– 20 Grad in der Vertikalen und Horizontalen. Das Ergebnis jeder Messung mit Abbildern der Abstrahlcharakteristik der Lampen erlaubt Rückschlüsse auf Helligkeit und Lichtverteilung der Leuchten.

So lässt sich die maximale Lichtstärke (Candela) sowie die Lichtmenge (Lumen) berechnen. Hinweis: Die Angabe der Lichtmenge (in Lumen) in den Tabellen beziehen sich auf den in einem begrenzten Messfeld im Labor ermittelten Wert. Da viele Hersteller die gesamte, auch ungerichtete Lichtabgabe (etwa nach hinten) einer Lampe messen, weichen die MountainBIKE-Messwerte von den Lumen-Angaben der Hersteller ab.

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Redaktion

Acht Bike-Lampen zwischen 180 und 300 Euro im Test

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Die MountainBIKE-Messungen sind daher nur als Vergleichswert im Testfeld zulässig. Lichtmenge und Lichtverteilung fließen je zu 20 Prozent in die Wertung ein. Die Leuchtzeit wurde in der höchsten Leuchtstufe ermittelt und zählt mit zehn Prozent zum Gesamtergebnis.

Um diese zu ermitteln, wurden die Lampen drei Mal entladen. Zwei Tests führte MountainBIKE bei 21° C Raumtemperatur und einer Luftkühlung durch, eine weitere bei Außentemperaturen von 0° C.

Das Systemgewicht fließt mit weiteren zehn Prozent in die Bewertung ein. Neben der Laborprüfung mussten sich die Lichtanlagen in der Praxis bewähren: Montage, Bedienung im Dunkeln und wählbare Lichtmodi fließen unter den Punkt Handhabung mit 20 Prozent ein.

Um einen aussagekräftigen Fahreindruck (20 Prozent der Endnote) zu bekommen, schob die Testmannschaft Nachtschichten. Dabei mussten sich die Lampen bei schnellen Abfahrten auf Forstwegen genauso beweisen wie auf verwinkelten Wegen.

Bike-Lampen: Montagetipps für Lampe und Akku

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