Die MOUNTAINBIKE 40-Punkte-Inspektion Know How: MTB-Inspektion Schritt für Schritt

1/6 Bike-Reinigung: Das A und O der Bike-Pflege Schritt 1: Die Reinigung des Bikes

2/6 Laufräder: Damit es auch nach mehreren Monaten noch ordentlich rollt! Schritt 2: Das Checken der Laufräder

3/6 Bremsen: Das wohl wichtigste Bauteil am Rad! Schritt 3: Bremsen prüfen und einstellen

4/6 Antrieb: Für den richtigen Vortrieb sollte die Schaltung immer gründlich gepflegt werden! Schritt 4: Der Antrieb

5/6 Lager: Auch die Lager verlangen etwas Pflege! Schritt 5: Die Lager prüfen

6/6 Fahrwerk: Smooth bergab geht es nur mit gepflegten Federelementen! Schritt 6: Pflege des Fahrwerks

Chris Pauls
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MTB-Inspektion: In 40 Schritten zum perfekt gecheckten Bike!

Ein gepflegtes Rad ist ein schnelles Rad! Heute zeigen wir euch anhand einer einfachen 40-Schritt-Anleitung den Weg zum perfekt funktionierenden Mountainbike. Denn Wartung und Pflege sind besonders wichtig für die einwandfreie Funktion deines Mountainbikes.

Als erstes sollte man auf jeden Fall immer eine generelle Reinigung vornehmen, um den groben und auch feineren Dreck zu entfernen. Vorallem die Schaltung bedarf hier spezieller Fürsorge. Erst anschließend kann sollte man sich dann Schritt für Schritt den einzelnen Komponenten des Bikes widmen.
Als nächstes sollte man sich den Laufrädern sowie den Reifen widmen. Diese sicherheitsrelevanten Bauteile sollten regelmäßig überprüft werden, um Probleme draußen auf dem Trail zu vermeiden. Hier zeigen wir euch, wie ihr in 8 simplen Schritten eure Laufräder durchcheckt!
Der dritte Schritt dreht sich um die Bremsen. Hier ist es natürlich ganz besonders wichtig, auf eine einwandfreie Funktion zu überprüfen und den Verschleiß zu beurteilen. Gegebenenfalls müssen Bremsbeläge gewechselt werden oder die Bremse entlüftet werden. In selteneren Fällen kann es auch sein, dass eine Bremsscheibe ausgetauscht werden muss! Wir zeigen euch, wie es geht.
Es gibt fast nichts schlimmeres als das Knacken, Knarzen und Rasseln eines ungepflegten Antriebs. Um genau das zu vermeiden, sollte man daher auch den Schaltkomponenten die Ehre erweisen und sie hegen und pflegen. Durch die zeitige Reinigung des Antriebs vermindert man den Verschleiß sowie die Geräuschkulisse und erhöht damit gleichzeitig den Spaßfaktor.
Als nächstes zeigen wir euch, wie ihr euch um eure Lager kümmert. Durch Regen, Matsch, Schlamm und Sand sind vorallem Steuersatz und Tretlager besonders beansprucht! Daher bedarf es hier einer regelmäßigen Kontrolle und Pflege mit Fett. MOUNTAINBIKE Tipp: Durch eine vorsichtigere Reinigung und den Verzicht auf einen Hochdruckreiniger könnt ihr die Lebensdauer eurer Lager erhöhen!
Zu guter Letzt ist es nun an der Zeit, sich dem Fahrwerk zu widmen. Auch hier setzen Wind und Wetter dem Bike erheblich zu. Daher sollte man in regelmäßigen Abständen der Federgabel, dem Dämpfer und der Vario-Sattelstütze etwas Liebe schenken! Dadurch hält das Material nicht nur länger, sondern besticht auch durch eine bessere Performance.

Grundreinigung

Starten Sie mit einer Grundreinigung Ihres Bikes. Dazu benötigen Sie einen Eimer mit warmem Wasser und etwas BikeReiniger. Das Fahrrad wird nun mit Hilfe eines Schwammes oder einer weichen Bürste komplett eingeschäumt, sodass die Dreckkruste einweichen kann. Den gelösten Schmutz einfach mit klarem Wasser abspülen.

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Antrieb reinigen

Dreck im Antrieb fördert den Verschleiß, deswegen gilt auch hier: mit Fahrradreiniger oder, wenn zur Hand, mit speziellem Kettenreiniger den kompletten Antrieb von altem Öl und Schmutz befreien

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Ritzel reinigen

Säubern Sie die beiden Schaltröllchen. Mit Hilfe eines kleinen flachen Schraubendrehers lässt sich die Kruste aus getrocknetem Schmutz und Kettenöl leicht von den Schaltröllchen hebeln.

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Kette ölen

Nach dem Waschen ziehen Sie die Kette durch einen Lappen und lassen sie trocknen. Dann mit Kettenöl beträufeln/ einsprayen. Ziehen Sie die Kette nach einer kurzen Einwirkzeit erneut durch den Lappen.

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Überprüfen auf Lackschäden

Steinschlag, Kettenschlag, Stürze oder auch eine falsch verlegte Leitung können Rahmen oder Lack schaden. Ein genauer Blick lohnt, um einem größeren Schaden vorzubeugen

Chris Pauls

Reifen-Check

Kontrollieren Sie den Reifen auf Verschleiß, Risse, Schnitte oder gar Löcher. Spröde oder abgefahrene Stollen mindern die Performance Ihres Bikes spürbar. Gegebenenfalls steht ein Reifenwechsel an.

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Tubeless-Milch wechseln

Tubeless Milch sollte alle zwei bis sieben Monate erneuert werden. Lassen Sie dazu die Luft aus dem Reifen. Mit zwei Reifenhebern hebeln Sie dann einen Reifenwulst aus dem Felgenbett.

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Tubeless-Milch wechseln 2

Nun wischen Sie die alte Milch vollständig aus dem Reifen heraus. Am besten eignet sich ein saugstarkes Einwegtuch. Entsorgen Sie dieses anschließend im Restmüll.

Chris Pauls

Neue Milch einfüllen

Füllen Sie jetzt die neue, gut geschüttelte Dichtmilch ein. Die Füllmenge variiert je nach Reifenbreite, Durchmesser und Hersteller zwischen 60 ml und 100 ml. Ist dies geschehen, kann die Reifenseite wieder montiert werden.

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Aufpumpen

Nun gilt es, den Reifen schnell mit Luft zu fluten, damit sich der Reifenwulst ins Felgenbett drückt. Hierzu eignet sich am besten ein Kompressor, aber auch eine Pumpe mit „Boost“-Zusatztank. Prüfen Sie am Schluss den gleichmäßigen Sitz des Reifens.

Chris Pauls

Laufrad zentrieren

Hat Ihr Laufrad einen Schlag? Kein Problem. Montieren Sie einen Kabelbinder so, dass ein kleiner Spalt zwischen Felgenflanke und dem Kabelbinder entsteht. Sie müssen den Kabelbinder dazu auf eine geeignete Länge kürzen.

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Lokalisieren

Drehen Sie jetzt das Rad und merken Sie sich, wo ein großer Spalt zur Felge entsteht und wo der Kabelbinder schleift. Markieren Sie diese Stelle(n) mit Kreppband.

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Spannung einstellen

Korrigieren Sie nun den Seitenschlag, in dem Sie die Spannung auf die entsprechenden Speichen gegenüber(!) des Felgenschlags in Viertelumdrehung erhöhen.

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Bremsbeläge checken

Entfernen Sie ggf. den Sicherungssplint und lösen Sie Sicherungsschraube oder -bolzen. Falls Sie die Beläge tauschen möchten, geht es mit ausgebautem Laufrad etwas einfacher.

Chris Pauls

Bremsbeläge ausbauen

Jetzt entnehmen Sie die Beläge. Bei vielen Bremsen können diese nach oben entnommen werden. Achten Sie darauf, dass die kleine Spannfeder zwischen den Belägen nicht verloren geht.

Chris Pauls

Bremsbeläge prüfen

Neue Beläge weisen am Rand eine deutliche Kante auf (rechts), verschlissene sind oft sogar bis zur Trägerplatte abgenutzt. Dann steht dringend ein Wechsel an, bevor die Bremsscheibe Schaden nimmt.

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Bremse schnell und einfach entlüften

Mit der Zeit zieht die beste Bremse Luft – das meiste davon im Hebel. Zur Schnell-Entlüftung benötigen Sie nur eine mit Öl bzw. DOT befüllte Spritze bzw. bei Shimano den Trichter.

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Bremse entlüften 2

Entlüftungsschraube rausschrauben, Spritze/Trichter ansetzen. Nun leichten Unterdruck herstellen, um Luftblasen aus dem Hebel zu saugen. Öl / DOT nachgeben, Spritze abnehmen, Port schließen. Fertig!

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Bremsscheibe prüfen

Auch Bremsscheiben können verschleißen. Das geschieht aber selten, es sei denn, Sie fahren mit abgefahrenen Belägen herum (siehe oben). Meist steht das Mindestmaß auf der Scheibe.

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Bremsscheiben messen

Um das Maß der Scheiben zu prüfen, benötigen Sie einen Messschieber. Messen Sie mit diesem die Scheibendicke in der Mitte der Kontaktfläche. Eine Sram-Disc sollte beispielsweise nicht unter 1,55 mm liegen.

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Kette prüfen

Prüfen Sie Kettenverschleiß bzw. -längung mittels Kettenlehre. Das Intervall dafür liegt je nach Fahrweise, Qualität und Pflege der Kette bei 500–1000 km. Im Zweifel die Kette besser zu früh als zu spät tauschen.

chris pauls

Kettenblatt checken

Durch Aufsetzer, Steinschlag und den normalen Verschleiß kann das Kettenblatt Schaden nehmen. Begutachten Sie in diesem Schritt genau die Zähne auf Ausbrüche oder anderweitige Beschädigung.

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Kontrolle der Kassette

Kontrollieren Sie an der Kassette ebenfalls, ob einzelne Zähne Verformungen oder Verschleiß aufweisen. Entfernen Sie Fremdkörper, die sich zwischen die Ritzel gesetzt haben.

chris pauls

Züge ölen

Mit Silikonöl können Sie schwergängige Züge wieder etwas gängiger machen. Dazu schalten Sie den Hebel so, dass Sie die Zugaußenhülle leicht aushängen können, um den Schaltzug zu schmieren.

chris pauls

Zugspannung prüfen

Vor allem bei Neurädern „setzen“ sich die Züge noch etwas, sodass die Schaltung dann nicht mehr präzise schaltet. Drehen Sie bei Bedarf die Zugspannschraube am Schalthebel um eine viertel Umdrehung gegen den Uhrzeigersinn. Prüfen, ob die Schaltung besser läuft.

chris pauls

Steuersatz reinigen

Vor allem der Steuersatz steht unter ständigem Beschuss von Wasser und Schmutz und sollte regelmäßig gepflegt werden. Lösen Sie dazu zunächst die Vorbau-Schrauben und entfernen Sie die „A-Head“-Schraube (siehe Bild).

Chris Pauls

Vorbau abnehmen und Gabel ausbauen

Nun lässt sich der Vorbau samt Lenker ab- und die Gabel nach unten entnehmen. Da die Züge noch am Rad befestigt sind, sollten Lenker und Gabel vorsichtig auf Boden oder Werkbank abgelegt werden.

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Lager entfernen

Nun liegen die Lager – meist gekapselte Industrielager – frei, sodass Sie sie entnehmen können. Benutzen sie hierfür ein sauberes Tuch, mit dem Sie den Lagersitz anschließend gründlich reinigen.

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Lager entfernen 2

Vorsicht: Das untere Lager kann schon beim Gabelausbau herausfallen. Falls es noch in der Lagerschale sitzt, entnehmen Sie es. Reinigen Sie anschließend den Sitz gründlich mit einem Lappen.

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Lager reinigen

Auch die beiden Lager sollten gründlich gereinigt werden. Es reicht in der Regel aus, dies mit einem sauberen Tuch zu tun. Die Lager sollten anschließend keine Schmutzpartikel mehr aufweisen.

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Lager fetten

Beim Einsetzen der Lager sollten Sie den Sitz und das Lager selbst ringsherum einfetten. Das schützt vor Wasser und minimiert Knacken. Anschließend bauen Sie Gabel und Vorbau mit Lenker wieder fachgerecht ein.

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Laufflächen prüfen

Am Fahrwerk sollten Sie zunächst die Laufflächen an Dämpfer und Gabel (Bild oben) auf Beschädigungen prüfen. Bei Macken müssen Sie das Bauteil zum Service einschicken, da sonst die Dichtungen im Inneren beschädigt werden.

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Spiel prüfen

Zum Prüfen des Buchsenspiels Ihrer Gabel ziehen Sie die Vorderradbremse und legen zwei Finger auf den Übergang von Tauchzu Standrohr. Beim Vor- und Zurückbewegen sollte kein Spiel auftreten.

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Dichtungen reinigen

Reinigen Sie die Dichtung mit einem fusselfreien und sauberen Lappen. Nicht nur an der Gabel befinden sich Dichtungen, sondern auch am Dämpfer. Verwenden Sie hierbei keine aggressiven Reiniger.

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Dichtungen ölen

Sie können den Dichtungen ein wenig Gabelöl verabreichen. Dazu heben Sie zuerst vorsichtig die kleinen Federringe (siehe Bild) von den Dichtungen ab und halten diese mit einer Hand hoch.

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Gabel ölen

Nun hebeln Sie die Dichtung leicht mit einem Kabelbinder oder einem Zahnstocher auf und träufeln ein paar Tropfen des Gabelöls hinein. Drücken Sie anschließend die Federringe wieder in ihren Sitz.

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Einfedern

Nachdem Sie die Dichtungen geölt haben, federn Sie die Gabel bzw. das Fahrwerk einmal mit viel Kraft ein. Das eingeträufelte Öl schwemmt nun Schmutz aus dem Inneren heraus. Wischen Sie dieses anschließend mit einem sauberen Tuch ab.

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Sattelstütze checken

Prüfen Sie, ob Ihre VarioSattelstütze seitlich oder vertikal Spiel aufweist. Bei vertikalem Spiel ist bei den meisten Stützen ein Service nötig. Ein gewisses seitliches Spiel ist hingegen „okay“.

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Dichtung reinigen

Wie bei den Federelementen muss auch die Dichtung der VarioSattelstütze regelmäßig gereinigt werden. Hierzu verwenden Sie am besten einen fusselfreien, sauberen Lappen.

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Stütze ölen

Ein kleiner Tropfen Öl kann auch der Dichtung der Vario-Stütze nicht schaden. Nehmen Sie das gleiche Gabelöl wie bei der Federung. Dichtung leicht aufhebeln, Öl einträufeln und Hub betätigen.

Chris Pauls

Bike konservieren

Zu guter Letzt tragen Sie, wenn vorhanden, ein LackschutzSpray auf (z. B. Motorex BikeShine, 10 Euro). Sprühen Sie dieses aber nicht auf die Bremsscheiben oder Laufflächen der Federelemente. Und: Fertig!

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