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Federgabel-Kaufberatung: In drei Schritten zur neuen Gabel

Wahlhilfe

Eine neue Federgabel reißt ein ordentliches Loch ins Portemonnaie – der Kauf will gut überlegt sein! MB hilft bei der Entscheidung und erklärt, worauf es ankommt.

Kaum ein Anbauteil beeinflusst die Performance eines Mountainbikes in ähnlichem Maß wie eine Federgabel. Und kaum ein anderes Teil ist beim Neukauf so teuer. Klar, dass eine solche Anschaffung deshalb gut überlegt sein sollte. Ist die Entscheidung für den Neukauf gefallen, gilt es zu prüfen, was die neue Gabel können soll – und was sie auf jeden Fall können muss.

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Nicht immer ist es das neueste Topmodell eines bestimmten Herstellers, das zu den eigenen Anforderungen und dem Charakter des Bikes am ehesten passt. Gerade die Ausstattung der Gabel verdient Beachtung: Viele hochwertige Modelle sind in unterschiedlichen Varianten erhältlich und unterscheiden sich oft nur in Details: Höhenverstellung, Lenker-Remote oder einstellbare Druckstufe sind häufig nur als Option lieferbar.

Wer sich unsicher ist, sollte zunächst einmal ehrlich zu sich selbst sein: Werden eventuell vorhandene Features überhaupt sinnvoll genutzt – oder ist im Zweifelsfall sogar weniger mehr? Nicht jeder Biker hat Spaß daran, sich mit aufwendigen Einstelloptionen auseinanderzusetzen oder endlos am passenden Setup zu tüfteln.

Zu guter Letzt muss die Gabel ins Bike passen. Die Fallstricke: Teilweise inkompatible Einbau- und Steuerrohrmaße sowie zahlreiche Achs- und Bremsbefestigungsstandards verlangen nach sorgfältiger Prüfung, damit der Gabelkauf nicht teure Folgeanschaffungen nach sich zieht.

Schritt 1: Wann macht eine neue Gabel Sinn?

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Wirtschaftlichkeit:
Wer die Verkaufspreise von Federgabeln mit den Neupreisen von Komplettbikes abgleicht, wird sich in vielen Fällen wundern: In so manchem Rad steckt eine Gabel, die locker die Hälfte des Fahrrad-Gesamtpreises ausmacht – oder mehr.

Wie kann das sein? Des Rätsels Lösung: Hersteller, die Komponenten anderer Anbieter in ihren Bikes verbauen, kaufen diese zu Sonderkonditionen ein, die deutlich unter den offiziellen Verkaufspreisen an Endkunden liegen und mengenabhängig gestaffelt sind.

Im Klartext: Wer große Stückzahlen abnimmt, zahlt weniger. Das erklärt, warum ein Komplettbike im Normalfall immer günstiger zu haben ist als die daran verbauten Teile im Einzelkauf. Und es erklärt auch, warum der Kauf einer neuen Gabel wirtschaftlich nicht immer sinnvoll ist.

Übersteigt doch deren Kaufwert den Zeitwert so manchen Bikes mitunter beträchtlich. Dann lohnt es sich abzuwägen, ob es tatsächlich das jeweils neueste Gabelmodell eines bestimmten Herstellers sein muss. Wer sich etwa für ein Vorjahresmodell entscheidet, kann oft eine Menge Geld sparen. Sinnvoll ist es auf jeden Fall, die Preise sorgfältig zu vergleichen.

Dennoch sollten wirtschaftliche Erwägungen nicht allein den Ausschlag geben. Wer einmal erfahren durfte, wie nachhaltig eine Top-Gabel die Performance eines angejahrten Bikes verändern – und verbessern – kann, sieht die Aufrüstung mit ganz anderen Augen. Zumal, wenn es darum geht, ein ganz besonderes Schätzchen fit für die nächsten Jahre zu machen.

Performance:
Wie lässt sich feststellen, ob die alte Gabel noch einen guten Job macht? Am besten im direkten Vergleich mit einer neuen, etwa bei der Ausfahrt mit Kumpels oder beim Händler Ihres Vertrauens! Denn wer jahrelang auf dem gleichen Bike unterwegs ist, gewöhnt sich an bestimmte Eigenheiten, schleichender Performance-Verlust der Federelemente fällt dann kaum auf.

Voraussetzung für einen aussagekräftigen Vergleich: Nicht nur die alte, auch die neue Gabel muss optimal eingestellt sein! Achten Sie auf ein korrektes Setup – nur so holen Sie das Maximum aus jeder Forke raus!

Vergessen Sie nicht, einen eventuell fälligen Gabelservice durchführen zu lassen. Der reicht oft schon aus, um ein völlig neues Fahrgefühl zu erleben: Eine frisch gewartete/geschmierte Forke funktioniert geschmeidiger und spricht viel feiner an. Sie vermissen dennoch Führung und Präzision auf dem Trail? Auch hier kann eine neue Gabel oft Abhilfe schaffen.

In Sachen Gewicht und Steifigkeit hat sich in den letzten Jahren viel getan: Selbst leichte Race-Gabeln bieten inzwischen gute Steifigkeitsreserven. Wenn‘s etwas mehr Hub sein soll: Federwege um 150 mm inklusive Absenkmöglichkeit bieten inzwischen viele Gabeln, die deutlich unter der Zwei-Kilo-Grenze bleiben.

Ist die Entscheidung erst einmal gefallen, sollten Sie darauf achten, dass die Charakteristik der neuen Gabel zu Ihren Fahrgewohnheiten passt, Hilfestellung gibt MB in jedem Vergleichstest.

Schritt 2: Was eine neue Gabel können muss

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Federweg Die neue Gabel muss zum und ins Bike passen. Sie wollen mehr Federweg als mit der alten Gabel? Dann sollten Sie Freigaben des Rahmenherstellers prüfen. 10 bis 20 mm Zuwachs sind oft problemlos machbar. Viele Hersteller verbauen auch ab Werk Gabeln mit unterschiedlichem Hub im gleichen Rahmen. Beachten Sie dabei aber unbedingt, dass Abweichungen die Geometrie und Hebelverhältnisse (nachteilig) verändern können.

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Lockout und Plattform An jeder Luftfedergabel lässt sich die Federhärte (über den Luftdruck) aufs Fahrergewicht abstimmen. Auch eine einstellbare Zugstufe (regelt die Ausfedergeschwindigkeit, Bild li.) ist bei allen höherwertigen Modellen Standard.

An Luftfedergabeln ebenfalls meist vorhanden ist eine zuschaltbare Blockiermöglichkeit (Lockout), die das Einfedern, je nach Ausführung, mehr oder minder komplett verhindert. Sinnvoll ist der Lockout für alle, die häufig auf gut ausgebauten Wegen, auf Asphalt sowie im Wiegetritt fahren. Eine einstellbare Plattformdämpfung hilft ebenfalls, Wippen zu unterbinden, blockiert aber die Gabel nicht völlig.

Die Frage "Lockout oder Plattform?" ist reine Geschmacksache, wenigstens einer der beiden Wippunterdrücker ist aber in jedem Bike sinnvoll, das nicht überwiegend als Down­hiller gefahren wird. In vielen Gabelmodellen sind sogar beide Systeme verbaut.

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Federwegsverstellung Eine Absenkfunktion zur Reduzierung des Federwegs ist bei Gabeln ab 120 mm sinnvoll, da sie hilft, an steilen Anstiegen mehr Druck aufs Vorderrad zu bringen. Die Absenkung erfolgt, abhängig vom Hersteller, stufenlos oder gerastert in Stufen.

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Lenkerfernbedienung (Remote) Im ruppigen Gelände die Hand nicht vom Lenker nehmen zu müssen ist ein echter Sicherheitsgewinn. Wer Federwegsverstellung oder Lockout häufig nutzt, sollte deshalb – wenn für das gewünschte Modell lieferbar – zur Variante mit Fernbedienung greifen.

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Druckstufe Eine regelbare Druckstufendämpfung, die die Einfedergeschwindigkeit bestimmt, arbeitet parallel zur Luftfeder und kann auch als Plattform fungieren (Bild re.). An lang-hubigen Gabeln lassen sich häufig High- und Lowspeed-Druckstufe separat einstellen. Das ist sinnvoll, um die Performance etwa beim Springen (Highspeed) zu verbessern.

Schritt 3: Worauf Sie beim Kauf achten sollten

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Einbaulänge Die Einbauhöhe der Gabel hängt maßgeblich von deren Federweg ab. Doch auch innerhalb einer Feder­wegs­kategorie gibt es Unterschiede. Wer die gewohnte Geometrie seines Bikes nicht verändern möchte, sollte das Maß der ursprünglich verbauten Gabel beim Neukauf kennen und berücksichtigen. Gemessen wird von Achsmitte bis zur Oberkante Gabelkrone.

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Schaftrohrdurchmesser Er wird in Zoll angegeben und beträgt bei den meisten Bikes 1 1/8 Zoll. Bei abfahrtsorientierten Bikes sind 1,5-Zoll-Schaftrohre gängig. Immer beliebter werden Bikes mit Steuerrohren für konische Gabelschäfte mit 1 1/8 Zoll oben und 1,5 unten (siehe Bild li.). Eine Gabel mit 1,5-Zoll-Schaftrohr passt nicht in Steuerrohre, die für 1 1/8 ausgelegt sind. Im umgekehrten Fall helfen Reduziersteuersätze weiter.

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Reifenfreiheit Wer breite Reifen bevorzugt und auch im Touren- oder Racebike Pellen mit mehr als 2,25" aufziehen möchte, sollte unbedingt die Reifenfreiheit beachten. Herstellerangaben helfen leider nur bedingt weiter, da Baubreite und -höhe vieler Reifen deutlich von den Nominalmaßen abweichen.

Auch die verwendete Felge hat Einfluss auf das Reifenvolumen. Im Zweifelsfall vor der ersten Ausfahrt checken! Ein Reifen, der beim Durchschlag an die Gabelkrone stößt (Bild re.), kann böse Stürze verursachen.

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Achs-Standards Noch vor zwei Jahren waren Steckachs-Systeme in Race- oder Tourengabeln kein Thema. Inzwischen kommen auch solche Gabeln immer häufiger mit 15-mm- oder 20-mm-Steckachse. Sollen vorhandene Laufräder in einer neuen Gabel weiterhin zum Einsatz kommen, lohnt es sich deshalb, eine dazu passende Gabel zu kaufen. Oder wenigstens im Vorfeld zu prüfen, ob der Laufrad-/Naben-Hersteller Nabenumbaukits für unterschiedliche Standards anbietet.

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Scheibenbremsbefestigung Postmount oder IS 2000? Für Scheibenbremsen und deren Befestigung an der Gabel existieren zwei unterschiedliche Standards. Postmount-Sockel gibt‘s außerdem noch in drei unterschiedlichen Maßen (PM 6", 7" und 8"), die eine Direktbefestigung von PM-Bremsen je nach Scheibengröße erlauben. Grundsätzlich lassen sich alle Bremsen über entsprechende Adapter (Bild re.) an jeden Sockel adaptieren, Sie benötigen nur den passenden. Welcher das ist, hängt ab von: Gabelsockel, Bremssattel und der verbauten Scheibengröße.

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