Teil des
MB MTVB-Lexikon Rahmen

MountainBIKE-Lexikon: Alles über Rahmen

MTB-Rahmen von A-Z

Der Rahmen ist das Herzstück jedes Mountainbikes und die Schnittstelle für viele Anbauteile. Dementsprechend umfangreich ist das Fachvokabular rund um den Rahmen. Selbst Technik-Kenner kommen da ins Grübeln. MountainBIKE erklärt die wichtigsten Begriffe.

A-E: Abgestützter Eingelenker, Aluminium, Anodisieren, Aufnahme, BB30, Bremssockel, BSA, Carbon, Diamantrahmen, Direct Mount, Eingelenker, Eloxieren, E-Type

Abgestützter Eingelenker

(siehe Eingelenker)

Aluminium
Das am häufigsten verwendete Rahmenmaterial. Kommt nie in reiner Form, sondern immer als Legierung (Grundmetall mit Zusatzstoffen) zum Einsatz. Relativ preisgünstig und mit hoher gestalterischer Freiheit zu verarbeiten.

Anodisieren
(siehe Eloxieren)

Ausfallende

Laufrad-Aufnahme an Hinterbau oder Gabel. Verschiebbare Ausfallenden dienen zum Spannen der Kette (etwa für Rohloff oder Singlespeed), bei manchen Rahmen lässt sich die Aufnahme tauschen.

BB30

Von FSA und Cannondale gemeinsam entwickelter und freigegebener Innenlager-Standard. Die Tretlagerwelle besitzt einen Durchmesser von 30 Millimeter und dreht sich in einem überdimensionalen Tretlagergehäuse mit einer integrierten Lagerung.

Bremssockel

Zwei Bolzen an Sitzstrebe/Gabel zur Befestigung von Cantilever-Bremsen oder V-Brakes. An hochwertigen Rahmen nur noch selten zu finden, da hier meist Scheibenbremsen verbaut werden.

BSA

Gebräuchliche Bezeichnung für Innenlager mit Gewindeschalen zur Montage im Tretlagergehäuse. Auf der rechten Seite befindet sich ein Linksgewinde. Sram verwendet die Bezeichnung GXP.

Carbon

Verbundwerkstoff aus Kohlefasern, die durch spezielles Epoxidharz in Form gebracht werden. Die Fertigung ist aufwendig (Handarbeit) und teuer, Carbon ermöglicht aber sehr leichte und steife Rahmen.

Diamantrahmen

(siehe unter Hardtail)

Direct Mount

MB_1209_RahmenABC_B_H_MG_7369 (jpg)
Direct Mount: der Umwerfer wird direkt mit Schrauben am Rahmen fixiert.

Anstatt mit der üblichen Schelle wird der Umwerfer direkt mit Schrauben an speziellen Gewindebohrungen am Rahmen fixiert. Eine Sonderlösung bietet Shimano mit E-Type. Der Umwerfer klemmt mit einer Schraube am Sitzrohr und stützt sich gleichzeitig via Blech am Innenlager ab.

Eingelenker

MB Eingelenker
Funktionsprinzip eines Eingelenkers.

Kennzeichen ist der fixe Drehpunkt, um den der Hinterbau schwenkt und wodurch das Hinterrad beim Einfedern einen konstanten Radius beschreibt. Bei traditionellen Eingelenkern stützt sich der Hinterbau direkt am Dämpfer ab, bei so genannten abgestützten Eingelenkern (auch als Mehrgelenker bezeichnet) leitet ein zusätzlicher Umlenkhebel die Kräfte in das Federbein ein.

Eloxieren

Eine elektrochemische Oberflächenbehandlung für Alu-Teile, auch als Anodisierung bezeichnet. Es bildet sich eine dünne, kratzfeste Oxidschicht, die sich einfach einfärben lässt.

E-Type

(siehe Direct Mount)

G-K: Geometrie, Gusset, Hardtail, Hauptlager, Hauptrahmen, Hinterbau, Horst-Link, Hydroforming, Innenlager, Innenverlegte Züge, Integriertes Steuerlager , IS 2000, Kleben, Konifizierung, Konisches Steuerrohr

Geometrie

Beschreibt sämtliche Abmessungen und Winkel des Rahmens und beeinflusst das Fahrverhalten entscheidend mit.

Gusset
Verstärkungsbleche, die an hoch beanspruchten Stellen am Rahmen angeschweißt werden, um so die Festigkeit zu steigern, etwa zwischen Unter- und Steuerrohr.

Hardtail

Bikes mit Federgabel, aber ohne Hinterradfederung. Die Rahmen werden auf Grund ihrer Form auch als Diamantrahmen bezeichnet.

Hauptlager

Abbildung Seite 96, Nummer 4. Bezeichnet in der Regel das größte Lager, das den Hinterbau (siehe dort) mit dem Hauptrahmen (siehe dort) verbindet.

Hauptrahmen

Bezeichnet das vordere Rahmendreieck, bestehend aus Ober-, Steuer- Unter- und Sitzrohr.

Hinterbau

Das hintere Rahmendreieck, bestehend aus Sitzrohr, Ketten- und Sitzstreben.

Horst-Link

Ein Gelenk an der Kettenstrebe, nahe der Hinterradnabe, das die Grundlage jedes Viergelenker bildet. Benannt nach dem Erfinder Horst Leitner, Patentinhaber ist Specialized.

Hydroforming

MB_1209_RahmenABC_B_H_MG_7365 (jpg)
Hydroforming verbessert die Steifigkeit.

Ein Wasser-Öl-Gemisch presst ursprünglich runde Rohre unter Hochdruck in eine fast beliebige Querschnittsform. Dadurch lässt sich die Steifigkeit optimieren, und die individuelle Optik wird zum Wiedererkennungsmerkmal.

Innenlager

Bezeichnet die Lagerung der Kurbel, die im Tretlagerehäuse montiert wird.

Innenverlegte Züge

Schaltzüge, die direkt durch die Rahmenrohre verlaufen. Vorteile: aufgeräumte Optik, weniger Scheuerstellen zwischen Zügen und Rahmen.

Integriertes Steuerlager

(siehe Steuerlager)

IS 2000

(siehe Scheibenbremsaufnahme)

Kleben

Kommt vorwiegend bei der Herstellung und beim Fügen von Carbon-Rohren zum Einsatz. Die hohen Festigkeiten und der fehlende negative Wärmeeinfluss machen Klebverbindungen auch für Metalle immer interessanter.

Konifizierung

Rohre mit variablen Durchmessern. Variiert der Innendurchmesser, spricht man von Innenkonifizierung, ändert sich der Außendurchmesser, von Außenkonifizierung. In beiden Fällen lässt sich Gewicht und Steifigkeit der Rohre steuern.

Konisches Steuerrohr

Für Gabeln konstruiert, deren konischer Schaft an der Unterseite einen Durchmesser von 1,5 und an der Oberseite von 1 1/8 Zoll hat. Diese Bauweise soll einen optimalen Mix aus hoher Steifigkeit und geringem Gewicht garantieren.

L-S: Löten, Monocoque, Muffen, Nasslack, Oversized, Postmount , Pressfit, Pulverbeschichtung, Schaltauge, Scheibenbremsaufnahme, Schweißen, Schwimmend gelagert, Semiintegriert, Smooth welded, Stahl, Steuerlager

Löten

Traditionelles Verfahren zum Fügen von Stahlrohren. Funktioniert mit oder ohne Muffen (siehe dort). Anders als beim Schweißen (siehe dort) schmilzt beim Löten nur der Zusatzstoff und verbindet die Rohre.

Mehrgelenker
(siehe unter Eingelenker)

Monocoque

Teures und aufwendiges Verfahren zur Herstellung von Carbon-Rahmen. Der komplette Rahmen oder einzelne Rahmenabschnitte werden als ein Stück geformt und gebacken.

Muffen

Spezielle Verbindungshülsen zwischen einzelnen Rohren, die geschweißt, gelötet oder geklebt für einen festen Zusammenschluss sorgen.

Nasslack

Häufig verwendete Oberflächenbehandlung für Metallteile. Der Lack wird via Lösungsmittel dünnflüssig aufgebracht und schützt vor Korrosion und bedingt auch vor mechanischen Einwirkungen.

Oversized

Bezeichnet die typisch großvolumigen Rohre bei Alu-Rahmen. Der große Durchmesser bei geringer Wandstärke macht die Rohre leicht und steif. Mit Aluminium gut umzusetzen.

Postmount

(siehe Scheibenbremsaufnahme)

Pressfit

Montage-Standard für Innenlager, bei dem das Gehäuse im Gegensatz zu BSA nicht ins Tretlagergehäuse geschraubt, sondern eingepresst wird.

Pulverbeschichtung

Mit Hilfe von Elektrostatik wird feines Kunststoffpulver auf metallische Oberflächen aufgebracht. Danach erfolgt eine Wärmebehandlung, bei der das Pulver zu einer schlagfesten Oberflächenbeschichtung verschmilzt.

Schaltauge

Befestigungsmöglichkeit für das Schaltwerk. Meist austauschbar.

Scheibenbremsaufnahme

MB_1209_RahmenABC_IMG_8144 (jpg)
Bei der Scheibenbremsaufnahme gibt es zwei Standards: IS 2000 (linker Rahmen) und Postmount (rechter Rahmen).

Befestigungsmöglichkeit für den Bremssattel. Es existieren zwei verschiedene Standards – IS 2000 (linker Rahmen im Bild) und Postmount (rechter Rahmen im Bild).

Schweißen

Übliche Fügetechnik für Metallrohre. Dabei schmelzen die Verbindungsstellen und werden mit oder ohne Zusatzstoff miteinander verbunden.

Schwimmend gelagert

Der Dämpfer lagert „schwimmend“ zwischen zwei Hebeln und ist nicht wie bei üblichen Systemen an einer Seite fix mit dem Hauptrahmen verbunden.

Semiintegriert

(siehe Steuerlager)

Smooth welded

Glatte Schweißnähte, die durch eine zusätzliche Wärmebehandlung – nicht durch Abschleifen – entstehen. Das Verfahren soll die negative Kerbwirkung gegenüber normalen Schweißnähten reduzieren.

Stahl

Traditioneller Rahmenwerkstoff, der geschweißt oder gelötet wird und mit hoher Festigkeit und Sicherheit gegen Überlastbrüche glänzt. Korrosionsschutz notwendig!

Steuerlager

Auch als Steuersatz bezeichnet. Steckt im Steuerrohr (siehe dort) und lagert die Gabel. Immer häufiger kommen so genannte integrierte Lager zum Einsatz, wo sich im Gegensatz zu klassischen Ahead-Steuersätzen die Lagerung im Innern des Steuerrohrs befindet. Semi-integrierte Lager arbeiten mit einer dünnen, eingepressten Lagerschale, bei vollintegrierter Bauweise ist die äußere Lagerschale fix in das Steuerrohr mit eingearbeitet.

T-Z: Tapered-Steuerrohr, Titan, Tretlager, Tube to Tube, Übersetzungsverhältnis, Umlenkhebel, Viergelenker, Virtueller Drehpunkt, Vollintegriert, VPP, Wippe, Zuganschlag

Tapered-Steuerrohr

(siehe ­konisches Steuerrohr)

Titan
Edler Rahmenwerkstoff mit Festigkeiten ähnlich wie bei Stahl, dabei etwa 40 Prozent leichter. Kein Oberflächenschutz notwendig, sehr teuer und schwierig zu verarbeiten.

Tretlager
(siehe Innenlager)

Tube to Tube

Vorgefertigte Carbonrohre mit gehrungsgeschnittenen Enden werden ohne Muffen mit einem Spezialkleber miteinander verklebt.

Übersetzungsverhältnis

Beschreibt das Verhältnis zwischen Federwegänderung und Dämpferhubänderung. Beispiel: entsprechen drei Zentimeter Federwegänderung einem Zentimeter Hub am Dämpfer, dann beträgt das Übersetzungsverhältnis drei zu eins.

Umlenkhebel

Lagert am Hauptrahmen und leitet die Kräfte des Hinterbaus in den Dämpfer ein.

Viergelenker

MB_1209_RahmenABC_Federung-5 (jpg)
Funktionsweise eines Viergelenkers.

Kennzeichen ist das so genannte Horst-Link, das den Vier- vom abgestützten Eingelenker unterscheidet. Die Sitzstrebe lagert zwischen zwei häufig parallel angeordneten Hebeln.

Virtueller Drehpunkt

Durch die spezielle Anordnung der Gelenke bei VPP-Hinterbauten (siehe dort) und Viergelenkern (siehe dort) resultiert ein Drehpunkt des Hinterrads, der außerhalb des Rahmens liegt und sich während des Einfedervorganges verändert.

Vollintegriert

(siehe Steuerlager)

VPP

MB_1209_RahmenABC_Federung-8 (jpg)
Das "Virtual Pivot Point"-Hinterbausystem.

Steht für „Virtual Pivot Point“ (siehe virtueller Drehpunkt) und bezeichnet umgangssprachlich ein spezielles Hinterbau-System. Dabei bilden Sitz- und Kettenstrebe eine starre Verbindung, die über zwei kurze Schwinghebel am Hauptrahmen lagert.

Wippe

(siehe Umlenkhebel)

Zuganschlag

Abstützung für die Außenhülle am Rahmen. Der Seilzug läuft durch eine kleine Öffnung weiter.

Rahmen und Hinterbau im Detail

Rahmen im Detail (Klick aufs Bild öffnet die Großversion)

MB_1209_RahmenABC_RahmenUS (jpg)

Hinterbau im Detail (Klick aufs Bild öffnet die Großversion)

MB_1209_RahmenABC_HinterbauUS (jpg)
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