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Touren planen und durchführen – die wichtigsten Tipps

Entspannt auf Tour

Ausgedehnte Touren bedeuten Bike-Genuss pur! MB zeigt in fünf Schritten, wie die jede Tour zum vollen Erfolg wird.

Faszination Tour – kaum ein Mountainbiker kann und will sich ihr entziehen. Warum? Weil es einfach ein gutes Gefühl ist, zwei Tage Bürostuhl gegen zwei Tage im Sattel zu tauschen. Weil ­klare, kühle Bergluft eben besser ist als Klimaanlagenmief. Weil es aufregend ist, nä­chtelang über Karten und am PC ­gesessen zu haben und jetzt endlich den inneren Startschuss zu hören. Weil es schlicht­weg ein atemberaubendes Erlebnis für jeden Biker ist, aus eigener Kraft neue Berge, Wälder und Täler zu entdecken. Eben deshalb.

21st Century Adventurer Award
Szene

Doch halt! Anders als die tägliche Runde im Heimatrevier um die Ecke stellen Tages- und Mehrtagestouren höchste Ansprüche an Biker. Und das bereits vor der allerersten Pedalumdrehung. Wie lange wollen Sie fahren? Wird das Ganze eine One-Man-Show oder ein Gruppenerlebnis? Wer transportiert das Gepäck, was muss mit ...? Damit Ihr Bike-Urlaub nicht von der Traumtour zum Tourentrauma mutiert, hat MB für Sie alle entscheidenden Tipps zusammengestellt – von der ersten Überlegung bis hin zum Plan B für unterwegs.

Alles-Drin-Sorglos-Paket. Zunächst einmal gilt es die Frage zu klären, wie lang die Tour dauern soll. Zwischen Ein-Tages-Ausfahrt und Alpencross liegt eine beträchtliche Spanne. Allein, mit Freunden oder in einer geführten Gruppe? MB sagt Ihnen, worauf Sie bei der Planung und Vorbereitung achten sollten. Auf welches Equipment können Sie sich unterwegs verlassen? Wie bereiten Sie sich selbst und Ihr Bike optimal auf die Tour vor? MB verrät es Ihnen.

Ebenso, wie Sie auch lange Abschnitte entspannt und sicher bewältigen, knifflige Stellen und ruppige Abfahrten inklusive. Und selbst wenn doch mal was schiefgeht, muss das nicht das Ende der Tour bedeuten. Was im Falle einer Panne zu tun ist? Die Antworten bekommen Sie hier. Kaum etwas ist schließlich nerviger, als wenn nach intensiver Vorbereitung – und immenser Vorfreude – die Ausfahrt nach wenigen Stunden zu scheitern droht.

Lust bekommen? MB wünscht Ihnen viel Spaß auf Ihrer Traumtour!

Panne auf Tour - Die 10 besten Tricks

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Die richtige Planung

Für viele Biker ist es der Höhepunkt ihrer Saisonplanung: die große Tour im Sommer. Dass die schönsten Tage des Jahres auch wirklich zum Highlight werden, können Sie durch sorgfältige Planung und Vorbereitung sicherstellen. Etwa durch die Wahl Ihrer Mitfahrer.

In der Gruppe

Allein über die Alpen? Was für Einzelgänger nach einer reizvollen Herausforderung klingt, dürfte für die Mehrzahl der Biker keine echte Option sein. Von den damit verbundenen Risiken einmal abgesehen, bringt die Reise in der Gruppe einfach mehr Spaß. Was natürlich auch für die Tages- oder Wochenendtour gilt. Ideal sind nicht zu große Gruppen mit einer geraden Anzahl an Teilnehmern: Sehr große Gruppen sind meist deutlich langsamer unterwegs als kleine Grüppchen. Fotostopps, Pinkelpausen und Pannen kosten einfach Zeit. Auch unterschiedliche Leistungsniveaus ziehen eine große Gruppe schnell auseinander.

Mit wem?

Wenn schon das einfache Miteinander der Tourteilnehmer nicht reibungslos klappt, wird‘s schnell zäh: Unterschiedliche Ansprüche, ungleiche körperliche Verfassung, Uneinigkeit über den Ablauf der Tour – die Ursachen für Zwist und geplatzte Tourenträume können unterschiedlichster Natur sein. Deshalb sollte bereits im Vorfeld nicht nur allen Beteiligten klar sein, wohin die Reise geht, sondern auch unter welchen Voraussetzungen. Denn: Genaue Abstimmung der Interessen hilft, vermeidbare Stolpersteine aus dem Weg zu räumen.

Auf eigene Faust

Wer die Herausforderung sucht, geht seinen eigenen Weg. Die eigene Route zu planen und auch mal abseits ausgetretener Pfade unterwegs zu sein, das hat mit Sicherheit seinen ganz eigenen Reiz – erfordert aber auch eine besonders sorgfältige Planung. Einfacher ist es, bereits ausgearbeitete Touren nachzufahren. Ausführliche Routenbeschreibungen, Roadbooks oder gar GPS-Daten machen die Orientierung unterwegs zum Kinderspiel. Ideen für Traumtouren jedweder Couleur – mit allen dazugehörigen Infos – finden Sie auf unseren Reise-Seiten. Zu vielen Touren bietet MountainBIKE die entsprechenden GPS-Daten gleich mit an – natürlich kostenlos.

Geführte Gruppen

Für Individualisten meist keine Alternative, empfiehlt sich die geführte Tour für alle, die zu wenig Zeit für eigene Planungen haben. Oder für Biker, die Anschluss suchen, weil sie im persönlichen Umfeld keine geeigneten Tourenpartner finden.

Gepäck

Bei Mehrtagestouren möchte nicht jeder seine komplette Ausrüstung auf dem Rücken tragen – da kommen ganz schnell mal acht Kilogramm und mehr Gewicht zusammen. Bei vielen geführten Touren gehört der Gepäcktransport deshalb zum Service. Darüber hinaus transportieren viele Tourenveranstalter auch das Gepäck von Individualreisenden – sofern die sich an gängige Routen halten.

Übernachten

Hotel oder Hütte? Berg oder Tal? Nicht jeder steht auf muffige Massenquartiere, schnarchende Mitschläfer oder rustikale Sanitäreinrichtungen. Dem gegenüber stehen urige Hüttenabende, traumhafte Panoramen und herrliche Trailabfahrten statt mühsamer Kletterei gleich am frühen Morgen. Sie haben die Wahl! Solche Grundsatzent­scheidun­­gen sollten Sie auf jeden Fall im Vorfeld abklären.

Ideale Reisezeit

Viele hochalpine Strecken lassen sich nur im Hochsommer befahren. Wollen Sie über die Alpen, sollten Sie die Tour idealerweise zwischen Ende Juni und Ende September planen.

Puffer einplanen

Wer eine lange Anreise zum Startpunkt einer Mehrtages­tour hat, sollte die erste Etappe am selben Tag nicht zu enthusiastisch planen. Einen Puffer für verlorene Zeit im Stau, verspätete Züge oder sonstige Unwägbarkeiten sollten Sie unbedingt einkalkulieren. Wer sich am ersten Tag nicht völlig verausgaben muss, um rechtzeitig anzukommen, hat nicht nur am Ende mehr von der Tour.

Rückreise

Einmal rund oder von A nach B? Wer keine Rundtour plant, kümmert sich besser rechtzeitig um den Rücktransport. Shuttles sind bequem, erfordern aber eine konsequente Zeitplanung. Bikes mit der Bahn zu transportieren ist nicht auf allen Strecken möglich, häufig nur nach Voranmeldung. Infos gibt es unter www.bahn.de.

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Panne auf Tour - Die 10 besten Tricks

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Vorbereitung: Darauf kommt es an

Die Route steht, der Termin ist geblockt, die Gruppe hat sich gefunden – dann kann‘s ja losgehen. Doch halt! Wer unvorbereitet auf die Strecke geht, kann schnell sein ganz persönliches Waterloo erleben. Die Fragen nach dem richtigen Bike, den geeigneten Parts sowie einer perfekten physischen Vorbereitung beantworten sich nicht von alleine.

Hardtail oder Fully?

Auch wenn viele behaupten, Hardtails hätten in Zeiten langhubiger Komfortkünstler auf Touren nichts mehr zu suchen: Ein frontgefedertes Bike ist immer noch ein Klassiker in puncto Sorglosigkeit. Wenn Sie in der glücklichen Lage sind, zwischen dem einen oder anderen wählen zu können, schauen Sie sich das Streckenprofil ganz genau an: Oftmals ist der starre Hinterbau ein gar nicht so schwerwiegender Nachteil. Ansonsten gilt natürlich: Fully gleich Überall-Bike. Mit 100 bis 140 mm meistern Sie auch verblockte Downhills sicher, Scheibenbremsen nicht unter 180 mm Durchmesser bringen Ihr eigenes plus das Rucksackgewicht sicher zum Stand. Bevor es losgeht, checken Sie die sicherheitsrelevanten Teile auf einwandfreie Funktion.

Sicherheitscheck

Das Allerwichtigste auf einer Tour – nicht nur in den Bergen – sind perfekte Bremsen. Ist Ihre Anlage entlüftet? Reichen die Beläge noch für die angepeilte Strecke? Nehmen Sie auf jeden Fall einen zweiten Satz mit! Wie steht‘s zudem um Ihre Laufräder? Stimmt die Speichenspannung? Besonders wer exotische Systemlaufräder sein Eigen nennt, muss unbedingt Ersatzspeichen mitnehmen, denn Bikeshops in entlegenen Tälern führen nie das ganze Sortiment.

Anzugsmomente

Prüfen Sie vor Tourbeginn, ob alle Schrauben fest sitzen. Insbesondere bei Carbon-Parts auf korrekte Anzugsmomente achten! Drehmomentschlüssel benutzen!

Antrieb checken

Prüfen Sie Zugspannung und einwandfreie Funktion der Schaltung. Sind Kette, Ritzel und Kettenblätter noch in gutem Zustand? Im Zweifelsfall vorher tauschen!

Lager überprüfen

Sämtliche Lager am Bike, ganz besonders Steuerkopf, Kurbel und Hinterbau, müssen absolut spielfrei sein. Sie sind unsicher? Am besten einen Fachmann drüberschauen lassen!

Ergonomie

Besonders die Kontaktstellen zwischen Mensch und Maschine stehen bei einer längeren Tour auf dem Prüfstand. Ganz wichtig: Wagen Sie keine Experimente, sondern vertrauen Sie auf bewährte Teile! Wenn Sie etwas tauschen und ausprobieren wollen, dann frühzeitig, um ein böses Erwachen mitten in der Tour zu vermeiden. An oberster Stelle stehen dabei Sattel und Hose. Die sollten gut zueinander passen, nirgends scheuern und auch nach fünf bis sechs Stunden noch nicht durchgesessen sein. Eine Sitzcreme kann helfen, Sitzbeschwerden zu verhindern. Vorher ausprobieren! Gleiches gilt für die Griffe: Spezielle Lösungen (z. B. von Ergon) ermöglichen ermüdungsfreies Steuern. Ein breiter, gekröpfter Lenker tut ein Übriges. Eine gute Idee für längere Touren sind Kombi-Pedale mit einem Käfig. Sie vermitteln auch – ausgeklickt – in technisch anspruchsvollen Passagen ein sicheres Standgefühl.

Cleveres Zubehör

Ein Flaschenhalter im Rahmendreieck ist ein absolutes Muss, ein zweiter (am Fully häufig unten am ­Unterrohr zu montieren) erspart das Trinksystem auf dem Rücken. Prüfen Sie, ob 1,0-Liter-Flaschen in Ihren Rahmen passen. Ebenfalls rückenschonend: eine Satteltasche. Die mag für manchen Biker einen Stilbruch bedeuten, nimmt aber das Gewicht von mindestens Ersatzschlauch und Werkzeug vom Kreuz. Das werden Sie spüren! Auch Ihre Minipumpe ist am Rad montiert praktischer.

Training

Muss es ein ausgeklügelter Trainingsplan sein, um eine Mehrtages-Tour oder gar einen Alpencross zu fahren? Klare Antwort: Jein! Schaden kann es sicher nicht, seine Form zielgenau abzustimmen. Völlig unvorbereitet zu starten ist mit Sicherheit keine gute Idee! Deshalb sollten Sie in den Wochen vor der Tour auf jeden Fall so viel Zeit wie möglich im Sattel verbringen! Biken Sie zum Beispiel ins Büro, und hängen Sie abends noch eine kleine Runde dran. Vor allem die Wochenenden sollten Sie nutzen, um mehrstündiges Biken ohne größere Pausen zu trainieren. Vergessen Sie dabei vor allem nicht, das Fahren mit beladenem Rucksack zu üben. Laden Sie sich etwa sieben Kilo auf den Rücken, und sammeln Sie ausreichend Erfahrung hinsichtlich Rückenermüdung und Bergab-Technik. Gerade dieses „kleine Extra“ wird viel zu häufig deutlich unterschätzt.

Ernährung

Zwar müssen Sie nicht – wie etwa während eines Marathons – unter Höchstbelastung essen, sondern können unterwegs immer mal wieder Pause machen. Trotzdem sollten Sie im Vorfeld checken, welches Getränk und welcher Riegel Ihnen schmeckt und bekommt. Magenkrämpfe sind kein feiner Tourenbegleiter.

Alternativen

Das Wetter in den Bergen kann schnell umschlagen. Checken Sie alternative Routen und Unterkünfte für den Fall, dass sich ein Gewitter oder ein Wetterumschwung ankündigt.

Telefonnummern

Speichern Sie vor Tourbeginn alle wichtigen Telefonnummern in Ihrem Handy ab und schreiben Sie zur Sicherheit alles zusätzlich auf einen Zettel. Dazu gehört neben den Hütten und der europaweit gültigen Notrufnummer 112 auch die jeweils lokale Rufnummer der Bergrettung, die Sie vorab bei der jeweiligen Tourist-Information erfragen sollten. Häufig ist über diesen Draht schnellere Hilfe zu bekommen.

Karte oder GPS?

Beides! Natürlich bietet ein GPS-Gerät viel Komfort: Anhalten an jeder Kreuzung, Blättern im Roadbook, Suchen auf der Karte? Erübrigt sich für Nutzer der elektronischen Lotsen. Warum Kartenmaterial für die komplette Tour dennoch ins Gepäck gehört? Weil jedes technische Gerät versagen kann. Dann hilft die Karte im tourentauglichen Maßstab (1: 50 000) weiter – wenn man sie lesen kann! Tipp: vorher üben, Route gut sichtbar einzeichnen.

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Panne auf Tour - Die 10 besten Tricks

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Ausrüstung: Das sollten Sie dabei haben

Mehrere Tage mit dem Bike unterwegs zu sein, das ist nicht nur ein sensationelles Erlebnis, sondern auch eine logistische Meisterleistung. Schließlich kann man auf einem Alpencross nicht mal eben umdrehen und die vergessenen Regenklamotten holen. Eine komplette Packliste finden Sie hier.

Bekleidung

Für die optimale Tourenbekleidung gilt das so genannte Zwiebelprinzip: Mehrere dünne Schichten wärmen besser als eine dicke. Logisch: Schließlich isoliert die Luft dazwischen. Weiter gilt: Wer einmal friert, wird nicht mehr warm. Das bedeutet: Ziehen Sie morgens etwas mehr an, als die Temperaturen vermuten lassen, und entblättern Sie sich, sobald Ihnen warm wird. Funktionsshirt, Trikot, Weste, Armlinge, Bibshorts, Beinlinge – damit geht‘s los. Trocknen können die ausgezogenen Stücke in den Netztaschen des Rucksacks.

Rucksack

Ausreichend Stauraum (möglichst erweiterbar), Kompressionsriemen gegen Verrutschen, gut zugängliche Fächer und eine Trinksystem-Vorbereitung machen einen guten Tourenrucksack aus. Bis 20 Liter genügen für Wochenendtourer, Alpencrosser benötigen 30 Liter (z. B. MB-Testsieger Deuter Trans Alpine 30). Wichtig: Besonders in technischen Bergabpassagen muss der Rucksack eng am Körper sitzen, um nicht zu pendeln. Testen Sie vorab, ob Ihr Rucksack sich perfekt auf Ihren Rücken anpassen lässt, so dass sein Gewicht auf Schultern und Hüften verteilt wird. Wichtig: Bergab darf er nicht gegen den Helm rutschen. Beim Packen achten Sie darauf, dass schwere Gegenstände näher am Rücken platziert liegen und leichtere weiter außen. Kartenmaterial und Energieriegel gehören leicht zugänglich in außen liegende Packfächer.

Helm/Brille

Ganz oben auf der Liste der Schutzausrüstung: der Helm. Nicht zu schwer sollte er sein, gut belüftet und möglichst mit einer Hand zu bedienen (z. B. MB-Kauftipp Ked Spiri). Darunter gehört ein dünnes Tuch, das den Schweiß auffängt und Insektenangriffe abwehrt (z. B. H.A.D. von ProFeet). Unerlässlich ist das Fahren mit Brille: Der permanente Luftzug und die erhöhte UV-Strahlung im Gebirge stellen eine echte Gefahr dar. Wer ein Modell mit sich selbst regulierenden Gläsern wählt, spart sich das Auswechseln der Scheiben (z. B. Specialized Halftime).

Handschuhe/Schuhe

Langfingerhandschuhe sind Pflicht, schließlich sind Sie unter Umständen in schwierigem Gelände unterwegs – Sturzgefahr. Ergonomisch platzierte Polster an den Handflächen schützen vor einschlafenden Fingern (z. B. Specialized BG Gel). Besondere Bedeutung kommt Ihren Tourenschuhen zu: Sie müssen die Kraft effizient auf die Pedale übertragen, aber komfortabel genug sein, damit Sie auch längere Schiebe- und Tragepassagen sicher überstehen. Auf einen Knöchelschutz sollten Sie auf keinen Fall verzichten (z. B. MB-Kauftipp Adidas El Moro Mid).

Medizinische Versorgung

Ob Sie alleine oder in der Gruppe biken: Ein Erste-Hilfe-Set gehört ins Gepäck! Verbandmaterial, sterile Wundauflagen sowie Pflaster und Schere sind die absolute Mindestausstattung, besser ist ein Komplettset aus der Apotheke. Ebenfalls zur medizinischen Versorgung gehören persönliche Medikamente. Checken Sie vor Abfahrt, ob Sie alles in ausreichender Menge eingepackt haben. Bei Gruppen recht es, wenn ein Teilnehmer den lastesel spielt.

Orientierung

Sie fahren mit GPS? Vergessen Sie einen zweiten Satz Batterien nicht. Karten wählen Sie, wenn möglich, für die komplette Tour vom selben Verlag (gleiches Kartenbild!). Bewährt haben sich Topo-Karten oder Wanderkarten im Maßstab 1:50 000. Achten Sie darauf , dass die Karten aktuell sind (z. B. von Kompass, Freytag & Berndt oder von den Landesvermessungsämtern).

Trinksystem

Mit einem Trinksystem auf dem Rücken ergänzen Sie Ihre – bei vielen Fullys auf eine Flasche begrenzten – Flüssigkeitsreserven. Jedoch: Gerade Alpencrosser erreichen das erträgliche Maximum von sieben Kilo ganz schnell schon ohne Trinkblase. Ergo: Flasche regelmäßig auffüllen.

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Die richtige Taktik auf der Tour

Das Panorama ist umwerfend, die Trails sensationell. Doch wenn‘s in der Gruppe kracht, ein Wetterumschwung die Routenpläne durchkreuzt oder gar ein Sturz die Idylle zerstört, heißt es: Ruhe bewahren! Oder noch besser: Sie lassen es gar nicht erst so weit kommen, indem Sie die folgenden taktischen Tipps beherzigen.

Früh starten

Im Frühtau zu Berge – und vor dem Wärmegewitter am Nachmittag sitzen Sie bereits vor der nächsten Hütte oder beim Cappuccino im Tal. Am Morgen zeitig zu starten empfiehlt sich aus vielerlei Gründen: Im Hochsommer ist es noch angenehm kühl, die Trails sind noch nicht von Ausflüglern überschwemmt. Und wenn mal etwas nicht ganz nach Plan läuft, hilft Ihnen ein kleiner Zeitpuffer, nicht die Ruhe zu verlieren. Wie immer gilt: Stimmen Sie die Uhrzeit für den Start mit den Tourenpartnern ab, fragen Sie den Hütten- oder Pensionswirt, ab wann das Frühstück bereitsteht.

Kräfte einteilen

Auch wenn es wie eine Binsenweisheit klingt: Teilen Sie sich auf Mehrtagestouren Ihre Kräfte gut ein! Selbst wenn Sie sich anfangs topfit fühlen, spannend wird‘s meist am dritten oder vierten Tag. Die dünne Luft in den Bergen und das zusätzliche Gewicht des Tourenrucksacks fordern früher oder später ihren Tribut. Die anderen stürmen schon an der ersten Steigung davon? Lassen Sie sie ziehen, vereinbaren Sie Treffpunkte, fahren Sie Ihr Tempo. Sie sind schließlich im Urlaub und nicht im Rennen. Ein paar Meter zu schieben ist keine Schande.

Tempo anpassen

Klingt einfach, lässt sich häufig aber nur schwer umsetzen: Der Schwächste der Gruppe gibt das Tempo vor. Wenn jeder lieber seinen eigenen Rhythmus fährt, bedeutet das: Warten Sie auf die schwächeren Mitfahrer, lassen Sie sie auf schnellen Etappen im Windschatten fahren. Und auch der Letzte, der oben auf der Passhöhe ankommt, hat sich eine Pause redlich verdient.

Zoff vermeiden

Klare Absprachen und gegenseitige Rücksichtnahme sind die besten Voraussetzungen für ein stressfreies Miteinander. Achten Sie darauf, dass in Gruppen mit ungeraden Teilnehmerzahlen nicht einer das „fünfte Rad am Wagen“ wird und ins Abseits gestellt wird.

Motivieren

Denkt einer der Mitfahrer ans Aufgeben, weil er mit seinen Kräften am Ende ist? Versuchen Sie ihn mit positiven Gedanken zu motivieren, setzen Sie ihm überschaubare Ziele: „Nur noch bis zu dieser Kuppe, dann geht‘s erst mal bergab.“ Auch Eigenmotivation ist ein Thema. Häufig ist der Kopf wichtiger als die Beine. Extreme Ausdauersportler wie Hubert Schwarz oder Wolfgang Fasching sind gute Lehrmeister und geben in ihren Büchern wertvolle Tipps.

Sonnenschutz

Ein Sonnenbrand am ersten Tag der Tour? Das bedeutet: unruhige Nächte und die folgenden Tage womöglich in langen Klamotten fahren zu müssen. Verwenden Sie wasserfeste Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor, etwa aus der Edelweißserie von Weleda.

Bei extremer Hitze und viel Sonne sollten Sie nicht nur Ihre Haut schützen, sondern vor allem einen kühlen Kopf bewahren. Sonst droht ein Sonnenstich. Damit es nicht dazu kommt, sollten Sie, wenn möglich, die anspruchsvollsten Streckenabschnitte nicht in der prallen Mittagssonne zurücklegen, rechtzeitig Pausen einplanen und auch beim Bergauffahren niemals ohne Kopfbedeckung unterwegs sein.

Essen und Trinken

Wer seinem Körper Höchstleistungen abverlangt, sollte ihn auch bei Laune halten. Das geht am besten mit ausreichender und regelmäßiger Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr. nehmen Sie alle 15–20 Minuten einen kräftigen Schluck aus der Pulle. Dabei regelmäßig, aber nicht zu schwer essen. Mehr braucht es nicht, um gut über die Runden – und über alle Berge – zu kommen. Am Abend darf man sich dann auch mal ein Gläschen gönnen. Wer dabei übertreibt, wird mit dickem Kopf und schweren Beinen am folgenden Morgen bestraft.

Wetter beobachten

Ein Gewitter im Hochgebirge ist alles andere als ein Spaß. Deshalb: Den Himmel und die Wettervorhersagen im Auge behalten. Türmen sich am Nachmittag oder frühen Abend zusehends mächtige Quellwolken auf, kann das ein heraufziehendes Wärmegewitter ankündigen. Reicht die Zeit nicht, um ins Tal zu kommen, meiden Sie erhöhte Stellen in offenem Gelände, halten Sie sich nicht unter Bäumen oder Masten auf und warten Sie, bis das meist kurze, mitunter heftige Gewitter vorüber ist. Wetterumschwünge und lang anhaltende Niederschläge gehen dagegen oft mit so genannten Kaltfrontgewittern einher. Die können durchaus das Ende einer Tour bedeuten. Vorteil: Solche Ereignisse lassen sich recht zuverlässig vorhersagen, kommen also im Regelfall nicht unerwartet.

Bike-Unfälle

Ein unerfreuliches Kapitel, das sich leider nicht ausklammern lässt. Minimieren Sie das Sturzrisiko durch defensive Fahrweise (siehe Kasten unten). Kommt es dennoch zum Sturz, müssen Sie schnell handeln. Schnitt- und Schürfwunden müssen desinfiziert werden, wenn vorhanden mit Desinfektionsmittel aus dem Erste-Hilfe-Set. Andernfalls können Sie die Wunde auch mit Wasser säubern. Keine isotonischen Getränke verwenden! Auch Quellwasser kann mitunter Bakterien enthalten. Bei großflächigen Verletzungen sollten Sie schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen.

Immer einen sterilen Wundverband (zur Not: Taschentuch) auflegen und verbinden. Verband dabei nicht zu fest von herzfern in Richtung Herz wickeln. Einen ausgeschlagenen Zahn sollten Sie im Mund transportieren. Mit etwas Glück kann Ihnen den ein Zahnarzt wieder reimplantieren.

Bei Brüchen sollten Sie auf keinen Fall Hand anlegen und versuchen, selbst etwas zu richten. Der Verletzte muss auf jeden Fall zum Arzt. Nur wenn es für den Transport gar nicht anders machbar ist, sollten Sie den gebrochenen Knochen von der Seite mit einem Ast und einer Binde sichern, auf keinen Fall weiterbewegen! Bei einem offenen Bruch sofort die Bergrettung verständigen!

Liegt eine Kopfverletzung vor, halten Sie den Betroffenen unbedingt bei Bewusstsein. Lagern Sie ihn sitzend, den Oberkörper aufrecht. Bei Wirbelsäulen-Verletzungen den Kopf des Gestürzten mit den Händen seitlich stabilisieren. In jedem Fall: Rettung verständigen.

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Wichtig: Die richtige Technik

Bergauf fahren:

Gerade auf langen Touren gilt: Kräfte einteilen! Wer sein Pulver zu früh verschießt, muss später richtig leiden. Deshalb: Fahren Sie in ruhigem Tempo bergauf, vermeiden Sie zu schwere Gänge und schalten Sie rechtzeitig zurück. Finden Sie Ihren Rhythmus, vermeiden Sie häufige Pausen. Ab und an in den Wiegetritt zu wechseln entlastet Rücken, Gesäß und Oberschenkel.

Bergab fahren:

Oberstes Gebot auf jeder Tour: Vermeiden Sie Stürze! Fahren Sie defensiv, gehen Sie keine Risiken durch gewagte Manöver ein! Auf Schutzbekleidung (Helm, Langfingerhandschuhe und Brille) sollten Sie auf keinen Fall verzichten. Achten Sie darauf, dass der Rucksack fest am Körper sitzt und nicht verrutschen kann. In schwierigem Gelände immer den Sattel absenken und bei Unsicherheit lieber einmal häufiger absteigen.

Schieben:

Wenn die Kräfte schwinden oder wenn das Gelände unwegsam wird, hilft oft nur Schieben. Idealerweise lassen Sie die Hände am Lenker, bergab können Sie so jederzeit bremsen. Machen Sie kleine Schritte, in schwierigem Gelände verlieren Sie nicht so schnell die Balance. Schieben kostet weniger Kraft als Tragen, häufig reicht es schon, das Vorderrad bei einem Hindernis leicht anzuheben, das Hinterrad läuft dann einfach hinterher.

Tragen:

Wenn‘s richtig verblockt wird, hilft nur noch Tragen. Über kleinere Hindernisse heben Sie Ihr Bike einfach am Oberrohr hinweg. Längere Abschnitte meistern Sie entspannter, wenn Sie das Rahmendreieck oder den Sattel über die Schulter legen. Reicht der Platz im Rahmen nicht aus, was häufig bei Fullys der Fall ist, können Sie Ihr Bike auch quer über den Rucksack legen.

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