MTB-Fahrtechnik: Schotterkurven durchfahren

Video: Manfred Stromberg/Uprising Productions
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Das Problem mit Kurven auf losem Untergrund ist natürlich der fehlende Grip. Die Reifen können sich nicht so gut mit dem Untergrund verzahnen wie etwa auf einem weichen Wald-Trail – sie rutschen dementsprechend früher weg. Wir müssen also zusehen, möglichst viel Grip zusammenzukriegen. Das geht mit der optimalen Körperhaltung, einer geschickten Linienwahl und dem richtigen Bremsen.

Die Körperhaltung sollte geschmeidig und weich sein, dazu die „Druckstufe in den Armen aufschrauben“, Beine beugen, Oberkörper absenken, damit der Schwerpunkt so tief wie möglich kommt. Zudem gilt es, neutral im Bike zu bleiben, nicht zu weit hinten abzusitzen – und vor allem: locker bleiben! Wer verkrampft, kann nicht rund durch eine Kurve kommen.

Zur korrekten Linienwahl braucht es auch Erfahrung: Wo ist der Grip am besten? Wo ist der Schotter zu grob? Hängt die Kurve und verspricht so noch weniger Grip? Oder lässt sich ein Anlieger, also ein erhöhter Kurvenrand, finden? Sie sollten wirklich jede Kurve beobachten und nach dem Untergrund und womöglichen Schrägen Ausschau halten.

Bremsen Sie möglichst nicht in der Kurve, besser so früh wie möglich aufmachen. Nur dann in der Kurve bremsen, wenn das Gefälle zu stark ist – und dann mit ganz viel Gefühl für die Bremse. Im Zweifel besser das Hinterrad rutschen lassen, das Vorderrad sollte nicht oder nur minimal ins Rutschen kommen.

Generell gilt: Rutschige Schotterkurven geben uns nie das befriedigende Gefühl wie grifiger Waldboden. Schrauben Sie also einfach den Anspruch runter und die Sensibilität rauf, dann klappt's!

01.03.2019
Autor: Manfred Stromberg

Ausgabe 04/2019