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Die besten Trails rund um die Szene-Stadt im Südwesten

Trailguide Freiburg

Das Breisgau – der Südwesten Baden Württembergs, mildes Klima, jede Menge Berge und direkt im Herzen die Lifestyle Stadt Freiburg!

Willkommen im Bike-Mekka Deutschlands!", begrüßt mich Tanja breit grinsend auf ihrem Bike. Das ist eine Ansage, denke ich und hake gleich nach: "Wieso Mekka?", frage ich im stolzen Bewusstsein, dass es bei mir zu Hause im Pfälzerwald mehr Schmalspurwege hat als ich in einem Leben wohl abfahren kann. "Wir haben hier in Freiburg jede Menge legale Trails direkt vor den Stadttoren. Gefühlt treibt hier jeder Sport, und Mountainbiken spielt bei uns eine übergeordnete Rolle! Aber das wirst du die nächsten Tage selbst erleben, glaub’ mir: Das hier ist einzigartig", entgegnet mir Tanja.

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Kaum hat Tanja meine hohe Erwartungshaltung damit noch mal gepusht, geht es auch schon los. Unser Abfahrts- und zentraler Standort für die nächsten Tage ist das Hotel Schiff. Ein ungewöhnlicher Name, da das Hotel weder im Wasser steht, noch baulich an ein Schiff erinnert. Die Bezeichnung rührt daher, dass dort im 18. Jahrhundert Flößer und Holzknechte nach getaner Arbeit einkehrten. Zwar wurde in der Freiburger Umgebung kein Langholz geflößt, aber es führte am Gasthaus ein kleiner Floßkanal vorbei, auf dem Kurzholz aus den Oberrieder Tälern bis zum städtischen Holzlagerplatz "getriftet" wurde. Dies spielte eine wichtige Rolle bei der Brennholzversorgung der Stadt.

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Wir fahren ein Stück an der Dreisam entlang, dem Fluss, der den oben erwähnten Kanal einst ver- sorgte, und der rund 30 km durch Baden Württemberg fließt bevor er in die Elz mündet. Allerdings ist "Fluss" buchstäblich hoch gegriffen, denn die Drei- sam ist meist nur knietief. Auch deshalb hat sie sich zum beliebtesten Naherholungsgebiet der Freiburger entwickelt. Man sieht Familien beim Grillen, Kinder beim Spielen, viele Studenten die sonnend und chillend am Ufer liegen. Mir fällt auf, dass uns bereits nach wenigen Metern unzählige Jogger, In- lineskater, Radfahrer oder Skateboarder entgegen kommen oder mit uns in Richtung Roßkopf unterwegs sind. Roßkopf, dies ist der Name unseres als erstes zu bezwingenden Berges, immerhin 736 Meter hoch. Wir biegen vom Radweg ab und es geht gleich in Schotter-Uphill. "Hier muss man alles selbst hochtreten. Shuttles gibt es hier nicht, sie wären eh verboten." Tanja hält von Beginn an das Tempo hoch, und man merkt aus welchem "Biker-Stall" sie kommt: Enduro-Rennfahrerin ... Sie erklärt mir, dass die Trails am Roßkopf vom hiesigen Mountainbike-Verein gebaut wurden. Dieser wurde 2011 gegründet und besteht mittlerweile aus über 1800 Mitgliedern. Der Mountainbike Freiburg e. V., so der offizielle Namen, hat auch alle anderen offiziellen Trails rund um Freiburg initiiert.

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Mein Versuch, Tanjas Tempo mitzuhalten, scheitert nach kurzer Zeit kläglich und sie entschwindet locker tretend aus meinem Blickfeld. Hinter der letzten Kurve wartet sie lächelnd, und wir stehen vor dem Aussichtsturm, der den Gipfel des Roßkopfs markiert. Der Turm ist 34 Meter hoch, gehört zu den ältesten Stahlfachwerktürmen in Deutschland, und eröffnet von seiner Aussichtsplattform einen beeindruckenden Panoramablick.

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Natürlich steigen wir die vielen Holzstufen nach oben und genießen die Aussicht über den Schwarzwald und das Rheintal, zu den Alpen im Süden und im Westen zum Kaiserstuhl sowie den Vogesen. Und natürlich blicken wir auch auf Freiburg. Die Stadt integriert sich von oben gesehen fast organisch in ihre sattgrüne Umgebung. Ob das auf die Freiburger austrahlt? Dieses Naturverwachsene? Tanja erklärt mir noch einiges über ihre Stadt, aber meine Gedanken sind schon längst auf dem Trail: "Ob die wirklich so toll sind, diese Freiburger Trails?" Ein wenig forsch würge ich Tanjas Ausführungen ab und renne die Treppenstufen hinab.

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Inzwischen haben sich weitere Biker unter dem Turm eingefunden. Gemütlich geht es hier zu, es wird miteinander gequatscht, bevor sich einer nach dem anderen in die Trails stürzt. Auch Tanja und ich rollen los, zur Mutter aller legalen Trail in Freiburg fahren: die Borderline! Nach kurzer Schotterpiste steuern wir links in den Trail – und es rumpelt gleich gewaltig. Lose Steine, kleine und große Stufen zieren das erste Teilstück. Steile Passagen können zwar umfahren werden, aber mit einer Enduro-Racerin vor mir nehme ich natürlich alle anspruchsvollen Passagen eher dynamisch. Es staubt gewaltig, bevor uns die Borderline zu einem kurzen Stopp auf eine Forststraße ausspuckt. Tanja sagt, dass in Freiburg der Klimawandel deutlich sichtbar wird: "Früher hat es viel öfter geregnet." Wärmer und sonniger als im Rest von Deutschland war es in Freiburg schon immer, aber durch die Einflüsse von Schwarzwald und Vogesen auch durchaus regenreich. Inzwischen wird es immer trockener. Und das merkt man der Borderline ebenso an wie die hohe Frequenz an Bikern. Oft ausgewaschen und mit tiefen Absätzen geht es weiter, bevor es im unteren Teil doch noch flüssig daher geht, und die Line mit eleganten Anliegerkurven bestückt ist. Auch ein paar kleine Gegenanstiege gilt es zu bezwingen. An der St. Wendelins-Kapelle stoppen wir ein weiteres Mal, um danach das letzte Teilstück mit einem fulminanten Wallride am Ende zu bezwingen.

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Unten angekommen schütteln wir nur kurz die Arme aus – und pedalieren wieder zum Gipfel. Auch das ist irgendwie typisch Freiburg. Wir nehmen aber eine etwas abgeänderte Auffahrt und natürlich einen anderen Talschuss. "Baden to the Bone" heißt dieser, auch inzwischen weit über das Breisgau hinweg bekannte Trail. "Airtime", ruft Tanja und dieser Sprung-Trail hat es wirklich in sich! Ich gönne mir eine kurze Einflugzeit, dann segeln wir über hohe Kicker, lange Gaps und steile Anliegerkurven nach unten. Der ständige Wechsel zwischen Sprüngen und natürlichen Passagen ist gigantisch. Und mein Adrenalinpegel am Anschlag.

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Mittagspause am Biosk. Dieses kleine Cafe ist ein Treffpunkt der MTB-Sszene. "Bier haben die nicht, aber das wollen wir in der Mitte unserer Tour auch nicht, aber super Kaffee und natürlich Kaltgetränke" stimmt uns Tanja auf die Speisekarte ein. Nach kurzer Pause fahren wir hinauf zum "Hubbelfuchs-Trail". Dieser ist ein weitgehend natürlicher Trail vom Rosskopf nach Westen. Kleine Gegenanstiege verlängern den Trailspaß, der Name ist Programm, ein ständiges Auf und Ab bringt jede Menge Fahrspaß. Danach geht’s aber dann endlich zum verdienten After-Trail-Bier!

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Am nächsten Tag wollen wir noch höher hinaus zum Schauinsland. Dieser Berg ist der 1.283 m hohe Hausberg von Freiburg. Früher hieß er wegen des Silberbergbaus "Erzkasten". Tanja hat uns sogar einen Shuttle versprochen und so fahren wir zur nostalgischen Schauinslandbahn. Die Bahn hat tatsächlich den Charme der 30er Jahre und ist die ältester Umlaufseilbahn der Welt. Bereits 1893 stellte der Stadtrat von Freiburg bei einer Besichtigung der Forst- u. Fahrstraßen auf den Schauinsland fest: Dieser Berg muss der Allgemeinheit zugäng- lich gemacht werden. Erst 30 Jahre später nahm die Idee Gestalt an und die Bergbahn wurde geplant und gebaut. Wir bekommen genaue Instruktionen über die Bikeverladung vor den Bahnkabinen und los geht’s in recht gemächlichem Tempo nach oben, aber besser noch, als die 800 hm nach oben zu treten. An der Bergstation angekommen haben wir nur noch ca. 100 hm zum Schauinslandgipfel. Wenn ein Berg schon die Handlungsanweisung im Namen enthält, dann sollte man das auch tun, nämlich "Inslandschauen". Gigantisch ist der Blick über Freiburg und die naheliegender Berge. Aber auch die Schweizer Alpen sind in der Ferne gut zu erkennen.

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Nach dem Gipfel rollen wir uns auf einem Forstweg erst mal 2 km ein, bevor wir dann in den "Badish moon rising Trail" einbiegen. Naturbelassen ist der, nur wenig steil und damit taucht man auch schnell ein in die Flowblase. Diese wird nur kurz unterbrochen: Wanderer kommen uns entgegen und fragen tatsächlich, ob sie denn hier laufen dürften. Wow, was für eine Frage, wir schmunzeln in uns hinein, normalerweise ist es ja eher umgekehrt, "Natürlich!" bejahen wir und fahren nach kurzem, lustigen Gespräch, weiter. Der Trail endet an einem idyllischen Grillplatz. "Grillplatz und keine Wurst", ich beschwere mich, Tanja schaut mich ungläubig an und meint, dass eine Wurst bei der jetzt anstehenden Auffahrt zum Krybfelsen eher hinderlich wäre. In der Tat, das wäre sie: steil und einspurig geht es die nächsten Höhenmeter nach oben, wir müssen das Bike am Ende sogar kurz schultern, bevor wir direkt auf einem steilen Felsen die Aussicht genießen. Schon wieder so ein genialer Weitblick: Fotospot! Danach folgt der wohl legendärste Trail in Freiburg "THE CANADIAN".. Trailbaufreunde aus Nelsen B.C., Kanada, kamen extra nach Freiburg, um diesen Trail mit den einheimischen Bikern zu bauen. Und das merkt man gleich an den ersten Metern. Zuerst sehr verblockt und steil geht es dann etwas einfacher und mit ganz viel Fahrspaß dahin. Im unteren Teil fährt man durch die sogenannte"Schleuder"! Sehr dynamisch wird man hier durch die vielen extrem gut gebauten Anliegerkurven gepresst. Juchzend und außer uns vor Begeisterung über diesen Trailwahnsinn kommen wir unten an. Mir scheint es immer mehr, als ob Tanja mit ihrer Aussage zu Beginn Recht behält. Weiter geht es zum "Al Natura Trail". Auch dieser Trail ist nicht gebaut, natürlich zieht er sich am Hang entlang, immer wieder unterbrochen durch die eine oder andere anspruchsvolle Spitzkehre.

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Am Nachmittag treffen wir auf Caro und Mark. Die beiden fünfzehnjährigen wollen uns ihre "Flohtrails" zeigen. Das sind die Trails, die vom Mountainbikeverein als Kinder- und Jugend-Übungsstrecken gebaut wurden. Locker erreichbar auf einer Forststraße, biegen wir dann in diese spaßigen Trailspuren ein. Rechts, links, wieder Rechts mit kleinen Anliegern und Sprüngen.

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