Trailguide Berchtesgadener Land Adrian Greiter
Trailguide Berchtesgadener Land
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Trailguide Berchtesgadener Land 10 Bilder

Trailguide Bechtesgadener Land

Die besten Touren und Trails in Südbayern Trailguide Bechtesgadener Land

Ausdauertouren im hochalpinen Süden, Trailfun im hügeligen Norden – das Berchtesgadener Land bietet Bike-Vergnügen für alle Geschmäcker. Und eine Menge pures Oberbayern.

Touren im Berchtesgadener Land

1. Kühroint

Mehr zum Thema:
Länge 28,00 km
Dauer 3:06 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 1058 Meter
Höhenmeter absteigend 1058 Meter
Tiefster Punkt 583 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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2 Gotzenalm

Mehr zum Thema:
Länge 31,07 km
Dauer 3:42 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 1450 Meter
Höhenmeter absteigend 1450 Meter
Tiefster Punkt 584 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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3. Thumsee-Trails

Mehr zum Thema:
Länge 20,94 km
Dauer 2:19 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 708 Meter
Höhenmeter absteigend 709 Meter
Tiefster Punkt 541 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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4. Teisenberg

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Länge 34,00 km
Dauer 3:50 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 1213 Meter
Höhenmeter absteigend 1213 Meter
Tiefster Punkt 540 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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Infocenter

Lage & Charakter: Das Berchtesgadener Land liegt im äußersten Südosten Bayerns, direkt an der Grenze zu Österreich, genauer gesagt zum Bundesland Salzburg. Es reicht von Laufen und Teisendorf über Bad Reichenhall bis nach Berchtesgaden und dem Königssee. Dadurch ist die Bergwelt sehr vielseitig: Während der Rupertiwinkel mit seinen sanften Hügelketten als voralpin bezeichnet werden kann, ist die Umgebung von Bad Reichenhall bereits recht alpin, die Berge rund um Berchtesgaden sind schließlich hochalpin. Allen voran der 2713 Meter hohe Watzmann, der höchste Berg, der komplett auf deutschem Boden steht.

Anreise: Die Anreise erfolgt, egal ob mit Auto oder Zug, in der Regel über München. Via A 8, vorbei am Chiemsee, geht es in knapp zwei Stunden bis Piding und über Bad Reichenhall über die österreichische Grenze und quasi durch die "Hintertür" Marktschellenberg in die Region.

Beste Reisezeit: Das Klima im Berchtesgadener Land gilt als kontinental, also mit kalten Wintern und warmen Sommern. Die Temperaturen erlauben es, bereits ab April zu biken, allerdings wird man dann in den Hochlagen noch auf Schneefelder treffen. Die Saison reicht bis in den Oktober hinein.

Übernachtung: Erste Anlaufadresse für Biker ist das Explorer Hotel in Schönau mit abschließbarem Radkeller, Waschstation und Servicepoint in der Lobby (explorer-hotels.com/berchtesgaden). Weitere radlerfreundliche Betriebe sind das schöne Alpensporthotel Seimler (hotelseimler.de) sowie die Hotels der Alpina-Gruppe (alpina-hotels.de). Zwei empfehlenswerte Campingplätze gibt es auch: Camping Resort Allweglehen (allweglehen.de) und Campingplatz Grafenlehen (camping-grafenlehen.de).

Guiding & Shuttle: In der gesamten Region ist Pedalieren angesagt, keine der Bergbahnen nimmt Bikes mit, und es gibt auch keinerlei Shuttleangebote. Achtung: Innerhalb des Nationalparks darf nur auf den explizit zum Biken ausgewiesenen Wegen gefahren werden!

Allgemeine Infos: berchtesgaden.de

Abseits der Trails:

  • Nur vier Kilometer entfernt von Berchtesgaden befindet sich die älteste Schnapsbrennerei Deutschlands. Seit 1692 hat die Familie Grassl das Brennrecht. Da der Transport der im Gebirge gesammelten Enzianwurzeln und Wacholderbeeren sehr aufwendig war, errichteten die Grassls damals Brennhütten am Berg. Vier davon sind heute noch in Betrieb, dort werden die edelsten Schnäpse der Brennerei hergestellt. Die Reifung und die Herstellung der übrigen Produkte findet in der Brennerei im Tal statt. Dort sind von Montag bis Samstag Besichtigungen mit Verkostung möglich. enzian-grassl.com
  • Mitten in Bad Reichenhall liegt das Spa & Familien Resort Rupertustherme. Direkt aus der Saline wird dort die Sole in die Aktiv- und Liegebecken sowie die Dampfbäder geleitet. Sie ist ungewöhnlich reich an Mineralien und Spurenelementen und damit besonders gut für müde Biker*innen-Beine nach einer Tour! rupertustherme.de

Trailguide Berchtesgadener Land

Das Berchtesgadener Land bildet die südöstliche Ecke Bayerns – und hat sich augenscheinlich der Abwechslung verschrieben. Von sanftem voralpinen Gelände im Rupertiwinkel über erste "echte" Berge rund um Bad Reichenhall bis in den hochalpinen Süden reicht der landschaftliche Reigen – mit dem dritthöchsten Berg Deutschlands, dem 2713 hohen Watzmann als buchstäblichem Gipfel. Aus MTB-Sicht ist es genauso. Während einem im steilen Süden das Laktat schnell aus den Ohren herauskommt und Tourenfexe (oder E-MTB-Fans) auf ihre Kosten kommen, finden Trail-Liebhaber rund um die Salzstadt Bad Reichenhall ihr Paradies. Die Gründe dazu sind nicht nur der Topografie geschuldet, denn im Nationalpark Berchtesgaden ist Biken nur auf freigegebenen Wegen erlaubt. Diese sind quasi ausschließlich breite Forststraßen zu Almen und Berghütten mit knackigen Anstiegen im Angesicht des Watzmann und mit Tiefblicken zum Königssee.

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Adrian Greiter
Watzmann ruft! Direkt zu seinen steinernen Füßen – und denen seiner Frau – führt die Tour zur Kühroint.

Als Krönung dieser Art von Berchtesgadener Touren gilt die 1500-Höhenmeter-Schufterei zur Gotzenalm. Wir starten den Ausdauerhammer von unserem Explorer-Bike-Hotel aus in Schönau. Und werden gleich mal gegrillt. 500 Höhenmeter schrauben wir uns an einem brennend heißen Junitag auf nicht minder kochendem Asphalt zum Wanderparkplatz Hinterbrand hoch. Wer die Tour verkürzen will, kann bis zu diesem Punkt übrigens mit dem Pkw fahren. Wir denken uns hingegen: wenn schon, denn schon. Nur wenige Meter nach Hinterbrand erreichen wir auf der ausgeschilderten Mountainbikeroute den ersten Höhepunkt der Tour: den Beschneiungsteich des Skigebiets Jenner. Auf dem Rundweg um den glasklaren Teich genieße ich das grandiose Panorama über das Berchtesgadener Tal bis hin zum ständig präsenten König Watzmann. Als wolle er sagen: Ohne mich geht hier nix. Meine Augen lösen sich vom majestätischen Anblick, und wir unterqueren die Jenner Seilbahn. Es folgen kurze Abfahrten und Anstiege durch das Tal des Königbachs. Der immer wiederkehrende, eigentlich ungeliebte Höhenverlust schaufelt an diesem schwülen Tag willkommenen Fahrtwind in unsere verschwitzten Gesichter. Bald taucht die bewirtschaftete Königsbachalm auf, die letzte Einkehrmöglichkeit vor dem steilen, berüchtigten Finale zur Gotzenalm.

Die Spreu und das Weizen

Der nun folgende Streckenabschnitt gilt als anstrengendster Teil der Tour, auf dem selbst E-Bikerinnen und -Bikern schnell mal buchstäblich der Strom ausgeht. Zumal es keine Aufladestationen auf der gesamten Runde gibt. Aber der größte Respekt gilt hier natürlich allen ohne Motor. "Ab jetzt trennt sich die Spreu vom Weizen", ruft uns ein so grau melierter wie braun gegerbter, einheimischer Biker zu. Auf nur vier Kilometern Distanz müssen 600 Höhenmeter in zahlreichen Serpentinen überwunden werden. Und wenn am Ende die Wadeln schon brennen, kommt wie zum Hohn der 25 Prozent steile Schlussakkord. Wer sich hier im Sattel halten kann, hat das Prädikat "Rampensau" verdient. Doch jede Quälerei hat ein Ende, und nach dem Überwinden der Kuppe überblicke ich keuchend und staunend das wunderschöne Hochplateau mit blühenden Almwiesen und das lang ersehnte Ziel, die darin eingebettete Gotzenalm. Wie gemalt liegt sie wie vor einer Fototapete der alpinen Bergwelt: dem steinernen Meer und dem Hochkönig. Die Terrasse der beliebten Alm fordert uns förmlich zur Einkehr auf. Doch wir parken unsere Bikes an der Alm und steigen noch zu Fuß 15 Minuten zum sogenannten Feuerpalven auf. Dieser Abstecher ist einfach Pflicht, wartet doch einer der markantesten Aussichtspunkte in der Berchtesgadener Bergwelt mit gigantischem Tiefblick zum 1100 Meter tiefer gelegenen Königssee mit seiner Wallfahrtskirche St. Bartholomä. Und direkt gegenüber türmt sich die mächtige Ostwand des Watzmann auf. Wir teilen uns die Aussichtskanzel mit einem einheimischen Mountainbiker, der uns mit Begeisterung die klassische Aufstiegsroute der berühmt-berüchtigten Ostwand erklärt. Mit einer Höhe von 1800 Metern ist sie die höchste Wand in den Ostalpen und einer der ganz großen alpinen Klassiker. Die Länge der Ostwand und die schwierige Orientierung im Fels wird immer wieder unterschätzt und fordert fast jedes Jahr Todesopfer. Aber der Einheimische hat auch noch Erheiterndes preiszugeben und klärt uns auf: "Hat der Watzmann einen Hut, wird das Wetter gut."

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Adrian Greiter
Kann es einen schöneren Ausklang für einen Tourentag geben, als im warmen Abendlicht den Blick über den Königssee zu genießen?

Tatsächlich trägt der Watzmanngipfel eine weiße Wolkenmütze, doch rings um das Massiv herrscht strahlend blauer Himmel. Optimale Voraussetzungen für das von mir ersehnte Bad im glasklaren, türkisen, fjordähnlichen Königssee. Doch vorher gönnen wir uns noch eine zünftige Brotzeit und ein kühles Weißbier auf der Gotzenalm. Mehr Oberbayern geht nicht. Bei der nun anstehenden, rasanten Abfahrt empfiehlt es sich, dosiert mit seinen beiden Bremshebeln umzugehen. Immer wieder werde ich gezwungen, das Tempo vor den Kehren stark zu drosseln, um im steilen, losen Schotter nicht ins Schleudern zu kommen. Die Forststraße spuckt uns schließlich an der Talstation der Jennerbahn aus. Die letzten Tiefenmeter rollen wir entspannt zum Königssee runter und passieren die Anlegestelle der Elektroausflugsboote. Hier kann man mit historischen Elektrobooten zur Wallfahrtskirche St. Bartholomä übersetzen. Wir entschließen uns nach der Hitzeschlacht lieber für ein erfrischendes Bad im See mit Blick auf die Bobbahn. Alleine sind wir nicht am Ufer des Königssees, doch die Schönheit des in der schroffen Bergkulisse eingebetteten Sees lässt das Herz jedes Bergmenschen höher schlagen.

Den Namen der Kur- und Alpenstadt Bad Reichenhall kennen viele, was wohl an Deutschlands bekanntester Salzmarke liegt. So begrüßt uns auf dem Weg zum Thumsee im Kreisverkehr eine riesige Salzstreuer- Skulptur. Das hochwertige Salz wird aus reiner Alpensole aus den Tiefen der Alpen gewonnen und ist vor 250 Millionen Jahren entstanden, als das Urmeer verdunstete. Mit Soleleitungen wurde das "weiße Gold" bereits Anfang des 17. Jahrhunderts kilometerweit zu den Salinen geleitet. Die historischen Salinenpfade oberhalb des Thumsees, westlich von Bad Reichenhall, sind auch unser heutiges Ziel. An warmen Sommertagen wie heute tummeln sich rund um das blau-türkisfarbene Kleinod hunderte Badegäste, um Abkühlung im Gebirgswasser zu suchen.

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Adrian Greiter
Bei der Abfahrt von der Gotzenalm schweift der Blick hinab ins Talbecken von Berchtesgaden

"Mitnand" statt gegeneinander

Wir starten am Wanderparkplatz und folgen in angenehmer Steigung dem Salinenweg Richtung Weißbach. Zwischen Schneizelreuth und Weißbach passieren wir gleich das nächste Natur-Highlight: die spektakuläre Weißbachschlucht. Fahrradfahren ist hier streng verboten und nicht sinnvoll. Durch die Schlucht schlängelt sich ein schmaler Pfad mit Treppen und Stegen, vorbei an Gumpen mit rauschenden Wasserfällen. Ein Abstecher zu Fuß, den man sich nicht entgehen lassen darf. Doch zurück auf die Bikes, wir pedalieren auf einer Asphaltstraße zur Jochberghöhe, um dort die Knieschoner anzulegen und auf sanften Flowtrails Richtung Höllenbach zu surfen. Am Einstieg der Trails fallen uns neue Schilder zur Trail-Toleranz auf: "Mitnand" heißt es im gepflegten Bayerisch auf den Schildern "respektvoll & tolerant. radeln & wandern". Klar, dass wir uns bei der spaßigen Achterbahnfahrt durch den Laubwald daran halten – ehe der zweite längere Anstieg zum Einstieg des Höllenbachsteigs wartet. Unterwegs passieren wir die Höllenbachalm, einen beliebten MTB-Treffpunkt. Feil geboten werden Brotzeiten mit Speck und Käse, die im Familienbetrieb Eisbichlerhof in der eignen Käserei und Metzgerei hergestellt werden. Der perfekte Einkehrschwung! Vom Hochrießsattel queren wir oberhalb des Thumsees in einen Höhenweg, der immer wieder traumhafte Tiefblicke freigibt. Sobald der Trail kippt, ist aber volle Konzentration gefragt, in zahlreichen Spitzkehren und über Felsstufen swingt und rumpelt sich dieser brillante Trail zum See. Wer dann am Trail-Ausstieg die fiese Holztreppe bewältigt, hat sich Kaffee und Kuchen beim Alpengasthof Madlbauer mehr als verdient! Latte-macchiato- Torte und Cappuccino lassen einen Hauch von Gardasee aufkommen.

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Adrian Greiter
Respekt und Rücksichtnahme: Dann gibt es auch auf dem anspruchsvollen Schluss-Trail hinunter zum Thumsee keinen Grund für Stress.

Nach diesem genialen Tag wird mein Hunger auf Berchtesgadener Trails größer. Was uns tagsdrauf ganz in den Norden der Region, in den Rupertiwinkel, führt. Die Bezeichnung geht auf den Heiligen Rupertus zurück. Sanfte Hügel mit voralpinem Charakter, bäuerliche Lebensart und uralte Kultur machen den Reiz des Landstriches aus. Einer der MTB-Klassiker ist die Tour auf die Stoißer Alm. Allein die Alm selbst ist die Mühe wert, sich 840 Höhenmeter hochzuplagen. Denn zur Belohnung erfreut ein herrlicher Panoramablick bis nach Salzburg und auf die bayerisch-österreichische Bergwelt. Ganz zu schweigen von den bayerischen Schmankerln aus traditionellen Produkten. Und zum guten Schluss trifft sich hier alles, was die bayerische Bergradszene zu bieten hat. Von Marathonisti über (E-)Genussbikerinnen und -biker bis hin zu Trailfans. Und für alle gibt es eine passende Abfahrtsvariante. In unserem Fall kurbeln wir nach der Einkehr noch ein paar Höhenmeter zum Teisenberg, um den Neuhaus-Trail zu erobern.

Traum-Trail im Rupertiwinkel

Dieser entpuppt sich als ein schier nicht enden wollendes Feuerwerk mit allem, was das Enduro-Herz begehrt. Im letzten Abschnitt zeigt der zunächst flowige Waldpfad sogar richtig Zähne. Nahe am Stacheldraht geht es über heftige Wurzelpassagen und hohe Stufen hinab gen Stockham. Wo wir, wieder ganz nach bayerischer Sitte, unsere Tour im Biergarten neben dem Kloster Höglwörth mit Schweinshaxen und Backhendel beenden. Unter Kastanienbäumen mit Blick auf den Höglwörther See. Am Ende unseres Trips in den Südosten Bayerns steht fest: Das Berchtesgadener Land hat sein Versprechen der Vielfältigkeit gehalten! Liebliche bis hochalpine Landschaften, genüssliche Touren oder harte Trailrides – hier kommt jede(r) auf seine oder ihre Kosten. Und die blau-türkisen Gebirgsseen sowie die bayerische Lebensart setzen dem Ganzen im Reich von König Watzmann die Krone auf.

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