Der Südowesten: Die Ufer der Phönizier

Wilder Lavendel und lichte Pinienwälder verwöhnen im Südwesten alle Sinne.

Zwischen 900 und 700 vor Christus gründeten die Phönizier im Südwesten Sardiniens ihre ersten Städte und Stadtstaaten. Später kamen die Punier, dann ließen sich die Römer nieder.

Wandert und radelt man heute durch die Hügel-, Wald- und Küstenlandschaft der Sulcis-Region, trifft man immer wieder auf ihre Relikte. Das Amphitheater in Pula ist so ein Beispiel oder die nahe gelegene Römerstraße.

An der felsigen Westküste können Wanderer aufgelassene Minen und Eisenbahnlinien erkunden, während sich Rennradfahrer lieber auf den gebirgigen Asphaltstraßen austoben werden.

Ein heißer Tipp für alle Outdoor-Sportler ist auch der südlichste Punkt Sardiniens.

Tour 10: Die Galleria Henry (Wander-Tour)

245 Hm, 10 km, 4 Std., leicht

Diese Rundwanderung verläuft mitten in ­einem ehemaligen Bergbaugebiet und verbindet Industrieflair mit heller Küstenlandschaft.

Anspruch: konditionell und technisch leicht.

Charakter: geschichtsträchtige Rundwanderung.

Start-/Zielpunkt: Galleria Henry an der alten Straße zwischen Buggerru und Pranu Sartu (100 m).

Karte: IGM-Karte Blatt 555, „Iglesias“, 1:50 000.

Route: Zuerst folgt man dem Schild Cala Domes­tica. Über einen aussichtsreichen Pfad auf einer Hochebene erreicht man schließlich diese bekannte Bucht. Durch eine Felsöffnung kommt man zur Cala Grande und wandert an den Resten einer ehemaligen Eisenbahnlinie entlang Richtung Punta Sa Grutta-Genna Arenas. Von dort geht‘s nach Buggerru.

Tour 11: Römische Straße (MTB-Tour)

1197 Hm, 41,5 km, 3–4 Std., mittel

Auf der Römerstraße und in Pula mit seinem Amphitheater treffen Mountainbiker auf einen Teil sardisch-römischer Vergangenheit.

Anspruch: technisch und konditionell mittelschwer.

Charakter: Panoramatour mit Singletrail-Einlagen.

Start-/Zielpunkt: Pula (16 m).

Karte: IGM-Karte Blatt 573 „Teulada“, 1:50 000.

Route: An der Kreuzung SS 195/Golfplatz Is Molas fährt man zum Technologiepark. In Kehren geht‘s bergauf nach Piscina Manna und weiter zum ca. 2?km langen Singletrail. Es folgen schroffe Steigungen und ein weiterer Singletrail. Auf Asphalt fährt man nach Chia und über die kleine Brücke vor der Bar auf der Römerstraße nach Pinus Village. Von hier folgt man etwa 9 km der SS 195 zurück nach Pula.

Tour 12: Tour der Bergwerke (Rennrad-Tour)

1864 Hm, 72,5 km, 3–4 Std., mittel

Nach der Auffahrt nach Iglesias hat man sich den Cappuccino in der schönen Altstadt wohlverdient: die lange Abfahrt ans Meer auch.

Anspruch: konditionell mittelschwere bis schwere, technisch mittelschwere Runde.

Charakter: kurzweilige Runde für Kletterexperten.

Start-/Zielpunkt: Buggerru (66 m).

Karte: siehe Tour 10.

Route: Von Buggerru fährt man nach Fluminimaggiore. Jetzt kommt die längste Steigung der gesamten Tour: 15 km und bis zu 16 % Gefälle. Im Bergdorf Sant‘ Angelo geht es bergab bis nach Iglesias und 25 km weiter bergab bis Gonnesa auf Meeresspiegelhöhe. Mit schönem Ausblick auf die Küste von Masua fährt man bergauf und zurück nach Buggerru.

17.08.2011
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 09/2011