Der perfekte Alpencross

Mountainbike-Alpencross: So klappt es!

Foto: Manfred Stromberg

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Du willst per Bike über die Alpen? Wir zeigen dir, auf welche Dinge du bei deinem Alpencross achten musst und wie die perfekte Vorbereitung aussieht.

Ein Alpencross ist das Highlight eines jeden Tourenbikers. Vor dem großen Ritt über Pässe und Gipfel steht wochenlanges hartes Training, damit die Tour nicht auf halber Strecke in Erschöpfung endet.

Doch neben der körperlichen Verfassung muss auch die Planung stimmen: Wer fährt mit? Auf welchem Weg geht’s übers große Gebirge? Was muss alles in den Rucksack, und ist mein Bike überhaupt Alpencross-tauglich?

Foto: Stefan Neuhauser

Wo geht’s lang? Einfach dem GPS-Track nachfahren! Profs setzen zusätzlich auf (batterielose) Landkarten ...

Routenplanung

Gut geplant ist halb gecrosst: Wer sich keinem der Anbietern anvertrauen will, für den gilt: Alpencross will gut vorbereitet sein! Schließlich muss man sich eine Woche auf sich selbst und die Mitfahrer verlassen können – Unwettern, Stürzen, Defekten und zwischenmenschlichen Kon?ikten zum Trotz. Wer diese W-Fragen wahrheitsgetreu beantwortet, schafft es an den Lago!

Wer fährt mit? Meist fährt man mit den Radspezis. Vorteil: Man kennt sich aus dem Effeff, und Alphatierchengehabe ist überflüssig, da die Claims abgesteckt sind. Spannend wird es, wenn Uwe seinen unbekannten Schwager mitbringt. Der 130 Kilo wiegt und an jeder S0-Stelle absteigt ...

Wie viele crossen mit? Merke: je kleiner die Gruppe, desto schneller. Je größer, desto lustiger. Vierer- oder Sechserteams sind der beste Kompromiss. Obacht bei ungerader Köpfezahl – es droht das „fünfte Rad am Wagen“-Trauma.

Was erwartet jeder? Am ehesten kracht es, wenn die Gruppe sehr inhomogen ist – in Sachen Leistungsfähigkeit oderErwartungshaltung. Also deutlich vor dem Start abklären, warum jeder einzelne eigentlich die Alpen überqueren will.

Wann starten wir? Das Zeitfenster wird am Anfang und Ende des Sommers vom Schnee festgelegt. Also ganz grob: Juni bis Oktober. Wer auf Hütten übernachtet oder gerne Lifthilfe in Anspruch nimmt, muss sich natürlich an deren Öffnungszeiten halten. Achtung Sommerferien! Gerade in Italien quellen im August Hütten und Hotels schier über. Zudem zerrt der „mitteleuropäische Monsun“ ofmals an Regenjacken und Nerven.

Foto: Andreas Kern

Wintereinbruch im Sommer – wie hier am Passo Tonale – kann einem den Alpencross schön verhageln. So machst du auf Tour gut Wetter:

Wetter: Weil die Alpen unberechenbar sind

Donnerwetter! Wenn es draußen kracht und blitzt, bleibt man am besten in der guten Stube. Wenn man jedoch mit dem Bike in den Bergen unterwegs ist, muss man (oft) da durch. Das Wetter ist ganz klar einer der Stress- und Abbruchfaktoren beim Alpencross!

Bergwetter schreibt seine eigenen Gesetze: Die Ost-West-ausgerichteten Alpen wirken wie eine Mauer, an der Wolken anprallen, durch Täler gepresst und zum Aufsteigen gezwungen werden. Herrscht im Norden des Hauptkamms Traumwetter, kann sich im Süden Unheil anbahnen. Oder umgekehrt. Also wachsam sein und Wetterberichte im Auge behalten. Wärmegewitter: Besonders zwei Wetterphänomene stressen Biker: Wärmegewitter und Wettersturz. Wärmegewitter entstehen meist im schwülen Hochsommer, wenn sich Wolken immer mehr mit Feuchtigkeit aufsaugen („Blumenkohlwolken“), bis zum „Topfdeckel“ der Atmosphäre aufsteigen – und sich schließlich mit Blitz und Donner entladen. Das Gute am Schlechten: Wärmegewitter entwickeln sich meist nachmittags. Und sind meist genauso schnell wieder vorüber, wie sie kommen.

Wettersturz: Kann man das Wärmegewitter in der Hütte aussitzen, tritt man beim Wettersturz besser gleich den Heimweg an. In den letzten Jahren kam es immer häufiger im August zu fesen Kaltfronten mit ergiebigem Schneefall. Diese werden aber recht genau vorhergesagt.

Augen auf und Hirn an:
Wer kein Donnerwetter erleben will, der checkt bereits Tage zuvor – und dann auf Tour ständig – die lokalen Wetterberichte. Und startet vor allem im schwülen Hochsommer frühestmöglich. Damit er schon am Nachmittag beim Belohnungsbier vor der Hütte sitzen und dem Himmelsschauspiel gebannt-entspannt folgen kann.

Ausrüstung

Packliste: Was mit muss

Schuhe: Klick vs. Flat

Alpencross-Stiefel für Klickpedale schützen den Fuß vor Regen und sind sehr robust. Erwarten dich auf deiner Alpencross-Route jedoch
lange Schiebe-/Trageeinlagen und sehr technische TrailStücke, ist ein leichter, knöchelhoher Flatpedal- oder Wanderschuh die bessere Alternative. Denn die Cleats können sich auf Geröll und Schotter ablaufen, zudem hast du den Fuß beim Plattformpedal schneller auf dem Boden, um einen Sturz abzufangen. Daher zuvor die Strecke analysieren!

Defekte unterwegs? So kannst du sie beheben

Alpencross-Rucksäcke - Die besten Modelle für dich getestet.

Ist Rucksack gleich Rucksack? Nein! Speziell bei einem mehrtägigen Alpencross solltest du den perfekten Rucksack für deinen Rücken finden. Wir haben aktuelle Modelle für dich ausprobiert und helfen dir beim Kauf. Hier geht es direkt zum Test.

05.06.2008
© MOUNTAINBIKE