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Mountainbiken in Luxemburg – Infos, Tourentipps und GPS-Daten

MTB-Traumwochenende in Luxemburg

Luxemburg zwängt sich zwischen Belgien, Frankreich, Rheinland-Pfalz und Saarland – und überrascht mit krassen „Red Rocks“ und wildromantischen MTB-Waldtrails. MountainBIKE hat GPS-Daten zu Touren an drei Top-Spots in Luxemburg.

Infos: www.visitluxembourg.com

Anreise: 180 km/2:10 h ab Köln; 240 km/2:40 h ab Frankfurt; Direktflüge von allen großen deutschen Flughäfen nach Luxemburg-Stadt.

Übernachtung: Hotel „The Seven“ in Esch-sur-Alzette: www.theseven hotel.lu; Hotel „de la Sûre“ in Eschsur-Sûre: www.hotel-de-la-sure.lu; Jugendherberge Echternach: http://youthhostels.lu/de/jugendherbergen/jugendherberge-echternach

Guiding: www.singletrails.lu

Trailcamp: Ferdy Adam bietet am 3. und 4. Oktober ein Trailcamp am Stausee Esch-Sauer an. Anmeldung: http://singletrailslux.jimdo.com/when/stauseetrailcamp/

Drei Top-Spots für Mountainbiker in Luxemburg: Karte und GPS-Daten

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MountainBIKE
MountainBIKE 1015 Luxemburg Karte

Reisereportage Traumwochenende Luxemburg

„Kommt hier aus Frankräich, Belgie, Preisen, mir kënnen iech ons Hémecht weisen, frot dir no alle Säiten hin, mir wëlle bleiwe wat mir sin!“ Eine Klamauk-Szene aus dem Film „Willkommen bei den Sch’tis“? Nein, Luxemburgs Wahlspruch! Deutsch statt Lëtzebuergesch: „Kommt her aus Frankreich, Belgien, Preußen, wir können euch unsere Heimat zeigen, fragt nach allen Seiten hin, wir wollen bleiben, was wir sind.“

Mal ehrlich: Die Kleinen werden seit jeher von den Großen herumgeschubst. Dagegen sind kleine Hunde meistens die größten Kläffer. Wie auch immer – seit 1000 Jahren weckt „Lucilinburhuc“, später „Lützelburg“, heute „Luxembourg“ oder „Luxemburg“ – also „die kleine Burg“ – bei den Nachbarn Begehrlichkeiten.

Anno 1867 wollte beispielsweise ein kleingewachsener Herr namens Napoléon III. das Land zwischen den Ardennen und den Flüssen Mosel und Sauer mal schnell einsacken. Mit ihrem Wahlspruch „Mir wëlle bleiwe wat mir sin!“ und dem ersten Volksentscheid aller Zeiten ließen sie ihn gehörig auflaufen. Luxemburg blieb souveränes und neutrales Großherzogtum. Übrigens heutzutage das einzige weltweit.

Kleines Land, große Rekorde: Mit 80 mal 60 mal 0,6 Kilometern ist Luxemburg sehr überschaubar. Um genau zu sein: Es ist nach Malta das zweitkleinste Land der EU. Das Durchschnittseinkommen aber ist zweieinhalbfach so hoch wie das in Gesamteuropa. Von den 563 000 Einwohnern sind 46 Prozent Ausländer. Die helfen, dass Luxemburgs Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt nach Liechtenstein und Monaco das höchste weltweit ist. Wählen dürfen sie aber auch nach Jahrzehnten im Land nicht. „Mir wëlle bleiwe wat mir sin!“ Aber Schluss mit Zahlen und rauf aufs Bike!

MTB-Traumwochenende in Luxemburg – die schönsten Bilder

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Professionelle Unterstützung

Erste Frage: Kann man in Luxemburg überhaupt ernsthaft mountainbiken? Nathalie Lamborelle beantwortet meine – nur gedachte – Frage mit einem beherzten Drop über eine fünf Meter hohe Abbruchkante aus feuerrotem Sandstein. Keine weiteren Fragen, Mademoiselle Lamborelle!

Was ich frühmorgens um acht freilich noch nicht wissen konnte: Die 27-jährige Nathalie ist so etwas wie eine luxemburgische Rad-Göttin. Sie ist fünfmalige luxemburgische Meisterin im Straßenund Querfeldeinrennen. Sie wurde sogar mal Fünfte bei einer Junioren-Weltmeisterschaft. Chapeau!

Aber dass die Dame nicht nur treten, sondern auch tricksen kann, gefällt mir ausgesprochen gut. Immer und immer wieder fährt sie eine quasi senkrechte Stelle, ohne auch nur mit der Wade zu zucken. Die Männerrunde schaut ihr halb betreten, halb andächtig zu.

Im Süden rot, im Norden grün

Red Rocks. Was im Hirnkino von gravityaffinen Bikern automatisch den Contest eines Brauseherstellers im roten Labyrinth von Utah abspulen lässt, gibt es auch im äußersten Süden Luxemburgs, direkt an der grünen Grenze nach Frankreich. Passend zum Land natürlich in XXS-Version, aber auch ein klein bisschen spektakulär.

Wer sein Auto symbolträchtig am „Galgenberg“ von Esch-sur-Alzette abgestellt hat, findet sich Minuten später wie Alice im Trailwunderland wieder. Der natürliche Trailpark bietet jede Menge Felsabbrüche, Drops und Sprünge. Diese Red Rocks à la Luxembourg entpuppen sich an diesem Morgen schnell als Spaßgaranten für Fahrtechnikchefs. In unserem Fall: Chefinnen.

Tunnels, verlassene Minen, Waggonwracks, Schienen, die sich die Natur wieder einverleibt – unterwegs im Roten Oktober Luxemburgs kommen Biker andauernd an Zeugnissen des vergangenen Eisenerzabbaus vorbei.

So schwindeln wir uns auf zugewucherten Wegen – natürlich erlaubterweise – durchs Naturreservat Ellergronn. Nach etwa 15 Kilometern biegt Gian-Marco Bartolini, unser Guide, nach Rumelange zum Bergbaumuseum ab. Hier kann man einen ehemaligen Bergbaustollen besichtigen. Aber auch, so wie wir, nur einen Kaffee trinken.

Ab Rumelange geht’s weiter über ehemaliges Tagebaugebiet. Die Trails werden auf dem Weg Richtung Schifflange immer verspielter. Unten im Tal der Alzette sieht man die aktiven stahlverarbeitenden Anlagen, Hochöfen sind jedoch zu Museen umfunktioniert, an die Chinesen verkauft oder durch schrott-schmelzende Elektroöfen ersetzt.

Zurück am Galgenberg ist klar: Luxemburg rockt. Und zwar knallrot. Aber auch saftig grün. Wie im Norden, in Luxemburgs Teil der Ardennen. Genauer: rund um den Stausee bei Esch-sur-Sûre, der den Fluss Sauer zu einem Abenteuerspielplatz erster Güte macht.

Oder noch grüner: im Müllerthal. Hier im Nordosten des Großherzogtums hat der Fluss Ernz Noire, die schwarze Ernz, auf ihrem Weg hinab zur Sauer eine Schlucht in den Mischwald hineingefräst, die wildromantischer kaum sein kann. Robin Hood überlegt ernsthaft, hierher auszuwandern.

Tour durchs Müllerthal

Aber nicht nur bei Gesetzlosen, sondern auch beim braven Wandersvolk steht das Müllerthal ganz oben auf der To-do-Liste. Die Trails im Müllerthal sind folglich in der Hauptferienzeit im Juli und August sehr stark bewandert. Bikeguide Ferdy Adam empfiehlt: „Es ist sehr spaßbremsend, alle 20 Meter auf Touristen zu treffen. Ich mache in der Hochsaison einen großen Bogen ums Müllerthal. In der Nebensaison, am besten im Frühjahr oder im Herbst, sind recht wenig Wanderer unterwegs.

Trotzdem gilt: Möglichst früh oder spät ins Müllerthal, Wanderern den Vortritt lassen und freundlich grüßen!“ Keine Kunst bei diesem unglaublich netten Völkchen.

Wer also das Müllerthal mit dem Bike erkunden möchte, startet am besten am Echternacher See. Die Tour hat eine Länge von 33 Kilometern und sammelt 650 Höhenmeter. Zu wenig? Pas de problème!

Es gibt zwei Verlängerer: Nach 20 Kilometern kann man den Schlenker zum Schloss Beaufort machen. Der elf Kilometer lange Umweg mit 600 Höhenmetern ist eigentlich Pflicht wegen der tollen Trails im zweiten Teil der Runde und wegen des Schlosses, an dem die Tracks direkt vorbeiführen.

Ein weiterer Abstecher (+ 9 km und 130 Hm) führt in die Aesbech-Schlucht mit ihren wunderschönen und sehr flowigen Schluchtwegen. Aber: Obacht, Wanderer! Wieder in Echternach angekommen, gilt es, in der hiesigen Jugendherberge zu chillen.

Luxemburg ist JuHe-Land! In der empfehlenswerten Unterkunft kann man nach der Tour gegen kleines Geld duschen. Getränke sowie kleine Snacks gibt es rund um die Uhr, Mittag-, Abendessen und Übernachtung am besten mit Voranmeldung. Und wer jetzt immer noch Körner hat, kann in der Indoor-Kletterwand kraxeln.

Nach drei Tagen Luxemburg ist sonnenklar: Hier kann man Lichtjahre besser biken als erwartet. Und die Luxemburger sind einfach ein ausgesprochen sympathisches Völkchen. Ferdys Übersetzung des Landesmottos „Mir wëlle bleiwe wat mir sin!“ ins Bikedeutsche: „Wir zeigen euch gerne unsere Trails, aber bitte lasst die Steine aufeinanderliegen, so wie sie waren ...!

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