MOUNTAINBIKE-Leser berichten: der Vater+Sohn Alpencross

Foto: Kompe/Traube
Wenn Vater und Sohn ihren ersten gemeinsamen Alpencross fahren, soll es schon etwas Besonderes sein – etwas mit ganz viel Singletrail.

MOUNTAINBIKE-Leser erzählen von ihrem schönsten Bikeerlebnis.

Faszination Alpencross: Traumtrails an der Bocchetta du Penedolo

Das brauchen wir", Martin mir durch den Kopf, als mein Sohn Jarno mit der Idee kam, einen gemeinsamen Alpencross zu fahren. Der Grund: Mein Sohn ist eher im “, schoss esBikepark zu Hause, ich bin mehr dem Lager des typischen Tourenfahrers zuzuordnen – zwei Welten, die es über eine Woche zu vereinen galt. Martin Traube, unser Freund aus München und begeisterter Tourentüftler, wusste die Antwort: „Wir machen einen Singletrail-Alpencross und nutzen dabei auch Gondeln und Shuttles. Das wird ein guter Mix für jeden von uns.“

Im August 2018 geht es los. Von Ehrwald am Fuße der Zugspitze rollen wir nach Lermoos, nehmen die Grubigsteinbahn. Oben wartet das erste Highlight, der Blindseetrail hinunter zum Fernpaß. Der Rest des Vormittags gestaltet sich entspannt: Über den Römertrail nach Nassereith, dann erst mal zügig Strecke machen auf dem Radweg bis Imst und mit der Bahn nach Zams. In Zams nehmen wir die Gondel auf den Krahberg und fahren über den Venttrail zur Goglesalm und dann runter zur Pillerhöhe. Auf dem Stück gibt es einige nette Trails, jedoch nur bei absoluter Trockenheit – das Pillermoor heißt nicht umsonst so ..

Foto: Kompe/Traube

Kurz vor der Abfahrt: Das berühmte Stilfser Joch.

Endurotrails am Reschen

Es gibt zwei Möglichkeiten, um von Ried rauf nach Nauders zu kommen. Selber kurbeln. Oder den Postbus-Shuttle nehmen mit der Perspektive, oben mehr 3-Länder-Enduro-Trails am Reschensee zu fahren. Ist ja wohl klar, was wir gemacht haben. Einen Tag Singletrails fahren, bis die Arme brennen. Von Mals nehmen wir dann den Bike-Shuttle rauf zum Stilfser Joch: Übernachtung auf 2845 m Höhe im Rifugio Garibaldi. Ein perfekter Startplatz für das Alpenhighlight am nächsten Tag. Direkt von der Haustüre weg starten wir in das Spitzkehrengeschlängel von der Dreisprachenspitze hinab, queren rüber zur Bocchetta die Forcola (2768 m) und kurven dann den legendären Flowtrail hinunter zum Lago di Cancano.

Foto: Kompe/Traube

Ganz oben am Reschensee jubelt Jarno Kompe mit seinem Bike.

Biken from Dusk till Dawn

Noch vor Mittag erwischen wir die Gondel hinauf nach Bormio 3000. Halbzeit. Bis zum Ende des Tages schaffen wir es noch bis zum Rifugio Bonetta am Gavia, bevor wir platt ins Bett fallen. Singletrails und knifflige Abfahrten ziehen einem schon kräftig die Körner aus den Beinen.

Tag 4: Nach der dritten Kehre beginnt der Gallo-Flowtrail, dieser ist mittlerweile extrem ausgefahren, und prompt erwischt es Jarno auch. Er landet jedoch in der Wiese – nichts passiert zum Glück. In Ponte di Legno nehmen wir die Gondel rauf zum Tonale und rollen entspannt ins Val di Sole zur Gondel von Daolasa. Die Waden zwicken vom vielen Fahren im Stehen, und die Hände tun weh, als wir in Madonna di Campiglio einrollen.

Mittlerweile sind wir ein eingespieltes Trio, das nun die letzte Etappe in Richtung Gardasee angeht. Acht Stunden Bikespaß, tolle Panoramablicke vom Doss del Sabion in Richtung Brenta, letzte knifflige Singletrail-Passagen auf dem Sofo-del-VentoTrail. Dann der finale knackige Anstieg rauf zum Rifugio San Pietro, letzte Kräfte werden mobilisiert, bevor es in ?otter Fahrt über Tenno nach Riva geht – und direkt in den Pool. Ein würdiger Abschluss für einen Singletrail-Alpencross der Extraklasse.

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01.03.2019
Autor: Jarno & Jens Kompe
© MOUNTAINBIKE