Teil des
MB-0413-Suedtirol-Special-Siegi-Weisenhorn Andreas Kern

MountainBIKE stellt Südtiroler Originale vor

Local Heroes - Südtiroler Originale

MountainBIKE stellt Personen vor, die mit Südtirol und der lokalten Bike-Szene ganz eng verbunden sind.

Siegi Weisenhorn: kennt im Vinschgau so ziemlich alle Singletrails – und zwar rauf und runter. Seine bikerischen Fähigkeiten erwarb er in vielen Rennen. 2005 gründete Siegi einen Bikeshuttle-Service, 2010 folgte mit "Südtirolbike" noch die eigene Bike-Schule in Mals.

Alter: 48 Jahre
Wohnort: Glurns im Obervinschgau
Lieblingstrail: der "Bim-Bam-Trail" am Stilfserjoch
Bike: Cube Stereo, Jahrgang 2013
Lebensmotto: Freizeit leben!

"Heiliger Bimbam, was ist denn das für ein Trail", schießt es Siegi Weisenhorn durch den Kopf, als er den versteckten Pfad am Stilfserjoch 2012 das erste Mal befährt. "Jetzt leb’ ich hier schon 48 Jahre und habe diese Route erst jetzt entdeckt!" Siegi ist restlos begeistert.

Diesen einfach angelegten Pfad, der so gut zu fahren ist, muss er sofort in sein Bike-Programm aufnehmen! Links, rechts, links, rechts zirkelt er den Berg hinab. "Und man braucht nicht einmal ein Oberguru im Biken zu sein, um auf ihm Spaß zu haben!" Und ein plakativer Name ist auch schon da: Bim-Bam-Trail.

Nach diesem Erlebnis nimmt sich der "Bergbauernbub" aus dem Matschertal, wie sich Siegi selbst bezeichnet, Ende 2012 die Zeit, noch mehr Trails in seinem Hausrevier zu erkunden. "Ich hatte immer schon Projekte im Kopf. Wege, die ich auf der Karte gesehen habe, aber noch nie getestet habe", erzählt Siegi.

Wenn das ein Einheimischer von "seinem" Obervinschgau und den angrenzenden Pässen sagt, jemand der seine Region kennt wie seine Hosentasche, dann will das so viel heißen wie: Diese Region muss noch eine wahre Schatzkammer unbekannter, verborgener Trails sein.

Trails mit Geschichte(n)

Sämtliche Trails und Touren, die Siegi bei Südtirolbike im Programm hat, haben irgendeine Geschichte. Und Geschichte ist dabei durchaus wörtlich zu nehmen. So führen die "Kaiserjägertrails" über Steige, die im Ersten Weltkrieg von den Truppen der österreichisch-ungarischen Armee erbaut und genutzt wurden.

"Begehrtester Lebensraum Europas" steht selbstbewusst auf der Homepage von Südtirolbike. Spricht man Siegi darauf an, antwortet er schmunzelnd. "Zum einen haben wir hier, verglichen mit anderen Ländern in der Welt, einen sehr hohen Lebensstandard mit einer guten Verwaltung und Infrastruktur." Außerdem schätze er das Klima mit den vielen Sonnenstunden sehr. Was ihm persönlich am besten gefällt, ist aber dieser einmalige Mix aus Tiroler Schmäh und italienischem Dolce Vita. Wahrscheinlich ist es genau dieses Flair, das auch den Urlaubern an Südtirol besonders gefällt.

Durch ganz Südtirol weht eine mediterrane Lebenseinstellung. Verknüpft mit der Bodenständigkeit der Südtiroler, ihrer Gemütlichkeit und Ruhe und nicht zuletzt mit dem ursprünglichen Landschaftsbild, das dank der intakten Bergbauernhöfe noch erhalten ist, ergibt sich dieser ganz besondere Einklang.

Die Qual mit der Singletrail-Wahl

Auch wenn Siegis Teilnahme an Mountainbike-Wettkämpfen "früher" war: Einen muss er sich einmal im Jahr einfach noch geben. "Beim King of Plose in Brixen gefällt mir, dass da so coole Typen rumschwirren", sagt er und lacht. Besonders am zweiten Tag, beim Downhill-Rennen von der CAI-Hütte auf der Plose runter zum Domplatz in Brixen, sei man in einer ganz anderen Welt.

"Die Downhiller sind meist junge Leute, die technisch extrem gut drauf sind." Die Strecke ist aber nicht nur technisch, sondern auch konditionell fordernd, und so hätten Leute wie er auch noch eine Chance. "Fahrtechnik muss ich vorher noch mal speziell trainieren", sagt er. Teilweise im Parcours seiner Bike-Schule, aber viel lieber draußen auf seinem Bim-Bam-Trail. Oder wie sie alle heißen. Auswahl hat er im Obervinschgau ja genug!

MB-0413-Suedtirol-Special-Hotel-Steineggerhof
Italien

Local Hero: Agnes Innerhofer

Agnes Innerhofer: führt mit ihrer Zwillingsschwester Edith seit 30 Jahren das Hotel Innerhofer in Gais. Seit 14 Jahren ist sie auch als Bike-Guide sehr aktiv.
Alter: 49 Jahre
Wohnort: Gais bei Bruneck
Lieblingstrail: Mühlbach und über Badl im Mühlbachtal zur Winterställer Alm (2.068 Meter), anschließend nach Uttenheim und zurück nach Gais.
Bike: Ghost AMR Lector 7700
Lebensmotto: Spaß mit netten Leuten haben und Luft und Berge mit ihnen genießen.

Agnes Innerhofer lacht gern und viel. Das ist ansteckend. Zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Edith Innerhofer leitet die Südtirolerin seit 30 Jahren das Bikehotel Innerhofer in Gais, knapp fünf Kilometer nördlich von Bruneck.

Genau diese Lage in der Ebene am Eingang zum Tauferer Tal auf 850 Metern Höhe ist es, die ihre Bike-Region auszeichnet. "So können wir jede Tour ausrollend beenden und müssen nicht am Ende des Tages noch mal einen Anstieg hoch."

Wer nach Gais im Tauferer Tal zum Biken kommt, findet in einem Umkreis von 40 Kilometern eine Vielfalt an Gebirgen vor, wie man sie in den Alpen nur selten auf so engem Raum findet. Im Norden wollen die abweisenden, vergletscherten Granit-Dreitausender des Hauptkamms erobert werden.

Im Osten gilt es, die einsame Rieserferner-Gruppe zu entdecken, während im Westen die kahle Bergkette vom Windeck zur Eidechsspitze mit sonnigen, nach Süden ausgerichteten Tälern und gemütlichen Hütten förmlich nach bikerischer Beachtung schreit.

Und im Süden? Dort locken die Dolomiten. Nicht nur mit Dolce Vita und schmackhaftem Cappuccino – den gibt es auch im Tauferer Tal –, sondern mit diesen speziellen Felsformationen, wie sie nur die "Bleichen Berge" zu bieten haben.

Wenn Agnes sagt: "Im Umkreis von 40 Kilometern hat man alles – unterschiedliche Landschaftsbilder und verschiedene Untergründe", ist das nicht Übertreibung, sondern Tatsache.

MB-0413-Suedtirol-Special-Agnes-Innerhofer
Andreas Kern
Local Hero: Agnes Innerhofer.

Glückliche Stammgäste

Woher kommt der mit 60 Prozent hohe Anteil an Stammgästen? "Das Wichtigste bei einem Bike-Hotel ist, dass die Leute des Hauses selbst begeistert von ihrem Sport sind." Dann sind dem Vergnügen keine Grenzen gesetzt. Wegen der vielen Stamm­gäste, "aber nicht nur wegen diesen, sondern weil es mir selbst so viel Spaß macht", kundschaftet Agnes immer wieder neue Touren aus. "Es ist wichtig, Abwechslung zu bieten", ist sie als Bikeguide und Hotelier überzeugt.

Das Hotel Innerhofer hat sich seit 14 Jahren dem Biken verschrieben. Die Zwillingsschwestern haben sich die Arbeit aufgeteilt. Agnes ist die treibende Kraft im Bike-Bereich. Edith für das Skiprogramm zuständig. Bei den geführten Touren an sechs Tagen pro Woche erhält Agnes Unterstützung von Hauptguide Bruno. "Wegen der Arbeit im Hotel kann ich nicht jeden Tag führen", erklärt sie. "Aber wenn ich führe, ist das für mich wie Freizeit", sagt sie begeistert. Wer Agnes und ihr Team kennenlernt, weiß, warum so viele Stammgäste immer wieder kommen. Sicherlich nicht nur wegen der idea­len Ausgangslage für Biketouren aller Art ...

Local Hero: Gerhard "Krauti" Krautwurst

Gerhard Krautwurst: kam über seine Leidenschaft Kochen zu seinem Beruf Koch und durch diesen nach Südtirol und zum Biken. Lebt bereits seit über 17 Jahren in Welschnofen.
Alter: 42 Jahre
Wohnort: Welschnofen
Lieblingstrail: der Herrensteig vom Karerpass auf Trails nach Welschnofen. Da kann ich direkt bis vor die Haustür fahren.
Bike: Ghost Cagua 650B mit E:i-Federungskonzept.
Lebensmott: Biken ist mehr als nur Treten.

Als gelernter Koch ist Gerhard Krautwurst viel in Europa und in Haubenhotels herumgekommen. Vor 17 Jahren hat der gebürtige Niederösterreicher dann als Küchenchef im Hotel Erika in Deutschnofen, einem der idyllischen Orte in der Ferienregion Eggental, angefangen.

Und ist im zwölf Kilometer entfernten Welschnofen geblieben. Im Eggental hat er seine Frau kennengelernt und Familienanschluss gefunden. Hier gründete er 2005 seine "Bike Academy".

Zum Biken ist er mit seinen Gästen freilich auch schon früher gegangen. Nachdem er 2003 die Bike-Guide-Ausbildung abgeschlossen hatte, wurde es dann immer mehr und mehr.

Sagenhafte Trails und Forstwege

"In meiner Wahlheimat gefällt mir besonders, dass wir im Gebirge sind, aber südliches Klima haben. Außerdem die Nähe zur Stadt Bozen und die vielen Seen. Das Genialste aber ist, dass hier direkt vor der Haustür für viele Bike-Wünsche etwas geboten ist", sagt Krauti.

Als er fortfährt, gerät er richtig ins Schwärmen: "Unsere Wanderwege sind 100 Jahre alt und werden heute nur noch wenig begangen. Die Leute fahren lieber mit der Seilbahn hoch und wandern dann in hochalpiner Umgebung. Dadurch kommt es zu keinen Konflikten zwischen uns Bikern und den Wanderern. Aber was noch viel besser ist: So stabil, wie die Trails hier nach 100 Jahren Begehungen geworden sind, könnte man sie gar nicht mehr bauen."

Biker mit weniger Trailerfahrung und alle, die an ihrer Fahrtechnik feilen möchten, können sich auf Krautis Übungshang mit eingebauten Stufen und Spitzkehren fit machen. Der Trailhang liegt direkt beim Matzhof, einer Vier-Sterne-Bike-Unterkunft mit Ferienwohnungen. "Besonders für bikende Familien ist der Matzhof mit seinem Urlaub-auf-dem-Bauernhof-Angebot ideal", erzählt Krauti.

Für Gourmet-Biker only

Seine Leidenschaften Kochen und Biken verbindet Krauti bei den "Gourmet-Freeridewochen". In Guido Tschugg und dem 14-fachen Deutschen Meister im Downhill, Marcus Klausmann, hat er passende Partner gefunden. Marcus ist nicht nur ein Meister auf dem Bike, sondern bei Krauti in der Lehre: zum Koch.

Local Hero: Alex Resch

Alex Resch: ist nicht nur ein Biker der ersten Stunde und begeisterter Trailer, sondern auch Bikeguide, Hotelier der Goldenen Krone in Brixen und Weinkenner mit Leib und Seele.
Alter: 43 Jahre
Wohnort: Brixen
Lieblingstrail: der Trail Nr. 4 vom Plosegipfel bis St. Andrä. Außerdem der neue offizielle Freeride-Trail, der neu an der Plose im Juli 2013 eröffnet wird.
Bike: Liteville 301 MK 10
Lebensmotto: Trails entstehen dadurch, dass man sie fährt.

Alex Resch hat schon viele Sportarten ausprobiert. Aber wenn er von sich sagt: "Ich habe schon jede Sportart gemacht, nur nichts richtig", ist das südtirolerisch bescheiden ausgedrückt. Auf dem Snowboard hat es der heute 43-Jährige immerhin bis zum Weltcup gebracht, und auch das Biken übt er "richtig" aus.

Heute ist er Hotelier.Doch was bedeutet richtig? Dazu muss man nicht Profi sein. Was zählt, ist die Einstellung zu der Sportart und die Zeit, die man mit ihr verbringt, um technisch so gut wie möglich zu werden. Schon vor 30 Jahren hat Alex mit seinen Freunden Schanzen gebaut, um anschließend mit dem Bike um die Wette drüberzuspringen. Er ist eben ein Biker der ersten Stunde.

Und er hat zusammen mit seinem Kollegen Alex Angerer 2005 das CAIdom ins Leben gerufen – ein Freeride-Rennen über 13 Kilometer und 2.000 Höhenmeter von der Plose zum Domplatz in Brixen. Und Alex hat dieses inzwischen mit über 300 Teilnehmern schon legendäre Rennen nicht nur ins Leben gerufen und organisiert, sondern die ersten vier Mal auch daran teilgenommen. Wer die Strecke in natura oder auf den Eventvideos gesehen hat, weiß, was das heißt: Alex ist ein "richtiger" Biker.

Rund um seine Heimatstadt Brixen und auf dem Hausberg Plose hat er auch genügend Möglichkeiten zum Üben. Eine von Alex Lieblingstouren ist der "Kastanienweg", eine ausgesprochene Genießerrunde. "Der ist deshalb so toll, weil man ihn fast das ganze Jahr fahren kann. Er liegt auf der Sonnenseite", sagt Alex. Außerdem sei die 29-Kilometer-Runde von Brixen nach Klausen und zurück auch als 46 Kilometer lange "One Way Tour" bis nach Bozen erweiterbar.

Dank der Brixencard geht es anschließend mit dem Zug gratis in 35 Minuten wieder zurück. Auch die "Stoanamandl-Runde" mit dem Trail im Jochtal schätzt Alex sehr. "Die ist technisch nicht so anspruchsvoll und kann mit 46 Kilometern und 1.700 Höhenmetern gut als Tagestour gefahren werden."

An Alex Lieblingstouren wird deutlich, was die Region im Eisacktal rund um Brixen ist: unglaublich abwechslungsreich! Von der Talrunde auf gemütlichen Fahrradwegen in der Ebene über Vorgebirgstouren über das 300 Meter über Brixen gelegene Apfelhochplateau von Tschabs bis hin zu Extrem-Trails auf der Plose: Biker haben die Qual der Wahl.

Und um diese zusätzlich zu erschweren, lockt die schöne Altstadt von Brixen. Nicht nur mit einem Cappuccino in einem der Straßencafés, sondern auch mit ihrem südländischen Charme, den romantischen Gässchen rund um den historischen Ortskern.

Ein Paradies für Wein-Fans

Als Hotelier versteht es sich von selbst, dass Alex über Weine bestens Bescheid weiß. Wenn er jedoch über den Weinanbau in seiner Heimat spricht, wird schnell klar, dass der Hotelier auch beim Wein alles "richtig" macht. "Neustift ist das nördlichste Weinbaugebiet Norditaliens."

Bedingt durch die Höhenlage wird im Brixner Umkreis Weißwein angebaut. Sorten wie Silvaner, Müller-Thurgau und Veltliner gedeiten am besten. "Besonders in den letzten Jahren haben sich einige Jungwinzer darauf spezialisiert, Weine in nur kleiner Menge, dafür aber auf höchstem Niveau herzustellen." Ein Tipp seien etwa die Weine vom Köfererhof oder "Hoandl" von Manfred Nössing.

Alex Resch ist außerdem auch ein "richtiger" Mountainbikeguide. Das beweist die Tatsache, dass er selbst viele Touren führt und er, was das Programm angeht, sehr kreativ ist. Unter dem Namen "Lady & Style" gibt es dieses Jahr ein spezielles Pärchen-Angebot, bei dem ER mit Daniel Schäfer an seinem Fahrstyle feilen kann, während SIE mit dem Gravity Girl und Fourcrosserin Steffi Marth Touren fährt. Einfach clever, diese Südtiroler!

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