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Val di Sole: Bike-Paradies im Nordtrentino - mit GPS-Daten

Kurz und kompakt: Alle Infos zum MTB-Spot Val di Sole

Das Val di Sole ist eine Talgemeinschaft im Norden des Trentinos. Aus dem Haupttal zweigen etliche kleinere Täler ab und bieten beste Bike-Bedingungen.

Vier Top-Touren im Val di Sole – inklusive Trailbooks und GPS-Daten:

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Vier Top-Touren im Nordtrentino (für Großansicht: Karte anklicken)

Lage: Das Val di Sole liegt im Nordwesten der italienischen Provinz Trentino. Es umfasst eine Ansammlung von Haupt- und Seitentälern, ganz im Westen geht es am Tonale-Pass in die Lombardei über. Der Charakter ist abwechslungsreich: von üppig grünen Talgründen geht es über schattige Nadelwälder bis zum höchsten Gipfel des Trentino, dem 3769 Meter hohen Monte Cevedale.

Beste Reisezeit: Nordseitig kann in den Seitentälern wie im Val di Peio oder Val di Rabbi noch lange Schnee liegen. Am besten ist die Zeit zwischen Ende Juni und Ende September.

Anreise: von München über die A 8 und A 93 bis Kufstein, weiter auf der
A 12 bis Innsbruck, dann auf der A 13 über den Brenner. Auf italienischer Seite die A 22 weiter bis zur Ausfahrt S. Michele all´ Adige. Auf Landstraße SS 43 über Clès nach Malè (350 km, 3 h 45 min).

Übernachten: Hotel Michela, 38027 Malè, Tel. 0039/0463/901366, www.hotelmichela.com. Weitere Info über den lokalen Tourismusverband www.valdisole.net

Bike-Shops: Bike-Shop von Silvano Andreis in Malè. Hier gibt es einen Bike-Verleih und Tourentipps. www.andreissnc.com

Seilbahnen: Kabinenbahn im Val di Peio, ca. 15 Euro inklusive Bike.

Karten: „Val di Sole – Mountainbike Percorsi Mondiali“, mit MTB-Tourenvorschlägen, Maßstab 1:50000, 4,90 Euro, beim Tourismusverband und ­diversen Zeitschriftenläden erhältlich.
Tabacco-Karte Val di Peio/Val di Rabbi/Val di Sole, 1:25000, 9,50 Euro.

Info: Fremdenverkehrsverband Val di Sole, www.valdisole.net. Hier auch MTBInfo und Tourenvorschläge.

Touren

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Val di Sole-Reportage: Fahrt ins Grüne

Val di Sole – die schönsten MTB-Impressionen

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Vier Top-Touren im Val di Sole – inklusive Trailbooks und GPS-Daten:

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Stefano sieht schnell aus. Sein Name klebt in geschwungenen Lettern auf dem Oberrohr seines Carbon-Hardtails, und seine glattrasierten Beine treten im Stakkato. Er scheint zudem ein Freund des Leichtbaus zu sein. Mit V-Brakes und Rock Shox SID Carbon Worldcup wiegt das ­Bike vermutlich gerade mal neun Kilo – kein Vergleich zu meinem soliden und ungleich schwereren All-Mountain-Fully.

Als ich an einer Weggabelung die Karte zu Rate ziehe, um den richtigen Weg zum Tonale-Pass nicht zu verpassen, kommt er angedüst. Ich krame meine paar Brocken Italienisch zusammen: „Direzione Passo Tonale?“ „Si, si“, bejaht er und fährt weiter. Ich schwinge mich in den Sattel und versuche aufzuschließen.

Er zeigt Mitleid, verlangsamt das Tempo. „Deutsch?“ fragt er. „Si“, antworte ich. Mit einem Wechsel zwischen Deutsch, Englisch und ein paar Brocken Italienisch geht die Konversation auf den nächsten Kilometern weiter – wenn mir nicht gerade die Luft wegbleibt.

Das Val di Sole in der italienischen Provinz Trentino erlebte vor knapp drei Jahren einen Bike-geschichtlichen Höhepunkt: Acht Tage lang wurde hier im Juni 2008 die Mountainbike-Weltmeisterschaft ausgetragen. Hatte diese Talregion als MTB-Destination bis dato ein eher beschauliches Dasein geführt, mutierte sie für eine Woche zum Nabel der Bike-Welt.

Rund um Commezzadura mit seinen Liften steppte der Bär, Spanier, Schweizer und Franzosen dominierten den Medaillenspiegel, und für Deutschland holte Sabine Spitz WM-Silber im Cross Country. Vergangenheit! Gegenwart sind die Bike-Leckerbissen, mit denen das Tal im nordwestlichen Eck des Trentinos auftrumpft. Und damit jede Menge Gründe liefert, damit Mountainbiker nicht in Südtirol bleiben oder auf der Autostrada 22 gleich bis zum Gardasee weiterfahren.

Die WM war es auch, die den örtlichen Experten als Anlass diente, eine passable Mountainbike-Karte herauszubringen und Tourenvorschläge auszuarbeiten. Eine der vorgeschlagenen Routen des Mountainbike-Führers verläuft über den Tonale-Pass und über die Bergflanken der anderen Talseite wieder zurück – ohne dabei einen einzigen Meter der recht befahrenen Passstraße zu nutzen!

Statt dessen geht es von Vermiglio nach gemächlichem Beginn im Tal, allmählich steiler werdend, auf Schotter bergauf. Nach und nach wandelt sich der Untergrund in teilweise gröbere, blockige Steine, die den Weg fast befestigen. Die alte Passstraße, wie mir Stefano erklärt. Und nachdem wir meine Herkunft aus Nordwestdeutschland geklärt haben, gibt er noch zum Besten, dass er vor ein paar Wochen in München das 24-Stunden-Rennen gefahren ist. Solo natürlich. Denn nicht nur sein Bike ist leicht, auch an ihm ist nicht die Spur eines Fettpölsterchens zu erspähen.

Wer ins Val di Sole fährt, den erwartet nicht nur ein Tal, sondern eine ganze Talgemeinschaft. Das Val di Sole selber bildet das Haupttal, das mit dem Val Vermiglio und dem Tonale-Pass im Westen in die Lombardei übergeht. Bei Dimaro zweigt südlich ein Tal in die Brenta-Dolomiten ab mit dem bekannten Wintersportort Madonna di Campiglio. Für Biker am interessantesten sind die beiden nördlichen Seitentäler, das Val di Rabbi und Val die Peio.

Diese Täler schmücken etliche Wasserfälle und kleine Seen – kein Wunder, dass in Peio ein Mineralwasser gleichen Namens abgefüllt wird. Im Val di Peio zu Füßen des Monte Vioz wird derzeit auch das Skigebiet erweitert – schließlich erhebt sich im Nordwesten des Tals der höchste Gipfel des Trentino, der Monte Cevedale mit 3769 Metern.

So langsam kommt der Tonale-Pass in Sicht, es sind vielleicht noch 200 Höhenmeter. Ob mich auf der anderen Seite bei der Rückfahrt Singletrails erwarten? „No, no Trails“, antwortet Stefano. Wenige Minuten später verabschiedet er sich ins Rifugio an der Hauptstraße – schließlich ist er schon seit dem Morgen unterwegs und muss noch bis Ponte di Legno jenseits des Passes weiterfahren. Auf der Passhöhe erwartet mich auf rund 1880 Meter Höhe eine Ansammlung italienischer Hotel-Zweckarchitektur. Ich verschiebe die Mittagspause ein paar Minuten und fahre erst mal auf der anderen Hangseite bergauf.

Zwei Kilometer später lädt das alte Hospiz zu einer Pause ein. Gelegenheit, einen Blick in die Karte zu werfen – und Alternativen zur Schotterabfahrt zurück zum Ausgangspunkt zu planen. Von wegen „no trails“! Die eingezeichneten Wege, entlang der Höhenlinien verlaufend oder abfallend, sehen jedenfalls vielversprechend aus, wenn man nicht gerade ein erklärter Liebhaber von Highspeed-Schotter-Downhills ist.

Am Abzweig zum „Ex-Forte Zaccharone“ biege ich also von der Hauptroute ab. Und werde sofort belohnt: Ein moderat ansteigender, grasiger Weg führt bis zu dem verfallenen Fort. Dann beginnt ein wahres Trail-Feuerwerk: Immer entlang der Höhenlinie geht es auf einem schmalen Pfad, weitgehend fahrbar, oft jedoch auch technisch, so dass ein paar Meter Schieben angesagt sind. Ich fühle mich wie einst Christoph Columbus, mein Pioniergeist ist geweckt. Es sieht ganz danach aus, dass ich der erste Biker bin, der jemals hier durchgekommen ist.

Zugegeben, mit einem Race-Hardtail à la Stefano würden diese Trails bestimmt keinen Spaß machen, ein solides Tourenfully ist die absolute Mindestausstattung. Aber vermutlich fährt Stefano auch lieber steil bergauf – und hätte an der Uphill-Passage hinter der Malga Verniana seinen Spaß gehabt.

Den habe ich auch – aber eher auf der grandiosen Schlussabfahrt nach Vermiglio: ein recht steiler, aber wunderschöner, mit Tannenzapfen gepflasterter Waldbodentrail. Kurz vor Vermiglio spuckt mich der Trail wieder aus, und nach ein paar hundert Metern stehe ich mit einem fetten Grinsen am Parkplatz.

ermutlich sind die Teilnehmer und Besucher der WM im Val di Sole 2008 kaum in die Seitentäler abseits vom Schauplatz in Commezzadura abgeschweift. Und haben damit definitiv etwas verpasst! Vor allem im Val di Peio und Val di Rabbi warten unzählige Trails darauf, entdeckt zu werden.

So lassen sich in der gesamten Region Touren zusammenstellen, die immer wieder landschaftliche und streckentechnische Highlights bieten – und eine schöne Alm oder ein Rifugio mit bodenständiger italienischer Küche findet sich ebenfalls auf jeder Tour.

Kurz: Das Val di Sole ist eine Region für Biker mit Entdeckergeist. Wer hierhin fährt, findet Touren und Trails in Massen, aber ohne Menschenmassen. Und begegnet vielleicht auch Stefano auf einer seiner Trainingsrunden.

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