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Stubaital: die schönsten MTB-Touren – mit GPS-Daten

Kurz und kompakt: Alle Infos zum MTB-Spot Stubaital

Das Stubaital in den Tiroler Alpen zieht Sportler (fast) aller Art an. Mountainbiker mischen dabei zum Glück ganz vorne mit.

Vier Top-Touren im Stubaital - inklusive Trailbooks und GPS-Daten:

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Die schönsten Touren im Stubaital (Klick aufs Bild für Großansicht)

Lage: Das Stubaital nahe der Landeshauptstadt Innsbruck ist ca. 35 km lang und zieht sich tief in die Bergwelt der Stubaier Alpen mit ihren Gletschern. Die fünf Hauptorte Neustift, Fulpmes, Telfes, Mieders und Schönberg liegen alle auf rund 1000 Höhenmeter.

Beste Reisezeit: Anfang Mai bis Ende September. Je nach Schneelage kann man auch schon früher bzw. später biken.

Anreise: Das Stubaital liegt nur 20 Minuten von Innsbruck entfernt und ist mit Auto, Bahn oder Flugzeug sehr gut erreichbar. Viele deutsche Airlines fliegen Innsbruck direkt an. Bike-Mitnahme anmelden! Fahrzeit mit dem Auto von München ca. 1,5 Stunden.

Übernachten: Drei-Sterne- Hotel mit tollem Wellness-Bereich und guter Küche: Hotel Erika, A-6167 Neustift, www.erika.at;
Prima Vier-Sterne-Hotel für Aktiv-Urlauber: Hotel Serles, A-6142 Mieders, www.serles.at

Bike-Shops: Radsport Steixner, A-6166 Fulpmes, www.radsport-steixner.at;
Sport Christian Resch, A-6165 Telfes, Tel. 0043/(0)5225/62306

Guiding: Robert Peer, A-6165 Telfes, Tel. 0043/(0)664/3425979,
bergradl@gmx.at;
Gunnar Kopf, A-6071 Aldrans, www.stubaiken.at

Karten: Kompass WK 290 Rund um Innsbruck; WK 83 Stubaier Alpen und WK 036 Innsbruck und Umgebung; Gratis-Mountainbike-Karte des Tourismusverbands Stubaital, 1:45000.

Info: Tourismusverband Stubaital, www.stubai.at

Buchtipp: 110 Mountain­bike­touren – Innsbruck und Umgebung, C. Hammerle und W. Hofer, Löwenzahn-Verlag, 19,90 Euro.

GPS-Daten: Weitere Tourendownloads unter www.stubai.at/digital

Touren

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Stubaital-Reportage: Schnapperln im Sportlertal

Stubaital – die schönsten MTB-Impressionen

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Vier Top-Touren im Stubaital - inklusive Trailbooks und GPS-Daten:

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Es ist sehr früh am Morgen, als ich Richtung Bike-Treffpunkt rolle. Über dem Stubaital hängt Morgennebel, und meine Augenlider hängen trotz des starken Frühstückskaffees noch auf Halbmast. Alle Muskeln sind unwillig, ich bin noch nicht auf Betriebstemperatur.

Doch ich scheine hier die große Ausnahme zu sein: Lauter fitte, sportlich wirkende Menschen sind bereits unterwegs. Junge Frauen, die mit Nordic-Walking-Stöcken durch das Tal pflügen. Ein rüstiges Rentnerpaar startet mit Jogging in den Tag. Und eine bezaubernde Inlinerin überholt mich beinahe. Genau wie andere Biker, die wie ich gen Berg rollen.

„Servus“, trällert es gut gelaunt aus vier Kehlen. Robert, sein Freund Christian und ihre Frauen Angelika und Bettina wollen mir auf einer Tour Richtung Starkenburger Hütte die Schönheit ihrer Tiroler Heimat näherbringen. Los geht es also! Zunächst gemütlich führt die Route ab der Seilbahnstation Schlick 2000 die Forstpiste hinauf.

Mit dem Prädikat „landschaftlich wunderschön“ hatte Robert mir die Strecke im Vorfeld schmackhaft gemacht. Vor der ersten Hütte würden uns allerdings doch ein paar „Schnapperln“ erwarten. Und während ich noch darüber sinniere, ob meine österreichischen Freunde morgens vielleicht schon Schnaps trinken wollen, ziehen die beiden Mädels mit strammem Tritt den Berg rauf.

An der ersten Rampe, die mir die Morgenmüdigkeit aus den Muskeln drückt und mich zum ersten Mal richtig keuchen lässt, erschließt sich dann, was Robert mit „Schnapperln“ gemeint hatte: „Schnapperl“ kommt von Luft schnappen.

Eine verniedlichende Beschreibung für diese fiesen Steilstücke mit Steigungen von deutlich über 20 Prozent! Allerdings scheinen sie den Rest der Truppe nicht sonderlich zu beeindrucken. Die Mädels etwa schwitzen noch nicht einmal und sehen so entspannt aus, als kämen sie gerade aus dem nahen Innsbruck vom Shopping. Das Geheimnis ihrer guten Kondition? Die beiden Frauen treffen sich hier mindestens zweimal pro Woche zum Biken und scheuen dabei auch harte Touren nicht.

Während man sich anderenorts zum Kaffeekränzchen oder eben zum Shoppen trifft, sammeln diese Stubaier Frauen ordentlich Höhenmeter. Und wenn die Bike­-Saison im November zu Ende geht, holen sie ihre Skier samt Fellen aus dem Keller und gehen auf Skitouren. Dass so was fit hält, verwundert nicht.

Apropos Sportangebot: Von jeher lockt das Skigebiet um den Stubaier Gletscher die Bretterfans in das lang gezogene Tal südlich der Landeshauptstadt Innsbruck. Seit einigen Jahren haben die Hoteliers und Touristikfachleute aber auch die Bedeutung der Mountainbike-Touristen erkannt und das Angebot konsequent und professionell ausgebaut.

Neben einer ­Bike-Akademie und einem neuen Bikepark locken ingesamt 21 Stubaier Mountainbike-Wege mit rund 13 000 Höhenmetern – ausgewiesen ebenso einheitlich wie vorbildlich mit den gelben Schildern des „Tiroler Mountainbikemodells“.

Eine dieser Touren ist unsere heutige Hüttentour. Noch ein kleines „Schnapperl“, und schon stehen wir am Speichersee kurz vor der Schlickeralm. Auf der glatten Wasseroberfläche des Sees spiegeln sich die Zinnen von Schlicker Seespitze, Ochsenwand und Riepenwand, deren helle Kuppen an die Dolomiten erinnern.

Das wäre eigentlich ein schönes Plätzchen für ein Picknick, aber mein Mitfahrer-Quartett plädiert einhellig für die Schlickeralm mit kühlen Getränken und leckerem Kuchen. Ihr Empfang dort mit lautem „Griaß di“ unterstreicht die Vermutung, dass die vier Bike-Freunde hier nicht zum ersten Mal einkehren.

Bestens gestärkt geht es weiter, und auf dem nun folgenden Panoramaweg geraten sämtliche Schnapperln schnell in Vergessenheit. Der Blick schweift schier endlos über das weite Tal, am Horizont leuchten die weißen Kuppen des Stubaier Gletschers mit dem Blau des Sommerhimmels um die Wette.

Postkarten-Idylle pur! Köstliche Spinatknödel auf der Kaserstattalm steigern die Glückgefühle noch weiter, und anschließend sind auch die letzten Höhenmeter Richtung Starkenburger Hütte flugs erkurbelt.

Natürlich könnte man sich jetzt auf der Terrasse mit herrlichem Rundumblick niederlassen ... Doch wir verschieben das Biertrinken lieber auf die Ankunft im Tal. Dafür winkt hier ein anderer Genuss: Kurz unter der Hütte beginnt ein wunderbarer Singletrail hinab ins Tal. Durch saftig grüne Wiesen und dichte Wälder schaukelt er uns Höhenmeter um Höhenmeter, Serpentine um Serpentine wieder nach unten. Ein gelungener Bike-Tag!

Die Schnapperln sind am nächsten Morgen denn auch zunächst vergessen. Als jedoch die beiden Biker, mit denen ich zur nächsten Tour verabredet bin, mit ihren Carbon-Hardtail-Geschossen um die Ecke rauschen, beschleicht mich das Gefühl, dass der Tag heftig werden könnte. Schließlich sind Georg Wechselberger und Günter Guglberger die Initiatoren des Stubaier ­Bike-Marathons.

Auf dessen Spuren soll es heute hinauf zum Kloster Maria Waldrast gehen. Die beiden Locals sind im Vergleich zu mir – nun, sagen wir – spartanisch ausgerüstet. Rucksack: braucht man nicht. Wasser: Eine kleine Flasche reicht. Essen? Überflüssig! Nur dünne Windjäckchen gucken hinten aus den Taschen der Trikots heraus, die zwei durchtrainierte Körper umspannen. Auch die muskulösen, rasierten Beine sprechen für sich. Aber kein Wunder, die beiden haben sehenswerte Platzierungen bei internationalen Bike-Marathons in ihrer Vita stehen.

Die fehlen mir komplett. Werde ich mit meinem 13-Kilo-Fully plus Acht-
Kilo-Rucksack jetzt zur Spaßbremse? Zum Glück ist diese Befürchtung schnell zerstreut.

Die beiden lassen es gemächlich angehen und erzählen mit Begeisterung von ihrer erfolgreichen Bike-Marathonveranstaltung, die inzwischen Teil der österreichischen Top-Six-Serie ist. In ihrem Vokabular heißen die Schnapperln übrigens Scharfrichter und sorgen dafür, dass sich das enge Starterfeld auf den steilen Anstiegen auseinanderzieht.

Mit Blick auf Innsbruck und seine Hausberge rollen wir im weiten Bogen über den Weiler Gleins hinauf zum Klos­ter Maria Waldrast. Das Gotteshaus liegt in 1638 m Höhe und ist damit die höchstgelegene Klosterkirche Europas.

Die Gründung des Wallfahrtsortes geht auf ein Marienwunder zurück: Im Jahre 1392 soll ein Marienbild aus einem Lärchenstamm gewachsen sein. Zwei Hirten fanden den Kultgegenstand und brachten ihn am Ostersonnabend 1407 nach Matrei. Dem Wasser aus dem kleinen Brunnen am Eingang des Klostergeländes werden gar wundersame Kräfte nachgesagt. Prima – ein bisschen „göttliches Doping“ kann ja nicht schaden, vor allem mir nicht. Fix füllen wir unsere Flaschen auf, bevor es auf einem flowigen Trail wieder ins Tal geht.

Müde und zufrieden will ich am Abend gerade mein Bike in den Hotelkeller schieben, als mir zwei andere Gäste des Hauses in Skischuhen entgegenschlurfen. Hallo?! Es ist Hochsommer, das Thermometer draußen zeigt 25 Grad an – und die schleppen Ski mit sich rum? Nach ein paar Sekunden fällt der Groschen: der Stubaier Gletscher!

Hier lässt es sich sogar im Sommer carven, bis die Kanten glühen. Wie man dazu steht, ist eine andere Frage, aber Fakt bleibt: Sportler sind im Stubaital definitiv an der richtigen Adresse.

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