MB Tour d'Afrique Alex Link

Tour d'Afrique 2008

Kairo-Kapstadt by Bike

Alexander Link ist einer von drei Deutschen, die in diesem Jahr an der Tour d’Afrique teilnehmen. In seinem Online-Tagebuch berichtet er regelmäßig über seine Erlebnisse während der Afrika-Durchquerung.

12 000 Kilometer, 96 Etappen und 10 Länder: Die Tour d’Afrique gilt zu Recht als das härteste Bike-Rennen der Welt. Wer die durchschnittlich 124 Kilometer langen Tagesabschnitte vom Start im ägyptischen Kairo bis zum Ziel in Kapstadt überstanden hat, kann sich ohne weiteres als Held auf zwei Rädern bezeichnen.

Das strebt in diesem Jahr auch Alexander Link (Bild) an. Der promovierte Biologe aus dem schwäbischen Geislingen hat ein großes Ziel: „Ich will jeden Meter dieser Tour fahren. Das muss schon sein.“

Der 31-Jährige ist durch unsere Online-Berichterstattung über die Tour d’Afrique im vergangenen Jahr auf das Rennen aufmerksam geworden. Damals begleiteten wir Markus Widmann auf seinem Ritt durch den Schwarzen Kontinent. Nach der Tour gab dieser seine Erfahrungen an seinen schwäbischen Landsmann Link weiter.

„Markus konnte mir viele gute Tipps geben“, so Link, der in der Vorbereitungsphase auf die Tour ca. 300 bis 400 Kilometer pro Woche herunterspulte – die meisten davon in den Schweizer Alpen.

Durch seine Teilnahme an der Tour d'Afrique will Link auf ein Projekt der Kindernothilfe in Kenia aufmerksam machen (nährere Infos dazu unter www.kindernothilfe.ch) und dieses Projekt auch vor Ort besuchen.

Am 12. Januar wird’s ernst für den Schwaben und den Rest des Teilnehmerfeldes. An den Pyramiden von Kairo fällt der Startschuss zur Tour d’Afrique 2008. Die Route führt die Biker immer Richtung Süden. Auf der Strecke liegen Highlights wie die Trails am Kilimanjaro, die legendäre Kalahari-Wüste oder die berühmten Victoria Falls. Zeit zum Verschnaufen und für Sightseeing bleibt für Link und seine Mitstreiter an den 23 Ruhetagen während der viermonatigen Tour.

Alexander Link berichtet regelmäßig über seine Eindrücke und Erlebnisse von der Strecke. Mit seinem Online-Tagebuch verpassen Sie auch nicht, wenn er und die übrigen Tour-Helden am 10. Mai vor der fantastischen Kulisse des Tafelbergs in Südafrikas Hauptstadt Kapstadt einrollen.

Online-Tagebuch 11.01.08: Vor dem Start

Mit etwa 30 anderen Fahrern werde ich bei den Pyramiden in Kairo aufbrechen und in 4 Monaten den afrikanischen Kontinent von Nord nach Süd durchqueren. Die Tour führt dabei 12.000 Kilometer durch zehn afrikanische Länder: Ägypten, Sudan, Äthiopien, Kenia, Tansania, Malawi, Sambia, Botswana, Namibia und Südafrika liegen auf der Route. Das Ziel der Tour ist am 10. Mai Kapstadt.

Ich selbst bin Biologe und habe eben meine Promotion abgeschlossen. Vor dem Schritt in die Arbeitswelt wollte ich noch einmal eine Auszeit zu nehmen und etwas Außergewöhnliches erleben. Seit ich von der Tour d’Afrique erfahren habe, hat mich der Gedanke daran nicht mehr losgelassen. Um für die Strapazen der Tour fit zu werden, habe ich den ganzen letzten Sommer über in den Schweizer Alpen trainiert.

Neben der sportlichen Herausforderung will ich auf ein Hilfsprojekt der Kindernothilfe (www.kindernothilfe.ch) aufmerksam machen: Ich hoffe, dass ich durch mein Engagement Geld für das Projekt „Undugu Basic Education Programme“ in Kenia sammeln kann. Es ist ein Grundbildungsprogramm für gefährdete Kinder und Jugendliche sowie ehemalige Straßenkinder und –jugendliche. Ich habe vor, das Projekt vor Ort zu besuchen und mich zu überzeugen, dass die Spendengelder gut angelegt sind.

Mein besonderer Dank gilt dem MountainBIKE Magazin und der Firma Simplon, die mich großzügig mit einem Simplon Stomp Mountainbike für die Tour ausgestattet haben.

Da ich Afrika bislang nur von Bildern kenne, bin ich sehr gespannt, diesen faszinierenden Kontinent kennenzulernen.

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In den Startlöchern: Am 12. Januar geht's endlich los.

Online-Tagebuch 20.01.08: Ägypten durchquert

Wir sind heute in Assuan angekommen und haben hier die letzte Möglichkeit, uns an Errungenschaften der Zivilisation wie Dusche oder Internet zu erfreuen. Morgen geht es dann mit der Fähre über den Assuan-Stausee in den Sudan. Dort werden wir die Wüste in Richtung Khartoum durchqueren.

In Ägypten waren wir bisher größtenteils auf gut geteerten Straßen unterwegs. Die letzten drei Tage sind wir dabei dem Nil flussaufwärts gefolgt. Während es am Roten Meer noch eher einsam war, wurden wir währende der letzten Etappen von tausenden Kindern am Straßenrand begrüßt. Das viele Winken war für die Arme fast anstrengender als das Treten für die Beine.

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Mehr als 4500 Jahre älter als ich: die Große Sphinx von Gizeh.

Tour d'Afrique 2008 - die erste Woche in Bildern

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MB Tour d'Afrique 2007 Tagebuch 20.01. - 1 MB Tour d'Afrique 2007 Tagebuch 20.01. - 2 MB Tour d'Afrique 2007 Tagebuch 20.01. - 3 MB Tour d'Afrique 2008 Tagebuch 20.01. - 4 10 Bilder

In Luxor haben wir einen Tag Pause eingelegt und ich habe die Pharaonengräber im Tal der Könige und einige Tempel wie den der Königin Hatshepsout besichtigt. Zugleich konnte ich meinen geschundenen Gliedern etwas Zeit zum Erholen geben. Viele Fahrer sind in den letzten Wochen vor der Tour wegen der winterlichen Bedingungen zu Hause nicht allzu viele Kilometer gefahren – ich selbst leider auch nicht. Da war es ganz gut, sich auf den guten Straßen Ägyptens etwas warm zu fahren, bevor die eigentlichen Strapazen in der Wüste beginnen.
Es ist schön, dass wir oft Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung haben. Kaum hält man an, ist man von Leuten umringt und in ein Gespräch verwickelt. Oft allerdings auch nur, weil sie einem etwas verkaufen wollen. Die Ägypter sind da sehr geschäftstüchtig. Meine erste Lektion im Handeln habe ich schon gelernt.

Übermorgen wird mein Simplon Stomp dann zum ersten Mal gefordert werden, wenn es über steinige und sandige Pisten durch die nubische Wüste im Sudan geht. Dann fängt das Abenteuer richtig an – ich freu mich schon drauf.

Online-Tagebuch 03.02.08: In der nubischen Wüste

Vier Tage geht es zunächst auf Schotterpisten auf und ab. Zunehmend werden diese jedoch von Sandstreifen unterbrochen, bis wir schließlich komplett durch die offene Wüste fahren. Das Problem: Oft sinken die Räder zentimetertief in den Sand ein. Meist ist der Sand jedoch hart gepresst und von Wind bzw. Fahrzeugen zu kleinen Bodenwellen aufgeworfen, die den Ritt recht holprig machen.

Erschwerend kam hinzu, dass unsere Begleitfahrzeuge auf der Fährüberfahrt über den Nassersee mit einem Tag Verspätung ankamen. Das bedeutete, dass wir die 420 Kilometer von Wadi Halfa bis Dongola in 4 statt in den vorgesehenen 5 Tagen mit dem Rad zurücklegen mussten. Einige Fahrer sind mit Trekkingrädern ganz ohne Federung unterwegs und haben auf diesem Abschnitt ziemlich gelitten. Die Vollfederung meines Simplon Stomp dagegen ließ mich diesen Teil der Tour als das bisherige Highlight erleben.

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Mein Simplon Stomp und ich in der nubischen Wüste.

Tour d'Afrique 2008 - in der Wüste Sudans

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MB Tour d'Afrique 03.02. MB Tour d'Afrique 03.02. - 2 MB Tour d'Afrique 03.02. - 3 MB Tour d'Afrique 03.02. - 4 6 Bilder

Von Ägypten kommend, war die Ankunft im Sudan eine echte Wohltat. In Ägypten drohte jeder Kontakt mit Einheimischen unweigerlich den Charakter eines Verkaufsgesprächs anzunehmen. Kaum über die Grenze, wurde ich mit wohlwollender Neugier aufgenommen. Niemand war darauf aus, mir Geld aus der Tasche zu ziehen. Im Gegenteil: Wie viele andere Fahrer auch wurde ich von Einheimischen zum Tee oder gar zu einem Abendessen eingeladen. Die Menschen sind äußerst (gast-)freundlich hier.

Langsam habe ich auch die tägliche Routine auf der Tour verinnerlicht. Morgens werden wir um 6.30 Uhr geweckt und beginnen unser Zelt abzubauen. All unser Hab und Gut muss in eine kleine rote Box mit 100 Litern Fassungsvermögen. Zelt und Schlafsack nehmen davon schon die Hälfte in Anspruch. Der Rest besteht aus Wechselkleidung, Campinggeschirr, Toilettenartikeln und meinem „Lonely Planet“ Afrikaführer. Die übrige Ausrüstung, die nicht in die rote Box passt, wird auf dem Dach der Begleit-Trucks verstaut und nur an Pausentagen heruntergeholt. Die Box ist übrigens vielseitig einsetzbar und kann auch für ein Bad benutzt werden – spartanisches Leben macht eben erfinderisch!

Nach einem ausgiebigen Frühstück mit Müsli, Erdnussbutter, Honig-Sandwiches und viel Kaffee sind wir dann gegen 8 Uhr auf dem Bike. Ich bin überrascht, wie schnell ich mich an dieses einfache Leben gewöhnt habe. Sonst selbstverständliche Dinge wie eine simple Dusche lerne ich nach 4 Nächten campen weit draußen in der Wüste wie ein Geschenk zu schätzen.

Während es auf der letztjährigen Tour durch die Wüste sehr heiß gewesen war, sind wir diesmal eher am Frieren. Mein Plan, dem Winter und der Kälte in Deutschland zu entkommen, hat bislang nicht recht funktioniert. Obwohl mein Tacho tagsüber Temperaturen von 35 Grad anzeigt, lässt mich der starke Wind meist mit einem langärmligen Shirt und Windstopper fahren. Nur an zwei Tagen habe ich überhaupt ein T-Shirt ausgepackt.

Trotzdem trinke ich um die acht Liter am Tag, da man durch den trockenen Wind sehr schnell dehydriert. Ungern möchte ich das Schicksal vieler Kamele teilen, deren sterbliche Überreste wir am Straßenrand entdeckten. Sobald die Sonne hinter dem Horizont verschwunden ist, sinken die Temperaturen auf fünf bis zehn Grad. Die Abende sind deshalb wenig gesellig - und die meisten verschwinden schon vor 8 Uhr in ihren Zelten. Ein weiterer Grund hierfür kann allerdings auch das völlige Alkoholverbot im Sudan sein. Alle freuen sich deshalb darauf, wenn wir in vier Tagen bei Gedaref die Grenze zu Äthiopien erreicht haben. Dann gibt’s nach fast 3 Wochen auf dem „Trockenen“ eine große Party!

Online-Tagebuch 10.02.08: Strapazen im äthiopischen Hochland

Bei über 40 Grad im Schatten versuchen wir, den letzten Abschnitt im Sudan möglichst schnell hinter uns zu lassen. Vier Tage zu 150 Kilometern führen durch eine topfebene, karge Landschaft ohne größere Höhepunkte für das Auge. Einzige Abwechslung sind zahlreiche Halte für Cola, die vielerorts am Straßenrand eisgekühlt angeboten wird.
Am 7. Februar überqueren wir die Grenze nach Äthiopien. Die Landschaft ändert sich dramatisch. Es geht hinauf auf über 2000 Meter ins äthiopische Hochland. In zwei Tagen klettern wir 3400 Höhenmeter auf staubigen Schotterpisten bei einer Distanz von 200 Kilometern. Die Hitze und die recht steilen Anstiege auf dem schwierigen Terrain zwingen einige Fahrer, den Bus zu nehmen. Es handelt sich um einen der härtesten Teile der ganzen Tour.
Ich selbst bin nach wie vor auf EFI (every fabulous inch) Status, d.h. ich habe die komplette Strecke bisher auf dem Bike zurückgelegt. Nach einigen Knieproblemen durch den Sudan wird meine Form zunehmend besser. Die werde ich auch benötigen, denn für die nächsten 16 Tage stehen 19.000 Höhenmeter durch die Berge auf dem Programm.

Nach sechs sehr anstrengenden Tagen auf dem Bike legen wir heute einen Pausentag in Gonder ein. Eine interessante Burganlage aus dem 17. Jahrhundert lädt zu einer Besichtigung ein. Die hervorragende, aber für Europäer gewöhnungsbedürftige, Küche Äthiopiens lässt viele allerdings auf kulturelle Highlights verzichten und den Tag in der Nähe einer Toilette verbringen. Ich selbst habe bislang Glück und blieb davon verschont. Toi, toi, toi!

Online-Tagebuch 19.02.08: Ankunft in Addis Abeba

Vor allem aber freue ich mich auf etwas Ruhe in der Anonymität der Großstadt. Die letzten Tage waren wir auf Schritt und Tritt umringt von Heerscharen von neugierigen Kindern und Erwachsenen gleichermaßen. Es kommt wohl nicht allzu häufig vor, dass eine Gruppe von 60 Faranji (dem äthiopischen Wort fuer "Weiße" oder "Ausländer") auf dem Rad durch ihre Dörfer fährt.

Bei den Ortsdurchquerungen erleben wir immer dasselbe Bild: Während die ersten Fahrer noch recht unbehelligt vorankommen, sind die Kinder für den Rest des Feldes schon vorbereitet. Alle grüßen uns und winken uns zu.

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Alexander Link
Gezeichnet von den Strapazen im äthiopischen Hochland: Alexander Link.

Tour d'Afrique: die letzten Kilometer bis Kapstadt

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Nach einem harten Tag auf dem Bike lässt man mit dem Zurückwinken jedoch etwas nach. Das ist allerdings oft fatal: Denn wenn die Kinder keine Aufmerksamkeit mehr erhalten, kommt es leider auch vor, dass sie uns Steine hinterher werfen. Das trauen sie sich allerdings nur, wenn keine Erwachsenen in der Nähe sind. Ernstere Treffer gab es bislang allerdings keine. Zum Glück!

Online-Tagebuch 02.03.08: Änderung der Route

Die zunächst gute Straße wird jedoch schnell von mehr und mehr Schlaglöchern unterbrochen. Jetzt heißt es: Slalom fahren. Platte Reifen häufen sich. Wir sind umgeben von Bananen- und Ananas-Plantagen. Die Gegend südlich von Addis Abbeba ist recht fruchtbar. In Arba Minch nehme ich an einer Bootstour auf dem von Krokodilen wimmelnden Chamo See teil. Weiter nach Süden wird die Landschaft karger und trockener. Plantagen weichen dornbuschbesäten Savannen, aus denen unzählige Termitenbauten wie Denkmäler in den Himmel ragen. Die Straße verwandelt sich in die holprigste Schotterpiste, die wir bislang zu Gesicht bekamen.

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Alexander Link
Beim Campen ist unsere Gruppe stets von Schaulustigen umgeben

Tour d'Afrique: die letzten Kilometer bis Kapstadt

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2. März: Es geht zurück nach Addis Abbeba. Ein Zurück war eigentlich gar nicht geplant. Aufgrund der weiterhin unsicheren Lage in Kenia hat die Tourleitung allerdings beschlossen, Kenia zu überfliegen. Von der Grenzstadt Moyale fahren wir mit dem Bus nach Addis Abbeba und fliegen nach Arusha im Norden Tansanias. Ich war zunächst sehr enttäuscht, nicht die ganze Strecke mit dem Rad fahren zu können. Die letzten Wochen waren allerdings sehr anstrengend. Wir haben nunmehr 4.500 Kilometer und 26.000 Höhenmeter in den Beinen. Die Unterbrechung empfinde ich nun zunehmend als Geschenk. Ich werde die zwei für Kenia geplanten Wochen für eine 6-tägige Besteigung des Kilimanjaros und eine Safari in die Serengeti nutzen.

Online-Tagebuch 16.03.08: Kilimanjaro und Safari als Alternativprogramm

Die Pause hat meinen Beinen mal ganz gut getan. Allerdings wäre ich schon ganz gerne die komplette Strecke von Kairo nach Kapstadt durchgeradelt, keine Frage. So stand eben ein Alternativprogramm aus Kilimanjaro-Besteigung und Safari in der Serengeti-Wüste auf dem Plan. Hier meine Erlebnisse:

3. März: Wir verlassen unsere tägliche Routine (Aufstehen um 6 Uhr 30, Abbauen der Zelte und ab aufs Rad). Ein Teil in mir freut sich auf die Abwechslung - Safari und Kilimanjaro - ein Teil ist traurig, nicht durch Kenia fahren zu können.

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Alexander Link
Auf dem Dach Afrikas: der Kilimanjaro-Gipfel.

Tour d'Afrique: die letzten Kilometer bis Kapstadt

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Sechs Tage dauert die Besteigung des Kilimanjaro, mit 5895 Metern der höchste Berg Afrikas. Man wandert dabei durch fünf Klimazonen - vom tropischen Regenwald am Fuße des Berges bis zum Gletscher am Gipfel. Schätzungen zufolge soll der Gletscher allerdings in etwa 20 Jahren schon völlig abgeschmolzen sein. Wer Bergsteigen aus den Alpen kennt, macht sich eine falsche Vorstellung von dieser Unternehmung. Statt eines riesigen Rucksacks haben wir nur Wasser und Regenkleidung mit dabei. Der Rest wird von einer riesigen Schar Trägern auf den Berg geschleppt. Unser Budget erlaubte uns nur zwei Träger pro Person. Sie tragen Zelte, Ausrüstung und Essen. Eine andere Gruppe machte sich dagegen mit sieben Trägern pro Person auf den Weg, von denen einer ein keines Zelt mit einer Porzellantoilette auf den Berg transportiert.

Nach vier Tagen langsamen Aufstiegs, um sich an die Höhe zu gewöhnen, machen wir uns um Mitternacht am fünften Tag auf zum Gipfel. Fünf Stunden wandern wir in absoluter Dunkelheit. Nur unsere Stirnlampen weisen uns den Weg. Die nächtliche Stunde und der Sauerstoffmangel machen mich so müde, dass ich selbst bei den eisigen Temperaturen von unter -10°C am Wegrand hätte einschlafen wollen. Der Sonnenaufgang auf dem Gipfel war jedoch die Leiden wert. Der Blick ist gigantisch!

12. März: Nach einem Tag Erholung mache ich mich auf eine Safari in die Serengeti und den Ngorongoro Krater. Schon der Start sollte allerdings alles andere als problemlos verlaufen. Die erste Giraffe bewegt unseren Fahrer, links ran zu fahren (in Tansania herrscht Linksverkehr). Beim Zurückstoßen fährt er allerdings mit einem Rad in einen Wasserkanal und unser Jeep rollt auf die Seite. Zum Glück so langsam, dass wir alle unbeschadet über das Dach hinausklettern können. Zwei Stunden später sitzen wir in einem neuen Jeep und fahren durch die immense Serengeti-Ebene. Man kommt den Tieren sehr nahe. Unsere Campingplätze sind nach allen Seiten offen, und Zebras grasen zwischen den Zelten. Ein Elefant kommt bis auf zehn Meter heran. Ich hoffe allerdings, dass die Löwen im Park bleiben und nicht vor mir die Straße kreuzen, wenn ich mit dem Bike unterwegs bin.

16. März: Heute geht’s wieder aufs Bike – endlich! Auf dem Programm stehen sieben Tage ohne Pause über Erdstraßen nach Iringa. Die Regenzeit hat eben begonnen, und es regnet jeden Tag für einige Stunden. Nach bislang fast zwei Monaten ohne Regen wird der Schlamm eine vollständig neue Erfahrung auf dem Rad. Mal schauen, wie ich damit klarkomme.

Bis bald!

Online-Tagebuch 03.04.08: Die Hälfte der Strecke ist geschafft

Mitte März - die Regenzeit ist in vollem Gange in Tansania. Eine ganze Woche sind wir von Arusha bis Iringa auf Erdpisten unterwegs, die sich im strömenden Regen in schlammige Flüsse verwandeln. Wir haben jedoch Glück und es regnet oft am Abend und nachts. Ich versuche deshalb die Etappen möglichst schnell hinter mich zu bringen, um mein Zelt noch vor dem Regen aufbauen zu können.

Die Wahl des richtigen Zeltplatzes ist hierbei entscheidend, damit die Behausung nicht von einem sich im Regen formenden Bach weggespült wird. So mancher musste dies leider schon schmerzlich erfahren.

Auf der Offroad-Strecke hatte ich auch meine erste Panne. Allerdings nur einen Platten - und das nach 6000 Kilometern. Nicht übel, oder? Das Simplon Stomp zeigt sich ansonsten weiter sehr solide.

Tour d'Afrique: die letzten Kilometer bis Kapstadt

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Nach einer anstrengenden Woche geht es 1500 Meter hinab zum Malawi-See. Es sollte uns aber nur eine einzige Flachetappe und ein Strandtag am See vergönnt sein. Danach geht es wieder hinauf in die Berge. Vier harte Tage klettern wir bis zu 2000 Meter pro Tag, bevor wir Lilongwe, die Hauptstadt Malawis, erreichen. Malawi ist eines der kleinsten, aber dicht besiedeltsten Länder Afrikas mit einer erschreckenden AIDS-Statistik. Man sieht fast nur Kinder und alte Menschen.

Wir haben nun die Hälfte der Strecke zurückgelegt - 5500 Kilometer und über 40 000 Höhenmeter. Es bleibt uns allerdings nur noch ein Drittel der Zeit für die zweite Hälfte. Einige lange Etappen über 200 Kilometer pro Tag warten auf uns. Die meisten Berge liegen allerdings bereits hinter uns – zum Glück!

Online-Tagebuch 14.04.08: Darminfekt auf der längsten Etappe

Für mich und mein Mountainbike eine eher unbefriedigende Situation. Je mehr wir uns Livingstone nähern, desto schlechter werden allerdings die Straßenverhältnisse. Die Strecke wird zunehmend von Schlaglöchern übersät und zwingt uns zum Slalom fahren. Schließlich geht sie in eine Schotterpiste mit vereinzelten Teerabschnitten über.

Erschwerend kam für mich auf diesem Abschnitt hinzu, dass mich nun doch eine richtige Darminfektion erwischt hat. Zwei Tage esse ich praktisch nichts und entferne mich kaum weiter als ein paar Schritte von einer Toilette.