Teil des
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Namibia mit dem Mountainbike: Auf Abenteuertrip im Brandbergmassiv

Auf Abenteuertrip im Brandbergmassiv

Namibia - ein weites, offenes Land voll rauer Schönheit und surrealen Gebirgen. Die Vertriders aus Innsbruck begaben sich auf ihrem Trip zum Brandbergmassiv auf die Suche nach neuen befahrbaren Trails in Afrika. Ein Mountainbike-Abenteuer auf unbekanntem Terrain und eine Geschichte voller Niederlagen und Erfolge.

Die Grenzen beim Mountainbiking lassen sich, was das technische Fahren anbelangt, sicher noch weiter ausdehnen. Uns ging es jedoch um etwas ganz anderes.

Wir wollten uns mit unseren Fahrrädern auf völlig neues Terrain wagen und unseren Style in einem komplett anderen Gebirge als in den Alpen auf die Probe stellen - außerhalb der uns vertrauten Wanderwege, die technisch oft sehr anspruchsvoll, aber dann doch meist sehr gut ausgebaut sind.

Ich bin in Südafrika aufgewachsen und erinnere mich noch sehr gut an Namibia: Die weite, offene, schier endlose Landschaft. Der Kontrast von Licht und Farbe. Die trockene Hitze und der Nachthimmel.

Unser Plan war es das Brandbergmassiv zu erkunden. Die 130 Millionen Jahre alte Granitintrusion beherbergt den höchsten Berg Namibias, der sich 2.600 Meter über die Savanne erhebt.

Die absolute Abgeschiedenheit und die raue Schönheit der Landschaft sind atemberaubend. Was wird in einer so abgelegenen, schroffen Umgebung auf uns zukommen? Es war nun an der Zeit dies herauszufinden.

Biken im Brandbergmasssiv: kein einfaches Vorhaben

Wir wurden schnell von der Realität eingeholt und uns wurde klar, dass dies kein wirkliches Mountainbike-Terrain ist. Befahrbare Passagen waren daher eher die Ausnahme. Dies liegt nicht unbedingt an der Topografie, sondern eher an den nicht klar abgegrenzten Trails und der wild-wuchernden Vegetation.

Aufgrund der üppigen Regenzeit (nach drei Jahren Dürre) wuchsen vor allem die Gräser und Büsche wie verrückt und dies machte die Fortbewegung für uns nicht wirklich leichter. Um die Mittagszeit legten wir die erste Pause ein.

Die trockene Hitze war auszuhalten, aber ich würde den Schatten der großen Felsblöcke trotzdem vorziehen. Die typische Mahlzeit eines afrikanischen Wanderers schaut dann ungefähr so aus: Biltong (Trockenfleisch), Trockenfrüchte und Nüsse. Guten Appetit!

Nach der Mittagspause machen wir uns auf zu einer steil abfallenden Felsplatte, die mit weißen Streifen durchsetzt ist. Schon vom Basislager aus konnten wir diese prägnante Felsformation sehen. Am oberen Einstieg ist der Granit flach, während er weiter unten immer steiler wird und schließlich fast senkrecht in einer Rinne mündet.

Die Schwierigkeit bestand darin, dass man den Fels an einer bestimmten Stelle überqueren muss, um schließlich an genau dem Punkt rauszukommen, der als Exit geeignet ist. Das bedeutete auch, dass wir auf dem Rückweg zum Camp eine wunderschöne Strecke entlangfahren würden.

Equipment- und Bekleidungs-Tipps von VAUDE für den Namibia-Trip

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Schon im Voraus hatte ich Sylvia und Lars angekündigt, dass es nicht unbedingt eine einfache Tour wird. Die Tatsache, dass wir unsere Fahrräder drei Tage lang tragen müssen, um im Endeffekt zehn Meter zu fahren, könnte jedoch für schlechte Stimmung in unserer Gruppe sorgen.

Wir erreichten unser Camp „Longest Poole“ kurz vor Sonnenuntergang. Die letzten Sonnenstrahlen streiften das silbrig-glänzende Gras. Es war fast ein perfekter Moment. Wir machten ein Feuer und begannen, eine einfache Mahlzeit zuzubereiten und unterhielten uns unter dem südlichen Sternenhimmel bis tief in die Nacht.

Colin erklärte: „In Afrika teilen wir alles miteinander. Wir teilen unser Essen, die Geschichten und die Berge. Das Einzige, das wir nicht teilen, sind unsere Frauen, hier gibt es eine klare Grenze. Und diese Grenze sollte man auf keinen Fall überschreiten.“ Wir lachten.

Brandberg - der MTB-Film

Atemberaubende Landschaft und schweres Terrain

Am nächsten Tag erreichten wir den Gipfel des Königsteins. Das Panorama war atemberaubend. Die unberührte afrikanische Savanne lag uns zu Füßen und der kühler Wind pfiff uns um die Ohren.

Zur allgemeinen Überraschung war die erste Abfahrt vom Gipfel zur ersten Ebene sogar fahrbar. Es war zwar ein harter Kampf die Bikes durch das Gebüsch zu balancieren, aber es fühlte sich dennoch gut an nach dem langen Aufstieg die Pedale unter den Schuhen zu fühlen.

Erschwerend kam hinzu, dass die Reifen durch die versteckten Granitfelsen in den Büschen ständig blockiert wurden. Egal - es fühlte sich zumindest wie echtes Mountainbiken an.

Auf unserer weiteren Durchquerung durch Gräser und tiefen Sand wurden wir von den hüfthohen Dornen regelrecht zerkratzt. Aber nicht nur die Dornen waren ein Problem, auch die großen Felsbrocken. Wir erreichten eine Schlucht, in die ein fester Trail aus Granit mündete.

Er führte uns entlang eines ausgetrockneten Flussbetts, bis er schließlich in einem wahren Labyrinth aus riesigen Felsbrocken endete. Unser Fotograf Hannes und ich ließen uns schließlich ein wenig zurückfallen, um noch ein paar schöne Fotos im Abendlicht zu schießen.

Biken im Brandberg-Massiv: Atemberaubende Landschaft und schweres Terrain

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Ohne Guide durch die Wildnis

Wie sich herausstellte eine schlechte Idee, da wir mit Einbruch der Dämmerung unsere Gruppe mit samt dem Guide verloren hatten. Mit Colin als Führer war es leicht, sich zu orientieren. Ohne ihn war es jedoch sehr schwierig sich in diesem Felsbrockenlabyrinth zurecht zu finden.

Das war das erste Mal, dass wir uns selbst in eine etwas unangenehme Lage brachten. Die Lösung war schlussendlich eine Erhöhung, mit deren Hilfe wir uns orientieren und aus dem Labyrinth befreien konnten.

Wir erreichten das Lager erst mit dem letzten Abendlicht und wir waren letztendlich glücklich nicht im Freien schlafen zu müssen.

Allerdings war diese zweite Nacht nicht wirklich im Lager geplant gewesen. Colin hatte uns schon an diesem Tag unten im Basislager zurück erwartet. Eigentlich kein Problem, nur wurde die Essensration dadurch ein wenig knapper.

Nach einem Tag Wandern, Fahrradfahren und Filmen teilten wir uns zu acht ein Tütchen Zwiebelsuppe. Nicht zu vergessen die Tasse Tee und den Schokokeks zum Nachtisch. Ich erklärte den anderen immer, wie gut doch eine so leckere Mahlzeit nach einem anstrengenden Tag tut. Meine Aussage traf jedoch nicht überall auf wohlwollende Zustimmung.

Equipment- und Bekleidungs-Tipps von VAUDE für den Namibia-Trip

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Am nächsten Tag erreichten wir die weitläufigen Granitplatten. Der Trail - wenn man ihn so bezeichnen kann - ist magisch. Meine Reifen waren in jeden Fall noch nie zuvor einer so rauen, brüchigen und zugleich harten Granitoberfläche ausgesetzt. Auch für mich ein völlig neues Fahrgefühl.

Das Biken auf einer solchen Steinplatte aus Granit ist gewöhnungsbedürftig, löst jedoch auch ein regelrechtes Gefühl von Freiheit aus. Voller Euphorie erreichten wir die Autos in unserem Basislager. Smiley hatte den Parkplatz bewacht und erwartete uns bereits. Und mit ihm warteten unzählige Dosen mit lauwarmem Bier.

In unserem Jeep ging es schließlich wieder zurück in unser Camp in der Zivilisation. Eine zweistündige Rückfahrt durch die Savanne zurück nach Uis lag nun vor uns. Die Stimmung war ausgelassen und wir redeten alle wild durcheinander, bis uns einfiel, dass wir seit Längerem nichts gegessen hatten.

Und so veranstalteten wir zur Feier des Tages ein wahres Festessen mit T-Bone-Steaks für alle. Wir lachten und redeten bis tief in die Nacht hinein - bis uns einfiel, dass wir auch seit Längerem nicht mehr richtig geschlafen hatten. So war es dann auch, dass mein Weg direkt ins Bett führte. Ohne den unnötigen Umweg zur Dusche.

Abschließend galt es die Frage zu beantworten: War es das alles wirklich wert? Ernsthaft!? - Aber so was von! „Ein echtes Abenteuer ist etwas, auf das man nur im Nachhinein positiv zurückblickt.“ Sprichwort, Herkunft unbekannt.

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