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Mit dem Mountainbike rund um den Mont Blanc - Infos, Strecke, GPS-Daten

Alle Infos zur Mont-Blanc-Umrundung

Die "Tour du Mont Blanc" ist einer der bekanntesten alpinen Wanderwege. Bergläufer brauchen wenig über 20 Stunden dafür, Wanderer acht bis zehn Tage. Mountainbiker fahren die Tour besser in vier Tagen und im statt gegen den Uhrzeigersinn – und erleben eine der faszinierendsten Runden in den Alpen.

Allgemeine Infos:
Tourist-Info Chamonix:
85 place du Triangle de l’Amitié
F-74400 Chamonix-Mont Blanc, Tel. 00 33/4 50 53 00 24
E-Mail : info@chamonix.com
www.chamonix.com

Anreise: aus Richtung Frankfurt auf der A 5 nach Basel und über Bern und Montreux nach Martigny. Über Col de la Forclaz und Col des Montets nach Chamonix (590 Kilometer/6 Stunden).

Beste Reisezeit: Für die Mont-Blanc-Umrundung ist das Zeitfenster sehr klein, da die Übernachtungshütten nur von Mitte Juni bis Mitte September offen haben.

Bike-Shop: Zero G, mitten im Zentrum; www.zerogchx.com

Karten Tour du Mont Blanc: Institut Géographique National (IGN), Blatt 3630 OT "Chamonix" und Blatt 3531 ET „St-Gervais“.

Bike-Führer Chamonix: 36 Touren im Chamonix-Tal; www.thechamonixbikebook.com

Touren

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MTB-Reisereportage Mont Blanc

Okay, okay, der Mont Blanc hat einen seiner unzähligen Rekorde an die Russen abtreten müssen. Den des höchsten Berges Europas. 5.642 sticht 4.810. Obwohl es sich trefflich darüber streiten ließe, ob der Elbrus nun zu Europa oder zu Asien zählt. Den Kaukasus (und Russland) schmückt nicht nur in dieser Hinsicht ein völkerrechtliches Fragezeichen.

Wer heute jedenfalls dem "Seven Summit"-Club angehören will, dieser in Alpinistenkreisen eher belächelten Subkultur derjenigen, die alle Höhepunkte der sieben Kontinente bestiegen haben, muss ins Putinreich statt in die Hochsavoyen.

Ein Umstand, der den Mont Blanc und seinen Talort Chamonix erhebt statt erniedrigt. Bleibt schließlich mehr Platz für echte Alpinisten. Und jede Menge Rekorde jenseits von Europas Höhepunkt.

Als mein Kumpel Volker und ich letzten August in Chamonix eintrudeln, ist die Druckerschwärze der lokalen Tageszeitungen noch feucht von der Meldung über Kilian Jornet. Der Katalane war eines Morgens im Sommer 2013 die 3.773 Höhenmeter von der Kirche in Chamonix auf den Gipfel und wieder retour gelaufen. In Turnschuhen. Und in vier Stunden und siebenundfünfzig Minuten. Sein Mitläufer musste aufgeben, weil er in eine Gletscherspalte geplumpst war. Eben Sportdarwinismus.

Jornet hat auch schon drei Mal den "Ultra-Trail du Mont Blanc" gewonnen: eine Nonstop-Umrundung des Weißen Riesen von 168 Kilometer Länge und 9.600 Höhenmetern. Seine Bestzeit: 20 Stunden und 36 Minuten. Nach 46 Stunden kommt beim Ultra-Trail der Besenwagen. Dem wollen auch wir entgehen. Wir laufen aber nicht, sondern biken.

Und wir wollen den Mont Blanc auch nicht wie die Trailrunner im Gegen-, sondern im Uhrzeigersinn umrunden. Auf der engsten logischen Route. Logisch. Der Plan: früh starten, lang im Sattel bleiben, kurz schlafen und am Abend des zweiten Tages in der Micro Brasserie de Chamonix ein, zwei Bierchen kippen. Zumindest einer von uns.

Mit dem Mountainbike rund um den Mont Blanc - die schönsten Bilder

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Strikter Zeitplan

Aber schön der Reihe nach! In zwei Tagen geschätzte 9.000 Höhenmeter rund um den vormals höchsten Berg Europas zu radeln ist vor allem eines: Kopfsache. So gesehen sind Vaui und ich ein gutes Team: Er als Ex-Triathlet (Ironman in knapp unter zehn Stunden) kann treten. Und ich weiß, wo’s langgeht. Zumindest theoretisch.

Morgens um sechs erst mal im Cham-Valley gen Osten, damit wir um Punkt halb neun den ersten Lift hinauf zum Col de Balme erwischen. Trödeln nicht erwünscht, schließlich gibt’s laut telefonischer Androhung der Wirtin der Elena-Hütte um Punkt sieben Abendessen. Basta. Verspätung wäre unschicklich. Also den Espresso am Rifugio Col de Balme (das eher einem Schmutz- als Schutzhaus gleicht) mit Dampf reinpressen und ab in die erste Abfahrt. Checken, was Kollege Volker bergrunter so drauf hat. Schließlich ist das erst der zweite gemeinsame Radausflug ...

Aber alles easy, wir kommen sturz-, defekt- und konfliktfrei zum Col de la Forclaz. Schweiz! Heidis Heimat, Land der Steuer-CDs und Armageddon des Preis-Leistungs-Verhältnisses. Nach der einstündigen, angenehmen Schieberei hoch zum Almenpass "Portalo" und der weniger angenehmen Schieberei hinten wieder runter sind wir beide gegen Mittag derart weich gekocht, dass wir jegliche Vernunft aus dem Portemonnaie schütteln und uns ein Mittagessen in Champex gönnen.

Kostspieliger Ausflug in die Schweiz

Champex liegt nett an einem See. Und dummerweise in der Schweiz. Spaghetti mit Soße kosten 21 Euro, eine 0,2er-Cola 4,60 Euro. Eine halbe Stunde später sind wir also 60,40 Euro los (muss man eigentlich sonntags zur Beichte, wenn man kein Trinkgeld gibt?) und schauen auf der Karte, wo die Grenze nach Italien verläuft: Nur noch ins Val Ferret, über den Grand Col Ferret, und die Reisekasse kann aufatmen.
Leider ist das Ferret-Tal ein eher langes. Im Talschluss windet sich dann eine feine Schotterstraße zur Alm La Peule. Die hat was Alt-68er-Kommunenhaftes und versöhnt uns wieder halbwegs mit der Eidgenossenschaft. Hier könnte man in einer Jurte nächtigen. Wir aber müssen weiter, über den Pass und hinab zum Abendessen um Punkt sieben.

Am Ende des Tages wird’s doch halb acht. Der Anpfiff der Mama hält sich in Grenzen, und ich mache eine völlig neue Erfahrung: zu erschöpft zum Essen. Es will einfach nichts rein. Eine halbe Stunde später lässt der Körper wieder was von außen rein, aber die Küche nichts mehr raus. Aber man sollte nach 18 Uhr doch eh nichts mehr essen!

Nächster Tag: Schlussetappe. Ich will so früh wie möglich los. Um fünf. Als wir uns aber nach draußen schleichen, sehen wir, dass wir nichts sehen. Stockdunkel. Und der Nebel des Grauens. Was tun? Die Stirnlampen haben wir dem Leichtgewichtsgott geopfert. Gott sei Dank ist die schwere Eingangstür der Elena-Hütte nicht ins Schloss gefallen, und wir legen uns in voller Biker-Tracht noch eine Stunde ins Hochbett. Dann zischen wir sehenden Auges durch das italienische Val Ferret hinab nach Courmayeur.

Von hier könnte man als Ultima Ratio per Linienbus durch den zwölf Kilometer langen Mont-Blanc-Tunnel fahren und wäre im Nu wieder in Chamonix. Wir aber wollen außen rum statt unten durch. Also weiter ins unendlich lange Val Veny, hoch zum Col de la Seigne und zum Erstkontakt mit dem größten aller Fragezeichen dieser Runde.

Am Scheideweg

Rote oder blaue Tablette? So wie sich im Endzeitmovie "Matrix" Neo zwischen Traum und Wirklichkeit entscheiden muss, müssen wir uns in einem gottverlassenen Tal (und in maximaler Entfernung zum Auto in Chamonix) entscheiden: auf der "Tour du Mont Blanc"-Route, die von tausenden von Wanderern und Trailrunnern ausgetrampelt ist, bleiben und zwei Stunden hoch zum Col de la Croix du Bonhomme schieben?

Oder mal was riskieren und die Abkürzung über den Col des Fours nehmen? Was laut 25.000er-Karte, Google Earth und Sichtkontakt vom Col de la Seigne funktionieren könnte. Der Konjunktiv (und unsere noch wenig erprobte Männerfreundschaft) entscheidet dann doch dagegen. Wer sich je traut, die Col-des-Fours-Pille zu schlucken, der möge mir bitte über ihre Nebenwirkungen berichten! Oben am Refuge angekommen, stellt sich die finale Frage, ob die Abfahrt hinab ins Tal von Les Contamines fahrbar ist. Sie ist! Und so kurbeln wir am späten Nachmittag die letzten Höhenmeter hinauf zum Col de Voza, im Vergleich zu den echten Pässen gestern und heute ein Mückenschiss. Aber ein so steiler, dass wir uns nicht schämen, hier zu schieben.

Die letzte Abfahrt hinab ins Tal von Chamonix. Und man glaubt es kaum – wir finden uns auf einer Downhill-Strecke wieder. Gottlob so spät am Tag, dass uns Tourenonkels keiner von hinten wehtut. Und spätabends in der Micro Brasserie de Chamonix schmieden wir Pläne: Unsere nächste Ausfahrt soll jetzt mal eine echte Männertour werden!

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