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In 4 Tagen: Mit dem Mountainbike rund um Barcelona – Etappen-Infos und GPS-Daten

Alle Infos zur 4-tägigen MTB-Tour rund um Barcelona

Die katalanische Metropole Barcelona lockt Mountainbiker mit seinem Hinterland, das von Nationalparks, dem Weinbaugebiet des Penedès, sowie dem Montserrat-Gebirgsmassiv geprägt wird. MountainBIKE hat alle Infos zu einer viertägigen MTB-Tour ins Hinterland von Barcelona - inklusive GPS-Daten.

Lage: Barcelona liegt im Nordosten der Iberischen Halbinsel auf einem fünf Kilometer breiten Plateau, das von der Bergkette Serra de Collserola und den Flüssen Llobregat sowie Besòs begrenzt wird. Die Pyrenäen liegen etwa 120 Kilometer nördlich der Megacity.

Info: Spanisches Fremdenverkehrsamt, Tel. 02 11/6 80 39 80 E-Mail: duesseldorf@tourspain.es, www.spain.info

Beste Reisezeit: Das Klima an der katalanischen Küste ist ausgeglichen und mild. Die beste Reisezeit sind die Monate Mai und Juni sowie September und Oktober. In den Sommermonaten ist es tagsüber meistens extrem heiß.

Anreise: Barcelona wird von allen großen Flughäfen (und von vielen Billigfliegern) von Deutschland, Österreich und der Schweiz aus angeflogen.

Hotels auf der Tour:

Tag 1: Hotel Port Sitges, www.portsitges.com

Tag 2: Hotel Barcelona Golf, www.hotelbarcelonagolf.com

Tag 3: Double Tree in Terrassa, www.lamola.es

Tag 4: Tres Torres Atiram Hotel in Barcelona, www.trestorresatiramhotels.com

Essen und Trinken: Restaurant Casa Hidalgo in der C/Sant Pau in Sitges, Tel. 00 34/9 38/94 38 95. Restaurant A Contraluz in der Carrer del Milanesat in Barcelona, Tel. 00 34/9 32/03 06 58.

Bikeshops: Ciclos Valbuena in der Avinguda de la Roureda 11 in Viladecans, www.ciclosvalbuena.com Motos Viñola in der Paseo Vilanova 31-33 in Sitges, www.motosvinola.com

Guiding: Pedals Barcelona in Sitges, Tel. 00 34/6 48/88 87 77, www.pedalsbarcelona.com Die Jungs organisieren Rundreisen mit Gepäcktransport, auf Wunsch auch mit Guide oder GPS-Tracks per iPhone.

MTB-Tour um Barcelona in vier Tagen:

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MountainBIKE
MTB-Tour um Barcelona in vier Tagen

Touren

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MTB-Reisereportage Barcelona-Umrundung

Mal angenommen, Frau oder Freundin fährt kein Mountainbike. Mann möchte aber trotzdem gemeinsam in Urlaub fahren. Schwieriges Unterfangen, werden viele mit der Erfahrung verpatzter Ferien denken. Es sei denn ...

Es sei denn, man macht der Liebsten diesen Vorschlag. Wie wäre es denn zum Beispiel mit – Trommelwirbel: Barcelona! Aaahh, Barcelona, wird die Liebste seufzen und sich schon alle Schuhgeschäfte entlang der Les Rambles abklappern sehen. Diese Vision (oder eher Alptraum) entlockt dem Mann einen Seufzer. Den ganzen Tag Shopping und Sightseeing? Um Himmels willen! Es sei denn ...

Es sei denn, es gibt eine fulminante Mountainbike-Tour direkt im Hinterland von Barcelona, wo Mann sich auf Schmalwegen in einer traumhaften Landschaft austoben kann, während Sie in der katalanischen Metropole die Goldcard mal richtig zum Funkeln bringt.

Klingt märchenhaft, ist aber so. Während sich die Freundin durch die Shops von Gucci, Zara und Co. arbeitet, durchradelt der Freund in vier Tagen das hügelige Hinterland der Traumstadt am Mittelmeer. Es sei denn ...

... diese Theorie ist grau. Weil meine Freundin Inga gar kein gesteigertes Interesse am Shopping hat, sondern lieber selbst in die Pedale tritt. Doch sie steht außer auf mich auch auf Kultur, und davon gibt es in der katalanischen Megacity genug. Ich sage nur mal Gaudi, Picasso, Dali ... Doch erst das Biken, dann die Kultur (frei nach Brecht).

Wir wollen eine große Runde fahren, und die führt über 243 Kilometer durch die Nationalparks Collserola, Garraf, Montserrat und die Weinregion des Penedès. Immerhin gut 5000 Höhenmeter in vier Bike-Tagen.

Begleitet werden wir von den spanischen Guides David und Marc, die für „Pedals Barcelona“ arbeiten. Der noch junge Veranstalter kümmert sich um den Gepäcktransport und die Übernachtungen, auf Wunsch gibt es auch ein GPS-Gerät aus iPhone und kleinem Lautsprecher als Orientierungshilfe.

Barcelona-Umrundung mit dem Mountainbike – die schönsten Bilder

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Küste und Weinberge

Startort ist Sitges, ein netter Touristenort ein paar Kilometer südlich von Barcelona. Während sich die Bewohner des Städtchens noch verschlafen den Sand aus den Augen reiben, rollen wir schon die erste Anhöhe hinter der Küste hoch.

Doch Tag eins zeigt sich zickig, sprich regnerisch. Damit hatten wir ja gar nicht gerechnet. Spanien und Regen! Graue Wolken hängen tief über dem Meer. Vom Helmvisier tropft es schön regelmäßig auf den Lenker. Urlaubsstimmung mag da erst mal nicht aufkommen, obwohl die Strecke malerisch durch das Kalksteingebirge des Nationalparks von Garraf führt.

Aber gegen Mittag reißt der Himmel dann doch auf. Und durch die Wolkenlöcher sehen wir die ersten grünen Hügel der Weinfelder des Penedès. David klärt uns auf, dass dies eines der größten Anbaugebiete für den spanischen Schaumwein „Cava“ ist.

Der spanische Winzer Josep Raventós hatte sich in der Champagne vom Mönch Dom Perignon Ende des 19. Jahrhunderts die Methode der Flaschengärung abgeschaut. Da die Bezeichnung „Champagner“ geschützt ist, exportieren die spanischen Kellereien den Prickelwein eben als Cava.

Nach knapp 60 Kilometern und rund 1600 Höhenmetern bevorzugen wir abends in der Hotelbar jedoch ein kühles Bier, um auf einen – trotz Regendusche – tollen ersten Bike-Tag anzustoßen.

Das Montserrat-Gebirge

Am nächsten Morgen weckt mich im Hotelzimmer ein früher Sonnenstrahl. Es ist ein heller, klarer Tag. Der warme Sonnenschein tropft durch die Löcher der Wolken, als wäre der Himmel eine zerbrochene blaue Schale, die man mit Honig gefüllt hat. Es ist noch früh, als wir uns wieder in den Sattel schwingen und über die ersten Hügel rollen.

Das warme Licht ist ein dichtes Gelb, das die in der Ferne sichtbaren Bergspitzen des Montserrat-Massives berauschend nah und präsent aussehen lässt. Fast wie eine überdimensionale Fototapete liegen die schroffen Zacken, die ein bisschen an die Dolomiten erinnern, vor uns.

Gegen Mittag erreichen wir Montserrat. Das alte Kloster ist das wichtigste Wallfahrtsziel Spaniens. Vor allem an den Wochenenden fallen Heerscharen von Gläubigen hier ein. Wir haben Glück, es ist Vorsaison und mitten in der Woche, sodass wir fast allein in der altertümlich anmutenden, gelben Gondel auf den 1200 Meter hohen Gipfel schweben.

Das Benediktiner-Konvent mag früher einen gewissen Charme gehabt haben, heute ist Montserrat jedoch vor allem ein Touristenziel mit zahllosen Andenkenläden und Kloster-Nippes. Inga schaut mich an und spricht aus, was wir alle denken: „Bloß wieder schnell weg von hier.“

Wir haben ohnehin noch einige Kilometer und Höhenmeter vor uns. Die Tagesstrecken auf unserer Barcelona-Umrundung sind zwar lang, aber die Trails sind fahrtechnisch eher leicht. Doch dafür hält die Strecke immer neue Ausblicke und Überraschungen bereit.

So wie das große Mohnfeld, das sich plötzlich vor uns ausbreitet. Rote Blumen, so weit das Augen reicht, so dicht gewachsen und knallig in der Farbe, dass es schon fast in den Augen schmerzt. Und mittendurch windet sich ein schmaler Pfad, ganz so, als hätte er schon ewig und drei Tage nur auf uns gewartet. Wir grinsen, schauen uns kurz an und jagen mit Highspeed und lautem Jauchzen durch das üppige Rot, das wie ein fetter Pinselstrich an unseren Helmvisieren vorbeifliegt.

Die Aussicht vom Tibidabo

So rollen wir in einem weiten Bogen durch das katalanische Hinterland und den Nationalpark Collserola wieder Richtung Barcelona auf die Küste zu.

Marc lotst uns durch dichte Wälder auf einen letzten Berg, den Zauberberg. Der 532 Meter hohe „Tibidabo“ ist so etwas wie der zweite Hausberg von Barcelona. Auf dem Gipfel versteht man, weshalb gerade hier oben der Teufel Jesus mit den Worten verführen wollte: „Dies alles werde ich dir geben („tibi dabo“), wenn du mich anbetest.“

In der Tat: Die Aussicht auf die Tiefebene zwischen den Flüssen Llobregat und Besòs ist überwältigend! Das schier endlose Häusermeer der katalanischen Metropole ragt bis zu einem dünnen blauen Strich des Meeres am Horizont. Wie aus dem Flugzeug schauen wir von oben auf Häuser und Straßen. Das Leben da unten scheint ganz klein und weit weg. Dabei sind es nur einige Kilometer.

Und Marc hat noch ein Bike-Bonbon für uns parat: Kurz unterhalb der Aussichtsplattform des Tibidabo-Parks lotst uns ein schmaler Singletrail in engen Kurven und Anliegern auf direktem Weg hinab in die Stadt. Wir scheinen fast mit dem Rad in das Häusermeer der Stadt zu fallen. Wahnsinn!

Beim Finale furioso geht mir plötzlich die Barcelona-Hymne von Queen-Sänger Freddie Mercury durch den (und nicht mehr aus dem) Kopf. Der schmetterte 1992 anlässlich der Olympischen Sommerspiele zusammen mit der spanischen Operndiva Montserrat Caballé:

„Barcelona! Such a beautiful horizon. Like a jewel in the sun.“ Wohl wahr!

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