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Mountainbiken in der Eifel – Infos, Tourentipps, GPS-Daten

Alle Infos zum MTB-Spot Vulkaneifel

Tiefe Täler, Hochflächen, extreme Steigungen und Gefälle: Die Eifel ist wie für Mountainbiker gemacht.

Lage: Die Eifel liegt zwischen der Stadt Aachen im Norden, Koblenz im Osten und Trier im Süden.

Beste Reisezeit: Je nach Höhenlage kann es im Frühjahr noch recht frisch sein. Die meiste Sonne genießen Biker zwischen Mai und September.

Anreise Auto: Aus Fahrtrichtung Köln auf der A 1, aus Fahrtrichtung Trier bzw. Luxemburg auf der A 48, aus Fahrtrichtung Koblenz bzw. Bonn über die A 61 in die Eifel-Städte.

Anreise Bahn: Über Aachen, Trier oder Koblenz ist man mit der Bahn schnell vor Ort.

Hotels: Dorint Hotel & Resort Daun/Vulkaneifel, 54550 Daun, komfortables Sporthotel mit zahlreichen Wellness- und Freizeitmöglichkeiten, www.hotel-eifel-daun.dorint.com;

Hotel Am Eifelsteig, 54570 Neroth, traditionelle Küche mit einem modernen Wellnessbereich und einer Salzgrotte, www.mausefalle-neroth.de;

Hotel Restaurant Bürgerstube, 56766 Ulmen, familiär geführtes Haus mit eigenem Kartenmaterial für Mountainbiker, www.buergerstube-ulmen.de

Essen: Landgasthaus zum Kreuzberg, 54552 Schönbach, herzhafte Küche und urige Gaststube. Hier kann man auch übernachten, www.zumkreuzberg.de;

Pizzeria La Lanterna, 53539 Zermüllen, www.lalanterna.de;

Burghof Daun, 54550 Daun, www.burghof-daun.de

Guiding: MTB X Pert, Region Vulkaneifel, Winkelstraße 3, in 56766 Ulmen, www.mtb-xpert.de;

Trailpark Vulkaneifel, Fahrtechniktrainings und geführte Touren, www.trailpark.de

Web-Tipps: Infos zur Region unter www.daun.de und unter www.hocheifel-nuerburgring.de;

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MTB-Reisereportage Eifel

Man hätte mich warnen sollen. Der infernalisch laut röhrende Sportwagen kommt mit Vollgas von hinten. Die Reifen quietschen, der Motor heult auf beim Runterschalten, und ich sehe mich schon in hohem Bogen ins Jenseits befördert. Bevor mein Herz jedoch vor Schreck oder infolge eines Zusammenstoßes aussetzt, verschwindet das Motorgeräusch langsam zwischen den dichten Bäumen, und alles ist wieder ruhig.

Wer die Mountainbike-Strecke rund um den legendären Nürburgring an einem Rennwochenende in Angriff nimmt, muss sich auf solche akustischen Beinahe-Unfälle gefasst machen. Rad- und Autostrecke verlaufen so dicht nebeneinander, dass man die PS-Boliden nicht nur hören, sondern auch sehen kann.

Da kann es dann schon mal vorkommen, dass man sich fühlt, als würde man im nächsten Moment über den Haufen gefahren. Abgesehen von diesen akustisch bedingten Schrecksekunden, die den Puls in die Höhe treiben, ist die Strecke um die Grüne Hölle, wie der Ring vom dreimaligen Formel- 1-Weltmeister Jackie Stewart einst bezeichnet wurde, aber mountainbike-technisch und konditionell keine allzu große Herausforderung. Abgesehen vielleicht von dem Steilstück vor der Kurve „Hohe Acht“.

Dort schraubt sich die Strecke kurz mit 30 Prozent in die Höhe. Genau dieses Gemisch aus extremen Steigungen und Gefällen, großen, ebenen Flächen und Tälern war ein Grund, warum Kaiser Wilhelm II. schon Anfang des 20. Jahrhunderts in der Eifel erste Pläne für eine Rennstrecke ausarbeiten ließ. Und was für Rennfahrer gut genug ist, ist für Mountainbiker gerade recht. Blickt man über die Höhenzüge zwischen Aachen im Norden und Trier im Süden, könnte man meinen, der liebe Gott hätte ein paar überdimensionale Kopfkissen unter die grünen Wiesen und bewaldeten Kuppen geschoben.

In der Eifel finden Mountainbiker ein Revier, das vor Trail-Netzen und Tourenmöglichkeiten nur so strotzt. Kein Wunder, dass der so genannte Eifel-Trailpark mit insgesamt 750 Kilometern an ausgeschilderten Wegen und 17 500 Höhenmetern im Mountain- BIKE-Test „sehr gut“ abgeschnitten hat. Der Kick, bei der Nürburgring-Runde den PS-Boliden nahe zu sein, ist das eine.

Das eigentliche Erlebnis auf dieser Mountainbiketour sind aber die Zuschauer am Ring: Mit Campingstühlen, kleinen Grills und Bierfässchen bewaff net, postieren sie sich an den Schlüsselstellen der schwierigsten Kurven und warten darauf, dass einer der Rennwagen spektakulär überholt wird oder über die Kurve hinaus ins Grün schleudert. Dann geht ein lautes Raunen durch die Menge oder sogar eine La-Ola-Welle. Ein Volksfest à la Eifel.

Von ihrer ruhigen Seite lerne ich die Eifel am nächsten Tag kennen. Die Bikeguides Ralf und Gregor wollen mir in der Südeifel einige ihrer Lieblingstrails zeigen. Und so rollen wir durch das Land der Maare und Vulkane. Maare sind runde oder ovale Vulkanseen, die wie große Edelsteine in der grünen Landschaft liegen. Einige wurden zum Baden freigegeben, andere als Naturschutzgebiet deklariert. Von Dichtern werden Maare auch romantisch als Augen der Erde bezeichnet.

Ihre Entstehung war hingegen weniger beschaulich. Als vor über 11 000 Jahren in der Eifel hochsteigendes Magma auf Wasser traf, explodierte das Gemisch. Übrig blieben nach diesen gewaltigen Eruptionen trichterförmige Explosionskrater, die sich nach und nach mit Grund- und Niederschlagswasser füllten und jetzt jene geheimnisvollen Eifelmaare bilden. Nicht minder geheimnisvoll als die Maare gibt sich der zugewachsene Waldtrail, über den mich Ralf und Gregor lotsen.

An manchen Stellen ist der Weg so dicht, dass wir unsere Räder schieben müssen. Überhaupt hält der Trail noch so einige Geheimnisse und Überraschungen für uns bereit: Mal preschen wir mit Highspeed durch eine breite Bachfurt, wo das Wasser bis zum Lenker spritzt, dann passieren wir verwunschene Wasserfälle, um kurz darauf an kleinen Wallfahrtskirchen vorbeizufahren. Highlight des Tages ist der Abschnitt durch ein ehemaliges Schiefer-Abbauwerk. Die Verwendung des schwarz glänzenden Gesteins hat in der Eifel eine jahrtausendealte Tradition.

Unzählige Hauswände und Burgdächer zeugen noch heute davon. Neben unserem Trail haben sich die Reste des Schieferabbaus zu riesigen Bergen geformt und so ein ganz neues, fast fremdartiges Landschaft sbild gezaubert. Als wir mit Speed auf dem kleinen Pfad zwischen den Schieferbergen hinabrauschen, knirschen die zerbröselnden Schieferplättchen nur so unter unseren Stollenreifen.

Von ihrer schönsten Trail-Seite lerne ich die Eifel an meinem letzten Tourentag kennen. Ralf, Gregor und ich erkunden den Lieserpfad. Dieser 42 Kilometer lange Wanderweg führt von Daun über Manderscheid bis nach Wittich und ist Teil des 144 Kilometer langen Erft -Lieser-Mosel- Wegs. Nach dem Spruch von Gregor, „Was Wanderern gut gefällt, ist meistens auch für Mountainbiker nicht schlecht“, haben wir uns die Strecke zwischen Daun und Manderscheid vorgenommen. Unsere Fahrt beginnt auf einem einsamen Waldweg durch ein unberührtes Tal.

In dessen Senke sucht sich die schmale Lieser ihren Weg durch die teilweise urwaldähnliche Landschaft . Wir passieren einen riesigen Stapel an Baumstämmen, der gegen das Austrocknen mit Bachwasser berieselt wird. Die Sprührichtung wechselt alle zehn Minuten, damit man den Weg trocken passieren kann. Doch wer möchte so lange warten? Mit Vollgas kurbeln wir durch den künstlichen Regen und folgen erfrischt dem Pfad, der im weiteren Verlauf immer abenteuerlicher wird.

Handtuchbreit windet er sich an Steilhängen entlang, wechselt mit kniffl igen Engstellen, ex trem steilen Anstiegen und anspruchsvollen Serpentinen, die unsere volle Konzentration fordern. Trotz der Anstrengung macht sich auf unseren Gesichtern ein bestimmter Ausdruck breit. Es ist dieses Mountainbiker-Grinsen. Jenes, das sich nur dann einstellt, wenn man diesen erfüllenden und ausbalancierten Zustand zwischen Erschöpfung, Herausforderung und Genuss erreicht, und das nur ganz bestimmten Trails vorbehalten ist. Trails wie dem Lieserpfad.

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