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Karwendel: 1-A-Bikeregion mit mehr als 1.000 km MTB-Routen

Alle Infos zum MTB-Spot Karwendel

Das Gute liegt so nah: Die Silber-Region Karwendel hält über 1.000 Kilometer an Bikewegen Parat – kurz hinter Bayern.

MB 0811 Karwendel - Übersichtskarte
MountainBIKE stellt vor: vier Top-Touren im Karwendel.

Lage: Das Karwendel liegt zum größten Teil im österreichischen Bundesland Tirol, ein schmaler Streifen im Freistaat Bayern. Die Gebirgskette dehnt sich von Ost nach West rund 45 km aus, von Nord nach Süd etwa 30 km. Höchster Gipfel ist mit 2749 m die Birkkarspitze.

Beste Reisezeit: Ab Ende April sind erste Touren möglich, in höheren Lagen kann aber noch Schnee liegen. Spätes­tens ab Ende Mai sind alle Routen gut befahrbar. Meist reicht die ­Bike-Saison bis in den ­Oktober hinein.

Anreise: Von München über die A 8 und A 93 bis Kufstein, weiter auf der
A 12 bis Schwaz (140 km, 1:15 h). Von Bregenz über die Rheintalautobahn A 16 und die Arlberg-Schnellstraße auf die A 12 nach Innsbruck und weiter nach Schwaz (214 km, 2 h).

Übernachten: Hotel Brandstetterhof, Oberdorf 74, A-6135 Stans, 0043/5242/63582, www.brandstetterhof.com. Mehr bikefreundliche Unterkünfte unter www.mtb-region.at.

Einkehr: Rasthütte (hinter dem Namen verbirgt sich mehr als eine Hütte) im Aldorf Eng, www.engalm.at

Bike-Shops: KTM-Mountainbiketestcenter, Schrottenbaum, Dr.-Dorrek-Straße 40, 6130 Schwaz, Tel. 0043/5242/62695; Fachhändler Probike, Tannenberggasse 13, 6130 Schwaz, Tel. 0043/5242/66661.

Karten: Karwendelgebirge: Wander-, Rad- und Skitourenkarte, Kompass-Verlag, 1 : 25000, 7,95 Euro.

Info: Tourismusverband Silberregion Karwendel, 6130 Schwaz, Münchnerstraße 11, Tel. 0043/5242/63240, www.silberregion-karwendel.com

Touren

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Karwendel-Reportage: Karfest

Karwendel – die schönsten MTB-Impressionen

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Heiko Mandl 1/10 Auf Bike-Tour im Karwendel Das Gute liegt so nah: Die Silber-Region Karwendel hält über 1.000 Kilometer an Bikewegen Parat – kurz hinter Bayern.
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Vorsichtig ziehe ich an den Bremshebeln. Die Wirkung beeindruckt: Nur ein kurzer Lupfer, und der Schotter spritzt fontänenartig in weitem Bogen vom Hinterrad in den Graben.

Eins zu Null für unseren Guide Markus! Denn der hatte schon am frühen Morgen verkündet: „Da Downhill obi zua Eng-Oim wird eich gscheit fordern.“

Wer einen drahtigen Local bei ­solch einer Ansage frech an­grinst, verdient es wahrscheinlich, für seine Arroganz später ordentlich zu schwitzen ...

Auf der Karte hatte die Abfahrt vom Lamsenjoch gar nicht arg schwer ausgesehen. Aber diese tiefen Schotterpisten, die einem mehr noch als die technische Anstrengung wahre Schweißbäche entfesseln, lassen sich dem Papierwerk auch nicht ohne weiteres entnehmen.

Viele Mountainbiker unterschätzen die Region um das Karwendel-Massiv. Sie kennen die Berge rund um das Inntal zwar vom Anschauen – meist vom Auto aus, etwa wenn sie auf der Inn­talautobahn Richtung Gardasee donnern. Verwunderlich ist, dass kaum einer auf den Gedanken kommt, dass er gar nicht bis an die italienische Bike-Riviera fahren bräuchte, um in den Genuss von feinen Trails und fetten Anstiegen zu kommen – denn die gibt es bereits hier.

Und zwar ohne Stau und Maut auf der Brennerautobahn und drei Stunden früher. Keine zwei Stunden dauert die Fahrt von München ins Karwendel: ein ideales Ziel also für längere Tagesausflüge oder Wochenendtrips.

Was nicht heißt, dass ein richtiger Urlaub sich hier nicht lohnen würde. ­„Wennscht alle Wege fahren wilscht, dann muscht scho an gonzn Sommer bleibn“, wirbt Markus in seinem Tiroler Akzent für seine Heimat. Er muss es wissen, schließlich kennt er so ziemlich jeden Stein in der Gegend, und das Wegenetz umfasst rund 1000 fahrbare Kilometer.

Dass die Gipfel den (hartgesottenen) Fußgängern vorbehalten sind, braucht Mountainbiker nicht zu stören: Die vielen Übergänge und Pässe lassen reichlich hochalpines Flair aufkommen, und auf den Trails am Fuße der meterhohen Kalkwände kommt man sich manchmal so vor wie in den Dolomiten. Der Blick nach oben beeindruckt immer wieder: Weit über unseren Köpfen türmen sich die Felsmassive in den Himmel, 2749 Meter hoch ragt die Birkkarspitze als höchster Karwendel-Berg auf.

Wer die hitzige Abfahrt zur Eng-Alm hinter sich gebracht hat, weiß eine Pause und eine deftige Käse-Jause auf der Terrasse der Rasthütte zu schätzen. Die Bauern des Almdorfes Eng am Ende des Rißtals bewirtschaften zusammen die größte Melkalm Tirols, direkt vor Ort wird die Milch zu Käse verarbeitet.

Bergkäse, Almtilsiter und Co. aus Eng stauben bei Wettbewerben immer wieder Preise ab, in der Schaukäserei führt der Käsemeister sein Handwerk vor, und der Bauernladen verkauft neben Käse auch andere Almspezia­litäten wie Speck und Schnaps. Was Biker hier vor allem an Sommerwochenenden nicht finden, sind Ruhe und Besinnung ...

Die Anziehungskraft des Rißtals hat aber noch einen weniger banalen Grund: Er heißt „Großer Ahornboden“ und ist der Talgrund, auf dem sich über 2000 Bergahorne auf saftig grünen Wiesen verteilen. Im Herbst, wenn die Blätter rote, gelbe und goldene Töne annehmen und in der Sonne leuchten, zieht dieses Naturschauspiel die Besuchermassen an. Tausende Fotos halten das Idyll fest, das weit über die Grenzen des Alpenstaates durch Postkarten und Kalender bekannt ist.

Doch jetzt ist Sommer, und Kühe bevölkern das Tal. Gemütlich rollend bahnen wir unseren Weg durch eine Herde Fleckvieh und nehmen dann den heftigen 400-Höhenmeter-Anstieg auf den Plumssattel in Angriff, um danach hinab zum Achensee zu kurven.

Top: Der gesamte See ist frei zugänglich. Das türkisblaue Wasser des „Tiroler Meeres“ setzt Lichtreflexe auf die bewaldeten Hänge der Berge, und mit Badegästen, Seglern und Windsurfern bietet sich ein komplett konträres Bild zu den alpinen Motiven der Eng-Alm.

Die Silberregion Karwendel ist eigentlich bekannt für ihre steil abfallenden Kalkwände im Norden des Inntals. Weiter südlich sind die Berggipfel weniger spitz, für Biker aber umso leichter befahrbar – aber nur in Sachen Fahrtechnik. Kondi­tionell wird einem auch hier nichts geschenkt. Ein schönes Beispiel ist der Anstieg von Weerberg über das Geiseljoch Richtung Zillertal vorbei an der Weidener Hütte.

Diese Hütte auf 1799 m Höhe ist die letzte Rast vor dem steilen Anstieg auf das Geiseljoch. Wer hier ausgepowert ankommt, bei dem kann der verständliche Wunsch entstehen, einfach zu bleiben und einen Tag in der Idylle zwischen den Bergen der Zillertaler Alpen und des Karwendels zu genießen. Seit es 2009 gründlich saniert wurde, vereint das Schutzhaus urigen Charme mit Licht und hellem Holz.

Bevor wir das Idyll verlassen, geht Markus noch verschiedene Tourenmöglichkeiten für den nächsten Tag mit uns durch. „Trails? Oder an kernigen Berg?“ Schwierige Entscheidung! Aber egal, für was wir morgen antreten – ein Grinsen werden wir diesmal unterdrücken. Wer weiß, was die Karwendel-Realität noch für Überraschung bereit hält, die die Karte geflissentlich verschweigt ...

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