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Mountainbiken im Bergischen Land – Infos, MTB-Tourentipps, GPS-Daten

Alle Infos zum MTB-Spot Bergisches Land

Das Bergische Land müsste treffender Hügeliges Land heißen. So oder so lockt es MTB-Fans mit Trails, Burgen, Sesselliften, Kaffeetafeln und ... viel Wasser. MountainBIKE stellt vier Top-Touren in der Region vor - inklusive GPS-Daten.

Lage: Das Bergische Land bildet den südöstlichen Teil der Region Nordrhein-Westfalen und ist Teil des Rheinischen Schiefergebirges. Die Hügel erheben sich etwa 200 bis 300 Meter hoch über der Rheinebene, die höchste Erhebung liegt mit 519 Metern auf der Homert bei Gummersbach.

Anreise: aus nördlicher Richtung kommend über die A 1, aus allen anderen Richtungen geht es über das Autobahnkreuz Köln-Ost und dann auf der A 4 Richtung Olpe.

Beste Reisezeit: zwischen Mai und Oktober.

Übernachtung: Privathotel Bremer mit Bike-Wash, Tourenberatung und GPS-Daten, www.privathotel-bremer.com

Einkehr: unbedingt probieren – die „Bergische Kaffeetafel“, z. B. im Restaurant Dröppelminna, www.restaurantdroeppelminna.de Die Bikerszene trifft sich im Café Gliss in der Schlossstraße 20 in Bergisch Gladbach.

Bike-Shops: „Cycle-M“ von Klaus Molitor, Ex-Mechaniker und -Manager des dt. Downhill-Teams, www.cycle-m.de

Guiding: Touren und Fahrtechnikkurse bietet Stefan Hammel von „Sportsinteam“, www.sportsinteam.de

Infos: Bergisches Land Tourismus Marketing e. V. in Solingen, Tel. 02 12/88 16 06 73, www.die-bergischen-drei.de

Insider-Tipps: Mit einer Draisine kann man über eine alte Eisenbahnstrecke entlang der Wupper durch den Wald rollen, www.die-bergischen-drei.de

Direkt am Bensberger See in Bergisch Gladbach liegt eine der schönsten deutschen Sauna- und Wellness-Anlagen, www.mediterana.de

Auf der Ex-Deponie Leppe östlich von Lindlar entstand der Metabolon-Bikepark, www.metabolon-bikepark.de

Vier Traumtouren im Bergischen Land:

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MountainBIKE
Vier Traumtouren im Bergischen Land

Touren

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MTB-Reisereportage Bergisches Land

Schön den Speed halten, dann wird das Ding richtig flowig“, sagt Stefan Hammel vom Touranbieter „Sportsinteam“. Solche Ansagen mag ich! Zusammen mit Mark, Matthias und Olli stehen wir am Eingang eines Trails irgendwo im Bergischen Land. Stefan gibt uns noch einige letzte Instruktionen zu dem kleinen Waldweg, und schon rauschen wir mit Vmax in die Büsche.

Äste und Blattwerk fliegen nur so an unseren Helmvisieren vorbei. Schier endlos schlängelt sich der Weg an einem Bächlein entlang und schmiegt sich in sanften Kurven abwärts. Für Landschafts-Sightseeing ist jedoch keine Zeit. Hoch konzentriert versuche ich, den Kontakt zu Stefans Hinterrad zu halten, das in irrsinnigem Achterbahntempo gen Tal rotiert.

Und da ist er plötzlich, der „Flow“. Alles wird zu einem flüssigen Ganzen – Kurven, Anlieger, Kuhlen, kurze Gegenanstiege, kleine Drops und schnelle Rollpassagen verschmelzen zum wunderbaren Flowtrail-Erlebnis. Willkommen im Fluss.

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Ralf Schanze
MountainBIKE 1115 Bergisches Land Sengbachtalsperre

Mountainbiken im Bergischen Land – die schönsten Bilder

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Einzigartiges Naherholungsgebiet im Ballungsraum

„Bergisches Land“, das klingt in meinen Ohren echt sexy: Berge verheißen Trails, und Trails verheißen Fun. So einfach ist die Gleichung, die alle Biker in ihren Bann zieht. Vielleicht würden die Touristik-Manager ihre Region lieber „Flow Country“ nennen – wenn sie denn dürften.

In Wirklichkeit leitet das Gebiet zwischen Rhein und Sauerland seinen Namen aber nicht vom Charakter der Landschaft ab, sondern von dem Grafen „von Berg“ und dem gleichnamigen Herzogtum, das die Gegend jahrhundertelang geprägt hat. Und mit Erhebungen, die die Rheinebene im Durchschnitt 200 bis 300 Meter überragen, ist das Land hier wohl eher als hügelig denn als bergig zu bezeichnen. Aber auch das kann sexy sein. Das will uns Stefan mit den Touren in den kommenden Tagen noch beweisen.

Das Bergische Land scheint jedenfalls voll von solchen Trails wie am ersten Tag zu sein. In der Nähe zu den größten deutschen Ballungsgebieten ist die Region zwischen Wupper, Sieg, Rhein und Sauerland ein einzigartiges Naherholungsgebiet. Die abwechslungsreiche Mittelgebirgslandschaft des größten Naturparks Nordrhein-Westfalens lockt mit dichten Wäldern, weiten Wiesen, grünen Tälern und rauschenden Bächen. Malerisch in die Landschaft eingebettet, blitzen in ihr idyllische Dörfer mit den typischen Fachwerkhäusern auf. Kleinode in schwarz-weißer Balkenoptik oder auch mal mit anthrazitfarbenen Schieferfassaden, die mich an meine alte Märklin-Modelleisenbahn erinnern. Romantik und Gemütlichkeit aus alten Spur-H0-Erinnerungen.

Auch Schloss Burg – komischer Name – sieht aus, als würde die alte Wehranlage bestens als optisches Schmuckstück auf eine Welt im Miniaturformat passen. Während wir an der Unterburg ausrollen, staunen wir, als wir sogar einen kleinen Sessellift entdecken, der langsam zockelnd die Gäste nach oben befördert.

Beeindruckende Mahlzeiten und Bauwerke

Noch erstaunter sind wir, als uns der Mann im Kassenhäuschen mitteilt, dass er auch unsere Räder nach oben transportieren würde. Den Spaß lassen wir uns nicht entgehen! Ruck, zuck sitzen wir in den alten grünen Metallsitzen und schweben hoch zur alten Burganlage. „Ist ja fast wie in den Alpen hier, nur dass die Berge Buckel sind“, denke ich. Aber auch buckelige Berge kosten Körner. So beschließen wir, an einem der einladenden Cafés eine Pause einzulegen. Gerade als ich im hungrigen Übermut eine „Bergische Kaffeetafel“ für uns alle ordern möchte, pfeift mich Stefan flugs zurück.

„Wenn wir die aufessen, rollen wir keinen Meter mehr“, gibt der Guide zu bedenken. Ich lasse mich aufklären, dass diese kulinarische Spezialität der Region ausgesprochen üppig ist und bei der man traditionell alles auftischt, was die Speisekammer hergibt. Eben „Koffiedrenken mit allem Dröm on Dran“, wie man hier sagt. Außer Kaffee, Hefestuten mit Apfel- und Rübenkraut gehören auch noch Zimt- und Milchreis, Graubrot, Brezeln, Schinken, Käse, Quark und zum Schluss ein guter Kornbrand zur Bergischen Kaffeetafel dazu. Schon bei Stefans Aufzählung bekomme ich Sodbrennen. Am Ende landet „nur“ eine Bergische Waffel mit Milchreis und heißen Kirschen auf dem Teller ...

Mit neuen Kräften schwingen wir uns wieder auf die Bikes. Stefan lotst uns Richtung Sengbachtalsperre, die idyllisch von Bäumen eingerahmt ist und an einen Bergsee erinnert. Seit 1903 wird hier Wasser gestaut. Anders als im Industrial Design der Neuzeit erlaubten sich die Architekten damals noch kostspielige Schmuckelemente. Die Wehrmauer begrenzen zwei Türme, sodass die Anlage in Teilen wie eine mittelalterliche Burg aussieht.

Talsperren gibt es im Bergischen Land viele. Warum? Das Bergische Land wird im Volksmund auch gerne „dem Herrgott sing Pisspöttchen“ genannt. Frei übersetzt heißt das, dass es hier sehr häufig und ergiebig regnet. Unter Wasserarmut leidet das Bergische Land jedenfalls nicht.

Etwas später taucht das nächste Sightseeing-Highlight des Tages zwischen den Baumwipfeln auf: die Müngstener Brücke, ein rostiger Koloss und mit 107 Metern Höhe Deutschlands höchste Eisenbahnbrücke aus Metall. Angeblich, so weiß Stefan zu berichten, wurden insgesamt eine Million Nieten für das Ungetüm über den Fluss Wupper benötigt. Die letzte soll sogar eine goldene Niete gewesen sein. Im Schatten der Pfeiler rasten wir noch mal. Aber trotz intensiver Suche entdecken wir die goldene Niete nicht.

Dafür bietet der Abschluss dieser Tour etwas sehr viel Wertvolleres. Denn die folgende Abfahrt ins Tal toppt in Sachen Flow und Speed jede Achterbahnfahrt und ist dazu auch noch gratis. Zum krönenden Finale rasen wir mit Karacho durch ein flaches Bachbett, sodass das Wasser nur so spritzt. Wasser und Bergisches Land – das passt echt gut zusammen.

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