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Lanzarote-Cross in 5 Tagen mit dem Mountainbike – Etappen-Infos und GPS-Daten

Alle Infos zum MTB-Cross auf Lanzarote

365 Bike-Tage im Jahr: Die Kanaren heißen nicht umsonst „Inseln des ewigen Frühlings“. Lanzarote, wegen der Lava „Schwarze Perle“ genannt, lockt mit krasser Optik. Und mit einem 5-tägigen Inselcross per Mountainbike.

Lage: Lanzarote ist die östlichste der Kanarischen Inseln. Sie besteht zu weiten Teilen aus Lavagestein und Asche.

Info: Span. Fremdenverkehrsamt, Tel. 02 11/6 80 39 80, www.turismolanzarote.com, www.top100lanzarote.com

Beste Reisezeit: Das warmmilde Klima macht die „Inseln des ewigen Frühlings“ zum Ganzjahresziel. Im Juli und August entern die Festland-Spanier die Insel!

Anreise: Lanzarote wird von allen größeren Städten in Deutschland direkt angeflogen. Flugzeit ca. 4 Stunden. Preis: etwa 250 bis 600 Euro.

Übernachtung: „Auszeit Lanzarote“ ist eine inselweite Appartement- und Häuser-Vermittlung mit Top-Service. http://auszeit-lanzarote.de. Weitere Hotels (alle über die großen Reiseveranstalter zu buchen): „Riu Olivina“ in Puerto del Carmen; „Hotel El Varadero“ in La Graciosa; „Iberostar Papagay“ in Playa Blanca; in Famara gibt es keine Hotels, aber Privatzimmer und Appartements. Vorab organisieren!

Essen und Trinken: „Sidreria Grill Las Vińas“ direkt an der Promenade am Ortsausgang von Puerto del Carmen; „Pizzeria & Trattoria Famara“ in Famara; „La Ermita“ in Tías; „Restaurant El Varadero“ im Hafen von La Graciosa.

Bikeshops: „Bikeshop Tripasón“ in Puerto del Carmen in Hafennähe; „Vadebicis Lanzarote“ in Arrecife nahe der Promenade; „Pro Bike“ in La Santa in der Nähe von Famara (www. probikelanzarote.com).

Die Insel auf eigene Faust: Den hier vorgestellten Cross selbst durchzuführen ist organisatorisch schwierig. Es gibt nur wenige Hotels, die Übernachtungsgäste für eine Nacht akzeptieren. Außerdem muss man sich selbst um den Gepäcktransport kümmern.

Organisierter Cross: „Vulcan Bike“ in Puerto del Carmen organisiert den Lanzarote-Cross (inklusive Hotelbuchungen, Fähre nach La Graciosa, Gepäckbeförderung, GPS-Geräte, Finisher-Shirt und auf Wunsch Leihbikes; auch als Extrem-Variante). Tel. 00 34/6 96 97 15 11, vulcanbike@vulcanbike.com, www.vulcanbike.com

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MTB-Reisereportage Lanzarote-Cross

Landeanflug auf Lanzarote: Von oben sieht die kanarische Vulkaninsel aus wie ein großes Stück Nusstorte, das in diversen Brauntönen in der Nachmittagssonne schimmert. Darüber flirren ein paar Wölkchen, quasi wie die Sahnekleckse darauf. Das Ganze serviert auf dem blauen Teller des Atlantiks.

Lanzarotes Wüstenlandschaft mit Vulkanen und weiten Aschefeldern etwas Schönes abzugewinnen, das fällt nicht auf Anhieb leicht. Ich hatte mich jedoch bei meinem ersten Aufenthalt vor Jahren sofort in die bizarren Mondlandschaften ohne Wälder und Wiesen verliebt. Und mir vorgenommen, irgendwann wiederzukommen. Mit dem Bike.

Dafür ist Maxi verantwortlich. Der quirlige Spanier mit dem Dreitagebart hat mich damals zu einem Tagesausflug mit dem Bike überredet und mir begeistert von seinem Lanzarote-Cross berichtet: auf Stollenreifen einmal rund um die Insel, 280 Kilometer und 4000 Höhenmeter immer an der Küste entlang. Immer mit dem Blick aufs Meer und das Rauschen der Wellen im Ohr. Das klang verlockend.

Lanzarote-Cross mit dem Mountainbike – die schönsten Bilder

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Also starten mein Freund Michael und ich am nächsten Tag voller Erwartungen im Urlauberort Puerto del Carmen gen Norden. Wer die hässliche Seite von Lanzarote sucht, wird rund um Puerto del Carmen schnell fündig. Der Massentourismus zeigt sich hier von seiner abstoßenden Seite. Also nichts wie weg!

Aber der Weg führt uns zunächst kilometerlang an der Promenade der Urlauber-Ghettos entlang – unfreiwilliger Slalom zwischen krebsroten Engländern, dickbäuchigen Deutschen und lärmenden Kindern. Eine Welt aus Kokossonnencreme und Frittenfett.

Hinter Costa Teguise mündet der Weg dann auf eine staubige Piste, die ins endlose Nichts führt. Eine stille Landschaft mit ein paar dicken Lavabrocken am Wegesrand. Doch nach den Batteriehaltungsstränden genießen wir sie um so mehr, die vom Meeresrauschen untermalte Stille. Was gleichzeitig auch unsere anderen Sinne öffnet: Manchmal führt der Weg so nah am Meer entlang, dass man das Salz auf den Lippen schmeckt.

Als die Sonne schon tief am Horizont steht, erreichen wir das kleine Hafenstädtchen Orzola im Norden Lanzarotes. Wir verladen Bikes und Taschen auf eine winzige Fähre, die uns in einer 20-minütigen Überfahrt auf die kleine Nachbarinsel La Graciosa bringt. „Da müsst ihr unbedingt hin“, hat uns Maxi zuvor eingebläut und uns ein kleines Paradies auf Erden versprochen. Mal sehen.

Schon bei der Ankunft im kleinen Hafen von La Graciosa umfängt uns der besondere Zauber dieses Kleinods. Keine Autos, kein Verkehr, nur ein paar Kneipen und Restaurants. Dahinter eine Zweierreihe einfacher, weiß getünchter Häuser mit blauen Fenstern und Türen entlang staubiger Straßen. Für Asphalt hat es nur an der Hafenmole gereicht. Ein buntes Völkchen aus Alt-Hippies, Surfern und Aussteigern lümmelt lässig in den Bars und scannt kurz jeden Neuankömmling. Baccardi-Feeling.



Am nächsten Tag erkunden wir den Rest der Insel. Maxi hat wirklich nicht zu viel versprochen. Die weißen, endlosen Sandstrände versprühen Karibikflair, und die Ruhe und Abgeschiedenheit versetzen uns unwillkürlich in einen wohligen Stand-by-Modus.



Am nächsten Morgen weckt uns früh das Signalhorn der ersten Fähre. Wir springen in unsere Bike-Klamotten, schlürfen im Stehen einen Café in der nächsten Bar und setzen noch im sanften Morgenlicht wieder nach Lanzarote über. Dabei passiert die Fähre fast zum Greifen nah die imposante Felswand der Steilklippe, die wir heute mit den Rädern bezwingen wollen. Michael schaut mit einem skeptischen Blick nach oben und murmelt: „Das wird sicher eine schöne Laktat-Dusche.“

Im Hafen von Orzola wartet schon ein gut gelaunter Maxi auf uns. Auf der Königsetappe will er nicht fehlen. Maxi war in seinem früheren Leben einmal – man mag es kaum glauben – Bankkaufmann! Bis er eines schönen Tages nach draußen schaute und dachte, dass Kredite und Kontogebühren nicht alles im Leben sein können. Also schmiss er seinen Job hin und machte sein Hobby zum Beruf. Seitdem führt er Bike- und Wander-Urlauber über die Insel – und braucht nicht mehr und nicht weniger, um glücklich zu sein. Beneidenswert.

Bald strampeln wir mit glühenden Oberschenkeln die erste Rampe hinauf. Auch der sonst so redselige Maxi verstummt, weil er seinen Sauerstoff für andere Körperfunktionen braucht. Wir ahnen zum ersten Mal, dass der Lanzarote-Cross nicht nur aus Promenaden-Surfen und staubigen Küstentrails besteht. Immerhin stehen heute rund 1400 Höhenmeter auf dem Programm.

Nach einer knappen Stunde rollen wir in luftiger Höhe über eine kleine Kuppe und trauen unseren Augen nicht. Was für ein Ausblick! Ganz unten liegt La Graciosa vor uns. Wie aus dem Flugzeugfenster fällt unser Blick auf winzige Häuser. Dazwischen schimmert die Meerenge in allen Blautönen zwischen den Inseln. „Das ist ganz großes Landschafts-Kino hier oben“, meint Michael und zückt sofort seine Kamera. Und Maxi ist sichtbar stolz auf seine Heimat – und hat auch wieder Luft, uns den weiteren Wegverlauf zu erklären.

Zielsicher lotst er uns im steten Auf und Ab immer weiter an der Kliffkante entlang. Rechts geht es senkrecht fast 700 Meter abwärts. Wir sehen ganz tief unten ein paar Autowracks in der Sonne glitzern und wundern uns, wie die da wohl hingekommen sind. „Das sind alles Selbstmörder gewesen“, klärt uns Maxi auf. Gruselig und Grund genug, konzentiert zu lenken, um auf der schmalen Trailspur zu bleiben.

Am Spätnachmittag tauchen am Horizont ein paar weiße Häuser auf, vor denen zahllose bunte Schirme auf dem Meer tanzen: Famara. Das Örtchen ist die Hochburg für Kitesurfer. Maxi verspricht zum Ende des Tages ein Feuerwerk für uns Trailsurfer. Und wahrlich zieht sich an der Flanke der Steilküste ein herrliches Flow-Band hinunter in die Ebene. Wir fliegen dem Meer fast entgegen, foltern die Federgabeln und können uns an der Kulisse kaum sattsehen.

Als wir beim Sundowner-Bierchen in der Surfer- Bar unseren fünftägigen Lanzarote-Loop ausklingen lassen, macht sich bereits Wehmut breit ...

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