Race-Gabeln im Test

So testet MountainBIKE Federgabeln

MB betreibt einen hohen Aufwand, um Stärken, Schwächen, Sinnvolles oder Unnützes der einzelnen Gabeln herauszufiltern und verständlich aufzubereiten.
Zu den getesteten Produkten

Federkennlinien ermöglichen Vergleiche zwischen den Gabeln in puncto Losbrechkraft, Effizienz und Durchschlagschutz (für Großansicht klicken).

Laborwerte etwa geben klare Auskunft über Stei­figkeiten und Gewicht. Der Verlauf der Federkennlinien ermöglicht Aussagen über Ansprechverhalten und Durchschlagschutz. Zusätzlich zu den Messwerten müssen die Gabeln auch auf dem Trail zeigen, was sie können.

Unzählige Testfahrten auf einem definierten Rundkurs decken Stärken und Schwächen schonungslos auf. Die Testfahrer prüfen alle Einstellungsmöglichkeiten im Detail und protokollieren ihre Fahreindrücke. Die anschließende Auswertung aller Faktoren bringt die ganze Wahrheit ans Licht und führt letztlich zum Testurteil.

So testet MB – im Labor und in der Praxis

Federgabeln sind High-Tech-Produkte. Aufwendige Tests und eine Menge an Erfahrung sind Voraussetzung für eine seriöse Bewertung.

Eine Menge an Einflussfaktoren entscheidet, ob eine Federgabel überzeugt oder schlecht abschneidet. Zur Ermittlung der bestimmenden Faktoren testet MB sowohl im Labor als auch in der Praxis.

On Trail:
Die Testfahrten fanden auf identischen Centurion Backfire bei gleichem Reifendruck statt. Das Grundsetup erfolgt zuerst nach Herstellerangaben und wird anschließend individuell vom Fahrer verfeinert. Auf einem definierten Rundkurs jagen die erfahrenen Tester die Gabeln bergauf, bergab, über Steilstufen und Sprünge und notieren ihre gesammelten Fahreindrücke. Sämtliche Einstellungsmöglichkeiten an der Gabel werden auf Funktion und Nutzen getestet. Für neun Gabeln waren die Tester volle drei Tage auf der Test-runde unterwegs. Nach Abschluss des Praxistests folgt die Laborprüfung.

Labor:
Nach der Demontage werden die Gabeln gewogen, bevor sie auf den Steifigkeitsprüfstand kommen. MB unterscheidet Brems-, Seiten- und Torsionssteifigkeit. Eine steifere Gabel sorgt für mehr Lenkpräzision und lässt weniger Antriebsenergie durch die Verwindung der Gabelholme verpuffen.

Kennlinie:
Zur Aufnahme der Federkennlinie komprimiert ein Pneumatikzylinder die Gabel langsam bis zum Anschlag. Die erforderliche Kraft wird über den benötig-ten Federweg in Form eines Diagramms aufgetragen (siehe Abbildung). Die Losbrech­kraft gibt die Minimumkraft an, die notwendig ist, um den Einfedervorgang auszulösen. Eine geringe Losbrechkraft spricht für ein feinfühliges Ansprechverhalten. Feld A kennzeichnet den hauptsächlichen Einsatzbereich der Gabel. Eine sehr flache Kennlinie nützt bereits bei kleinen Schlägen viel Federweg.

Ein steiler Verlauf hingegen nützt weniger Federweg – die Belastung für den Fahrer nimmt zu. Bereich B nutzt die Gabel bei einem Durchschlag. Eine zu flache, aber auch eine zu steile Endprogression vermittelt das Gefühl eines abrupten Durchschlags. Arbeitet die Federgabel sehr stark über eine Druckstufendämpfung, wie etwa die Magura-Forke, sind Aussagen auf Basis der Kennlinie allerdings nur begrenzt möglich.

08.02.2008
Autor: Dipl-Ing. (FH) Rainer Sebal
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 02/2008