Scheibenbremsen im Labor- und Praxis-Test

So testet MountainBIKE die Bremsen

Anspruchsvolle Trails, objektive Laborwerte und eine sehr erfahrene Testcrew – so verläuft der MB-Bremsentest.
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Foto: Manfred Stromberg

Hochbetrieb beim Praxistest. Der Umbau der Bremsen läuft fast im Akkord.

Für die aussagekräftige Beurteilung von Scheibenbremsen bedarf es einer Kombination aus umfangreichem Praxis- und Labortest.

Den Praxisteil absolvierte die erfahrene Testcrew auf drei identisch aufgebauten Liteville-Bikes vom Modell 301. Ideale Testbedingungen lieferten die anspruchsvollen Trails in Latsch.

In langen Steilstücken, losem Geröll, auf Speedpassagen oder in engen Serpentinen mussten sich die Bremsen in allen Scheibengrößen mehrmals beweisen. Neben Bremspower und Standfestigkeit bewerteten die Tester auch Dosierbarkeit, Ergonomie und Montagefreundlichkeit der Bremsen.

Foto: Clemens Oertel

Labortest im Technikum Wien.

Parallel zum Praxistest wanderten die Stopper in das Speziallabor am Technikum Wien. Ein eigens entwickelter Prüfstand führte mit den jeweiligen Bremsmodellen verschiedenste Messreihen durch und ermöglichte so objektive Aussagen über Bremskraft und Standfestigkeit.

Zur Ermittlung der Bremsleistung dreht ein leistungsstarker Motor die jeweils montierte Bremsscheibe mit konstanter Drehzahl, während ein Pneumatikzylinder den Bremshebel mit einer Kraft von bis zu 100 Newton betätigt. Eine hochpräzise Kraftmesszelle misst dabei das entstehende Bremsmoment.

Die Messungen erfolgen jeweils mit eingebremsten Belägen und immer mehrmals bei gleicher Starttemperatur. Via Software lassen sich anschließend Hebelkraft und Bremsleistung in Diagrammform darstellen, woraus sich etwa die maximale Bremskraft ablesen lässt. Das gleiche Prozedere erfolgt auch mit konstant benässter Bremsscheibe, um das Nassbremsverhalten derjeweiligen Belag-Scheiben-Kombination zu eruieren.

Die Messwerte fließen ebenfalls in die Gesamtwertung mit ein. Für die Ermittlung der Standfestigkeit müssen die Bremsenmodelle Brems zyklen in Serie mit definierter maximaler Bremskraft absolvieren. Steigt dabei die notwendige Hebelkraft aufgrund von Fading auf über 20 Prozent des Anfangswert, bricht die Regelung die Messung ab. Die Anzahl der absolvierten Bremszyklen lässt Rückschlüsse auf die Standfestigkeit zu.

28.01.2011
Autor: Rainer Sebal
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 12/2010