Race-Gabeln im Test

So finden Sie das richtige Setup

Schritt für Schritt zur perfekten Einstellung: Mit diesen Tricks und Kniffen schöpfen Sie das volle Potenzial einer Federgabel aus.
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Foto: Björn Hänssler

Bild 1: Der richtige Negativ-Federweg.

Negativfederweg einstellen:

Wichtig, um den Federweg der Gabel optimal zu nutzen. Der Negativfederweg (Sag) ist der Weg, den die Gabel durch das bloße Gewicht des sitzenden Fahrers einfedert. Bei Race- und Tourengabeln sollte der Negativfederweg zwischen 10 und 15 Prozent des Gesamtfederwegs betragen. Am einfachsten funktioniert die Messung über einen Kabelbinder, der am Standrohr befestigt wird (Bild 1). Vorsichtig draufsetzen, absteigen und die erreichte Einfedertiefe der Gabel zwischen Kabelbinder und Staubschutzkappe messen. Den Luftdruck so lange variieren, bis der richtige Wert erreicht ist. Während der Fahrt überprüfen, ob man den vollen Federweg ausnützt bzw. ob die Gabel allzu häufig durchschlägt. Gegebenenfalls den Luftdruck anheben oder absenken.

Foto: Björn Hänssler

Bild 2: Zugstufe einstellen.

Zugstufe:

Regelt die Ausfedergeschwindigkeit der Gabel und lässt sich mit folgendem Trick einstellen: Stützen Sie sich mit vollem Gewicht auf den Lenker, so dass die Gabel tief einfedert (Bild 2). Dann lassen Sie den Lenker ruckartig los (Bild 3). Die Gabel sollte nur so schnell ausfedern, dass das Vorderrad gerade noch am Boden bleibt. Hebt das Vorderrad ab, drehen Sie die Zugstufe um einige Klicks zu. Bei zu langsamem Ausfedern muss die Zugstufe schrittweise wieder öffnen.

Foto: Björn Hänssler

Bild 3: Zugstufe einstellen.

Druckstufe:

Regelt das Ansprechverhalten und die Einfedergeschwindigkeit der Gabel und ist bei manchen Modellen vom Fahrer einstellbar. Ein höhere Druckstufe reduziert energieraubendes Wippen etwa im Wiegtritt oder sorgt dafür, dass die Gabel nicht so schnell durchsackt. Mehr Druckstufe bedeutet aber auch eine höhere Belastung für den Fahrer. Die Druckstufen-einstellung ist deshalb immer ein Kompromiss und von individuellen Vorlieben bestimmt.

Foto: Björn Hänssler

Bild 4: Gabel und Reifen passen nicht zueinander.

Reifendimension:

Spielt besonders bei Race-Gabeln eine wichtige Rolle. Die Hersteller geben zwar Maximalwerte an, mit einem Praxistest gehen Sie aber auf Nummer sicher. Dazu einfach die Luft aus der Gabel entweichen lassen und anschließend inklusive aufgepumpten Reifen bis zum Anschlag komprimieren. Der Reifen darf die Gabel an keinem Punkt berühren, wie etwa die DT mit einem 2,2“ breiten Continental Race King (Bild 4).

08.02.2008
Autor: Dipl-Ing. (FH) Rainer Sebal
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 02/2008