Shimano Saint M820: die neue Downhill-Gruppe im Test

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Foto: Sterling Lorence/Shimano Im MountainBIKE-Test: Shimano Saint

Im MountainBIKE-Test: Shimano Saint M820

Und Action, bitte: Die neue Shimano-Saint-Gruppe M820 überzeugte im ersten MountainBIKE-Test mit ihrem gelungenen Mix aus den Technologien der Highend-Gruppe XTR und den enormen Nehmerqualitäten.

Im MountainBIKE-Test: Shimano Saint M820

Die spürbarsten Änderungen erfuhr die Bremse. Dabei hat die Vierkolben-Disc die vom Vorgänger-Modell berüchtigte Power beibehalten, kommt aber deutlich zahmer daher.

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Clever gemixt: Die Bremshebeleinheit besteht aus dem Gehäuse der noblen XTR-Stopper, kombiniert mit dem stabiler gefertigten, breiteren Hebel der SLX-Bremse – für eine gegenüber der XTR leicht verbesserte Ergonomie. Im ersten Praxistest im Bikepark Whistler glänzte die neue Saint-Bremse mit brachialer Power und hoher Standfestigkeit, ließ sich dabei aber erheblich besser modulieren als die „digital“ bremsende Vorgängerin. Dennoch: Speziell mit großen 200er-Discs ist etwas Fingerspitzengefühl am ausgezeichnet designten Hebel gefragt, um die enorme Kraft dosiert an die Scheiben zu bringen.

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Klein, aber brillant: Der unscheinbare, goldene Hebel am Schaltwerk zeigt dessen „Shadow-Plus“-Technik. Funktionsweise des im Vorjahr bei der XTR-Gruppe eingeführten Systems: In der „On“-Stellung erhöht sich die Reibung im oberen Gelenk des Schaltkäfigs, um den Kräften der auf- und abschlagenden Kette entgegenzuwirken. In Folge schwingt die Kette weniger und kann kaum abspringen. Da die erhöhte Reibkraft, ähnlich eines Freilaufs, nur einseitig wirkt, kann dennoch problemlos geschaltet werden. In der Praxis verblüffte vor allem der fast lautlose Antrieb – selbst bei heftigsten Schlägen vom Untergrund.

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Perfekt angepasst: Auch der Schalthebel ist ein modifiziertes Bauteil der Topgruppe XTR. Im Vergleich zum XTR-Shifter konstruierten die Japaner die beiden Hebel um 6–8 Prozent länger, damit der (Downhill-)Biker auch in ruppigen Passagen alles im Griff hat. Eine geriffelte Oberfläche am oberen Hebel sorgt ebenfalls für optimalen Kontakt zum Finger. MountainBIKE-Testchef André Schmidt: „Auch wenn ich im Bikepark wenig schalten musste, gefiel mir die exzellente Hebel-Ergonomie. Zudem überzeugten die gewohnt hochpräzisen, dabei aber für Shimano-Verhältnisse überraschend knackigen Schaltvorgänge.“

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Bocksteif: Für die Saint-Kurbel gibt Shimano eine um 250 Prozent höhere Steifigkeit im Vergleich zur XTR-Kurbel an – und bereits die gilt als eine der unnachgiebigsten Kurbeln auf dem Markt. So antwortete Extrem-Freerider Matt Hunter während der Präsentation in Whistler auf die Frage eines Journalisten, ob er schon einmal eine Saint-Kurbel zerstört habe, auch mit: „Never ever!“ Da Shimano die neue M820-Saint bewusst als „Downhill-Race“-orientiert platziert, wird es die circa 920 g schwere „Hollowtech2“-Kurbel (zunächst) nur als Einfach-Variante geben – mit 34er-, 36er- oder 38er-Kettenblatt.

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Konzentration bei der Wurzelbehandlung: MountainBIKE-Testchef Schmidt testet die Saint-Gruppe im Bikepark Whistler.
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