Race-Gabeln im Test

Die Leistungsbilanz der Gabeln

Die Grafik zeigt Stärken und Schwächen der Gabeln. Manitou überzeugt bei den teuren – und bei den günstigen.
Zu den getesteten Produkten

Spannend wie ein Krimi verliefen die Tests und offenbarten, was die Gabeln wirklich draufhaben. Angefangen mit der neuen DT-Swiss-Carbongabel. Die XRC 100 spricht durch die harmonische Federkennlinie sehr sensibel an. Probleme gibt‘s aber bei sehr schnellen Schlägen. Schlecht gelandete, kleine Sprünge etwa führen dazu, dass die Gabel plötzlich blockiert und dem Fahrer einen Schlag auf die Arme überträgt.

Die Fox F100 RLC bringt etwa 100 Gramm weniger auf die Waage als die Vorgängerin und besticht durch gewohnt hohe Verarbeitungsqualität. Die Kennlinie steigt relativ früh steil an und sorgt für einen sehr hohen Durchschlagschutz. Die starke Progression geht allerdings etwas auf Kosten von Federweg und Komfort. Die Gabel fühlt sich stets straff an und vermittelt das Gefühl, nicht den gesamten Federweg zu nutzen. Neu: Fox ändert die Bremsenaufnahme von IS auf Postmount.

Magura schickt mit der Neuentwicklung Durin eine leichte und hochwertig verarbeitete Gabel ins Rennen. Die deutlich spürbare Druckstufendämpfung verhindert ein extrem feines Ansprechverhalten, sorgt aber unterm Strich für eine harmonische Race-Abstimmung.

Manitou zeigt, wie es geht und fährt mit der superleichten R7 MRD den Testsieg ein. Die Gabel besticht nicht nur auf der Waage, sondern spielt auch auf dem Trail ihre Klasse aus. Feinfühliges Ansprechver­halten und die sehr gute Federwegausnutzung bringen Punkte. Die etwas geringere Steifigkeit war auf dem Trail kaum zu spüren. Hut ab vor den Amerikanern!

Die hochpreisigen Gabeln legen die Messlate hoch, doch auch die günstigen Modelle haben einiges zu bieten. Wieder ist es der Hersteller Manitou, der das Feld anführt. Die R7 Elite wiegt nur knapp über 1500 Gramm und kann es in puncto Performance locker mit den Großen aufnehmen. Die Einsteigergabel Tora 318 von Rock Shox zeigt lediglich beim Gewicht Schwächen. In Sachen Steifigkeit liegt die schwere 318 unangefochten an der Spitze.

RST besticht durch sehr ergonomische Bedienhebel und ein gutes Gesamtsetup. Marzocchis XC 500 ETA besitzt als einzige Gabel im Test eine Absenkvorrichtung, zeigt aber Schwächen beim Setup und im Ansprechverhalten. Die günstige Suntour Axon verliert in Sachen Qualität und Performance klar gegen die High-End-Lösungen. Top: Die preiswerte Gabel bietet Lockout per Remote-Hebel an.

08.02.2008
Autor: Dipl-Ing. (FH) Rainer Sebal
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 02/2008