Dauertest: Sram X01 Eagle 1 x 12

Dauertest: Sram X01 Eagle 1 x 12

Foto: Benjamin Hahn Fotografie
Die X01 Eagle ist Srams Enduro-lastige 12-fach-Version, dabei ist sie nur unwesentlich schwerer als die XX1.

Die Sram X01 Eagle kam zeitgleich mit der XX1 Eagle vor über einem Jahr auf den Markt. Anders als die XX1 Eagle soll sie sich mehr an abfahrtsorientierte All- Mountain- und Enduro-Fahrer richten. Da sich die X01 Eagle jedoch kaum von der teureren XX1 unterscheidet und auch gewichtstechnisch für Racer interessant ist, testeten wir diese ebenfalls unter Cross-Country-Renn- und -Trainingsbedingungen, um so eine möglichst hohe Vergleichbarkeit herzustellen.

Foto: Benjamin Hahn Dauerest: Schaltgruppen

Die schwarze Beschichtung der X01 ist an den häufig genutzten Gängen abgescheuert. Die Titan-Nitrit-Schicht der XX1 Eagle hält besser.

Nach 3946 km, die Racer Benjamin Pfrommer mit der X01 Eagle bei Wind und Wetter abspulte und dabei sogar auf dem ein oder anderen Treppchen landete, lautet das vorläufige Fazit: Die X01 ist definitiv auch für Cross-Country- und Marathon-Racer eine top Wahl. Dabei ist sie über 200 Euro günstiger als die XX1 Eagle, bei einem Mehrgewicht von lediglich 35 g. Verzichten muss die X01 Eagle aber auf Features wie die Titan-Nitrit-beschichtete Kette und Kassette und den Carbon-Käfig am Schaltwerk.

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Foto: Benjamin Hahn Dauerest: Schaltgruppen

Bis aufs Carbon hat der Schuh beim Pedalieren den Lack abgeschliffen. Das mindert nicht die Funktion, sollte aber im Auge behalten werden.

Wie bei der XX1 rasten die Gänge extrem präzise ein. Der große Schalthebel agiert geschmeidig. Auch hier sind bis zu fünf Gänge in einem Zug hochschaltbar – beim Schalten von groß nach klein aber nur einer pro Klick. Nach den üblichen Nachjustierarbeiten einer mechanischen Kettenschaltung checkte Pfrommer die Gruppe vor jedem Race-Einsatz – stets ohne Auffälligkeiten, die X01 Eagle erwies sich im Alltag als völlig stressfrei. Wie bei der XX1 Eagle ist die größte Überraschung der geringe Kettenverschleiß.

Foto: Benjamin Hahn Dauerest: Schaltgruppen

Der Käfig der X01 Eagle muss auf den Carbon- Part verzichten. An den Alu-Teilen sind Schleifspuren der Kette erkennbar.

Eine Längung von nur 0,5 Prozent bei 3900 km ist sensationell. Shimanos 2-fach-Gruppen verschlangen in der Zeit gut zwei Ketten. Zurück zum haus- internen Vergleich: Auffällig ist, dass die Beschichtung der häufig benutzten kleinen Ritzel der Kassette Farbe verlor. Die goldene Beschichtung der teureren XX1 Eagle hält besser. Auch wenn der Abrieb der Funktion keinen Abbruch tut, die teure 400-Euro-Kassette sieht alt und benutzt aus. Auch am Alu-Käfig des Schaltwerks ist starker Abrieb durch die Kette zu finden. Die Schaltröllchen sind hingegen gut gedichtet, die Lager laufen spielfrei und leichtgängig. Beim genauen Blick auf den Kurbelarm sind Schleifspuren von den Schuhen zu erkennen. Sehr gut: Die Sram-Schalthebel sind vor Schmutz besser abgedichtet als die von Shimano (siehe XTR), kaum ein Staubkorn fand den Weg nach innen.

Technische Daten Sram XX1 Eagle (1x12)Preis/Gewicht
SchaltwerkX-Horizon, Cage Lock, Roller
Bearing Clutch (Type3)
240 Euro/278 g
Umwerfer--
SchalthebelX-Actuation, Match-Maker-Xk omp., Gripshift optional145 Euro/118 g
KassetteXD-Freilauf, 10–50 Zähne, 11
Stahlritzel, 1 großes Alu-Ritzel
392 Euro/359 g
Kurbel1-fach-Alu/Carbon-Kurbel, XSync-2-Kettenblatt, 30 Zähne458 Euro/512 g
Kette12-fach mit Power-Lock66 Euro/243 g
Gesamt1301 Euro/1510 g

Foto: Redaktion

Fazit:

Mit der leichten All-Mountain- und Enduro-Gruppe X01 Eagle sind auch CC-Racer bestens beraten. Die Haltbarkeit ist extrem gut, in Sachen Finish schneidet die teurere XX1 besser ab.

Testergebnis:

Plus: Sehr geringer Kettenverschleiß
Plus: Große Bandbreite auch ohne Umwerfer
Plus: Geringes Gewicht, top Funktion
Minus: Optischer Verschleiß etwas zu stark

08.02.2018
Autor: Chris Pauls
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 2/2018