Dauertest: Shimano XTR 2x11 / M9000

Dauertest: Shimano XTR 2x11 / M9000

Foto: Benjamin Hahn Fotografie
Edles Finish, präzises Schalten – Shimanos XTR-Gruppe setzt seit Jahren Maßstäbe. Doch wie steht es um die Haltbarkeit des Evergreens?

5252 Kilometer spulte Rennfahrer Andi Basler mit seiner mechanischen XTR ab. Apropos: Die XTR gibt es auch als elektronische Di2, dennoch sollte die mechanische Top-Gruppe als Shimano-Stellvertreter in diesem Test den ebenfalls mechanischen 1 x 12-Gruppen von Sram die Stirn bieten. Außerdem kam in diesem Jahr die XT Di2 auf den Markt, die deshalb für unseren Test die spannendere Elektro-Gruppe ist.

Zurück zur XTR: Wir wählten die fein abgestufte 11–40-Zähne-Kassette in Kombination mit einer 36/26-ZähneKurbel aus (Shimano bietet aber auch 1-fach- und 3-fach-Kurbeln an). Dass der Schalthebel kaum Kraf abverlangt, gehört mittlerweile zum Markenzeichen der Shimano-Gruppen – wie das Hightech-Feuerwerk rundum. Dass man mit einem Druck am großen Hebel bis zu vier Gänge an der Kassette hoch- und mit einem Druck des kleinen Hebels bis zu zwei runterschalten kann („Multi-Shift“), macht zumindest das Runterschalten zügiger als bei Sram. Zudem lässt sich der kleine Hebel sowohl drücken wie ziehen („Multi-Release“).

Noch mehr Dauertest-Schaltungen im Video:

Video: MOUNTAINBIKE
Foto: Benjamin Hahn Fotografie

Im Inneren des Schalthebels sammelte sich etwas Staub an. Der Funktion tat dies bisher aber keinen spürbaren Abbruch.

Wie erwartet waren Funktion und Präzision der XTR stets auf höchstem Niveau, lediglich anfangs musste die Schaltung etwas nachjustiert werden – was bei Schaltungen mit Zugmechanik völlig normal ist. Als Schwachstelle im Vergleich zu den Sram-Gruppen erwies sich der Kettenverschleiß. Bei 1600 und 3400 km wechselte Basler die Kette, die auch jetzt bei 5200 km mit einer Längung von 0,75 Prozent fällig wäre. Diese Art von Verschleiß ist nicht unnormal, die Kettenlau?eistung der Sram-12-fach-Gruppen setzt die Messlatte aber neu. Generell scheint das häufge Schalten an der Kurbel die Kette mehr zu stressen als ein etwas stärkerer Schräglauf.

Foto: Benjamin Hahn Fotografie

An den kleinen Stahlritzeln der aufwendig gefertigten Kassette zeigen die Zähne schon Grate an den Flanken – erste Verschleißerscheinungen.

Der neuartige „Side-Swing“-Umwerfer hingegen zeigt keinen nennenswerten Verschleiß. Auch am Schaltwerk ist nur marginales Spiel an den Bolzen und den Schaltröllchen zu verzeichnen. Die aufwendig hergestellte Kassette, bei der das größte Ritzel aus Alu besteht, die mittleren aus Titan und die kleinen aus Stahl, offenbart erste Scharten an den StahlRitzeln. Unschön: Auf Grund der bauchigen Form des großen Kettenblatts entstehen auffällige Kratzer, wenn die Kette mal abspringt. Ansonsten ist das Fit & Finish der XTR wie gewohnt sehr gut.

Technische Daten Shimano XTR (2x11)Preis/Gewicht
SchaltwerkShadow Plus, Direct-Mount kompatibel240 Euro/224 g
Umwerfer2-fach, Direct Mount125 Euro/103 g
SchalthebelRapidfire Plus, Multi-Release,
2-Way-Release
240 Euro/195 g
KassetteStandard-Freilauf, 11–40 Zähne300 Euro/328 g
KurbelHT2-Alu-Kurbel, Titan-/Alu-/
Stahlblätter, 36/26 Zähne
600 Euro/649 g
KetteSil-Tec, 11-fach55 Euro/248 g
Gesamt1560 Euro/1747 g

Foto: Benjamin Hahn Fotografie

Das Hochglanz-Finish der XTR-Kurbel hält Abrieb durch Schuhkontakt gut stand. Springt die Kette aber ab, sind auffällige Kratzer die Folge.

Fazit:

Harmonische Abstufung, tolle Funktionen und geschmeidiges Schalten zeichnen die 2 x 11-XTR aus. Der Verschleiß ist recht gering, im Vergleich zu Sram ist das Schalten aber teurer.

Foto: Redaktion

Testergebnis:

Plus: Sehr präzise Funktion
Plus: Kaum Nachjustieren nötig
Plus: Sehr geringer Verschleiß der Bauteile,...
Minus: .. aber häufiger Kettenwechsel nötig

20.12.2017
Autor: Chris Pauls
© MOUNTAINBIKE