Dauertest: Shimano XT Di2 2 x 11

Dauertest: Shimano XT Di2 2 x 11

Foto: Benjamin Hahn Fotografie
Für Hightech-Fans bietet Shimano die elektronische Schaltung seit diesem Jahr auch auf XT-Niveau an. Und im Dauertest funktionierte das klasse.

Seit fast drei Jahren werkeln Elektronik und Stellmotoren in Schaltwerken und Umwerfern von Shimanos MTB-Schaltungen. Zunächst an der XTR Di2 und seit diesem Jahr auch an der XT Di2. Für unseren Test fuhr Werkstattchef Haider Knall die XT Di2 über 3254 Kilometer. Dabei wählte Knall die 2 x 11-Version mit 36/26-Zähne-Kurbel und 11–40er-Kassette.

Foto: Benjamin Hahn Dauerest: Schaltgruppen

An der Kurbel sprang die Kette ab und verkratzte den Lack. Auch eine perfekt eingestellte Di2 ist also vor Kettenabwürfen nicht gefeit.

Bei der Wahl der Materialien reicht die XT nicht an die XTR heran. Zwar ist das große Kettenblatt aus einem Kunstfaser-Alu-Stahl-Verbund, muss aber auf Titan verzichten. Auch die Kassette kommt ohne Titan und ohne Kunstfasern, nur das große Ritzel und der Spider sind aus Alu, der Rest ist aus Stahl. Die schwarze Lackierung bewirkt, dass die XT, vor allem die Kurbel, optisch etwas schlicht daherkommt. Doch spielen diese Punkte wirklich eine Rolle? In puncto Erscheinungsbild und Gewicht: Ja. In Sachen Funktion: Nein! Und das liegt auch an der geballten Elektro-Power der XT Di2. Besonders cool: Den linken Schalthebel kann man getrost abschrauben. Beim Einsatz von 2- oder 3-fach-Kurbeln greift eine programmierbare Automatik („Syncro-Shift “), die ab einem definierten Gang hinten den Umwerfer vorne mitschalten lässt.

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Foto: Benjamin Hahn Dauerest: Schaltgruppen

Optischer, aber kein funktioneller Makel: Am äußeren Leitblech des Schaltwerks der XT Di2 schrappte die Kette den Lack runter.

Auf Wunsch schaltet die Elektronik hinten sogar gegen, um harmonische Gangsprünge zu gewährleisten. Hält man den Schalter gedrückt, rattert die Di2 im Sekundentakt die komplette Kassette rauf oder runter. Leises Summen untermalt die faszinierende Schaltung – quasi als Soundtrack. Und im Dauerbetrieb? Von Beginn an: Schaltperformance auf top Niveau. Und wo keine Zugmechanik, da muss(te) auch nichts nachjustiert werden. Die Stellmotoren arbeiteten jederzeit zuverlässig und präzise.

Foto: Benjamin Hahn Dauerest: Schaltgruppen

Die Schalthebel der Di2 sind robust gestaltet. Im Vergleich zu der teureren XTR Di2 bietet die Klemmung wesentlich mehr Verdrehsicherheit.

Die Kette wurde einmal getauscht und wäre jetzt wieder fällig. Hier zeigt sich die XT, wie die teure XTR, anfälliger als die beiden Sram-12-fach-Gruppen. Generell weist die Gruppe wenig Verschleiß auf, Perfektionisten dürfen aber die Lack-Blessuren im nicht ganz perfekten Finish stören. So schrappte die Kette am Schaltwerkkäfig den Lack ab. Die Schaltröllchen zeigen dafür keinen nennenswerten Verschleiß. Der Umwerfer warf die Kette zweimal nach außen ab – was zu unschönen Kratzern an der Kurbel führte. Bleibt noch der Fakt, dass man alle 1000 km den Akku aufladen muss.

Technische Daten Shimano XT Di2 (2x11)Preis/Gewicht
SchaltwerkShadow Plus, Direct-Mount kompatibel330 Euro/322 g
Umwerfer2-fach, Direct Mount, schaltet/
trimmt automatisch
215 Euro/131 g
Schalthebel/Display, Akku, KabelProgrammierbare Multi-ShiftHebel, auf einen reduzierba230 Euro/185 g
490 Euro/102 g
KassetteStandard-Freilauf, 11–40 Zähne100 Euro/411 g
KurbelHT2-Alu-Kurbel, Titan-/Alu-/
Stahlblätter, 36/26 Zähne
240 Euro/724 g
KetteSil-Tec, 11-fach40 Euro/240 g
Gesamt1645 Euro/2115 g

Foto: Redaktion

Fazit:

Schalten mit der XT Di2 ist wie eine Reise in die Zukunft. Funktion, Präzision und Schnelligkeit sind zudem erstklassig. Im Dauertest zeigte sich normaler Verschleiß, das Finish ist nicht top.

Testergebnis:

Plus: Schaltautomatik am Umwerfer
Plus: Faszinierende Präzision/Funktion
Plus: Feine Abstufung der Gänge
Minus: Finish nicht perfekt

08.03.2018
Autor: Chris Pauls
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 2/2018