10 Reifen für All-Mountain und Enduro im Test

Das müssen AM- und Enduro-Reifen können

All-Mountain-Pneus sind für Tourenfahrer gedacht, die anspruchsvolle Trails der Forstautobahn vorziehen. Die Breite ist dabei ein entscheidendes Maß.
Zu den getesteten Produkten

Großvolumige Reifen mit etwa 57 mm Breite bieten neben hohem Komfort in der Regel auch höheren Durchschlagschutz als Schmalspur-Modelle. Das ermöglicht geringere Luftdrücke, was maßgeblich Grip und Fahrsicherheit erhöht – ein entscheidender Vorteil in anspruchsvollem Terrain.

Tipp: Die Herstellerangabe der Reifenbreite in Zoll dient nur als grober Richtwert, der ­reale Wert kann modellabhängig stark abweichen. Neben Grip und Pannenschutz dürfen aber auch Gewicht und Rollwiderstand nicht unter den Tisch fallen, schließlich steht bei AM-Piloten auch der effiziente Uphill im Fokus. Ein guter Richtwert liegt bei etwa 700 Gramm pro Reifen.

In der Enduro-Kategorie verlagert sich der Schwerpunkt noch deutlicher auf die Kriterien Grip und Pannenschutz. Bei matschigen Abfahrten, losem Geröll und verblockten Passagen sollten die Stollenträger genügend Reserven mitbringen und ausreichend Sicherheit vermitteln. Anforderungen, die nach einem großvolumigen Reifen mit ausgeprägtem Profil und kontaktfreudiger Gummimischung verlangen.

Das Gewicht sollte dabei jedoch die Ein-Kilo-Marke nicht überschreiten, denn auch Enduristen setzen in der Regel aus eigener Kraft zum Gipfelsturm an. Steht die bevorzugte Kategorie fest, gilt es den individuell besten Reifen-Kompromiss zu finden. Dieser Test dient dabei als wichtige Entscheidungsgrundlage.

Tipp: Um aus der neuen Bereifung alles rauszuholen, sollten Sie bei der Montage auf die vom Hersteller empfohlene Laufrichtung sowie den richtigen Luftdruck achten. Zwei Bar sind ein guter Richtwert. Pannensichere Reifen rollen auch mit weniger Druck zuverlässig – das erhöht den Grip in sehr rutschigem Gelände.

Enorm hoher Testaufwand

Für möglichst objektive und aussagekräftige Testergebnisse treibt MB einen beispiellosen Aufwand. Spezielle Prüfmaschinen in den Laboren von Schwalbe und Continental ermitteln Rollwiderstand, Durchstich- und Durchschlagschutz.

Hochpräzise Sensoren von 2D-Datarecording helfen bei der Eruierung des Kurvengrips. Zusätzlich zum Labor wird via Kraftmesskurbel von SRM der Rollwiderstand in der Praxis ermittelt. Vier Bikes vom Modell Trek Remedy sowie vier erfahrene Tester stehen für die Praxistests zur Verfügung.

21.12.2010
Autor: Rainer Sebal
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 10/2010