8 Scheibenbremsen für Mountainbiker im Test

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Foto: Hope Hope Tech 3 X2

Scheibenbremse: Hope Tech 3 X2

Der schlanke Hebel liegt perfekt unterm Finger, der von seitlichen Rundungen in Position gehalten wird und auf acht kleinen Bohrungen Grip findet. Dank der tollen Ergonomie lässt sich die Hope Tech 3 X2 sehr gut dosieren, obwohl wegen des harten Druckpunkts relativ viel Handkraft nötig ist. Dadurch fällt es in der Praxis schwer, die hohe Bremskraft abzurufen, welche die Bremse im Labor zeigt: Die Hände ermüden, wenn harte Bremsmanöver kurz aufeinander folgen. Die Standfestigkeit der Zweikolbenbremse könnte besser sein.

Zum Testbericht: Hope Tech 3 X2

Scheibenbremse: Magura MT8 PRO

Bissig und standfest – so kennt man die Bremsen von Magura. Auch die Zweikolbenbremse Magura MT8 Pro (früher MT6) glänzt in Praxis und Labor mit hoher Bremspower, die im Nassdurchlauf aber nachlässt. Bei langem Hebelweg wirkt der Druckpunkt undefiniert: Im vorderen Hebelweg lässt sich die Magura MT8 PRO mit spürbarer Verzögerung dosieren, in hinteren Bereichen ist kaum noch Steigerung spürbar. Der neue „HC“-Hebel rückt die Grifffläche zwar näher an den Lenker, ist uns aber zu stark gebogen, um optimal unterm Finger zu liegen.

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Scheibenbremse: Shimano XT M8000

Der Evergreen unter den Scheibenbremsen zeigt in Labor und Praxis sehr gute Bremskraftwerte, lässt beim Nasstest aber etwas nach. Auch die Standfestigkeit überzeugt mit einer Einschränkung: Wird die Shimano XT M8000 sehr heiß, verhärtet der Druckpunkt, was die Dosierbarkeit erschwert und zur Ermüdung der Unterarme führt. Der Biss geht aber nie verloren. Auch sonst lässt sich die Zweikolbenbremse mit wenig Kraftaufwand sehr fein und präzise modulieren. Dabei liegt der Finger ideal auf dem kurzen und schlanken Hebel.

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Scheibenbremse: Sram Level TL

Die günstigste Version der Zweikolbenbremse von Sram zeigt auf dem Prüfstand viel Kraft. In der Praxis lässt sich die Power durch den harten Druckpunkt jedoch nur mit viel Handkraft abrufen, worunter die Dosierbarkeit leidet. Positiv überrascht dafür die Standfestigkeit der Sram Level TL: Druckpunkt und Verzögerung bleiben selbst bei hoher Beanspruchung sehr stabil. Absolut gelungen ist die Ergonomie der filigranen Hebel, die aber auf rauen Lagern laufen. Die seitlich angebrachte Griffweitenverstellung ist schlecht zugänglich.

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Scheibenbremse: Magura MT Trail Sport

Das Prinzip aus vier Kolben vorne und zwei hinten treibt Falschbremsern ihre Fehler aus. Da der hintere Sattel spürbar weniger Kraft liefert, fängt man intuitiv damit an, ohne Schleifbremse zu fahren und mit der Vorderradbremse punktgenau zu bremsen. Wegen des sanften Druckpunkts lässt sich die Bremskraft der Magura MT Trail Sport im vorderen Hebelweg fein dosieren, steigt mit zunehmender Handkraft aber nicht in gleichem Maß an. Die Standfestigkeit ist dabei sehr gut, die Ergonomie gefällt dagegen weniger – trotz neuer „HC“-Hebel.

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Scheibenbremse: Shimano XT M8020

Die Vierkolbenvariante der XT ist eine Kombination aus dem bekannten XT-Geber und dem Nehmer der Downhill-Stopper Saint und Zee. Wie bei der Zweikolben-XT liegt der Finger sicher auf dem leichtgängigen Hebel. Dementsprechend fein ist die Modulierbarkeit. Da der Sattel mit vier Kolben mehr Material trägt, ist er deutlich hitzebeständiger, was die Bremse Shimano XT M8020 enorm standfest macht. Druckpunkt und Power bleiben stabil. Die Vierkolben-XT entfaltet ihre hohe Bremskraft dabei eher sanft als bissig.

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Scheibenbremse: Sram Code R

Trotz ihres hohen Gewichts (oder gerade wegen?) und fehlender Druckpunktverstellung holt die Code R den Testsieg. Alle anderen Parameter sind absolut top. Die Griffweite ist schnell angepasst, der lange Hebel ergonomisch ideal geformt. Ohne spürbaren Leerweg passt die Vierkolbenbremse ihre Kraft schön progressiv dem Hebeldruck an, verzögert am Ende mit ordentlichem Biss. Im Labor ist die Bremskraft der Sram Code R trocken wie nass konstant hoch, und auf dem Trail bleibt sie auch unter Dauerfeuer konstant hoch. Super!

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Scheibenbremse: TRP G-Spec Trail SL

TRP hat seine schwere Enduro-Bremse um einen neu mit Downhill-Star Aaron Gwin entwickelten Geber ergänzt. Dessen Hebel ist relativ groß, ergonomisch aber nicht optimal, weil das Material zu glatt ist und ein Kontaktpunkt für den Bremsfinger fehlt. Zumal die Vierkolbenbremse wegen des sehr harten Druckpunkts nur mit viel Fingerkraft dosierbar ist und selbst dann nur mittelmäßig verzögert. Das bestätigen auch die im Vergleich schlechten Bremskraftwerte aus dem Labor. Die Standfestigkeit der TRP G-Spec Trail SL ist dagegen sehr gut.

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Mehr zu dieser Fotostrecke: 8 MTB-Scheibenbremsen im Labor- und Praxis-Test