7 Vario-Sattelstützen für Mountainbikes im Test (2018)

Test: Mountainbike Vario-Sattelstützen

Foto: Detlef Göckeritz Mountainbike Vario-Sattelstützen Test 2018
Vario-Sattelstützen sind aus dem Mountainbike-Alltag nicht mehr wegzudenken.
 Wir haben uns die aktuell besten sieben Dropperposts um 150 mm Hub herausgepickt und in der Praxis miteinander verglichen.
Zu den getesteten Produkten

Das Testfeld im Überblick

Hersteller und Modell / Link zum Testbericht Preis Testurteil
Fox Transfer Factory Series (2018) 429 Euro Sehr gut/Testsieger
E*Thirteen TRS+ Seatpost (2018) 299 Euro Sehr gut/Preis-Leistungs-Tipp
Crankbrothers Highline Dropper (2018) 350 Euro Sehr gut
Kind Shock LEV Integra (2018) 395 Euro Sehr gut
Matura Vyron (2018) 449 Euro Sehr gut
Race Face Turbine R (2018) 480 Euro Sehr gut
Rock Shock Reverb Stealth (2018) 367 Euro Sehr gut

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Das braucht doch keiner!“ Als die ersten Vario-Sattelstützen vor rund zehn Jahren in Großserie auf den Markt kamen, war die Ablehnung der MTB-Szene mal wieder groß. Zu schwer, zu komplex und irgendwie halt zu neu ... Und heute? Da haben sich die nun durchwegs fernbedienbaren Sattelheber/-senker in fast jeder Kategorie durchgesetzt: Vario- Sattelstützen bieten Bewegungsfreiheit auf Knopfdruck – und damit ein dickes Plus an Fahrspaß und Sicherheit.

Sogar CC-Racer setzen gelegentlich, je nach Rennstrecke, Vario-Stützen ein. Meist besitzen Varios zwischen 100 und 150 mm Hub. Viele Hersteller bieten sogar Stützen mit 170 mm und mehr an – gut für große Fahrer bzw. Bikes mit kurzem Sitzrohr.

Auch in preiswerten Komplett-Bikes stecken inzwischen Vario-Stützen – die aber oft von Eigenmarken stammen, leidlich gut funktionieren, aber teils nicht sehr verschleißfest sind. Der Nachrüstmarkt hat hier also immer noch eine große Bedeutung! Wir haben daher die aktuell wohl besten sieben Stützen am Markt zum Vergleichstest geladen.

Die Testvoraussetzungen waren: innenverlegte Ansteuerung und um die 150 mm Hub. Mit dabei sind Klassiker wie die Kind Shock Lev Integra und Rock Shox Reverb Stealth. Ganz neu im Test: Crankbrothers Highline. Relativ neu sind die Stützen von Fox, E*thirteen und Race Face sowie die überarbeitete „Drahtlos“-Stütze Magura Vyron.

Foto: Redaktion MountainBike Vario-Sattelstützen Test 2018

Die eleganteste Lösung ist Variante 1 . Hierbei wird die Leitung oder der Zug durch den Rahmen verlegt und mit dem unteren Ende der Stütze verbunden. Neben der aufgeräumten Optik bietet dies zusätzlich einen Diebstahlschutz der Stütze. Nachteil: Diese Stützen benötigen einen Rahmen, der für die Montage vorbereitet ist. Bei neueren Bikes ist das aber fast immer der Fall.

Foto: Redaktion MountainBike Vario-Sattelstützen Test 2018

Außen oder innen verlegen?

Wo läuft die Leitung entlang? Vario-Stützen, die einen Lenkerhebel besitzen, sind über eine Leitung oder einen Kabelzug miteinander verbunden (Ausnahme Magura). Sogenannte außen angelenkte Vario-Sattelstützen werden entweder am Stützenkopf (Bild 2) angelenkt...

Foto: Redaktion MountainBike Vario-Sattelstützen Test 2018

oder am unteren, fest stehenden Part der Stütze (Bild 3 ). Erstere Lösung ist nicht optimal, da Zug oder Leitung immer mit bewegt werden, wenn die Stütze ein- oder ausfährt. Zum Nachrüsten sind diese Varianten simpel, denn hier wird lediglich die Stütze eingebaut und die Leitung am Rahmen entlang verlegt.

Durchmesser

An heutigen Bikes findet man vor allem die Sattelrohrinnendurchmesser 30,9 mm und 31,6 mm. Einige Marken setzen auch auf 34,9 mm, an Hardtails findet man zudem oft 27,2 mm. Entweder du misst deine alte Stütze mit einem Messschieber, oder du schaust auf die Aufschrift. Dann gilt es, die richtige Vario-Stütze zu finden.

Passt dein Wunschmodell nicht, kannst du sie unter gewissen Umständen mittels einer Reduzierhülse (circa 10 Euro) in einem Sitzrohr mit größerem Durchmesser verbauen. Besitzt dein Rad etwa ein 34,9-mm-Sattelrohr, benötigst du eine Hülse, welche 3,3 mm ausgleicht, damit eine 31,6-mm-Vario-Stütze passt.

Foto: Redaktion MountainBike Vario-Sattelstützen Test 2018

Einbaulängen & Hub

Moderne Vario-Stützen haben 150 mm Hub und mehr. Damit lässt sich der Sattel bei kniffligen Abfahrten weit absenken, was Bewegungsfreiheit garantiert – viel besser als bei den ersten Vario-Stützen der MTB-Welt, die nur 50–75 mm Hub boten. Aber: Für kleine Fahrer/innen und ihre Bikes sind die 150-mm-Stützen oft zu lang.

Wichtig also: Du musst auf die Gesamtlänge deiner Wunsch-Vario-Stütze sowie auf die mögliche Einschubtiefe deines Sitzrohrs achten! Bei maximal tief eingeschobenem Tauchrohr und maximal ausgefahrenem Hub darf der Sattel nicht über deine normal übliche Sitzhöhe hinauskommen – ansonsten müsstest du ständig nachregulieren.

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Stelle an deinem Bike den Sattel auf deine normale Höhe (Tretposition). Messe den Abstand von Oberkante Sitzrohr bis zum Sattelgestell: Dies ist dein „Norm-Überstand“ (A). Danach misst du die nutzbare Tiefe deines Sitzrohrs, die bei Fullys oft eingeschränkt ist. Nimm dazu eine klassische Stütze, befestige einen Kabelbinder an der Stütze und schiebe die Stütze so weit wie möglich in den Rahmen. Dann rausziehen und den Abstand von Stützenunterkante zum Kabelbinder messen (B).

A plus B ergibt als Ergebnis die maximal sinnvolle Gesamtlänge deiner neuen Vario-Stütze (s. Tabelle). Beispiel: 260 mm Überstand (A) + 190 mm Einschubtiefe (B) = 450 mm. Ein seltener Fall sind Bikes mit sehr langem Sitzrohr. Hier ist die Einschubtiefe reichlich, dennoch kann es sein, dass eine Stütze mit viel Hub für dich, also deine Sitzhöhe, zu weit ausfährt. Hier ist wichtig, wie lang der Teil der Stütze ist, der im Sitzrohr verschwinden kann (max. Einbaulänge der Stütze) und wie viel abzüglich dieser von der Gesamtlänge (C) übrig bleibt. Dieser Wert darf deinen Norm-Überstand (A) nicht überschreiten.

ModellGesamtlängemax. Einbaulänge
Crankbrothers530 mm315 mm
E*Thirteen505 mm273 mm
Fox485 mm273 mm
Kind Shock450 mm241 mm
Magura452 mm248 mm
Race Face472 mm254 mm
Rock Shot486 mm271 mm

10.06.2018
Autor: Redaktion
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 07/2018