10 Reifen für All-Mountain und Enduro im Test

MountainBIKE-Test: 10 All-Mountain- und Enduro-Reifen

Der richtige MTB-Reifen krallt sich an jedem Untergrund fest und vermittelt viel Sicherheit in brenzligen Situationen. Zehn All-Mountain- und Enduro-Gummis im Test.
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In der Kategorie All-Mountain will Continental mit der 2,2 Zoll breiten Rubber Queen mit neuer Gummimischung aufs oberste Podest. Schwalbe kontert mit Fat Albert und verspricht mit unterschiedlicher Gummimischung – weich (Trailstar) am Vorderrad, hart (Pacestar) am Hinterrad – den besten Kompromiss aus Grip und Rollwiderstand.

Zudem ist die Karkasse ab sofort Tubeless-ready. Michelin schickt den bereits aus dem Tourenreifen-Test bekannten Wildgrip‘r in 2,25 Zoll ins Gefecht. XR4 heißt die AM-Waffe mit Tubeless-ready-Karkasse von Bontrager. Kenda schickt mit dem Nevegal den güns­tigsten Vertreter in den Vergleichskampf.

Bei den Enduro-Pneus setzt Continental ebenfalls auf die Rubber Queen, allerdings in 2,4 Zoll Breite. Die Big Betty von Schwalbe nimmt die Herausforderung in der neuen, eher vortriebsorientierten Gummimischung „Pacestar“ an.

Die klebrigere „Trailstar“-Mischung stand zum Testzeitpunkt noch nicht zur Verfügung. Wildrock‘r lautet Michelins Antwort auf anspruchsvolles, verblocktes Terrain. Bontrager versucht mit dem FR4 Enduristen und Freerider in seinen Bann zu ziehen. Maxxis steigt mit dem bereits etablierten Ardent in den Ring.

Bei den Herstellern Bontrager, Continental und Schwalbe handelt es sich um Reifen mit brandneuen Gummimischungen oder komplett neuem Design, die MB zum Teil exklusiv vorab getestet hat. Die Newcomer gelangen deshalb erst in den Monaten nach der Eurobike in die Läden.

Ein neuer Satz Reifen aus dem Testfeld kostet zwischen 48 und 120 Euro. Ver­glichen mit dem Gesamtpreis eines Bikes ein sehr geringer Anteil und deshalb eine lohnenswerte Investition – wenn die Bereifung zu Einsatzzweck und Fahrstil passt.

Den perfekten Reifen für jedes Terrain gibt es nicht, die Pneus sind immer für einen speziellen Einsatzbereich optimiert. Die superleichte Race-Pelle hat in der verblockten Steinwüste genauso wenig verloren wie der klebrige Gripkönig beim Rundenkrimi im CC-Weltcup.

Reifenperformance nach Rezept

Die Hersteller steuern die Eigenschaften ihrer Pneus vorwiegend über Aufbau der Karkasse, Form und Anordnung des Profils sowie über die Gummimischung. Das Gewebe der Karkasse beeinflusst wesentlich Gewicht und Pannenschutz. Das Profil steuert Grip, Rollwiderstand und Selbstreinigung.

Mit etwas Erfahrung lassen sich über die Stollen bereits Rückschlüsse auf das bevorzugte Einsatzgebiet ziehen. Herzstück und wohlgehütetes Geheimnis jedes Reifenbauers ist jedoch die Gummimischung. Sie beeinflusst Grip, Rollwiderstand und Selbstreinigung. Richtig angewendet laufen Race-Reifen im Energiesparmodus über Stock und Stein, Enduro-Pneus hingegen kleben in rutschigen Kurven förmlich am Untergrund.

Die vielen genannten Gestaltungsmöglichkeiten erlauben es den Herstellern, Reifen mit völlig unterschiedlichen Eigenschaften zu produzieren. Wer sein Bike mit einem neuen Satz tunen möchte, sollte sich deshalb von Anfang an über die bevorzugte Kategorie und deren Anforderungen an die Pneus im Klaren sein.

24.12.2010
Autor: Rainer Sebal
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 10/2010