10 MTB-Scheibenbremsen im Test – 5 Race- und 5 All-Mountain-Modelle

Sie können die Fotostrecke mit den Richtungspfeilen der Tastatur bedienen
←   →
Foto: Benjamin Hahn BFO H2O

Race-Bremsen im Test: BFO H2O

Wasser marsch! Unter den CC-Bremsen entwickelt keine im Labor mehr Bremskraft als die extrem leichte BFO H20. ­Allerdings sind der wenig definierte Druckpunkt und damit die Dosierbarkeit ungewohnt – trotz des ergonomischen Hebels. Richtig Biss hat sie aber durchweg. Standfestigkeitsprobleme mit der Wasserbremse hatten wir keine, im Gegenteil, sie bleibt stets konstant. Die Verstellschrauben von Druckpunkt und Hebelweite sind defektanfällig.
Zum Testbericht: BFO H2O

Race-Bremsen im Test: Hope Tech 3 X2

Die Hope Tech 3 X2 glänzt in Sachen Einstellmöglichkeiten: Griffweite und Druckpunkt sind werkzeuglos verstellbar – für eine CC-Bremse nicht selbstverständlich. Das schlägt sich im Mehrgewicht nieder, leicht genug für das Segment ist die Hope Tech 3 X2 dennoch. Die eher schwache Bremskraft jedoch enttäuscht: Es ist viel Druck auf die angenehm in der Hand liegenden Hebel nötig, um in Steilpassagen eine hohe Verzögerung zu erreichen. Sehr gut dosierbar.
Zum Testbericht: Hope Tech 3 X2

Race-Bremsen im Test: Magura MT8

Die Magura MT8 überzeugt durchwegs mit top Bremsleistung. So ist die Bremskraft im Trockenen wie Nassen enorm – bei guter Dosierbarkeit mit recht langem, sanftem Hebelweg. Zudem zeigt die Magura MT8 in Labor und Praxis viel Ausdauer. Für kleine Finger nicht optimal ist die Hebelweitenanpassung. Gut, dass ab sofort ein Umbau auf einen kürzeren Einfinger-Hebel (76 Euro) möglich ist.
Zum Testbericht: Magura MT8

Race-Bremsen im Test: Shimano XTR Race

Shimano hat mit der leichten Race-Version (M9000) der XTR eine tolle Bremse für CC und Marathon im Portfolio – selbst wenn die Shimano XTR Race in keinem Bereich den absoluten Spitzenwert erreicht. Die Shimano XTR Race beißt ordentlich zu und ist dabei standfest. Nur wenn wir die Shimano XTR Race lange schleifen ließen, war Fading spürbar. Es klingt jedoch schnell wieder ab, wenn die Bremse kurz geöffnet wird und abkühlt. Der schmale, aber kurze Hebel liegt sehr gut am Finger an.
Zum Testbericht: Shimano XTR Race

Race-Bremsen im Test: Sram Level Ultimate

Wer eine klassische Race-Bremse sucht, liegt bei der teuren, im Worldcup verbreiteten Sram Level Ultimate richtig: Zwischen auf und zu gibt es bei den US-Stoppern eher wenig. Die Bremskraft wirklich fein zu dosieren, das fiel uns schwer, was die Laborwerte bestätigen. Die Ergonomie der filigranen Carbon-Hebel jedoch gefällt. Sehr gute Standfestigkeit auch für schwere Biker, die maximale Bremskraft könnte höher sein.
Zum Testbericht: Sram Level Ultimate

All-Mountain-Bremsen im Test: Magura MT Trail

Maguras Kombi aus vier Kolben vorne und zwei Kolben hinten belohnt richtiges Bremsen. Wer bisher mit schleifender Hinterradbremse den Trail runterschlitterte, lernt dank der Magura MT Trail das punktgenaue Verzögern über den kräftigeren Sattel am Vorderrad. Da der deutlich mehr Power aufbringen muss, neigt die Vorderradbremse etwas zum Fading. Bei (toller) Dosierbarkeit und (nicht so toller) Ergonomie ist die Magura MT Trail Maguras MT8 sehr ähnlich.
Zum Testbericht: Magura MT Trail

All-Mountain-Bremsen im Test: Shimano XT

Wie die preisgekrönte Vorgängerin begeistert die neue XT M8000 bei Dosierbarkeit und Ergonomie, der kurze Hebel liegt ideal am Finger an. Die maximale Bremskraft ist in Labor wie Praxis hoch, die Standfestigkeit dafür nicht optimal. Auf dem Trail spürten gerade die schweren Tester ein Druckpunktwandern der Hinterradbremse, auch im Labor erreicht sie keine Topwerte. Ein Delaminieren der Stahl-Alu-Verbundscheibe kam nicht vor!
Zum Testbericht: Shimano XT

All-Mountain-Bremsen im Test: Sram Guide Ultimate

Avid/Sram-Bremsen überzeugen meist durch Ergonomie und Dosierbarkeit. So auch die Sram Guide Ultimate: Druckpunkt- und Griffweitenverstellung sind ideal umgesetzt, die Veränderungen auch spürbar. Es braucht etwas mehr Handkraft, um den langen, geschwungenen Hebel zu ziehen, darunter leidet die feine Dosierbarkeit aber nicht. Bei starker Belastung wird der Druckpunkt undefinierter, die Bremskraft bleibt jedoch konstant.
Zum Testbericht: Sram Guide Ultimate

All-Mountain-Bremsen im Test: Trickstuff Direttissima

Bääm! Der Biss der Trickstuff Direttissima ist enorm. Im Vergleich zum Vorgänger Cleg hat sich der Durchmesser der vier Kolben um je einen Millimeter erhöht. Das gibt Kraft – für leichte Fahrer fast zu viel. Schon ein leichter Zug am Hebel sorgt für brachiale Verzögerung, was zu Lasten der Dosierbarkeit geht. Schwere Biker hingegen werden die Trickstuff Direttissima lieben! Dank des leichten Alu-Hebels und der filigranen Gebereinheit ist der Wurfanker nicht mal schwer.
Zum Testbericht: Trickstuff Direttissima

All-Mountain-Bremsen im Test: TRP Slate T4

Vier Kolben, hohes Gewicht und ein zwar langer, aber ergonomisch gelungener Hebel – die TRP Slate T4 macht einen wuchtigen Eindruck. Die Modulation jedoch enttäuscht: Durch den festen Druckpunkt lässt sich die TRP Slate T4 nur schwer dosieren, zudem kostet es viel Fingerkraft, um die maximale Power zu entlocken. Auch die Bremskraftwerte aus dem Labor liegen deutlich unter den anderen AM-Bremsen. Immerhin: Die Standfestigkeit ist hoch.
Zum Testbericht: TRP Slate T4
Mehr zu dieser Fotostrecke: Test: 10 MTB-Bremsen – 5 Race- und 5 AM-Modelle